II.Abt.(Nebel-)Werfer-Regiment 51 - Einsatz in Stalingrad

  • Hallo zusammen,


    ich versuche die Positionen des o.g. Regiments ab September 42 bis Ende Januar 43 in Stalingrad zu verorten.


    Leider finde ich dazu bisher keine Karten oder Zuteilungen. Ich gehe davon aus, dass das Reg. Heerestruppe war. Dennoch dürfte es ja innerhalb des Bereiches eines Korps oder einer Division zugeteilt gewesen sein.


    Der Link im LdW ist mir natürlich bekannt.
    Zitat:
    "Das Regiment wurde dabei hauptsächlich am Nordriegel zwischen Bol Rososchka - Kalatsch - Jersowka - Rynok - Nordostrand Stalingrad eingesetzt. Bei der ständig wachsenden Abwehrkraft der Roten Armee hatte das Regiment schon hier starke Verluste. Am 20. November wurde es dann mit der 6. Armee in Stalingrad eingeschlossen, nur geringe Teile blieben außerhalb des Kessels. In Stalingrad ging das Regiment im Januar 1943 unter."


    Ich bitte um Eure Unterstützung.


    Vielen Dank
    Wuschel

  • Hallo Wuschel,


    in Stalingrad eingeschlossen wurden das II. und III. /51, das II. kämpfte bei der 3.JD (mot.) unter dem XIV. PzK und das III./51 kämpfte unter dem XI. AK als Heerestruppe, wahrscheinlich unter der 24. PzD
    Ich hänge dir mal eine Lagekarte des II./51 mit an.
    Und damit du es auch bildlich siehst (die 3.JD(mot.)) ein weiterer Anhang einer Lagekarte vom 31.12.42.


    Liebe Grüße

  • Hallo Robert,


    herzlichen Dank für die Anhänge und Erläuterungen. :)


    Gruß
    Wuschel


    Edit fragt noch: Was bedeuten die mit Linien verbundenen Buchstaben D, G und C usw.? Danke

    Edited once, last by Wuschel ().

  • Hallo,


    wenn ich nach den taktischen Zeichen gehe, und der Logik, dürfte es sich hierbei um Feldkabelleitungen handeln, wobei die Buchstaben entweder eine Bedeutung haben, als solches, oder erdachte Abkürzungen für Funkstellen sind, oder einfach nur durchnummeriert wurden.


    Liebe Grüße

    freundlichste Grüße aus Sachsen - Euer Robert

  • Hallo zusammen,


    gibt´s zum Verbleib und zur Abfolge in den Januartagen zum II. Werfer-Regiment Informationen?

    Ist etwas bekannt darüber, ob ein Teil dieser Truppe in Gefangenschaft geraten ist?


    Robert B.: auch wenn es schon lange her ist, Danke kann man immer sagen. Daher Danke für Deinen Eintrag vom Dezember 2012.


    Gruß

    Wuschel

  • Hallo Wuschel,


    ist dir der Blog Starless in Stalingrad bekannt?

    https://starlessinstalingrad.com/

    Der Protagonist war beim Werferregiment 51. Die vielen Briefe sind sehr interressant. Vor allem einer der "allerletzte Brief" in dem ein Überlebender die letzten Tage beschreibt und auch eine Lageskizze eingezeichnet hat.

    Ich habe die Veröffentlichungen das ganze letzte Jahr mit Spannung verfolg und kann es auch jedem anderen Interessenten hier empfehlen.

    Edit: ganz nach unten scrollen auf der Seite, dort beginnt die "Reise " mit dem ersten Brief.


    Gruß Klaus

    Edited once, last by Fritz72 ().

  • Lieber Klaus,


    vielen Dank für diesen interessanten Link. Ich bin gerade bei Brief 15 (2).

    Werde sie mir nun alle nacheinander durchlesen, und das, was alles dazu zu finden ist.


    Mein Großonkel ist ebenfalls seit Januar 43 vermisst, Anfrage DRK ist erfolgt bzw. deren Rückmeldung erwarte ich noch. Werde berichten.

    Er gehörte zum Stab der II., Gefreiter lt. VBL.


    Herzlichen Dank und frohes Fest

    Gruß

    Christoph

  • Hallo zusammen


    habe heute vom DRK Nachricht erhalten. Er war Gefreiter. FPN = 23243.

    Die letzte Nachricht erhielten meine Urgroßeltern am 31.12.1942 aus Stalingrad von ihm. Den Suchauftrag gab mein Urgroßvater Ende der 40er auf.

    1957 stellte meine Urgroßmutter beim Amtsgericht einen Antrag auf ein Todeserklärungsverfahren.


    Das DRK geht von seinem Tod aus. Nachforschungen, auch bei den Russen, bleiben erfolglos.


