Kessel von Spremberg

  • Hallo, ich möchte mich erstmal vorstellen.ich bin susanne,29 jahre aus karlsruhe,komme eigentlich aus spremberg. Ich habe irgendwie,durch irgendwas ein neues interesse in mir geweckt.ich befasse mich seit neuesten mit dem 2.weltkrieg und habe mal so gegoogelt, was in meiner heimat und umgebung dort alles gewesen ist und kam dadurch auf dieses forum, wobei ich mir niemals hab träumen lassen, das so etwas mal geschieht. Nun zu meinen fragen,,,, es geht um den sogenannten kessel von spremberg steinitzer alpen und neupetershain Wer kann mir informationen geben, viell. auch lektüren,wenn es denn welche gibt. Ein paar meiner freunde unterhalten sich mal über den 2.weltkrieg unterhalten und hab dann mal selber so nachgeschaut. Es ist ne interessante sache, muss ich sagen. Also leute, schreibt mir alles was ihr wisst ich bin euch dafür dankbar dafür.


    Lg susanne

  • Hallo Susanne,
    erstmal das Einfache: Herzlich willkommen im Forum. =)


    Nun das etwas Schwierige:
    Sicher ist das Thema 2. Weltkrieg interessant, nur ist das ein Thema das man nicht im Vorbeigehen mitnimmt.
    Du wirst hier auf Leute treffen die echt Ahnung haben, die sich Mühe geben Fragen zu beantworten.
    Das ist aber mit enormen Zeitaufwand verbunden...hier werden selten Schnellschüsse abgefeuert.
    Na ja, manchmal schon. =)


    Man sollte nichts "im Vorbeigehen" erledigen...


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Danke für die links und das interessante Thema. Ich habe mir alles durchgelesen und mir die karten angesehen. Von den karten fand ich diese interessant wo drebkau und umgebung zu sehen ist. Was bedeuten die roten einkreisungen auf der karte? Vielleicht könnt ihr mir noch mehr details über die kämfe in neupetershain geben. Ich habe heute mal im internet nachgeschaut und da habe ich was makaberes gesehen über die todeswiesen.ich konnte aber nichts direktes darüber finden. Was hat das auf sich? Ich danke euch für die bisherigen infos und finde das forum richtig interessant.


    Lg susanne ;)

  • Hallo Susanne,


    da ich aus der Region komme und mich intensiv mit den Endkämpfen um Spremberg 1945 befasst habe, hier ein paar Tipps.


    Lesenswerte Lektüre zum sogenannten"Kessel von Spremberg" (inkl. Neupetershain):


    Andreas Kottwitz,
    "Spremberg ist Frontstadt - Die Tage vom 16.04.1945-23.04.1945",
    in mehreren Auflagen erschienen, leider vergriffen


    Christian Lucia,
    "Von Kausche bis Ressen - Wege eines Ausbruchs im April 1945"
    in einer 1. und 2. verbesserten Auflage im Eigenverlag erschienen, leider vergriffen


    Christian Lucia,
    "Erinnern, nicht vergessen! Spurensuche im "Spremberger Kessel",
    Eigenverlag 2010


    Horst Kittan
    "Die Russen kommen", es geht hier ausschl. um das Dorf Petershain (heute: Neupetershain)
    Regia-Verlag
    PS: Der Autor schreibt aber auch ein paar Unwahrheiten, die nicht der geschichtlichen bzw. wissenschaftlichen Tatsache entsprechen


    In "Der Freiwillige", Jahrgang 2000, gab es auch mal eine interessante Serie vom Heimatforscher Maik Sieberhagen in mehreren Teilen, mit dem Titel: "Soldatenschicksale in der Niederlausitz 1945".


    Hier noch ein paar weitere Links die sich teilweise damit befassen, oder besser gesagt mit den Einheiten die dort, naja, kämpften bzw. untergingen:


    Ich denke Orte wie Hornow, Graustein o. Türkendorf dürften dir ein Begriff sein als ehemalige Sprembergerin.


    http://www.forum-der-wehrmacht…d=20057&hilight=spremberg


    http://www.forum-der-wehrmacht…?postid=258167#post258167


    http://forum.panzer-archiv.de/…ostorder=asc&start=0&sid=


    Grüsse Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

    Edited 3 times, last by Policeman ().

