"Tarnkappenbomber" schon bei der Wehrmacht???

  • Beim Durchstöbern eines russischen Forums bin ich auf ein Flugzeug der Wehrmacht gestoßen, welches dort als Horten bezeichnet wird. Beim Googeln erscheint lediglich die Horten HIII als Segelfliegerversuch.
    Auf den Bildern im Forum erkennt man aber eindeutig 2 Luftschrauben und die auch noch hinter den Tragflächen. Die Mühle sieht aus wie ein Prototyp des B2 Tarnkappenbombers der US-Navy.
    Kann mir Laien mal einer erklären, was es mit der oder die Horten auf sich hat. Ist das Ding jemals geflogen ??? Auf den Bildern sieht es nämlich so winzig aus, da könnte man denken es ist ein Modell.


    Richi54

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  • Du meinst Du die Horten Ho IX auch bekannt als Horten Go 229 oder Gotha Go 229


    http://www.nurflugel.com/Nurfl…ls/horten_nurflugels.html
    http://tanks45.tripod.com/Jets45/Histories/HoIX/Go-229.htm
    http://www.abovetopsecret.com/forum/thread204685/pg1
    http://www.scale-flight.com/Horten_HoIX
    http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Waffen/HoIX-R.htm
    http://de.wikipedia.org/wiki/Horten_Ho_IX
    ...


    das einzige erhaltene Exemplar existiert in Silver Hill USA
    mehr marode als alles andere


    googlen/yahooen mit den genannten Begriffen und die Welt wird bunt...


    übrigens wusste ich garnicht, dass die US-Navy B-2 bomber einsetzt,
    soll wohl eher US Airforce heißen






    MadderCat

    Edited once, last by MadderCat ().

  • Hallo Richi54!


    Du kannst ja mal Google Bildersuche mit „Horten“ machen oder bei
    Wikipedia „Horten Ho IX“ / „Horten Ho 229“ eingeben.
    Soweit ich weiß hatte die Horten 229 2 Düsentriebwerke, bestand zum Großteil aus Holz und ist wirklich geflogen.
    Im Uralt Computerspiel „SWOTL“ (Secret Weapons of the Luftwaffe) war die 229 allen anderen Flugzeugen weit überlegen
    (u.a. P47 / P51 / P80 / Bf109 / FW190 / Me262 / Me163 / Do335 / He162). Vielleicht wäre es auch in der Wirklichkeit so gewesen…
    Bevor die Düsentriebwerke verfügbar waren, kamen auch normale Kolbentriebwerke mit Luftschrauben zum Einbau.
    Weiterhin existierten einige Modelle / Vorserienflugzeuge.


    Viele Grüße
    Ronald

  • Danke Jungs !!!


    MadderCat ich hoffe Du wirst mich nicht gleich vors Kriegsgericht wegen der falschen Angaben der US-Waffengattungen bringen, aber wie gesagt ich bin Laie und fange gerade mal an mich kundig zu machen. Ich hatte mal die Absicht mich bei einer ILA in Berlin vor so einem Ding (aber das war glaube ich ne F 117) fotografieren zu lassen. Aber érstens war die Warteschlange zu lang und zweitens waren die wachhabenden Soldaten nicht gut drauf und so habe ich es sein lassen.


    Ich habe mal Eure angegebenen Adressen ausprobiert und bin wieder ein wenig schlauer.


    Also habe ich in dem russischen Forum die Version mit den Kolbentriebwerken erwischt. Mal sehen ob ich das mit den Bildern einfügen inzwischen gelernt habe.
    [Blocked Image: http://www.bilder-hochladen.net/files/42xe-2.jpg]
    [Blocked Image: http://www.bilder-hochladen.net/files/42xe-3.jpg]


    Eine Frage hätte ich noch : Ist die Ähnlichkeit der Form mit den Tarnkappenbombern der US-Streitkräfte Zufall ???

  • ist im luftarchiv.de wunderbar beschrieben und bebildert.


    Das Teil in den Staaten steht in der Museumslagerhalle und gammelt vor sich hin, es ist das Stück mit den Strahltriebwerken. Wieso die das nicht ausstellen, wissen die schon. In einer Doku wurde der US-Tarnkappenbomber gezeigt und das deutsche Stück draufgeblendet, war sehr erstaunlich 8o


    [Blocked Image: http://jeep.cfasp.de/upload/604996.jpg]

    Gruß:


    Nimbus

  • Hallo Richi54!


    Wenn Du einen Flügel zum Fliegen bringen willst, wirst Du immer eine Lösung wie die Ho 229 oder die amerikanische B2 finden.
    Aber zwischen den Entwürfen liegen Welten. Die 229 wurde zu einer Zeit konstruiert als es noch keine Computer gab,
    die B2 ist am Computer entstanden und besitzt laut N24-Bericht über 20 (oder waren es 30?) eingebaute Computer.
    Die 229 hat eventuell „zufällig“ ein geringes Radarecho, die B2 hat durch Materialien / Formgebung ein reduziertes Radarecho.
    Aber selbst wenn das Radarecho nur die Größe eines Vogels hat, wird es wahrscheinlich irgendwann Gegenmaßnahmen geben.
    (Die Flugabwehr sollte verstärkt auf 900km/h schnelle kleine Echos schauen…)
    Immerhin hat die serbische Flugabwehr mit geheimen Tricks auch eine 117A abgeschossen...


    Viele Grüße
    Ronald

    Edited once, last by ft17 ().

