Fragen zu 21-cm Mörser 18

  • Hallo


    Im Rahmen meiner herumstocherei zum Kriegsbeginn ist mir aufgefallen das die Informationen über den 21 cm Mrs. 18 sehr dürftig sind.
    Es gibt zwar einzelne Einträge im Netz aber nichts Ergiebiges.
    http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Waffen/haubitzen.htm
    http://www.lexikon-der-wehrmac…fen/schwere_geschutze.htm
    http://de.wikipedia.org/wiki/21-cm-M%C3%B6rser_18
    http://en.wikipedia.org/wiki/21_cm_M%C3%B6rser_18


    Bekannt ist mit nur das er von 1939 ab gebaut wurde:
    Mär.39 : 4
    Apr.39 : 2
    Mai.39 : 2
    Jun.39 : 6
    Jul.39 : 7
    Aug.39 : 10
    Sep.39 : 12
    Okt.39 : 12
    Nov.39 : 17
    Dez.39 : 17
    Jän.40 : 14
    Feb.40 : 26
    Mär.40 : 19
    Apr.40 : 27
    Mai.40 : 28
    Jun.40 : 4
    Jul.40 : 18
    Aug.40 : 25
    Sep.40 : 20
    Okt.40 : 28
    Nov.40 : 21


    Es dürften aber vor dem 1. März 38 einige Geschütze zur Truppenerprobung gebaut worden sein wie viele?


    Der Mörser wurde in zwei Lasten gefahren, einmal der Geschützwagen gezogen von einem SdKfz 8 und der Rohrwagen auch von einem SdKfz 8 gezogen.
    Wie waren die Gewichte in Fahrstellung?
    Die 16.700 kg ist wohl das Gewicht in Feuerstellung?


    Leider sind die Informationen die ich bisher habe oft widersprüchlich.


    Grüße Ralf

  • Hallo Ralf,


    leider kann ich Dir auch nicht weiterhelfen. Nur zu den unterschiedlichen Gewichtsangaben: es gab eine ältere Ausführung mit Leichtmetallscheibenrädern und Vollgummireifen sowie eine neuere Ausführung mit Vollballonreifen.


    Gruß


    Bertram


  • Hallo Ralf


    Bezüglich der Produktion des 21cm Mrs. 18 vor 1938 bin ich noch am schauen, das ist aber gar nicht so einfach.


    Zum fraglichen Gewicht habe ich folgendes gefunden:


    "Gefechtsgewicht: 16.700 Kg
    Marschgewicht (2 Lasten): 22.700 Kg"


    Quelle: Gander/Chamberlain: Enzyklopädie deutscher Waffen 1939-45


    Grüße Sascha

  • Hallo Ralf,


    wenn Du im Netz recherchieren willst und vielleicht zu den H. Dv. ´en fündig wirst, musst Du folgendes Suchen:


    H.Dv. 119/562: Schusstafel 21. cm Mörser


    H.Dv. 481/41: Merkblatt für Munition dito


    D. 330/2 Beschreibung Langer Mörser dito


    D. 380/ 2 Beladeplan usw.


    1935 Langer 21 - cm Mörser 1939 21 - cm Mörser 18


    Kaliber 210, 9 mm dito

    Rohrlänge L /14,6 L/31


    Vo(m/s) 394 550 - 565


    Schussweite 11000 16725


    Gewicht in Marschlage ( kg) 11277 22700 2 Lasten


    Gewicht in Feuerstellung 9247 16700


    Gewicht Granate 113 113


    Lafette Stahl Stahl



    Quelle: Waffen Arsenal Band 162 ( Gute Bilder dort)


    Edit: Zahlen wurden beim Einstellen zusammengezogen; musst Du eben trennen.


    Gruß Karl

  • Hallo an alle.
    hier kommt lecture.



    hier von eine weitere Quelle.



    So hier eine Weitere wie von dem DAK spricht.



    Hilft dies weiter?

    Grüße Gerard

    Edited once, last by leclerc ().

  • Hallo!
    Hier einige Daten aus "Deutsche Kanonen und Mörser" von Wolfgang Fleischer:


    Baujahr: 1939
    Kaliber: 210,9mm
    Rohrlänge in Kaliber: L/ 31
    Vo: 550 - 565 m/s
    Schußweite: 16725m
    Gewicht in Marschlage: 22700Kg (2 Lasten)
    Gewicht in Feuerstellung: 16700Kg
    Gewicht Granate: 113 Kg
    Sprengladung: 17,7Kg
    Lafette: Stahl


    Es sind natürlich auch Fotos etc enthalten.


    Gruß
    Gerd

    Logik ist die Kunst, zuversichtlich in die Irre zu gehen.