  • Hallo Daniel,


    da muss ich dann mal direkt fragen, inwieweit dir
    diese Veröffentlichung bekannt ist?


    Heinz Petzold "Als für Cottbus der 2. Weltkrieg endete"

    bis dann
    gruss Det


    Bitte Alles zur Vorbereitung und Durchführung des Sudeteneinsatzes 1938…...........

  • Hallo,


    hab ich ebenfalls vorliegen.


    siehe dazu auch hier: http://www.forum-der-wehrmacht…564&hilight=neupetershain


    Grüsse Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

  • Hallo Daniel,


    na dann, wie schätzt du dann diese Veröffentlichung ein?

    bis dann
    gruss Det


    Bitte Alles zur Vorbereitung und Durchführung des Sudeteneinsatzes 1938…...........

  • Herzlichen dank für eure infos. Ich werde mir das mal öfters durchlesen müssen um das alles zu verinnerlichen. Als frau muss man erstmal durchblicken mit den vielen abkürzungen. Als ich mir das mit türkendorf und der region durchgelesen habe, hatte ich ein unbeschreibliches gefühl, gänsehaut und nachdenklichkeit kam auf. Das muss ich erdtmal verinnerlichen und verarbeiten.


    Lg susanne

  • Hallo deproe,


    kurz meine Einschätzung, keine Rezension. :D


    Für uns Hobbyhistoriker, die sich nun sehr penibel, minutiös und tiefgründig mit der Materie befassen, war das Werk selbstverständlich nicht gedacht, sondern mehr für die breite Öffentlichkeit. Ansonsten liest es sich relativ flüssig und ist leicht verständlich. Aus streng wissenschaftlicher Sicht gesehen ist es natürlich nichts wert, da Belege gänzlich fehlen. Es gibt ja nicht mal ein Literatur- u. Quellenverzeichnis.


    Für mich persönlich hat es jetzt keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Das meiste war mir schon aus anderen Quellen bekannt. Da es aber über Cottbus und das Kriegsende keine andere Gesamtdarstellung gibt, muss man halt mit den 100 Seiten vorliebnehmen. ;)


    Grüsse Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

  • Hallo,


    Quote

    Original von susanne kleinschmidt
    Als frau muss man erstmal durchblicken mit den vielen abkürzungen


    das ist keine Frage des Geschlechts, falls Fragen anstehen, nur zu!


    Allerdings dann bitte mit den nötigen Großbuchstaben...wir lieben das. =)


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!


  • Hallo Daniel, ich habe natürlich nicht ohne Grund nachgefragt, obwohl ich das Werk nicht gelesen und auch nicht besessen habe.
    Dort gibt es eine Passage sogar mit einem Bild, welches den "Einziger Verteidigungsbunker des 2. Verteidigungsstreifens" beinhaltet.
    Weiterhin wird in dem Zusammenhang von einer "Mathilde-Linie" gesprochen - gibt es die und wenn ja wo?
    Und Danke für deine "Nichtrezession" :), aber nach meinem Kenntnisstand gelungen.
    Trotzdem zum Schluss noch eine "schlaue Bemerkung" von mir: Nein, das muss man sich nicht antun, auch wenn es keine weitere Literatur gibt!

    bis dann
    gruss Det


    Bitte Alles zur Vorbereitung und Durchführung des Sudeteneinsatzes 1938…...........

  • Hallo, die karte die hier dargeboten wurde, mit den roten pfeilen( ein guter bekannter von mir meinte es seien die der roten armee) er möchte nun wissen, ob es auch eine karte der deutschen seite gibt,auf dem selben gebiet? Er hat mir auch einiges über abk. erklart usw. Es ist wie gesagt recht interessant. Er hat auch interesse für dieses forum erweckt. Wenn jemand, wie einer meiner besten freunde sagt, kampflinien der wehrmacht genau des selben gebietes hat, dann könnten wir noch tiefer in die geschichte meiner heimat eingehen. Ich danke euch allen in diesen forum für all eure infos lg susanne

  • Hallo oder besser Guten Morgen,
    ich bin neu hier und hab's nach Jahren mal geschafft mich hier im Forum anzumelden. Ich hab etwas an Dokumenten/Fotos meiner Opas und einer Oma, alle Jahrgang 1925, alle Luftwaffenangehörige in meinen Besitz und möchte dies bei Gelegenheit mit weiteren Geschichtsinteressierten hier teilen...


