Impressionen: Eperleques heute.

  • Hallo,


    Im Rahmen dieser Reihe entstehen verschiedene Threads zu militärhistorischen Objekten aus dem Zweiten Weltkrieg. Es handelt sich dabei primär um eine Bilderpräsentation, weshalb bei schwacher Internetverbindung, längere Wartezeiten vorprogrammiert sind.



    Im September haben einige Mitglieder dieses Forums eine militärhistorische Reise nach Belgien und Frankreich unternommen. Darunter waren Rainer, als wirklich versierter und damit ganz ausgezeichneter Reiseleiter, an dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank für deine Mühe, Huba, Tiwas und ich selbst. Als Ergebnis dieser interessanten und vor allem wissenswerten Tour möchten wir den Mitgliedern des FdW einen Einblick in noch existierende Bauwerke aus vergangenen Tagen ermöglichen.





    Die V-Waffenabschußbasis Eperlecques



    Diese ab März 1943 gebaute Bunkeranlage unter der Tarnbezeichnung, "Kraftwerk Nordwest", sollte in ihrer ursprünglichen Form als Abschußplattform der V-2 dienen. Die Lagerkapazität sollte 108 V-2 umfassen. In 24 Stunden wäre der Abschuß von bis zu 50 V-2 Raketen möglich gewesen.



    Nach massiven Bombenangriffen, währenddessen auch schwerste Bomben, so genannte "TallBoys", zum Abwurf gelangten, wurde die ursprüngliche Idee aufgegeben und als neuer Verwendungszweck die Produktion von Flüssigsauerstoff, für die V-2 Raketen der nunmehr als neuen Abschußbasis bestimmten Anlage in Wizernes (La Coupole), bestimmt. Mit diesem Bunkerkomplex befasst sich aber ein anderer Thread.






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    Die Höhe des Bunkers beträgt an dieser Stelle 28 Meter. Die höchste Stelle des Bunkers liegt 30 Meter über der Erdoberfläche. Tatsächlich wurden 3000m² Bunkerfläche realisiert. Insgesamt wurden 90.000 Tonnen Beton verbaut.


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    An dieser Stelle durchschlug die sechs Tonnen schwere "TallBoy" die Bunkerdecke.



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    Diese 45 Meter lange mobile Abschußrampe für V-1 Waffen ist, dem Museum zufolge, die weltweit noch einzig existierende.


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    Für weiterführende Informationen:


    Die offizielle Hompage des Museums.



    MfG

    Whoever saves one life, saves the world entire.
    Talmud Jeruschalmi

  • Hallo Leute, ich versuche das mal auf eine persönliche Spur zu bringen.
    Diese Reise mit den dazu gehörigen Besichtigungen gehört mit Sicherheit zu den absoluten Hiöhepunkten meiner bisherigen Reiselustigkeit!
    Es war einfach unglaublich, die von RK eingestellten Bilder geben die "wahre" Grösse nicht wirklich wieder, es ist schier unmöglich, sich die Gewalt dieser Bunker vorzustellen, wenn mann nicht selbst davor steht!
    Ich kann nur jeden ermutigen, falls in der Nähe, dieses Bauwerk zu besichtigen, man wird nicht entäuscht.
    Ein persönliches Wort zur Reise an sich: Es hat mir gezeigt, das sich "wildfremde" Personen verstehen können, es war super!
    Dank nochmal an Rainer, unseren "Reiseleiter" und mittlerweile mein Freund...

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Quote

    Original von Huba
    Ein persönliches Wort zur Reise an sich: Es hat mir gezeigt, das sich "wildfremde" Personen verstehen können, es war super!
    Dank nochmal an Rainer, unseren "Reiseleiter" und mittlerweile mein Freund...


    Ja, das geht...
    Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn man Menschen gegenübersteht, die man nur aus dem Web kennt. Sie sehen 'irgendwie anders' aus, als man sie sich vorgestellt hat. Wobei man eigentlich überhaupt keine Vorstellungen hat , wie sie sind. Ähnliche Erfahrungen habe ich auch bei einem Treffen eines anderen Forums (gesucht-wird.eu) gemacht.


    Freut mich, wenn auch unser Forum dazu beigetragen hat, dass sich neue Freundschaften bilden. Irgendwann werden wir sicher auch ein Treffen unserer Mitglieder - oder zumindest unserer Vereinsmitglieder - auf die Beine stellen können.


    Gruß,
    Arnold

  • Hallo,
    ursprünglich war es als ein Treffen des im Juni eingegangenen Wehrmachtsforums geplant. Auch sollte die Teilnehmerzahlauch etwas grösser sein, aber einige haben auf Mails nicht mehr geantwortet und im Endergebnis waren wir vier, alle auch hier Mitglieder. Von da her könnte man es auch als ein inoffizielles Forumstreffen vom Forum der Wehrmacht bezeichnen. Im Prinzip ist es aber egal, denn wir vier haben uns wirklich gut verstanden.
    Hier noch ein paar Informationen zu Eperlecques:
    Am 29.3.1943 begann die Firma Philipp Holzmann A.G. mit der Ausschachtung der Baustelle. Der Rohbau sollte am 30.9.1943 beendet sein und der fertigausbau zum 31.12.1943Der Bunker sollte 92 Meter lang, 75 Meter breit und 28 Meter hoch werden. Es sollten 118 313 Kubukmeter Beton verbaut werden. Den Alliierten waren die baumassnahmen, sowohl durch Luftaufklärung als auch durch Meldungen der Résistance bekannt geworden. Ergebnis war ein Bombenangriff am 27.8.1943 von 187 amerikanischen Flugzeugen, die das Objekt in vier Wellen mit 387 Tonnen Bomben belegten. Es gab 19 Volltreffer und zwei Sekundärexplosionen.
    Zahlreiche Zwangsarbeiter werden bei diesem Angriff getötet.
    Bedingt durch die Beschädigungen an der Baustelle wird beschlossen nur noch eine Sauerstoffanlage mit fünf Kompressorgruppen zu bauen. Die Grösse des neuen Bunkers betrug 92 Meter lang, 75 Meter breit und 27 Meter hoch. Die Dicke des Dachs beträgt 6.50 Meter und besteht aus 41 000 Kubikmeter Beton. Am 15.301944war der Bau so gut wie beendet.
    Die Almliierten bombardierten daie Anlage noch 24 Mal, darunter die zwei Tallboy-Angriffe am 17.6. und 23.7.1944, die sowohl in der Anlage als auch ausserhalb so starke Schâden verursachten, dass sie aufgegeben wurde. Als die Kandier am 6.9.1944 Eperlecques eroberten, war die Anlage geräumt und verlassen.
    Quellen: P. Despriet: Onbekend Frans-Vlaanderen, Heft 4, Kortrijk 2005
    Zimmermann, Der Atlantikwall, Rest müsste ich erst nachsehen
    diverse Prospekte, franzôsischsprachige Bücher
    Gruss
    Rainer
    P.S.: Bilder kann ich nicht hochladen, da zu gross.

    Suum cuique

    Edited once, last by Rainer ().

  • Hallo,

    ich war im Juni dieses Jahres mal wieder in Eperlecques während unser militärhistorischen Jahresfahrt. Es hat sich nicht viel geändert, ausser dass vor ein paar Jahren eine in der Bunkerdecke steckende nicht explodierte amerikanische Anti-Bunkerbombe von 1945 entdeckt wurde und mit grossem Aufwand entschärft und entfernt wurde.

    Gruss

    Rainer

    Suum cuique