SS-Siedlung Kleinobringen / Weimar

  • Guten Tag,
    durch einen Fund in einer Personalakte (Quelle: BArchB) bin ich auf die "SS-Siedlung Kleinobringen" bei Weimar gestoßen. Der mir vorliegende Nachweis betrifft den Zeitpunkt 1942 und ist als Heimatanschrift eines SS-Hscha./Waffenmeister der 3.SS-Div. angegeben.
    Hier finden sich entsprechende Bilder der Siedlung : http://www.buchenwald.de/fotoa…-0&page=1&inventarnr=7781
    Im Anhang sind noch Bilder von dieser Seite beigefügt.
    Falls jemand noch Details zu dieser Siedlung weiß, wie Anzahl der Häuser bzw. Bewohner, wer erhielt hier eine Wohnung ? etc., würde mich über Informatonen freuen.
    Beste Grüße, westermann

  • Guten Tag,
    hier weitere Fundstellen zum Thema SS-Siedlung Kleinobringen bzw. Ettersbergsiedlung Weimar :


    Zitat : Ewers Bernd, Ortschronist Hottelstedt > http://vg-berlstedt.de/media/D…Wald%20und%20das%20KZ.pdf
    "Im August 1938 stellte der Lagerbaumeister Riedel den Antrag, noch die "Abseite" auszufluren und abzutreten. In dem Bereich sollte ein Schwimmbad und ein Sportplatz angelegt werden für die SS. Außerdem hatte man vor, ab der "Rodecke" rechts an der Straße nach Hottelstedt eine SS-Siedlung zu errichten. Der Landwirt Erich Kühnhausen, dem der Grund und Boden gehörte, wehrte sich vehement dagegen, sein Land zu verkaufen. Auch seine 57 a 10 qm Wald im "Gabelholz" gab er nicht her. Dafür bekam er 60 a zu seinem Grundstück am "Kessel" aus dem Weimarer Stadtforst. Für die SS-Siedlung wurde aus dem Gemeindebezirk Kleinobringen das Flurst. 484 mit 5 ha 29 ar 24 qm aus und in die Gemarkung Weimar mit dem Flurstück 8377 eingegliedert (S. Urk. v. 21.12.1938 Gem.Akt.). Aus der Hottelstedter Gemarkung wurden insgesamt 42 ha Gemeindewald, 11 ha 20 a Privatholz und 3 ha 67 a Pfarrholz für den Bau des Lagers ausgeflurt. Dafür waren 86661 Reichsmark für Hottelstedt am 14. Sept. 1937 bei der Thüringer Staatsbank in Weimar eingezahlt worden."


    Zitat : > http://www.kleinobringen.de/Dorfchronik_Text.pdf
    "Im Jahr 1938 wird von Buchenwaldhäftlingen in der Kleinobringer Flur die SS-Siedlung gebaut und von den Unterführern der SS mit ihren Familien bezogen. Nach der Fertigstellung wird die Fläche heraus gemessen und die Siedlung der Stadt Weimar zugeordnet."


    Zitat : > http://www.grossobringen.de/gr…emeindejournal/200505.pdf
    "Wie hat Kleinobringen das Ende des 2. Weltkrieges vor
    60 Jahren erlebt?
    Aufzeichnungen vom damaligen Lehrer Albin Jautzer (gekürzt)
    Februar bis November 1945