    So, nun zum Thema Spremberg. In dem Kriegstagebuch meines Opa steht dazu etwas. Er war erst Kampfbeobachter, dann Meldung zum Flugzeugführer, zum Schluss Erdeinsatz.:


    "Mitte März 1945 Auflösung der FFS A14 Klagenfurt, mit anschliesender Versetzung nach Gardelegen zur Infanterie+zu den Fallschirmjägern. Am 29.3. verließ ich Klagenfurt und traf am 1.4., am 1. Ostertag in meiner Heimatstadt Haldensleben ein. Am 9.4. fuhren wir nach Gardelegen ab und wurden dort zu Fallschirmjägern umgekleidet. 3 Tage später fuhr unser Zug, der 400. Transport KV als letzter! aus Gardelegen ab (im Dunkeln noch den Feuerschein der brennenden Feldscheune Isenschnibbe gesehen). Über Rathenow ging's nach Berlin. Einige Tage später, ich glaube am 16.4. wurde unser Transport weitergeleitet nach Hoyerswerda. Wir wurden ausgeladen, mußten noch eine ganze Strecke zu Fuß zurücklegen, als auf einer Wiese halt gemacht wurde und wir in Kompanien eingeteilt wurden. Gleichzeitig erhielten wir Waffen; MG's, Karabiner, Pistolen und Panzerfäuste. Wir nannten uns: Fallschirm-Panzer-Grenadiere. Am 19.4. begann die blutige Szene. Man verlud uns auf Lkw's und fuhr uns bis an einen Graben kurz hinter der HKL und einem Waldgebiet östlich von Spremberg. Wir besetzten diesen Graben und verbrachten darin die Nacht. Die Front kam immer näher. Am Morgen des 20.4.45 griff der Iwan unsere Stellungen mit Infanterie und Pak an. Nachdem wir uns verschossen hatten, ging's zurück nach Spremberg wo wir im Laufe des Tages eingeschlossen wurden. In der Nacht brachen wir mit insgesamt 11 Mann durch und gelangten wieder zu unseren Stellungen. Wir fanden vor, die Pz.-Gren.-Div. "Großdeutschland", die SS-Panzer-Div. "Frundsberg" und die Führerbegleitdivision unter Remer. Als Grenadiere wurden wir den "Panthern" der "Frundsberg" zugeteilt. Diese Verbände waren ebenfalls schon eingeschlossen und wurden vom Iwan immer mehr zusammengedrückt. Teils konnten sie noch ausbrechen, teils wurden sie zusammengeschlagen. Die Reste gerieten in die Gefangenschaft. In der Nacht vom 21. zum 22.4.45 wurde ich durch Paksplitter (7,5cm) im Rücken leicht verwundet, am 22.4. geriet ich dann in russ. Gefangenschaft. Nach längerem Hin- und Herziehen wurden wir in Sorau i. d. Niederlausitz stationiert. In einer ehem. Luftwaffenkaserne, die als russ. Lazarett eingerichtet war, machten wir Arbeitsdienst. Am 11. Juni 1945 wurden uns die Haare abgeschnitten bis auf Glatze! Am 11. August ging's "Avanti". Bei mir waren noch Otto Wiegmann? aus Westfalen, Reinhold Prange aus Wefensleben und Karl Weiß aus dem Erzgebirge...." usw. usw.


    Und das als 19 jähriger Bengel! Januar 43 eingezogen zum RAD, zwei Jahre "Stippe" gehabt und dann 3 Tage durch die Hölle gehen.. Er hätte ja auch im Gulag landen können.
    Ja, das wollte ich zum Thema Spremberg mitteilen..


    Grüße....

    Edited once, last by ostheer ().

  • Hallo,


    die Feldscheune Isenschnibbe brannte in der Nacht vom 13. auf den 14. April 44 ab. In ihr starben über 1000 KZ-Häftlinge, dort zusammengetrieben wurden sie unter Befehl des NSDAP Kreisleiters.
    Schon interessant wie schnell sich solche Ereignisse herumsprechen und wie auch deren Bedeutung erkannt wird. Ein Ereignis als zeitlicher Orientierungspunkt.


    Bei Wikipedia werden als Beteiligte u.a. Fallschirmjäger genannt.


    Gruss


    Paul


    G-W-G'

    Edited once, last by Paul Spohn ().