    Ich freue mich über Infos zum II.Abt.(Nebel-)Werfer-Regiment 51, dessen Einsatz und möglichen Verbleib in Stalingrad.

    Vielleicht gibt es noch Gleichgesinnte, die ebenfalls nach Angehörigen des Werfer-Regiment forschen.


    Ich hänge noch ein Bild seiner Orden/Abzeichen an, die auf dem Original, das mir der DRK hinterleiß, zu sehen sind.

    Das untere ist ggf. nur großteils zu sehen, da das Bild dort endet. Es dürfte sich aber um 2 Orden handeln.


    Freue mich auf Rückmeldungen.


    Beste Grüße und vielen Dank

    Wuschel

  • Hallo Wuschel


    Beim Oberen dürfte es sich um das SA Sportabzeichen handeln!

    Beim Unteren kann ich dir leider nicht helfen.


    Gruß Arnd

  • Hallo Reinhard,


    bis Du dir Sicher, das es das Verwundetenabzeichen in schwarz ist? :/


    Eigentlich ist mir das Abzeichen von KarlEngelbert zu rund. Das Verwundetenabzeichen ist mehr oval. Ich lasse mich aber eines besseren belehren :)


    Gruß

    Lothar

  • ich versuche die Positionen des o.g. Regiments ab September 42 bis Ende Januar 43 in Stalingrad zu verorten.


    Leider finde ich dazu bisher keine Karten oder Zuteilungen. Ich gehe davon aus, dass das Reg. Heerestruppe war. Dennoch dürfte es ja innerhalb des Bereiches eines Korps oder einer Division zugeteilt gewesen sein.

    Hallo zusammen


    Moin Wuschel


    deine Anfrage ist ja schon ein bisschen älter, fast auf den Tag 9 Jahre alt,

    ich weis jetzt nicht ob sich deine Anfrage erledigt hat, trotz alle dem stelle ich hier mal

    etwas ein, evtl. kannst du es ja gebrauchen.



    Gruß many


    Stalingrad Heimkehrer Brief.




    Im Juni 1942 wurde ich zur 7. Battr. Werfer-Rgt. 51, Fpn. 26874 versetzt und traf die Batterie, welche von Bobruisk her auf dem Marsch war, in dem Raum Kursk.

    Ich übernahm den 2. Zug der Werfer-Staffel.

    Die Sommeroffensive brachte uns in den großen Donbogen. Bei Wertjatschi überschritten wir den Don und nahmen Stalingrad ein. Wir errichteten nördlich des Traktoren-Werkes zwischen dem Ortsteil Rynock und Spartakowka die Wolga. Unsere Kräfte waren verhältnismäßig schwach. Später, als sich der Russe von dieser Überraschung erholt und neu gruppiert hatte, besetzte er beide Ortsteile wieder. Es entwickelte sich dort ein Kräfteaufreibender Kleinkrieg. Wir haben beide Ortsteile nie mehr ganz in unsere Hand bekommen.

    Die Battr. Bezog Feuerstellung im Nordriegel mit Schussrichtungen nach Norden und Osten. Unsere Gefechtsfahrzeuge blieben in der geschützten Hufeisen-Bailka (Schlucht).

    Den Tross hatten wir auf den Donhöhen gelassen und führten ihn später nach Karpöwka nach.


    Am 23. Nov. 1942 brach der Russe dann bei den Rumänen hinter unserem Rücken im großen Donbogen ein und machte in einer riesigen Zangenbewegung den Kessel zu. Wir standen am anderen Morgen dann marschbereit auf dem Flugplatz Gumrak, um auszubrechen. Es musste aber alles in die alten Stellungen zurück. Damit begann für uns alle wohl die schwerste Zeit unseres Lebens.


