Kriegslazarett-Abteilung 680

  • Hallo allerseits!


    Ich bin auf der Spurensuche nach einem Angehörigen, der in der Normandie 1944 als Soldat eingesetzt war und auch dort verwundet wurde.



    Aus dem mir vorliegenden Soldbuch geht hervor, dass dem Soldaten von verschiedenen Einheiten (nicht seine originäre Einheit) diverse Beträge von Wehrsold ausbezahlt wurden sind:


    - Wehrsold vom 1. bis zum 10. August 1944 durch die FPN 28158 (siehe Anhang 1 : 5. Kompanie Kranken-Transport-Abteilung 595) und anschließend


    - Wehrsold vom 11. bis zum 20. August durch die FPN 27519 D (siehe Anhang 2 : 2. Leichtkranken-Kriegslazarett Kriegslazarett-Abteilung 680) ausgezahlt bekommen hat.


    Meine Vermutung ist, dass der o.g. Soldat bei den Rückzugskämpfen in oder bei Avranches verwundet wurde (Eintragung Nahkampftag ins Soldbuch vom 1.8.1944) und dann verlegt wurde ...


    Weiterhin befindet sich in dem Soldbuch eine Eintragung bzw. eine Einlieferung in das Kriegslazarett 4/680 für den Zeitraum vom 7. bis zum 12. August (siehe Anhang 3) ...



    Frage ans Forum:


    (1) Kann mir jemand Hinweise über die o.g. Einheiten bzw. Einrichtungen geben, u.a. der Standort zu dem genannten Zeitraum?


    (2) Dauerte die Verlegung eines Verwundeten von Avranches nach Paris im August 1944 10 Tage?


    (3) Wie ist die reele Einlieferung in das Kriegslazarett 4/680 zu der Auszahlung des Wehrsoldes durch das Kriegslazarett 2/680 zu verstehen?


    (4) Die letzte eingetragene Verwundung war vom 15. Juli 1944, jedoch kam es hiernach zu keinem längeren nachweisbaren Aufenthalt bei einer Sanitätseinheit ... wieso befand sich der Soldat erst knapp zwei Wochen später bei solchen?



    Vielen Dank schon einmal für die Bemühungen! :)


    Grüße
    Sven


    Edit: Ergänzung

  • Hallo Sven,


    Die Kriegslazarett-Abteilung 2/680 lag wahrscheinlich zu jenem Zeitpunkt in Le Vesinet.
    Dort wurde auch Rommel vom 23.07. bis 08.08.1944 behandelt.
    Wo das Kriegslazarett 4/680 lag, weiß ich nicht.


    Siehe auch:


    http://familytreemaker.genealo…EBSITE-0001/UHP-0015.html



    Zu Deinem "Zeitproblem":
    Wahrscheinlich war die Verwundung am 15.07.1944 nicht schwerwiegend
    und die Behandlung in der Kriegslazarett-Abteilung 2/680 hatte einen
    ganz anderen Grund, z. B. einen Malaria-Schub.
    Das würde möglicherweise auch die Anbindung an eine "medizinische Einheit"
    erklären, da dort bei Bedarf die Behandlungen mit Chinin
    hätten stattfinden können.


    Gruß Christa

  • Hallo Christa!


    Danke dir schon einmal für deinen Hinweis auf Le Vésinet, der hat mich wirklich weitergebracht :)


    Hierzu habe ich auch noch eine Seite im Internet gefunden: KLICK!


    Dein Link klappt leider nicht bei mir! :(


    Grüße
    Sven


    Edit: Rechtschreibung

  • Hallo zusammen,


    aus gegebenen Anlass hier normal die Grundinfo´s zur Kriegs - Lazarettabteilung 680

    zusammenstellt aus den Standartwerken.


    Zusammengefasst ist festzuhalten, die Einheit war nach der Kapitulation von Frankreich

    komplett in Bereich von "Groß-Paris" eingesetzt. Einen Bruch gab es nach der Räumung

    von Paris. Die Einheit verlegte dem allgemeinen Rückzug folgend in´s Reichsgebiet. Erst

    Anfang September 1944 taucht die Einheit , mit neuen Feldpost-Nr., im Raum Bonn wieder auf.

    Ob die neue Einheit aus der alten entstanden ist, noch nicht belegt.


    Kriegs - Lazarettabteilung 680

    Aufstellung:

    20.6.1940 im WK X (10) mit 2 Kriegs- und 2 Leichtkranken-Kriegslazaretten.

    Unterstellung:

    Heerestruppe: Frankreich-Paris März 1941 –März 1944

    ab 10.10.1944 OB.-West 7.Armee

    Ersatzgestellung:

    Sanitäts-Ersatz-Abteilung 10 dann Sanitäts-Ersatz- und Ausbildungs-Abteilung 10.

    Die Abteilung entstand aus der bei der Mobilmachung aufgestellten Sanitäts-Ersatz-Kompanie 10

    und unterstand dem Korpsarzt vom Wehrkreis X.


  • Hallo Dieter,


    die Kriegs-Lazarettabteilung 680 wurde zusammengestellt im Juni 1940 im Reservelazarett II, Hamburg Friedrichsberg
    (Anschrift: Hamburg-Barmbek, Dehnhaide 120;
    Fotos unter: http://hamburg-bildarchiv.de/0…3054a07f0f4f31b/index.php ).


    "Doch sitze ich noch quietschvergnügt in Hamburg, Friedrichsberg, Reservelazarett II. Ein ganzer Sanitätszug wird hier zusammengestellt von 50 Schwestern (Hamburg, Altona, Lübeck, Kiel) –zig Sanitätssoldaten, 16 Pastoren, 10 Zahnärzten und allerlei Internisten und Chirurgen."
    Zitat aus den Feldpostbriefen meiner Tante, die etwa ab 20./21.06.40 beim Stab der Kriegslazarett Abteilung 680 als Krankenschwester arbeitete: Feldpostnummer 08 544

    Etwa 29.06.40 bis 15.07.40 lag sie mit dem Lazarett in Reims (Frankreich); danach bis 10.08.40 in Hasselt (Belgien).
    Ab 13.08.40 in Auxi-le-Château (Frankreich), dort im 1/680 (1. Leichtkranken Kriegslazarett 680 Feldpostnummer 10258) bis zum Urlaubsbeginn um den 20.10.40.
    Nach dem Urlaub, ab 15.11.40, hat sie dann in La Pitié in Paris gearbeitet, das Lazarett hatte aber schon zuvor dorthin verlegt.
    Ab 16.03.41 sollten die Briefe über die Feldpostnummer 09091 gehen. "Das geht schneller."

    Am 23.03.41 erhielt sie den Marschbefehl nach Berlin, das Lazarett blieb wohl weiter in Paris.


    Gruß Christa

  • Hallo Christa,


    ich wusste das du als Hüterin des "Fischers" noch einige Asse aus dem Ärmel ziehst !:)


    Danke dafür!!

    Gruss Dieter