Stettin, Ziegenort, Insel Leitholm

  • Hallo Forenmitglieder,


    wer weis etwas über die Abwehrkämpfe der dt. Wehrmacht (5. Kompanie GrndRgmt 1098) bei Stettin Anfang 1945 (März bis April), genauer gesagt auf der Insel Leitholm in der Oder (nördlich Stettin, Pölitz, gegenüber Ziegenort) und den Rückzugskämpfen bei Ziegenort?


    Mein Vater war in der Zeit auf der Insel stationiert und musste dort mit wenigen Kameraden Stellung zur Bewachung des Ostufers beziehen, da die RA die Oder zu überqueren drohte (d.h. Stellung ausbauen und bewachen, Gräben ausheben, Insel bewachen, Ostufer sichern).


    Nur mit Mühe und Hilfe seiner Kameraden konnte er bei Angriff der RA in letzer Minute von der Insel ans Festland bei Ziegenort gelangen, dort tobten bereits schwere Kämpfe, bei denen es große Verlutse auf deutscher Seite gab.


    Für Infos danke ich
    Gruß Bernahrd

  • Hallo Bernhard,


    hattest du denn schon die Möglichkeit dieses Areal dort zu besuchen?
    Sind dir bei deinen Nachforschungen eventuell befestigte Bauwerke in diesem Bereich aufgefallen?

    bis dann
    gruss Det


    Bitte Alles zur Vorbereitung und Durchführung des Sudeteneinsatzes 1938…...........

  • Hallo Christa, hallo "deproe",


    danke für die Antworten.
    die angegebenen links werde ich mir im einzelnen näher anschauen, einen Teil davon habe ich bei meiner Suche bisher bereits gelesen.


    Ich hatte einen e-mail-Kontakt zu einem Funker (per Zufall), der auf der Insel Leitholm Aufnahmen gemacht hatte, unter anderem auch Befestigungen. Es war ein befestigter Weg zu sehen, womöglich um schweres Gerät oder gepanzerte Fahrzeuge zu bewegen sowie Stellungsgräben und einen ausgebauten Unterstand. Dies hat mich dazu bewogen, mit diesem Funker (offensichtlich handelt es sich um eine polnisch / deutsche Interessengruppe, die auf der Insel Leitholm eine Funkstation betreibt) Kontakt aufzunehmen. Der hat mich an seinen Freund verwiesen (Pole, Reisebegleiter), der angeblich etwas über die Insel und deren Vorgeschichte weis. Dieser hat sich zwar gemeldet, aber leider keine näheren Informationen übermittelt. Der Kontakt ist leider abgebrochen.


    Man muß wissen, dass die Insel sehr klein ist, es handelt sich um aufgeschütteten Boden / Gestein / Geröll, das Anfang des letzten Jahrhunderts dort in die Oder eingebracht wurde, um das Strömungsprofil für die großen Seeschiffe zu verbessern und die Versandung der Oder zu verhindern. Hier Gräben und Stellungen ausbauen war schon eine Herausforderung (so schilderte es mein Vater).


    Mein Vater gelangte durch die waghalsige Rettung seiner Kameraden mit einem Boot (unter Beschuß der RA vom Ostufer und von der Oder, die bereits von den Russen beherrscht wurde) ans westliche Oderufer in Ziegenort, wo bereits erbitterte Kämpfe strattfanden. Die Russen hatten bereits Stettin umzingelt und waren auf dem Vormarsch Richtung Norden (Uckermark) und Greifswald. Es gab bei seiner Einheit große Verluste, fast alle Kameraden hatte er verloren.


    Lt. Schilderungen meines Vaters gelang ihm und den Überlebenden die Flucht über das Stettiner Haff von Altwarp (oder Neuwarp?) nach Usedom und von da aus nach Anklam und weiter nach Greifswald ins Lazarett (mein Vater wurde bei dieser Opreration verwundet).


    Ich würde gerne mehr über die Insel und die Zeit März / April 1944 sowie über die Abwehrkämpfe um / in der Gegend von Ziegenort erfahren.


    Es grüßt
    Bernhard

  • Hallo Bernhard,


    in seinem Buch "Brückenkopf" beschreibt der Sanitäter Georg Holmsten
    ab Seite 55 auf 10 Seiten seine Erlebnisse in Pöhlitz, als auf der anderen Seite der Oder schwere Abwehrkämpfe stattfinden.
    Das buch findest du bei www.zvab.de oder auch Amazon.


