Entwicklung von Fotos im Krieg

  • Hallo zusammen,


    wenn man sich so durch das Internet klickt, findet man eine ganze Reihe private Fotos aus dem 2. Weltkrieg, nicht nur bei ebay. Wenn so viele Fotos existieren, ergibt sich doch die Frage, ob es eigentlich legal war, während des Krieges (und auch sonst in seiner Einheit) private Fotos zu machen. Ist das nicht in Bundeswehr (und früher in der NVA) z.B. auch verboten gewesen? Wie war das denn in der Wehrmacht, erlaubt, geduldet, verboten? Wer weiss etwas dazu?


    Gruss
    Andreas


    P.S. Die gleiche Frage stellt sich mir übrigens bezüglich der privaten Tagebücher.

    EKM DDR 240470408913

  • Zu Beginn des Krieges war es für Soldaten erlaubt überall zu fotografieren. Kurz nach dem Beginn von Barbarossa wurde verboten an der Front private Fotos zu machen. Hinter der Front war es nur erlaubt Etappenfotos zu machen d.h. Kameraden beim Essen, baden etc...


    Sieht man auch ganz deutlich das mit Ende 1941 private Aufnahmen sehr viel seltener sind als von Frankreih oder Polen.


    \Christoph

  • Hallo,


    laut meinem Vater, Unteroffizier im FlaRakBtl 36, war es grundsätzlich verboten Aufnahmen der Raketen und den Radaranlagen zu machen und sämtliche Aufnahmen, die dem Feind nützliche Informationen geben könnten! Auf Anfrage durfte alles andere allerdings Fotografiert werden (Kraftfahrzeuge, Kameraden usw.)! Es lag eindeutig bei der Waffengattung und der Waffe! So wird es auch bei der Wehrmacht gewesen sein! V2 Stellungen durften mit Sicherheit nicht geknipst werden!


    Gruß
    Tobias

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

  • Quote

    Original von ChristophA
    Kurz nach dem Beginn von Barbarossa wurde verboten an der Front private Fotos zu machen.


    Das würde ja heissen, dass alle Fotos direkt von der Front illegal gewesen sind! Gab es dazu irgendwelche offiziellen Festlegungen/Vorschriften? Dafür, dass es verboten war, sind dann aber eine ganze Menge durch die Zensur gegangen. Ist ja sicherlich auch kontrolliert worden. Zumindest Glück für uns heute!

    EKM DDR 240470408913

  • Quote

    Original von AndreasDick
    Ist ja sicherlich auch kontrolliert worden. Zumindest Glück für uns heute!


    Nee eigentlich ist das nicht kontrolliert worden. Das würde voraussetzen, dass die Filme zunächst entwickelt wurden, bevor sie ihren Weg gingen. Das war aber nicht so. Zumindest im Fall meines Onkels (+ 11/43) war das anders. Er schickte die Negative nach Hause und dort wurden sie entwickelt und Abzüge angefertigt.


    Meist sogar mit Angabe von Vorbestellungen wieviel Abzüge von jedem Negativ zu machen seien. Mein Onkel hat die Fotos dann an der Front wieder verkauft: Gruppenfotos von Kameraden, Soldatengräber oder Situationen. Wenn eine Zensur stattgefunden hat, dann vor dem drücken des Auslösers und im Kopf des fotografierenden Soldaten.


    Gruß,
    Arnold

  • Quote


    Wenn eine Zensur stattgefunden hat, dann vor dem drücken des Auslösers und im Kopf des fotografierenden Soldaten.


    Arnold, so sehe ich das auch, Opa und seine Offizierskameraden hatten immer eine Kleinbildkamera im Gepäck, und diese Kameras wurden auch eifrig benutzt.


    "Kriegsgräuel" haben die Kameraden nicht aufgenommen, zumindestens auf den RAD Photos, die mir hier vorliegen.


    Mein Opa war auch nicht der "Typ", der solche Bilder aufnahm, oder gar in eines seiner Photoalben einfügte.


    Vielleicht mag man das heute als "Wegsehen", oder "Kopf in den Sand stecken" bezeichnen, die Männer damals hatten ganz sicher andere Sorgen, als Photos von Gefallenen aufzunehmen.


    Gruß


    Michel

  • Hallo!
    Einige Fotos von meinem Großonkel wurden in Leipzig und in Verden/Aller entwickelt. Mussten die Soldaten die Fotos selbst zum Entwickeln bringen (war doch bestimmt zeitaufwendig)? Und wer hat überhaupt fotografiert? Ich kann mir nicht vorstellen, dass jeder Soldat sich damals eine Fotokamera leisten konnte. Zumindest nicht mein Großonkel, glaube ich wenigstens...
    Viele Grüße
    Hannchen

    Ich bin dankbar für jede Information über das Artillerie-Regiment 240 und die 170. Infanterie-Division.

  • Hallo Hannchen,


    bis etwa 1943 wurde noch viel fotographiert. Die Filme wurden mit der Feldpost in die Heimat zum Entwickeln geschickt. Es wurden von diesen Fotos in der Einheit des Fotographen Abzüge zum Kauf angeboten.


    Gruß


    Reinhard

  • Hallo zusammen,


    wer sich speziell für den damaligen Vorgang der Entwicklung von Fotos interessiert, hier die


    Vorläufige Anweisung zum Satz Chemikalien für photographische Arbeiten !
    OKH - Heereswaffenamt Wa Prüf 8 vom 25.07.1941


    Es geht hier um das Ansetzen von Lösungen, um die Entwickler, um die Weiterbehandlung
    von Negative und Positive, etc.. (siehe Inhaltsverzeichnis) :



    Viele Grüße
    PETER
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