    9.Februar: Bombenangriff auf Weimar, etwa 300 Tote. Aus den Feldern südlich von Kleinobringen fallen drei, nördlich 9 Bomben. Am 23. zweiter Luftangriff
    4. April: Der „Volkssturm“ von Kleinobringen muss wochenlang nach Weimar zum Aufräumen und nachts im Dorf Wachen aufstellen. Es wird überprüft, ob die Verdunkelung der Fenster, die allabendlich von den Bewohnern zu erfolgen hatte, ordentlich durchgeführt war, und verdächtige Personen wurden durchsucht. (die Verdunkelung sollte angeblich vor Fliegerangriffen schützen). Viele Wehrmachtsfahrzeuge fahren, von der „Warte“ kommend, durch das Dorf. In einer Nacht ziehen 2000 gefangene Franzosen und Engländer durch den Ort. An manchen Tagen wird von Flugzeugen aus der Flugplatz Nohra beschossen.
    7.April: Mehrmals überfliegen uns schwere feindliche Bomberverbände in Richtung Halle/Leipzig.
    10. April: Geschützdonner aus Richtung Erfurt zu hören. Bis 20.00 Uhr müssen alle Fahrräder beim Bürgermeister abgegeben werden. Am nächsten Tag benutzt die SS diese zur Flucht.
    11. April: Geschützdonner aus Richtung Erfurt, mittags Gewehr-und MGFeuer im Buchenwald. Deutsche Soldaten gehen zurück in Richtung
    Großobringen. Die SS flüchtet zu Fuß aus dem Buchenwald, viele mit Hunden. Sie kommen den Feldweg von der Einnahme herunter und nehmen dann die Straße nach Großobringen. Hinter Ettersburg steigt eine Rauchwolke auf, man hört Feuergefecht. Etwa 17.00 Uhr kommen amerikanische Panzer von Ettersburg auch über den Feldweg von der Einnahme nach Kleinobringen, man hört schießen. Die Feldscheune von Fritz Schulze (jetzt Mähler) geht in Flammen auf. Dann rollen die Panzer durch die Brauhausgasse (Heichelheimer Gasse) Richtung Großobringen. Der Schuppen von Otto Schuchort (jetzt Harald Machts) und Beschels Scheune werden in Brand geschossen. Der Brand an Schuchorts Schuppen wird gelöscht, Beschels Scheune (sie stand im Grundstück von K.H. Jakubeit) brennt nieder. Allmählich kommen die Leute aus den Häusern und Kellern, weiße Betttücher werden aus den Fenstern gehängt. Die Amerikaner sind friedlich. Abends rollen immer noch
    Fahrzeuge. Dann kommt eine amerikanische Streife und durchsucht die
    Häuser nach Waffen und Soldaten. Abends 10.30 Uhr müssen alle Leute, auch die Kinder, auf den Tanzplatz (Plan) erscheinen und die Häuser offen lassen. Es erfolgt noch eine Durchsuchung. Alles war sehr aufregend, die meisten waren sehr verängstigt. Nach einer Stunde können alle wieder heim gehen. Die Amerikaner rücken nach Großobringen ab.
    12. April: Früh rollen immer noch Panzer und andere Fahrzeuge auf der
    gleichen Strecke durch das Dorf. Die Straße ist in den Kurven (Einmündung des Feldweges und bei Schälers) durch die Panzer vollkommen aufgewühlt. Gegen 17.00 Uhr kommen einige Häftlinge aus dem Buchenwald, noch in Gefangenenkleidung mit Gewehren und lassen die Männer aus dem Dorf antreten. Sie suchen nach SS.
    14. April: Alle Fotoapparate müssen beim Bürgermeister abgegeben werden. Häftlinge kommen in kleinen Trupps und erbitten Brot und Eier. Sie benehmen sich anständig. Nun werden die Greueltaten bekannt, die dort geschehen waren.
    26.April: Von früh sechs bis abends acht kann man auf die Straße gehen.
    5. Mai: Von auswärtigen Polen werden von einigen Bauern (Otto Schuchort, Erfurth, Lahnor) Schweine geholt. Aus den Häusern werden Radios mitgenommen.
    1.Juni: Die SS-Siedlung wird geräumt. Es ziehen polnische Gefangene und Evakuierte (Flüchtlinge) aus Kleinobringen ein. Die Polizeistunde wird bis 23.00 Uhr verlängert."


    Und ein Zeitungsbericht von 2.2012 : >http://weimar.thueringer-allge…ng-wird-saniert-234579551
    "Alles andere als zufällig entstand diese 1937/38 parallel zum Konzentrationslager auf dem Ettersberg: Auf der Kleinobringer Flur errichteten Buchenwaldhäftlinge sie für SS-Männer und deren Familien." (siehe dazu Foto im Anhang)


    Und im Anhang google_earth-Bilder von der heutigen "Ettersbergsiedlung".
    Daraus wird erkennbar, daß die Wohnsiedlung in einer Entfernung von ca. 3,5 km östlich vom Lager errichtet wurde.


    Beste Grüße, westermann

  • Guten Tag,
    anbei ein Nachweis für die SS-Siedlung Kleinolbringen (Quelle : BArchB). Die Familie bestand zum Zeitpunkt Januar 1939 aus den Eltern und einer Tochter.
    Beste Grüße, westermann

    Files

    Gruß, westermann

  • Guten Tag zusammen,

    da meine Großeltern in der Siedlung gewohnt haben, habeich noch einige Bilder aus der Zeit bis 1945.

    Viele Grüße

    Ch. Kumpf

  • Guten Morgen Ch.,


    Willkommen hier im Forum.


    Hättest Du nicht Lust hier ein paar Deiner Fotos einzustellen?


    Wie das geht kannst Du hier nachlesen -----> siehe hier


    Danke vorab & Gruss

    Gerhard