    Nur zum besseren Verständnis.


    Die Uckermark liegt südlich von Pölitz..


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Hallo Roland,


    mit der Uckermark lag ich wohl ein bischen "daneben", aber der Fluchtweg stimmte so, wie ich ihn beschrieben habe, es ging von Ziegenort Richtung Norden / Altwarp (oder Neuwarp?).


    PS: ich nehme an, du hast das Buch oder Zugriff darauf? Was wird denn da auf diesen 10 Seiten beschrieben (bevor ich mir das Buch kaufe für ca. 12-15 EUR)? Mir geht es um den Raum Ziegenort / Insel Leitholm und den Rückzug der Wehrmacht Richtung Greifswald (April 1945).


    Vielleicht kannst du mir ein paar Infos geben.


    Gruß Bernhard

  • Hallo Bernhard,


    vom 20.3.45 bis 20.4.45 herrschte praktisch Gefechtspause an der Westseite der Oder, aus ein paar kleinen Beschüssen vom jeweiligen Ufer der Oder.
    Diese Zeit wurde zu Neuaufstellung an der Oderfront genutzt.


    Um den 15.4.45 herum beabsichtigte die HG „Weichsel“(oder Pz. A.O.K 3) die Verlegung der 549. VGD aus den Raum Stettin in den Raum westlich Gartz (Kasekow - Woltersdorf) in den Bereich XXXXVI Pz.- Korps zu Schaffung einer Eingreifreserve und beantragte diese Maßnahme beim OKH, dessen Genehmigung dafür am 17.4.45 erteilt wurde


    Die Verlegung wurde umgehend eingeleitet. Zunächst durch Abzug des G.R. 1098 nach Süden in den beabsichtigten Raum (Tagesmeldung Pz.A.O.K. 3 vom 18.4.45 Pos.4: G.R. 1098 (ohne 2 Kompanien) im Raum Wamlitz zur Verfügung Pz.A.O.K.3 eingetroffen“)


    Wamlitz = ca. 8 km westlich Stettin , bei Linken (heute polnisch)


    Am 18.4.45 Feststellung, dass Herauslösen 549.VGD verzögert wird, weil bei an ihre Stelle zu tretende Marine – Einheiten Führungskräfte fehlen


    Tagesmeldung Pz.-A.O.K. vom 19.4. ; unter Pos.4 „Gren.Rgt 1098 (549. VGD) und Füs.Btl 549 in Verlegung z.V. Pz.-Armee in den Raum südostwärts Kasekow (bespannte) Teile des Rgt. im Landmarsch.


    19.4.1945 Von der 549.VGD ist das 1. Regiment heute morgen in Kasekow ausgeladen worden... Es soll in den Raum Pinnow vorgeführt werden.. ..Das Füs.Btl der Division folgt im E-Transport!


    Tagesmeldung Pz.A.O.K. 3 v. 21.4.1945: Gren.Rgt 1098 (549 VGD) 281. ID zugeführt und unterstellt.


    Vorstehende Meldung zunächst unverständlich, da 281. ID am 21.4. am Südrand Stettin im Einsatz


    Tagesmeldung Pz.A.O.K.3 vom 22.4.1945: 549.VGD weiterhin Gen.Kdo. XXXII A.K. Unterstellt, hat Befehle im Abschnitt Hohenzahden nördlich Kurow übernommen.


    Die Verlegung der Masse der Division zu XXXXVI Pz.Korps wurde offenbar durch den Angriffsbeginn der Sowjets am 20.4. zunichte gemacht und der Verband blieb im Raum Stettin.


    Frage: Was wurde aus G.R. 1098 ??? (evtl. zu 547.VGD???) Unterstellung sehr wahrscheinlich


    Ich vermute, dass die Tagesmeldung Pz.A.O.K 3, vom 21.4.45 bezüglich G.R.1098 fehlerhaft ist. (evtl. 1097 oder 1099 heißen muß) und G.R.1098 tatsächlich in Raum Kasekow und weiterhin bei Pz.A.O.K. XXXXVI Verwendung fand mit Gefechtsstand im Blumenberger Forst (Försterei), wobei die 3. Kompanie/ Btl. Murswiek diesem Regiment unterstellt war. (damit im übertragenden Sinn der 549. VGD)


    Du siehst Bernhard, beim G.R. 1098 gibt es viele Unklarheiten, vielleicht kannst Du ja etwas mehr zur Aufklärung beitragen.
    2 Kompanien sind wohl nicht verlegt wurden, vielleicht die 5. Deines Vaters.


