Leben in der Kaserne

  • Hallo zusammen,


    im Anhang habe ich einmal einen Auszug aus der "Wehrpflichtfibel" zum Leben in der Kaserne .



    Gruss Chris

    Files

    • Kaserne 1.jpg

      (240.19 kB, downloaded 46 times, last: )
    • Kaserne 2.jpg

      (246.38 kB, downloaded 39 times, last: )
    • Kaserne 3.jpg

      (247.32 kB, downloaded 31 times, last: )
    • Kaserne 4.jpg

      (134.27 kB, downloaded 38 times, last: )

    Edited once, last by Operation Bergahorn ().

  • Hallo zusammen ,


    ich moechte gerne noch einmal auf Bernds damalige Frage zureuckkommen die bisher noch nicht beantwortet werden konnte.


    Beliebtes Motiv in diversen Kriegsfilmen sind ja gern wild aus der Hüfte um sich schießende WH-Soldaten, vorzugsweise mit der MP-38/40.


    Gab es im Rahmen der Schießausbildung der WH tatsächlich Schießübungen für diese Feuerart und eine entsprechende DV o. ä.?


    die Schiessuebungen aus der Huefte gehoerten zwar nicht zur allgemeinen Schiessausbildung ,allerdings waren diese aber Bestandteil der Nahkampfausbildung.


    Dazu heisst es zur Maschinenpistole z.B in der H.Dv.130/2a "Die Schuetzenkompanie" von 1942 : ,,....Beim Nahkampf ist mit der Maschinenpistole waehrend der Bewegung auf kuerzeste Entfernung zu schiessen.Es ist aus der Huefte mit ausgeschwenkter und zurueckgeklappter Schulterstuetze zu schiessen...."


    Ebenso gehoerten Uebungen fuer das Schiessen aus der Bewegung laut dem Merkblatt 25/3 "Anleitung fuer den Nahkampf und die Handgranatenausbildung" vom 15.4.1944 zu den Nahkampfuebungen.


    Mit dem Inkrafttreten der H.Dv.240/2 "Kriegsnahe Schiessausbildung des Einzelschuetzen" vom 2.11.1944 sollte allerdings ab sofort die Foerderung der Schiesstechnik im Vordergrund der Schiessausbildung stehen.Der Leitgedanke war das Erlernen des Treffens mit gefaechtsmaessigen Anschlag unter bester Gelaendeausnuntzung gegen feldmaessige Ziele.
    Dazu gehoerten beim Sturmgewehr 44 beispielsweise auch Schiessuebungen im Hueftanschlag .



    Rudolf schrieb zudem noch folgendes :


    ich kann mir kaum vorstellen, dass in der Wehrmacht mit der MP 40 Feuerstösse im Schulteranschlag die Regel waren !


    gemaess dem "Merkblatt fuer die Ausbildung mit der Maschinenpistole 38 und 40" beinhaltete die Ausbildung mit der MP38 und MP40 allerdings Schulschiessuebugen bei denen die Anschlagarten denen des Gewehres entsprachen.Die MP musste ebenso bei allen Anschlagsarten fest mit beiden Haenden in die Schulter eingezogen werden,um das Ausweichen der Muendung nach oben beim Schiessen zu verhindern.



    Gruss Chris

  • Hallo zusammen,


    die "althergebrachten" Schusswaffen (bis Karabiner 98 einschl.) eigneten sich denkbar schlecht für
    den Nahkampf/Kampf auf kurze Entfernungen. Daher benutzte man quasi als Hilfskonstruktion das
    Bajonett oder Seitengewehr, das - auf die Schusswaffe aufgepflanzt - sie zum Nahkampf geeignet
    machte.
    Mit Einführung der automatischen Handfeuerwaffen (Sturmgewehre, Maschinenpistolen) hatte man
    die Möglichkeit neben Einzelfeuer auch Feuerstösse zu schießen (ohne durch Ladetätigkeiten unterbrochen
    zu werden). Diese konstruktiv vorgesehene Funktion des Feuerstosses ist v.a. unter dem Aspekt zu
    sehen, die "neuen" Handfeuerwaffen nahkampftauglich zu machen. (Und im Nahkampf wird sicherlich
    höchst selten im Schulteranschlag geschossen.)


