Sprengpatronen

  • Hallo,


    hier ein Auszug aus dem LdW:


    Zu den Pioniersprengmitteln zählen die verschiedenen Sprengpatronen, zylindrische Blechkörper, deren Kennzahl dem Durchmesser in Millimeter entsprach. Bei den vier größten dieser Körper war ein Ende konisch ausgebildet, zur leichteren Handhabung waren hier zwei Griffe angebracht. Die Patronen Z 150 und Z 200 wurden ohne Griffe geliefert, die kleineren Patronen mit Ausnahme der Z 34 besaßen einen abklappbaren Stiel. In dem Sprengstoff Nr.96, es war eine Mischung aus Füllpulver 02 und Hexogen zu gleichen Teilen, war als Detonator immer eine Bohrpatrone 28 mit dem Sprengkapselzünder 100 eingesetzt, der ab der Z 150 durch den mit der Nr.150 ersetzt wurde. Die folgende Aufstellung zeigt die Daten der 12 Sprengpatronen:


    Sprengpatrone Z
    Länge in mm Gewicht in kg Sprengstoff in kg
    34 301 0,6 0,35
    48 300 1,0 0,6
    72 300 2,3 1,6
    85 400 4,2 3,2
    102 500 7,9 5,75
    120 320 7,0 5,2
    150 500 16,4 12,4
    200 500 29 23
    270 400 41 31
    310 450 52 37,5
    370 450 58 39
    500 450 90 56


    Hat jemand Fotos oder genauere Beschreibungen zu den o. a. Sprengpatronen ? (Hier sind Pioniersprengmittel gemeint)
    Es wäre nett, wenn man diese hier einstellen würde.


    Gruß Karl

  • Hallo zusammen,


    wie hat man denn diese Sprengpatronen benutzt? Ganz häufig habe ich Bilder wie hier: Sprengpatrone gefunden. Hat man die Patronen geworfen?

    Oder wie hier auf den Seiten 27 und 30 Waffen wird ein Wurfkörper genannt. Handelt es sich hier um Sprengpatronen?


    Mit lieben Grüßen

    Kirsten

  • Hallo Kirsten,


    man steckte sie in der Regel in das zu sprengende Objekt, um eine ausreichende Verdämmung und Wirkung zu erzielen. Dazu wurden je nach Beschaffenheit Sprenglöcher gebohrt oder die Ladung mit Erde oder Sandsäcken verdämmt.


    Grüße

    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Kirsten,


    die Sprengpatronen Z waren wohl zur Selbstzerstörung von Geschützen vorgesehen um zu vermeiden, dass diese intakt in die Hände des Gegners fielen.

    Wie sie angewendet wurden sieht man auf der Seite, die Du oben unter Sprengpatrone verlinkt hast. Dort sind zwei Schriftstücke verkleinert abgebildet. Das rechte zeigt den "Einbau" in ein zu zerstörendes Geschützrohr.


    Viele Grüße

    Bernhard

  • Hallo zusammen,


    Die Sprengpatronen Z waren zylindrisch und im Durchmesser jeweils einer Gruppe von Rohrkalibern angepasst, damit sie im Rohr mit Verdämmung detonieren konnten (siehe auch auf lexpev.nl). Im zylindrischen Teil der Verpackung war die Sprengladung, im konischen eine Zeitzündschnur und ein Zündschnuranzünder verpackt, daher die eigentümliche Form.

    Eigentlich handelte es sich nicht um ein Pioniersprengmittel, denn die Sprengpatronen Z waren meist rechts innen am Schutzschild der Geschütze angebracht. Also waren die Geschützbedienungen für die Zerstörung ihrer Waffen zuständig.

    Thilo hat dagegen den Gebrauch eines Pioniersprengmittels beschrieben, er meinte anscheinend die Bohrpatrone. Sinngemäß ist die Anwendung aber gleich.


    Gruß, Thomas!

    "Lirum-larum Löffelstiel, wer nichts sagt, der weiß nicht viel - larum-lirum Gabelstiel, wer nichts weiß, muss schweigen viel!"

  • Hallo zusammen, hallo HiWi, hallo Bernhard_63,


    vielen Dank für die Antworten. Wahrscheinlich haben auch Fallschirmjäger verschiedene Sprengpatronen benutzt. Oder kann das Fallschirmjäger- Artillerie-Regiment 1 im Februar 1943 nur eine Sorte von Sprengpatronen benutzt haben?

    Mein Vater sprach davon, dass er von einer Granate verletzt wurde. Ich nehme an, dass Verletzungen durch Granaten oder Sprengpatronen ähnlich sein können. Also weil die Wirkung solcher Munition ähnlich ist. Da der Begriff Granate geläufiger ist, ist er sicherlich deshalb von meinem Vater verwendet worden. Anders, als wenn er gesagt hätte, ich wurde von einer Sprengpatrone getroffen. Der Begriff Sprengpatrone war mir bis dato auch gar nicht bekannt. Ist das plausibel?


    Mit lieben Grüßen

    Kirsten

  • Hallo Kirsten,


    Sprengpatronen Z war zum Zerstören der Geschütze, damit diese nicht in Feindeshand fallen.

    Granaten waren mit Sprengstoff gefüllte Geschosse, die von Geschützen/Werfern usw. abgeschossen wurden.

    Wenn Dein Vater von einer Granate verletzt wurde, dann hat ein Geschütz oder ein Granatwerfer oder Mörser eine Granate abgefeuert und diese ist in der Nähe Deines Vater detoniert, so dass ein Splitter oder mehrere Splitter Deinen Vater verletzt haben.

    Also, eine Granate ist keine Sprengpatrone.

    Dein Vater als Soldat kannte den Unterschied und wenn er Granate meinte, dann war es eine Granate und keine Sprengpatrone.


    Grüße von Karl und frohe Ostern..

  • Hallo Kirsten,


    Am wahrscheinlichsten ist, was Karl schreibt. Zwar könnte Deinem Opa eine Granate auch auf den Fuß gefallen sein, zumal er in einer Artillerie-Einheit diente, die Granaten verschoss, auch könnte er durch eine Handgranate verletzt worden sein, aber eine feindliche Artilleriegranate bzw. deren Splitter werden wohl am wahrscheinlichsten die Verwundung verursacht haben. In keinem Fall aber eine Spreng- oder gar Bohrpatrone, denn diese dienten dem intentionellen Sprengen von Anlagen ohne direkten Feindkontakt. Insofern ist Deine Anfrage hier nicht gut aufgehoben, wenn auch beantwortet.


    Gruß, Thomas!

    "Lirum-larum Löffelstiel, wer nichts sagt, der weiß nicht viel - larum-lirum Gabelstiel, wer nichts weiß, muss schweigen viel!"

  • Hallo Zusammen,


    auf der BA Karte steht eindeutig Sprenpatrone und Unfall.


    Wenn das in der Karte so eindeutig steht bleiben zwei Möglichkeiten,


    -Manipulieren mit Munition bei der es ungewollt zu einer Explosion kam


    -Fehlfunktion beim sprengen der Geschütze, Räumen der Stellung wg. Feinddruck und fehlenden Zugmitteln.

    Gruss Dieter