    War Dein Großvater Soldat der 549.VGD, ebenso der erwähne Funker, seit wann?
    Könntest Du zeitlicher genauer sagen, wann die Insel geräumt wurde(Tag ca.)?
    Was sagt der Funker dazu?
    Wenn Du Zeit hast, dann schau mal hier:


    http://www.forum-der-wehrmacht…hreadid=31874&hilight=549
    http://forum.panzer-archiv.de/….php?t=4869&highlight=549


    Gruß Stefan

  • Hallo und guten Morgen,


    anbei eine Karte, die die Situation im März/April 45 darstellt.


    Habe ich unter


    Quote


    gefunden. Dort sind noch weitere Karten der 2 Belorussichen Front zu entdecken. Auch Torgelow am 05.04.45 ist dabei.


    Pölitz ist auf der 2. Karte zu finden.


    Dazu bitte auch den folgenden Thread sichten.


    Quote


    Im "Brückenkopf" fehlen leider genaue Zeitangaben.
    Lediglich im Vorwort ist von Febraur/März die Rede.
    Auch die Lage des Brückenkopfes ist nicht klar benannt.
    Ob Schwedt oder vielleicht Zehden ist nicht zu erkennen.


    Gruß Roland

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  • Hallo Stefan, hallo Roland,


    bin in Eile, habe gerade gesehen, dass ihr geantwortet habt, wohl mit "fundierteren" Quellen und / oder Background-Wissen.


    Ich muß mir das alles mal in Ruhe (auf den Karten etc.) ansehen, vielleicht am Wochenende.


    Zur Berantwortung eurer Fragen kurz:


    1. Der Funker hat die Zeit nicht erlebt, er ist Amateurfunker, wohnt irgendwo in Westdeutschland (ist um die 40) und hat persönliche Kontakte zu einem polnischen Amateurfunkverein, daher auch die Amateur-Funkstation auf der Insel Leitholm, die von diesem Verein unterhalten wird. Die Vereinsmitglieder haben eine Genehmigung für den Betrieb und den Aufentahlt an dieser auf der Insel, sie machten dann irgendwann (vor einigen Jahren) die von mir zitierten Aufnahmen. Die Insel ist bekanntermaßen unbewohnt.


    2. Die Zugehörigkeit zur 5.Komp.GrndRgt1098 habe ich von der WAST, das war seine letzte Zugegörigkeit, bevor er in britische Gefangenenschaft geriet. Mehr weis die WAST auch nicht aus dieser Zeit


    3. Nach seinen Angaben war er in der fraglichen Zeit zur Bewachung des Ostufers der Oder auf der insel Leitholm eingesetzt. In seinen persönl. Aufzeichnungen schrieb er:


    - Ende Jan 1945 Entlassung zum Ersatztruppenteil nach Neubrandenburg (er war vorher ein halbes Jahr im Lazarett in Stolp, Hinterpommern wegen einer schweren Verwundung, die er bei der Heeresgruppe Mitte in Belarus (Borissov/Minsk) 1944 erlitten hatte.
    - Anfang Febr. bis März 1945 Scharfschützenlehrgang in Altwarp - Uckermünde
    - 10.3.1945 Einsatz am Stettiner Haff bei Ziegenort (Insel Leitholm)
    - April 1945 Übergang der Russen über die Oder, schwerste Kämpfe und Verluste. Batallion wurde zersprengt, meine 3. Verwundung, fluchtartiger Rückmarsch nach Westen
    - Ende April 45 Ankunft im Lazarett Greifswald. 3 Tage darauf Abtransport Über Rostock Richtung Westen
    - 02.Mai 45 Gefangenennahme bei den Amerikanern
    - 15.05.45 Übergabe der Gefangenen an die Engländer
    - 16.05. bis 01.08.1945 Internierunslager in Schleswig-Holstein/ Eutin
    - 01.08.1945 Entlassung nach Bonn
    das ist alles, was es an schriftl. Infos gibt.