  • Es segelt auch ein Nachbau der 163 rum (Manching), die auf diesem Prinzip optisch doch sehr ähnlich basiert.

    Gruß:


    Nimbus

  • Tja Ronald ich bin mir nicht sicher ob ich Dir recht geben soll.


    Beim Durchstöbern der mir mitgeteilten LINKS bin ich auf eine Aussage der Horten - Brüder gestoßen, die bereits 1950 auf die Vorteile der Form und des Materials(Sperrholz) hingewiesen haben um schwer vom Radar erfasst zu werden. Materialforschung wird von Sekunde zu Sekunde besser, aber an einer bewährten Grundform kann man sehr wenig ändern , wenn man seine Vorzüge behalten möchte.


    War aber eigentlich nur so ein Gedanke von mir.



    Richi54

  • Hallo Richi54!


    Den Baustoff Holz für Flugzeuge haben auch die Engländer mit ihrer sehr guten „Mosquito“ benutzt (ab 1941 erfolgreich im Kampfeinsatz).


    Die Deutschen hatten eine ganze Reihe raffinierter Flugzeugentwürfe auf Lager
    (Düsenbomber Ju287 mit nach vorne gerichteten Flügeln,
    Düsenbomber Arado 234,
    Düsenjäger Horten 229,
    Raketenjäger Me 163,
    Düsenjäger Lippisch P.11,
    Deltaflügler Lippisch DM-1).
    Aber vielfach fehlte noch der theoretische Hintergrund.
    Stichworte: Überschallaerodynamik, Materialermüdung, Materialforschung…


    Und würdest Du ernsthaft ein Auto von 1944/45 mit einem heutigen vergleichen?


    Viele Grüße
    Ronald

  • Guten Abend, Guten Abend !!!



    Ich glaube Ihr habt mich überzeugt. Bei näherer und gründlicherer Betrachtung sind Eure Argumente logisch. Es kommt ja auch keiner auf die Idee die Autofirmen gucken voneinander ab, weil sich die Formen der Karossen immer mehr angleichen. (Von wenigen Ausnahmen mal abgesehen.)


  • Hallo zusammen,


    genau das ist der Punkt die B2 ist nur deshalb stabil zu fliegen weil sie ein fliegender Computer ist.


    Alle anderen Versuche einen "Flügel" zum fliegen zu bringen waren bis zur
    B2 alle nur eine kurze Episode in der Luftfahrt.
    Der Grund ist das diese Konstuktionsform bei bestimmten Flugzuständen durch den Piloten nicht mehr zu beherrschen sind.


    Noch eins zur F117, sie ist zwar ein Tarnkappenbomber aber keine Nurflügler
    eher ein Deltaflügler.


    Der "Abschuss" der F117 über Serbien war wohl ein Zusammentreffen
    von Pilot Error und Lucky Shot.

    Gruss Dieter

  • Kurzer Einwand


    es gibt kein universielles Stelth sondern dies ist von der Frequentz der Radargeräte abhängig.
    Die F 117 über Jugoslawien wurde vom Jugoslawischen Überwachungsradar (Made UDSSR) schon im Anflug endeckt nur der Abschuß war Zufall da das Zielzuweisungsradar die Maschiene aufgrund der Wellenlänge (Stelth) nicht erkennen konnte.


    Grüße SanUO

  • Hallo SanUO,


    wir liegen da gar nicht auseinander.


    Abschuss "Lucky Shot"


    Entdeckung beim Anflug "Pilot Error"

    Gruss Dieter

  • Mir wurde einmal zugetragen das diese F-117 bereits im Vorfeld Treffer durch Munition im Bereich 7,62mm erhalten habe,und deshalb in ihren Stealth-Eigenschaften gestört war. Was da dran ist,weiß ich nicht.

    No poor damn bastard ever won a war by dying for his country. He won the war by making the other poor damn bastard die for his country.
    George S. Patton

  • Hallo


    nicht Wehrmacht relevant aber trotzdem... ;-)


    ich kann mich errinern das damals als Eklärung gilt es das die Jugoslawen (vor d. Burgerkrieg) hatten ein Tschechisches Flakabwehr System gekauft der nicht als "Radar" einzuordnen war - mehr auf "Elektrosmog" reagiert. Das F117 gab aus viele Elektroniksignale - die das tschechisches System schnell "entdecken könnte"


    was naturlich die Amerikaner sehr überrascht


    ?


    Graham

  • Normalerweise wird die Elektronik eines Kampfflugzeuges sehr gut abgeschirmt,um es der EloKa zu entziehen. Würde mich also überraschen.

    No poor damn bastard ever won a war by dying for his country. He won the war by making the other poor damn bastard die for his country.
    George S. Patton

  • hallo


    das System heisst VERA - inzwischen gehört die Firma zu ein Amerikanisches Konzern


    siehe


    http://www.radio.cz/de/artikel/61058


    Aber ich hab auch gelesen dass die Serben hatten Erfolg weil deren Radar einfach sehr alt war - wofür Stealth nicht gedacht war..


    Graham

  • Quote

    Original von Graham



    das System heisst VERA - inzwischen gehört die Firma zu ein Amerikanisches Konzern


    Vera ist die neueste Ausführung. Das ältere System "Tamara" war dagegen sogar schon in den 80er Jahren im Einsatz- damals noch auf mehrere LKW verteilt. Eines dieser Systeme war in der NVA im Einsatz und wurde von der Bundeswehr übernommen.
    Ein in der Ukraine produziertes System zur passiven Ortung nennt sich "Kolchuga".