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)


    P.S. Dies gilt auch in Anbetracht der Tatsache, dass immer wieder (bis zum G 3 der Bundeswehr) Bajonette
    für automatische Waffen konstruiert und angeboten wurden.

  • Hallo Rudolf,


    Und im Nahkampf wird sicherlich höchst selten im Schulteranschlag geschossen


    da stimme ich dir natuerlich zu!
    Allerdings ist es trotzdem interessant das z.B. die Schulschiessuebungen fuer die Panzerspaehschwadronen (gemaess HM 1938 Blatt 26 Nr.784) mit der Maschinenpistole sogar Uebungen bis auf 100m Entfernung vorsahen.




    Gruss Chris

  • Hallo,


    Kasernen waren meist außerhalb der Stadt, es sei denn die Stadt war inzwischen um die Kaserne gewachsen oder es waren z. B. in Schw. Gmünd in früherer Zeit ehem. Klöster zur Kaserne verwendet worden. (Alte Kaserne - heute Museum am Johannisplatz).
    Nun bin ich in dem Buch: " Die Sprache des deutschen Heeres" von Graf Schweinitz auf einen interessanten Aspekt gestoßen (Sinngemäßer Auszug):


    Kasernen waren früher deshalb außerhalb der Stadt angelegt worden, (nicht nur wegen der billigeren Bauplätze D.U.) sondern damit sich ein Ausgang der Soldaten in die Stadt kaum lohnte, ( Heimkehrstunde z. B. 22.00 Uhr D.U.) um so fester hielt die Kompanie zusammen.usw.
    Das gab eine einzig dastehende Kameradschaft.
    Original: Aus der Chronik des Hannoverschen Hausregiments.


    Gruß Karl

  • Guten Abend,


    nachdem ich auf diese Seite verwiesen wurde ist mir wieder eine Frage eingefallen.

    Woraus waren meistens die Matratzen aus Stroh oder aus Rosshaar oder ganz aus anderen Materialien.

    Gab es ein Einheits- Bett zumindest sehen sich viele Stockbetten ähnlich.

    Zugedeckt wurde mit der Felddecke oder gab es spezielle für die Unterkunft?


    Grüße

    Ralf

  • Hallo Ralf,


    der Rekrut erhielt 2 Mannschaftsdecken 140 x 190 cm und karierte Bettüberzüge.


    (Ich gehe aber davon aus, dass es so wie bei mir nach dem Krieg war, dass man eine der beiden Wolldecken mit in den Einsatz nehmen musste.

    Wenn es zu kalt war, Holzbaracke, dann legte ich zusätzlich über die Decken den Wintermantel. (Holzofen musste um 22.00 Uhr gelöscht sein/ Zweistockbetten/ 8 - Mann Stube.)


    Die Rekruten schliefen in Zweistockbetten. In einem antiquarischen Bilderalbum heißt es "noch" in Zweistockbetten (?)

    Mein Vater erzählte damals, dass er sehr gut auf Strohsäcken geschlafen habe, wenn man diese ordnungsgemäß gefüllt und täglich aufgeschüttelt hat. ( Damals gabe es noch wenig Allergiker).

    Ob es in späteren Kriegsjahren dann auch Roßhaarmatratzen gab, weiß ich nicht. Es gab damals aber auch Seegrasmatratzen aus getrocknetem Seegras.


    Gruß Karl .......weitere Antworten interessieren mich auch!

  • Schönen guten Abend Karl,


    Wenn man von der Bauentwurfslehre ausgeht dann sollten die Belegung von zimmern mit 6 Mann erfolgen, so schreibt es zumindest das Vademekum.

    Bei Bedarf stelle ich dann auch noch die Skizzen ein.

    Jedenfalls sind deine Erläuterungen sehr interessant.


    So sah es jedenfalls in der Hellbrunnerkaserne (heute Altersheim) unterm Dach aus, interessant die Betten.