    4. Nach seinen Erzählungen war er bereits seit einiger Zeit (mehrere Wochen) mit nur wenigen Kameraden auf der Insel stationiert. Die Zeit war verhältnismäßig ruhig. Doch dann hatten die Russen die Oder überquert und waren auf der westliche Seite der Oder im Vormarsch nach Nord/West. Wir waren auf der Insel alleine, jeglicher Funkkontakt war abgebrochen. Boote hatten wir (aus Sicherheitsgründen) nicht. Wir wurden vorher alle paar Tage mit Booten vom westlichen Festlandufer (Ziegenort) versorgt. Die Überfahrten waren gefährlich, da die Oder vermint war.


    Buchstäblich in letzte Minute holten uns 2 Kameraden mit einem anderen Boot von der Insel, während bei Ziegenort bereits heftig gekämpft wurde.
    Von unserer Einheit war so gut wie niemand mehr da. Wie man uns berichtete haben nur wenige die Angriffe der Russen überlebt.


    Uns gelang der Durchbruch Richtung Alt (Neu-?)warp ans Stettiner Haff und von dort mit Booten übers Haff nach Usedom, von da aus weiter über Anklam nach Greifswald. Hier wurde ich im Lazarett versorgt, das aber nach 3 Tagen geräumt werden musste (die Russen standen vor dem Ort)



    Das ist sinngemäß anhand seiner Erzählungen wiedergegeben, alles weitere wäre meinerseits nur Spekulation oder Interpretation.


    Aber vielleicht könnt ihr mir anhand dieser zeitlichen Abläufe weiterhelfen, was in dieser Zeit genau in der Gegend geschah? Es muss doch feststellbar sein, wann die Russen die Oder überquerten (in/um Stettin), wann die Kämpfe bei Pölitz und dann weiter nordwestwärts begannen und wann Greifswald von den Russen erreicht wurde, oder?


    Mein Vater erzählte, dass sie den Weg übers Haff gewählt hatten, da sie aus anderen Quellen erfahren hatten, dass der Rückzug über Land Richtung Westen nicht mehr möglich sei. Also fanden hier doch wohl schon Abwehrkämpfe statt?


    Ich muss erwähnen, dass die Zeitangaben (außer sein Entlassungstag aus dem Lager) nicht unbedingt auf den Tag genau sein müssen.


    Ich hoffe auf eure und weitere Hilfe.


    Gruß Bernhard

  • Hallo Bernhard,


    Rudolf Petershagen und Andere haben am 30.04.45 Greifswald kampflos an die RA übergeben. Dadurch konnte die schöne Stadt weitgehend erhalten werden.


    Du schreibst, dass dein Vater über Rostock abtransportiert wurde.
    Zu diesem Zeitpunkt könnte auch mein Vater über Rostock nach Flensburg gelangt sein.
    Ist dir bekannt, wann und wie er von Rostock wegkam?
    Wo und wann dein Vater wurde von den Amerikanern gefangen genommen?


    Anbei noch eine Karte von der Umgebung Stettins von 1932, damit kannst du die bekannten Orte besser wiederfinden.


    Auf meiner 1. Karte ist für den Bereich Pölitz ein Brückenkopf der RA am 20.5.45 eingetragen. Dein Vater muss also kurz davor entwischt sein.


    Gruß Roland

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  • Hallo Roland,


    Zu Rostock und Gefangenennahme kurz folgendes:


    Er erzählte, es ging mit einem Eisenbahnzug von Greifswald Richtung Stralsund und dann nach Rostock. Unterwegs wurden wir von russischen Fliegern angegriffen, wir mussten alle raus aus dem Zug. In Rostock hatten wir längeren Aufenthalt, keiner wusste wie es weitergeht. Wir mussten den Zug wechseln, dann ging es weiter westwärts. Im Raum Schwerin gerieten wir in amerikanische Gefangenschaft, wir mussten alle raus aus dem Zug und campierten (irgendwie) in einem Areal im freien Feld, bewacht von den Amerikanern. Hier wurden wir regisgtriert.