  • Was da gebrannt hatte, erfuhr mein Opa erst nach dem Krieg. Teilweise hat er das Tagebuch erst 1946 nach Aufzeichnungen vervollständigt. Da kann sicherlich das ein oder andere Datum um 1-2 Tage verutscht sein. Ich bin dankbar das ich es habe, denn die WASt hatte kaum Info's.

  • Hallo Paul,


    Schon interessant wie schnell sich solche Ereignisse herumsprechen und wie auch deren Bedeutung erkannt wird..


    Ich glaube nicht, dass der vorherige Schreiber " Ostheer" über die Umstände des Massakers wusste, denn sonst hätte er das wahrscheinlich/ möglicherweise evtl. so nicht niedergeschrieben. (Siehe seinen 2. Beitrag)


    Du hast eine allgemeine Feststellung getroffen, die dir natürlich völlig frei steht und keine Schuldzuweisung bedeutet:


    Bei Wikipedia werden als Beteiligte u.a. Fallschirmjäger genannt.


    "Ostheer" verteidigt sich:

    Da kann sicherlich das ein oder andere Datum um 1-2 Tage verrutscht sein.


    ...fühlt also seinen Opa als "Nichtbeteiligten".


    Dies ist zunächst menschlich verständlich.


    Da hast WIKIPEDIA ohne Schuldnachweis einer Einzelperson angeführt, für eine Zusammenhangkonstruktion zunächst zu vorhergehendem Bericht ohne weitere Abklärungen ungeeignet.


    Deshalb gilt zunächst die Unschuldvermutung. Gerade deswegen..und Du weißt aus Deiner Lebenserfahrung auch um die Enkel - Opa Beziehung, die meist sehr intensiv ist, wenn gleich aus dem Bericht nicht hervorgeht, ob dieser den Krieg überlebt und Kontakte zu "Ostheer" gehabt hat, aber zumindest eine gewissen Beziehung lässt sich aus der nachfolgenden, erläuternden um nicht zu schreiben rechtfertigenden Antwort, ableiten.


    Aus diesem Zusammenhang heraus meine ich persönlich, sollte man etwas vorsichtiger formulieren, denn wie vorstehend gesehen ist der kombinierbare mögliche Zusammenhang für den o. a. Betroffenen u. U. sehr schmerzlich.
    Zugegeben, du legst den Schwerpunkt auf die Datumsfestlegung, aber gerade die vorstehenden Beiträge zeigen, dass dies
    die kritische Aussage ist.
    Wir wollen uns der Vergangenheit weder verschließen, noch vergessen, aber bitte mit etwas mehr Umsicht im Hinblick auf unbeteiligte Dritte.


    Gruß Karl

  • Hallo,
    ich kenne und kannte die Umstände des Massakers schon, ich komme aus Haldensleben, was ca. 25km weit weg von Gardelegen ist. Ich war auch schon einige Male in der Gedenkstätte. Das mein Opa den Feuerschein damals gesehen hatte stand auch nicht im Tagebuch, sondern in einem Brief mit seinen groben Kriegsdaten den ich habe. Ich hätte das auch nicht dazu schreiben müssen, ich fand es aber, interessant ist der falsche Ausdruck, informativ in diesem Zusammenhang. Ich glaube nicht, dass mein Opa dabei war. Wissen kann ich es nicht. Möglich war, wie wir Wissen, alles zu dieser Zeit. Die frage hab ich mir auch nie gestellt. Er hat den Krieg überlebt. Aber als Junge hab ich nie gefragt und irgendwann war es zu spät... Heute ärgert mich das sehr. Habe die ganzen Fotoalben und Dokumente erst Jahre nach seinem tot "entdeckt". Mein anderer Opa war auch Flugschüler und zum Schluss in den Seelower Höhen, wenn ich gefragt habe, hat er immer abgewiegelt und wollte nichts erzählen. "Junge, das verstehst du noch nicht!", " Das war die schlimmste Zeit meines Lebens, tagelang Richtung Elbe um mein Leben gerannt. Da gab's keine Freunde und Verwandte..." Er hat immer nur Bruchstückhaft erzählt und nach ein paar Minuten mit verstörter Mine abgebrochen. Meine Oma spricht mit mir offen über diese Zeit. Sie war Flakwaffenhelferin. So, nun schweife ich vom Thema ab, aber hier in diesem Forum treffe ich ja auf "gleichgesinnte" zu dieser Zeit.