  • Guten Abend,


    ich habe zwei Brieffragmente von einem verstorbenen Verwandten, der bei der schweren Artillerieabteilung 816 in der 3. Batterie Kraftfahrer war.


    Osten am 26./ 3. 43

    Lieber Bruder, wie Du ja im Radio gehört hast

    wurde die so heiß umkämpfte Stadt Rshew von

    unseren Truppen geräumt.

    Es ist ein ziemlich grosses Gebiet welches wir

    hinter uns liessen, ich befinde mich zur Zeit

    100 km östlich Smolensk. Habe einige sehr bewegte

    Wochen hinter mir, was Du ja leicht verstehen

    wirst, wenn so ein Rückzug gedeckt werden muss.

    Obwohl es dem Iwan nicht leicht gemacht wurde

    indem alle Brücken und Bahnen an den Brenn=

    punkten in die Luft gejagt wurden, kam er

    doch verhältnismäßig schnell nach, und man

    muss bedenken in einem Gebiet in welchen

    auf einer Strecke von 200 km kein Haus mehr steht.


    28/10/43

    Smolensk in ununterbrochenen schweren

    Abwehrkämpfen steht. In der Nacht vom 24 auf 25

    verliessen wir die noch brennende Stadt Smolensk

    und am nächsten Morgen wurde sie im Wehrmachts=

    bericht schon als geräumt gemeldet. Da hatten

    wir schon verdammt Eile um nicht in die Krallen

    des Iwan zu kommen. Und seit dieser Zeit geht

    es nun dauernd von einem Schwerpunkt zum

    andern. Dass es da oft zu höchst kritischen Situ=

    ationen kam, kannst Dir ja leicht vorstellen, und

    ich hatte schon vielmals Gelegenheit dem Schick=

    sal, oder besser gesagt meinem Schutzengel zu

    danken, dass ich immer heil davongekommen

    bin. Wie denkst Du über die Lage hier im Osten?

    Du weisst dass ich immer Optimist war, aber

    dass es den Russen gelang über den Dnepr zu

    kommen, dass gibt mir sehr zu denken-

    ...


    Meines Wissens nach war die 3,Batterie mit dem 21-cm-Mörser 18 ausgerüstet. Laut Wikipedia wurde aufgrund des hohen Gewichtes von 22.700 kg in Fahrstellung das Geschütz in zwei Teillasten transportiert und über ein System von Winden und Rampen in Feuerstellung gebracht. Das Gewicht betrug dann 16.700 kg. Über kurze Entfernungen war es möglich das Geschütz in Feuerstellung als Gesamtlast mit einem schweren Halbkettenfahrzeug zu bewegen.


    Aus dem Brief ist zu sehen, daß das Absetzen oft kritisch wurde. Weiß jemand, wie weit man das Geschütz mit einem schweren Famoschlepper als feuerbereites Geschütz ziehen durfte und wie schnell?


    Wielange dauerte es das feuerbereite Geschütz abzubauen, in zwei Teillasten zu zerlegen und transportfähig zu machen?


    Der 21-cm-Mörser 18 schoß etwa 16,7 km weit. Ein T-34 erreichte max. 55 km/h auf der Straße. Im Gelände schätze ich etwa 30 km/h. Beim Durchbruch von russischen Panzern blieb rechnerisch dann nicht mehr viel Zeit, um sich mit dem schweren Geschütz noch rechtzeitig absetzen zu können. Der Verwandte geriet dann auch bei der Operation Begration im Juni 1944 in russische Gefangenschaft.


    Grüße


    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,


    das Geschütz war auch in einer Last zu fahren aber vorgesehen waren zwei Lasten Lafette und Rohrwagen wg. dem geringeren Verschleiß.


    Quote
    Beim Durchbruch von russischen Panzern blieb rechnerisch dann nicht mehr viel Zeit......

    eigentlich gar keine, denn selbst wenn schnell genug aufgeprotz werden konnte kam man auf Grund
    der Fahrgeschwindigkeit das /der Gespanne nicht weit genug weg um in Sicherheit zu sein.


    Vielfach blieben nur Pz-Nahbekämpfung und direktes richten.


    Zu der Beweglichkeit gibt es bei YouTube unter Millitracks 2018 ein Video mit dem mann sich eine Bild machen kann. Die Veranstaltung

    ist auch Live zu empfehlen. https://www.militracks.nl/de/?…2r0QUkEAAYASAAEgL2JfD_BwE


    Zur Visualisierung noch ein paar Beispielbilder.