    Dann wurden wir weiter transportiert (mit einem Zug) Richtung Schleswig-Holstein (Eutin), wo wir den Briten übergeben wurden. Hier begann der Aufenthalt im Internierungslager.


    Die Verwandten / Eltern meiner Frau waren in der gleichen Zeit auf der Flucht aus Hinterpommern, auch deren Weg führte über Anklam, Stralsund, Rostock Richtung Westen. Sie gelangten dann allerdings ins Emsland, wo sie als Flüchtlinge bei Bauern unterkamen.


    Es scheint also schon Parallelen zu geben in der Zeit der Flucht vor der RA Richtung Westen.


    Alles weitere, wenn ich die vielen Infos von Euch näher studiert habe.


    Gruß bernhard

  • Hallo Bernhard und Roland,


    hab noch ein paar Fragen:


    Hast Du ein Datum, ab wann die Zugehörigkeit zur 5.Komp.GrndRgt1098 war?
    Bei welcher Einheit war Dein Vater davor ?


    Ende Jan. 1945 Entlassung zum Ersatztruppenteil nach Neubrandenburg , zu welchem Ersatztruppenteil? (genaues Datum?)


    Das Buch der „Brückenkopf“ (Altdamm) gibt Dir keine Daten und Fakten. Du solltest es aber lesen, damit Du nachempfinden kannst , was Dein Vater durchgemacht hat.
    ( Alle Bücher kann man für wenig Geld in jeder Bibliothek per Fernleihe ausleihen)


    „Das Buch“ solltest Du Dir zulegen:
    Tieke, Wilhelm: „Das Ende zwischen Oder und Elbe – Kampf um Berlin
    ISBN 3-87943-734-3
    Gibt Dir den (guten) Überblick , was Du wissen willst, was bei Stettin passierte.


    Desweiteren lesenswert ist:
    Joachim Schulz-Naumann: „ Mecklenburg 1945“ ISBN 3-8004-1215-2



    Erwähnte Dein Vater mal Hitlerjungen auf der Insel oder ein HJ.- Alarm – Btl. Murswiek, andere Nachbareinheiten in Ziegenort. Waren die 2 Kameraden auch von der 5.Kompanie.
    Auch unklar ist, wer der Kommandeur der 549.VGD zu diesem Zeitpunkt war.
    Kommandeur der 5. Kompanie.


    Roland , bei welcher Einheit war Dein Vater?


    Gruß Stefan

  • Hallo Stefan,


    ich wohne nicht weit weg von Stettin und interssiere mich deshalb für diese Ereignisse.
    Ganz "nebenbei" kommt dann auch mal eine Verbindung zu meinen Recherchen dabei raus.
    Mein Vater wurde am 18.04.45 in FFO verwundet und gelangte dann über Rathenow nach Flensburg. Wie dass ablief ist unklar.
    Deshalb meine Frage an Bernhard.
    In dieser Karte vom 01.03.45


    Quote


    ist unterhalb Stettins ein Brückenkopf eingetragen. Die Lage ist nicht eindeutig vermerkt. Ist Greiffenhagen richtig?
    Denn das würde mit dem "Brückenkopf" gut passen.


    Gruß Roland

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  • Hallo Stefan und andere,


    hier die Beantwortung deiner (eurer) Fragen:


    zu Frage 1: Zugehörigkeit zu dieser Einheit Ende Jan. 1945, siehe meinen vorletzten Beitrag, genauer Tag ist nicht bekannt


    zu Frage 2: vorher im Lazarett in Stolp (ca. 1/2 Jahr, siehe meinen vorletzten Beitrag). Er wurde Ende Juni 1944 verwundet Nähe Borissov / Minsk, Heeresgruppe Mitte (da lt. WAST zugehörig zu 5. Komp. GrndRgmt 350, Unterstellung 221. Sicherungsdivision, 3. Panzerarmee). Siehe hierzu auch mein Forenbeitrag zum Thema Operationen / "Bagration, Kessel von Minsk 1944",
    http://www.forum-der-wehrmacht.de/thread.php?threadid=32313


    zu Frage 3: Ersatztruppenteil muss das besagte 5. Komp. GrndRgmt 1098 gewesen sein oder dieses wurden von dem Ersatztruppenteil aufgefüllt, nähere Angaben darüber habe ich nicht. Wie in meinem vorletzten Beitrag geschildert kam er nach Entlassung aus dem Lazarett Stolp zu diesem Ersatztruppenteil und nahm zunächst an dem besagten Scharfschützenlehrgang in Altwarp teil.