    Grüße

    Ralf

  • Hallo Bernhard,


    35 Jahre später sah es auch nicht viel anders aus.


    5 Doppelstockbetten, 11 Spinde, 10 runde Hocker um 2 Sprelacarttische.


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Guten Morgen in die kleine Runde,


    noch mal zum Thema Spiess: Nach dem, was ich schon öfter las, kommen diese immer schlecht weg, wohl mit gutem Grund. Aber warum nennt man sie dann "Mutter der Kompanie"? Hatten sie durchaus auch eine fürsorgliche, menschliche Seite oder waren die von Beruf fies?


    Grüße von Kathrin

  • Tag allerseits,


    dass der Kompaniefeldwebel in schriftlichen Darstellungen generell "schlecht weg kommt", erscheint mir nicht stimmig. Schon die Bezeichnung "Mutter der Kompanie" geht in eine ganz andere Richtung.

    Jeder vernünftige Kompaniechef (egal, ob bei der Wehrmacht oder der BW) ist daran interessiert, dass für diesen Posten nur ein erfahrener Soldat aus der Gruppe der Feldwebel ausgewählt wird, der bei der Truppe "ankommt".

    Einen "Widerling" als Spieß zu ernennen, das ist geradezu abwegig. Aber natürlich muss und musste der Spieß auch Dinge umsetzen, die mitunter nicht beliebt waren. Dass sich dann in der Kompanie

    auch Nörgler breit machten, ist eine typisch menschliche Verhaltensweise. Und dann wurde auch "gemosert" über den Spieß. Aber in aller Regel normaliserte sich das Ganze wieder in angemessener

    Zeit.


    Grüße

    Bert

  • Tag allerseits,


    interessant, das Führungszeugnis, das man für die Bewerbung bei der Reichswehr brauchte.

    Auch noch im Jahre 1932 herrschte in Deutschland eine Massenarbeitslosigkeit. Viele arbeitslose Jugendliche bewarben sich damals auch im öffentlichen Dienst, bei Reichswehr und den Landespolizeien.

    Die Auswahlkriterien waren damals äußerst streng. Bei der Reichswehr waren die Ansprüche an die Bewerber z.T. noch höher als bei den Landespolizeien.


    Ich spreche von den Verhältnissen in Bayern in der damaligen Zeit: Wer Nichtschwimmer war, wurde damals bei der Reichswehr abgelehnt. Bei der Bayer. Landespolizei nahm man auch Nichtschwimmer, die

    geistig und körperlich überdurchschnittlichen Anforderungen entsprachen. Das Schwimmen mussten die genommenen Bewerber bei der LAPO damals in einem Schnellkurs binnen 2 Tagen beherrschen,

    sonst konnten sie wieder gehen.


    Gruß

    Bert

    Edited once, last by Jahrgang39 ().

  • Guten Tag ans Forum,


    füge auch mal ein Foto aus einer Kasernenstube bei.

    Offensichtlich war der mir unbekannte Infanterist "seinem" Führer zu Dank verpflichtet.

    Der Obergefreite (OG) in der weißen Jacke nahm bestimmt nicht die Bestellung fürs Frühstück auf.

    Beim OG handelt es sich um den späteren Unteroffizier Heinrich "Heini" Dännart, einen Wuppertaler Postschaffner, der am 27.07.1941 in Russland gefallen ist.


    Mit freundlichen Grüßen aus der Normandie


    Peter

    Files

    • Foto 1.jpg

      (116.31 kB, downloaded 56 times, last: )

    (PH)

  • Hallo Kathrin,


    ist denn bekannt in welche Einheit der Rekrut eingezogen wurde?


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.

  • Hallo Roland!


    Nein, leider nicht. Eventuell eines der Infanterie-Regimenter in oder um Dresden, 10, 11, 12, er kam aus Dresden. Später ging er zur Fallschirm-Infanterie, 1937. Er war mein Opa, ich schrieb schon häufiger über ihn... Kamen die Rekruten denn eigentlich in die ortsnahen Regimenter in den frühen 30ern? Ich habe nämlich nur vermutet.


    Grüße, Kathrin

  • Hallo Kathrin,


    mein Vater stammt aus der Oberlaussitz und war bis 1935

    18 Monate im IR 10 in Dresden und Löbau.


    Gruß Roland

    Als ich hätte fragen sollen, war ich zu jung.
    Als ich hätte fragen wollen, waren Sie zu alt.