  • Grüß Dich Dieter,


    danke für Deine Antwort, den Hinweis auf Militrack 2018 und die exzellenten Fotos. Ich habe gelesen, daß die schweren Famo-Zugkraftwagen eine Geschwindigkeit von 50 km/h erreichen konnten. Ich schätze, daß man trotz der großen Vollgummiräder des 21-cm-Mörsers 18. diesen maximal mit etwa 10 km/h in Feuerstellung abschleppen konnte. Vielleicht um 20 km schneller, wenn er in die zwei Teillasten zerlegt war. Das reichte aber nicht aus, so wie Du es auch schon beschrieben hast, um sich noch rechtzeitig absetzen zu können. Ich kann mir aber gut vorstellen, daß bei absehbarer Gefahr der Gefangennahme, der Mörser auch in Feuerstellung eine größere Entfernung nach hinten geschleppt wurde, als es die HDV erlaubte. Eine offizielle Quelle über die Marschgeschwindigkeit habe ich allerdings noch nicht gefunden.


    Servus


    Wolfgang

    Edited once, last by Nagelschmied: Falsches Kaliber geändert. ().

  • Grüße an alle,


    wenn ich dieses Foto ansehe, dann kommen mir Zweifel, ob meine Schätzung stimmt, daß der 21-cm Mörser 18 mit nur etwa 10 km/h aus der Feuerstellung abgeschleppt werden konnte. Das Foto habe ich hier gefunden:


    https://nonsolopanzer.com/2017…-pace-diego-de-henriquez/


    Hier noch zwei Videos, die u.a. den Einsatz des 21cm-Mörsers 18 zeigen:


    https://www.youtube.com/watch?v=jfkBT6xvf2k


    https://www.youtube.com/watch?v=uZXi_pKL2vo


    Servus


    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,


    sind übrigens tolle Fotos der 17 cm Kanone in Mörserlafette (außer eventuell das von dir angepinnte Foto mit der Halbkette, dort kann man es nicht klar erkennen)

    das Museumsgeschütz wurde restauriert, eine schöne Fotoserie dieser restaurierten Kanone findet sich in meinem Buchset.

    die 17 cm Kanone in Mörserlafette sieht man zudem recht oft als Gesamtgeschütz in Fahrstellung ...


    Uwe

  • Hallo zusammen,


    Der schwere Zugkraftwagen 12 t (Sdkfz. 8, Typ DB s 7, DB s 8, DB 9, DB 10) war ein Daimler-Benz-Fahrzeug, nicht Famo. Das ist die 18 t-Zugmaschine (Sdkfz. 9, Typ FM gr 1, F 2, F 3). Bitte korrekte Nomenklatur beachten.


    Gruß, Thomas

    "Lirum-larum Löffelstiel, wer nichts sagt, der weiß nicht viel - larum-lirum Gabelstiel, wer nichts weiß, muss schweigen viel!"

  • Hallo

    bei den einen Video ist ca. bei der 50 Sek. kurz ein TKZ auf dem Kotflügel des Geschützes zu sehen.

    Evtl.hat jemand Kenntnisse, das herauszukopieren?

    Grüße. ZAG

    Mainfränkische Einheiten, 454.Sich.Div.

  • Hallo zusammen,


    ich würde das so beschreiben; Laufender Kanonier mit Granate im Arm in einem farbigen Kreis

    Gruss Dieter

  • Hallo zusammen,


    Der schwere Zugkraftwagen 12 t (Sdkfz. 8, Typ DB s 7, DB s 8, DB 9, DB 10) war ein Daimler-Benz-Fahrzeug, nicht Famo. Das ist die 18 t-Zugmaschine (Sdkfz. 9, Typ FM gr 1, F 2, F 3). Bitte korrekte Nomenklatur beachten.


    Gruß, Thomas

    Grüß Dich Thomas,


    danke für den Hinweis, ich ging bisher davon aus, daß es 18 t Famo-Zugkraftwagen waren. Du hast recht, der 21-cm-Mörser 18 wurde mit 12t Zugkraftwagen von Daimler-Benz bewegt.


    Servus


    Wolfgang

  • Hallo

    bei den einen Video ist ca. bei der 50 Sek. kurz ein TKZ auf dem Kotflügel des Geschützes zu sehen.

    Evtl.hat jemand Kenntnisse, das herauszukopieren?

    Grüße. ZAG

    Hallo ZAG


    siehe auch hier


    PS: warum ist es innen und nicht außen angebracht? Für den Propagandafilm?


    Uwe

  • Hallo zus,


    ja genau, Danke fürs herauskopieren !


    In dem Video ist es (in Schussrichtung) auf der linken Seite.

    Auf dem Buchcoverbild auf der rechen Seite.

    Evtl. beidseitig?

    Innen und aussen ist nochmal eine Frage....


    Ist die Einheit bekannt?

    Was meint unser Spezialist Uwe?


    Viele Grüße

    ZAG

    Mainfränkische Einheiten, 454.Sich.Div.