    zu Frage 4: HJ.- Alarm oder Btl. Murswiek bzw. andere Nachbareinheiten in Ziegenort sind mir nicht bekannt und wurden auch nicht erwähnt. Wie geschildert verbrachte er die ganze Zeit auf der Insel Leitholm und wahr mehr oder weniger von der Außenwelt abgeschnitten - nur Funkkontakt bzw. alle paar Tage Versorgungsnachschub per Boot.


    zu Frage 5: die anderen beiden Kameraden, die ihn und weitere von der Insel retteten, waren von seiner Kompanie, jedenfalls habe ich das so aufgefasst aus seinen Schilderungen. Die wussten ja wer und wie viele Kameraden auf der Insel stationiert waren und fühlten sich verpflichtet, diese zu retten - allerdings fast zu spät, wie mein Vater schilderte und unter Lebensgefahr. Ich meine mich erinnern zu können, dass mein Vater schilderte, sie waren mindestens 1 Tag wenn nicht sogar 2 Tage ohne Funkkontakt, während um Ziegenort und Umgebung bereits heftig geschossen wurde, auch war die Rede von Luftangriffen (zu letzterem bin ich mir aber nicht mehr 100pro sicher, ob ich das noch so genau zusammenbringe)


    zu Frage 6 (auch an den Moderator): Ich bin nicht der Meinung, dass es (jetzt) sinnvoll ist, mein eröffnetes Thema zu verschieben, da es mir speziell um Ziegenort, die Insel Leitholm und den Rückzugsweg von dieser über das Haff nach Usedom und weiter Richtung Greifswald geht. Ich befürchte, dass diese Fragestellung bei dem sehr komplexen Thema 549. Volks Grenadier Division völlig untergeht.


    Vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt, wenn mein Thema ausgeschöpft ist bzw. keine weiteren Informationen oder ortsbezogene und/oder themenverwandte Beiträge mehr eingestellt werden


    Zu den mir empfohlenen Büchern und den eingestellten Kartenn danke ich erst einmal und werde die mir in einer ruhigen Stunde anschauen bzw. mich mit denen befassen.


    Frage: die eingestellten Karten scheinen interessant zu sein, sind aber leider durch die Dateigrößenlimitierung in schlechter Auflösung, um sie zu vergrößern. Könnt ihr mir einen Link zu diesen Quellen geben oder mir diese bilateral zumailen?


    Auch wüsste ich gerne, über welche Bibliotheken (Empfehlung eurerseits) ich die Bücher ausleihen kann, ich denke es handelt sich zum Teil um Antiquariate - oder? Alle mir empfohlenen Bücher kaufen (auch zu anderen Beiträgen, die ich bisher eröffnet habe, würde meine Vorstellungen etwas überfodern - es wären jetzt schon an die 20 Stück!


    PS Antwort an Roland: Das dürfte der Brückenkopf bei Greifenhagen sein (lt. meinem Kartenmaterial). Über dieses Thema habe ich vor einiger Zeit einen umfangreichen Bericht gelesen (Verteidigung und Übergang der Russen), ich bin mir nicht sicher ob im Forum der Wehrmacht. Google mal, so bin ich auch auf das Thema gestoßen.



    Es grüßt euch
    Bernhard

  • Hallo Bernhard,


    stelle bitte deine Karte ein, auf der du den Brückenkopf bei Greiffenhagen gesehen hast.
    Ich werde am Wochenende das Buch "Schwedt 1945" zurückbekommen.
    Dort sind die Vorgänge von Mescherin bis Hohenwutzen näher beschrieben. Vielleicht ergeben sich dort noch ein paar Hinweise.


    Die Links zu den Karten bekommst du spätestens übermorgen.


    Gute Nacht Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
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    Edited once, last by rolli.m ().

  • Hallo Roland,


    auch wenn das Thema etwas von meinem Eröffnungsthema Ziegenort / Insel Leitholm "abwandert" helfen wir uns natürlich gerne. Leider habe ich keine "militärische" Karte von dem Brückenkopf bei Greifenhagen sondern eine aktuelle Karte, polnisch mit deutschen "Untertiteln". Diese habe ich bei meinen Besuchen in dieser Region (Familienforschung für meine Frau) benutzt.