    Der russische Winter war gekommen. An Winterbekleidung bekam die Battr. im 3 Paar Filzstiefel. Diese wurden immer unter den Männern, ausgetauscht, welche auf die Beobachtungsstelle zogen. Aber trotz allen Härten und Unbilden der Witterung hatten wir doch immer das Glück, dort wo wir in Feuerstellung lagen, uns ein Dach über den Kopf zu bauen und uns um den Warmen Ofen zu setzen. Erfrierungen hat sich bis zu unserer Gefangennahme kein Mann der Battr. zogezogen. Die Verpflegung war so gering, dass jeder von uns rund pro Tag 200 gr. Brot bekam. Dazu zweimal am Tage eine dünne Suppe. Gott sei Dank hatte unser Hauptfeldw. Kahla vorgesorgt, sodass alle bis zum 2. Feb. 1943 dem letzten Kesseltage wohl Hunger hatten, aber doch mit einigermaßen Kräften noch in die Gefangenschaft gingen. Das größte Glück aber war für uns, unsere Abteilung verfügte noch bis in die letzten Tage als einzigste schwere Waffe des Nordkessel über Munition und wir entgingen somit dem infanteristischen Einsatz. Als die Zeit kam, dass wir in die Stadt hinein gedrängt wurden, holten wir unseren Tross aus Karpowka und die gesamte Battr. bezog einen Keller vor dem Haupteingang des Traktoren-Werkes. Auch in dieser Beziehung hatten wir vorgesorgt. Der Keller war von uns frühzeitig wohnlich hergerichtet worden. Dort blieben wir alle bis zu unserer Gefangennahme, bis auf eine Ausnahme. Unser Oberschirrmeister Koch unternahm ohne uns zu verständigen mit Hilfe unseres Beutetankwagens im im Beisein des Abt. Adjutanten und noch einigen Offizieren der 24. Pz. Einen Ausbruchversuch. Ich habe nichts genaues mehr von ihnen gehört.

    Die Russen erzählten zwar später, sie hätten ein solches Unternehmen aufgegriffen,- Dann wurde der große Kessel Stalingrad in drei kleine zusammengedrückt. Wir in dem Nordkessel saßen in dem kleinsten Kessel und haben uns am längsten gehalten. In den letzten Tagen wurde die von Flugzeugen abgeworfene Verpflegung frei gegeben. Es war keine ordentliche Verteilung durch die Division mehr möglich. Gleich neben unserem Keller war eine Abwurfstelle. Wir haben dann nachts aufgepasst und konnten dadurch in den letzten tagen etwas besser leben als in den Zeiten vorher. Ich weiß es noch. Als ob es gestern gewesen wäre. Jeder hatte von uns ½ Brot eine kleine Konservendose und ein Stück Speck oder Wurst, als der Russe uns aufforderte am 2. Feb. 1943 morgens 09.30 Uhr, aus unserem Keller herauszukommen.


    Die gesamte Battr. marschierte in die Gefangenschaft. Am Abend wurden die Offiziere von den Mannschaften getrennt.

    Wir waren auf alles vorbereitet. Aber es war nicht so. In 3 Tagesmärschen ging es über Jersowka nach Dudowka, 40 km nördlich Stalingrad an der Wolga gelegen.

    Dort trafen wir unsere Männer wieder. Anfänglich in Kellern untergebracht, bezogen wir später die halb zerfallenen Erdbunker eines russischen Sommerlagers.

    Wir wurden getrennt bewacht. Der Verkehr untereinander war erheblich erschwert. Aber trotzdem gelangen uns kurze Besuche. Am 2. März 43

    traten dann alle Offiziere den 5 tägigen Fußmarsch von Dubowka durch ganz Stalingrad nach Begetowka an. In diesem Lager wüteten Ruhr, Typhus und Fleckfieber. Rund 36000 Mann sind dort im Laufe des Sommers gestorben. Ich selbst wurde dann weiter nach Oranki zwischen Moskau und Gorki gelegen abtransportiert.


    Am 4. Dez. 1949 kam ich wieder nach Hause.

    Meine erste Post aus der Heimat bekam ich Weihnachten 1946. Seit der Zeit war die Verbindung hergestellt. Die sogenannten Schweigeläger sind mir aus der Praxis her nicht bekannt.

    Kurz vor dem Abtransport aus Dubowka besuchte uns unser Hauptwachtm. Kahla noch einmal nachts. Er teilte mir mit, dass alle Männer der Battr. noch bei ihm gesund sind, niemand gestorben sei. Der Kräftezustand allerdings sei sehr bedenklich.


    Ich bin weit in Rußland herumgekommen, aber es ist das Letzte gewesen, was ich von den Männern der einst so stolzen 7. Battr. Werfer-Regt. 51 gehört habe. Nach vorsichtigen Schätzungen, die anlässlich der Gründung des National-Kommitees „Freies Deutschland“ im Juni 43 getätigt wurden, wurde die Zahl der noch lebenden Stalingrader auf rund 15000 Mann angegeben. Davon allein wieder rund 5000 Offizier. Trotz aller Bemühungen über das Rote Kreuz habe ich noch keinen unserer Männer wiedergefunden.

    Die Vermisstenliste unserer Battr. umfasst 43 Namen. Leider haben sich nicht alle Angehörigen unserer Männer gemeldet. Auch kamen viele aus der jetzigen Ostzone und aus Österreich. Sie dürfen nicht erfasst sein.

  • Hallo many


    Ich kann nur vermuten, wie wohl die letzten Tage meines Großonkels gewesen sein müssen, daher vielen Dank für Deine Hinweise.


    Danke & viele Grüße

    Christoph