    Ich habe sie trotzdem auf dem Scanner liegen. Leider streikt meine Scanner-Software z.Zt. (übliche Windows-Probleme mit Treibern, da neues Gerät), muss ich erst reparieren. Scan folgt!


    Was ich aber schilderte, ist ein Bericht über diesen Brückenkopf, den ich im Internet fand, und hier war auch eine sehr detailierte Karte angehängt, ich glaube im Masstab 1:100.000 oder 1:50.000. Ich muss diesen Bericht aber erst wieder finden - wenn es mir gelingt. Ich denke daran!


    Gruß Bernhard

  • Hallo,


    Roland, wo wurde Dein Vater verwundet, FFO? Auch ist mir dieses als militärische Abkürzung unbekannt.



    Bernhard, Du kannst jedes Buch in DEINER Stadtbibliothek/ oder Außenstelle (Dorf) bestellen. Ist es nicht im Bestand, bestellt die Bibliothek es bei einer anderen in Deutschland (1,50 – 2€+ Bibliotheksausweis)


    Bitte unterscheidet immer Brückenköpfe der Wehrmacht und der Roten Armee.
    Die Deutsche Wehrmacht hatte um Stettin den
    Brückenkopf Altdamm südlich Stettin
    gehalten vom III. (germ.) SS-Pz.-Korps
    am 19.3.45 durch Rote Armee aufgespalten in die Teile Greifehagen und Altdamm, diese erreichten die Ostoder südlich von Klütz damit wurde der Brückenkopf bei Altdamm zum Ende des Tages 19.3. geräumt. Laut Literatur verließen um Mitternacht letzte Soldaten der 549.VGD die Reglitz -Brücke Altdamm. Zu diesem Zeitpunkt war, denke ich, auch Greifehagen schon als abgetrennter Rest verloren.


    Brücken in Stettin/Altdamm
    http://www.forum-der-wehrmacht.de/thread.php?threadid=2433


    Raffael
    Wann wurde die Brücke(eine nur, oder?) in Greifenhagen gesprengt?


    Der Brückenkopf Langenberg nördlich Stettin gegenüber Pölitz, gehalten von Div. Gruppe Voigt
    (geräumt zum 29.3.1945).
    Am 30.3.45 wurde dieser Abschnitt dann der 549.VGD übergeben, also auch Deinem Vater Bernhard
    Brückenkopf Langenberg ist Nachzulesen in „Die Guten Glaubens waren“ Band II Friedrich Husemann.


    Bernhard, von wo kamen den die Russen, über die Oder oder aus Pölitzer Richtung? Oder war es Artelleriebeschuß vom Ostufer ohne Feindsichtung?


    Karten
    http://mapy.amzp.pl/tk25.cgi?11,36,50,99
    auf dem Meßtischblatt oben ist die Insel Leitholm noch gar nicht drauf.
    https://sites.google.com/site/…d-umgebung/insel-leitholm
    interessant auch Großblatt 38 Stettin
    http://igrek.amzp.pl/result.php?cmd=id&god=038&cat=GR100


    http://www.gutenberg-e.org/esk01/eskmap.html


    Hallo Brennholzverleih, was sagst Du dazu?


    Gruß Stefan
    .

    Edited 5 times, last by Pile ().

  • Hallo,


    die Oderbrücke in Greifenhagen wurde in der Nacht von 8 März auf den 9 März von der Wehrmacht gesprengt.


    Gruß
    Raffael

  • Hallo Stefan,


    FFO steht für Frankfurt/Oder. Sorry.


    Ich habe da noch eine Karte gefunden, aus der eine Besetzung des Pölitzer Ufers direkt über die Oder hervorgeht. Allerdings ohne Datum.


    @ Bernhard


    Du hast recht, der Thread dreht sich um natürlich Pölitz.
    Wenn du den Bericht wiederfindest, schicke Ihne bitte. Oder du stellst Ihn hier ein.


    Quote


    Die Karten habe ich hier gefunden.


    Quote


    und hier


    Quote


    Wenn gewünscht bekommst du diese auch als Mail.


    Gruß Roland

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