Aufgaben und Einsatzbereich eines Waffenmeisters

  • Hallo.......


    in einem Antrag von einem Großonkel auf Entschädigung für Kriegsgefangene fand ich die Bezeichnung Waffenmeister.


    Auf dem Antrag fand ich auch die letzte FPN sie lautet:32929 A


    Die letzte Einheit meines Großonkels war,laut Angaben der WASt,ab 12.10.1944 Stabsbatterie 1.Abteilung Artillerie-Regiment 254.


    Meine Frage ist welche Aufgaben hatte ein Waffenmeister und wo wurde er eingesetzt?


    Sein Dienstgrad zu der Zeit war Unteroffizier,er kam am 08.05.1945 in der Tschechei in russische Kriegsgefangenschaft und wurde am 28.05.1945 von Deutschbrod nach Stalingrad transportiert.


    Laut Angaben des Suchdienstest des Deutschen Roten Kreuzes in München wurde er von dort am 10.05.1948 entlassen.

  • Hallo,


    platt gesagt: Ein Waffenmeister repariert Waffen und entspr.Gerät.


    Grüße


    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo
    So sah eine Waffenmeisterei auf einem Fliegerhorst der Luftwaffe aus.Nellingen 1941/42.Im Vordergrund Reparaturarbeiten an der Bombenablenkgabelauslösung einer Ju 87.
    mfg karat

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    • img010.1.jpg

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  • Hallo asz786,


    zunächst ergänzend zu dem Foto von Karat:


    Die Stange rechts im Bild mit dem oben angebrachten Rad mit den vielen Handgriffen dient dazu, die krummen Läufe der Gewehre/Langwaffen zu richten. Daher heißt diese Laufrichtmaschine.
    Auch Fahrräder und allerlei anderes Gerät wurde in der Waffenmeisterei gerichtet, soweit es überwiegend mit Metall zu tun hatte, denn es gab ja auch eine Schreinerei usw.
    So eine Waffenmeisterei, einfach ausgedrückt, gleicht einer Schlosserwerkstatt.


    Zum Personal:


    Den Waffenmeister nennt man heute Waffen - und Gerätewart.


    Die Gesamtheit der Soldaten, die in diesem Bereich tätig waren nannte man waffentechnisches Personal, welches in der Regel eine längere und gründliche Ausbildung durchlaufen hatte.
    Die unterste Stufe war den Waffenmeistergehilfen vorbehalten.


    Die weitere Ausbildung erfolgte für alle Waffengattungen und auch die SS an der Heereswaffenmeisterschule ( HWS) und der ihr angeschlossenen Höheren Technischen Lehranstalt (HTS) in Berlin.
    Im Heer setzte sich das waffentechnische Personal aus zwei Laufbahnen zusammen und zwar der Waffenunteroffizier - Sonderlaufbahn ( 12 jährige Dienstzeit), Waffenmeisterunteroffizier, Waffenfeldwebel und Waffenoberfeldwebel).
    Ausgeschiedene konnten als Wehrmachtsbeamte im Beurlaubtenstand übernommen werden.


    Dann gab es die Laufbahn des aktiven waffentechnischen Wehrmachtsbeamten. Diese konnte ein Waffenoberfeldwebel anstreben, wenn er wollte.


    Diese Wehrmachtsbeamten des gehobenen technischen Dienstes führten die Amtsbezeichnung Waffenrevisor, Waffenoberrevisor, technischer Verwaltungsamtmann oder - oberamtmann.


    Voraussetzungen zu diesen beiden Laufbahnen: Gute Allgemeinbildung, Gesellenzeugnis in ähnlichem Fachbereich, also Maschinenschlosser, Werkzeugmacher, Werkzeugschlosser, Lehrenmacher, insbes. Büchsenmacher - meister.


    Hat nun ein in diesem Bereich tätiger Soldat im Anschluss an seine Ausbildung die Höhere Technische Lehranstalt mit Erfolg besucht (Hohe Anforderungen mit Praktikum in der Rüstungsindustrie, mehreren Prüfungen wurden gestellt), wurde der Unteroffizier/ Feldwebel etc. Waffenmeister.


    Die Lehranstalt der HWS war in der Reichsliste derFachschulen in Abschnitt I B b bei den Reichsingenieurschulen eingetragen. Eintritt in die Laufbahn des gehobenen technischen Dienstes.
    Diese Leute waren auch in der Waffenindustrie sehr gefragt.


    Während des Krieges war die Waffenmeistereien auf Spezial - Kfz. und Spezialanhängern mobil gemacht worden. Es wurden ganze Werkbänke und Generatoren mitgeführt. Eben einfach alles, was man zur Waffen - und Geräteinstandsetzung brauchte.


    Übrigens: Der Waffenmeister legte meist nur bei schwierigen Reparaturen Hand an. Er übte vor allem die verantwortliche Aufsicht über die gesamte (Mob.) Werkstatt aus.
    Soweit möglich wurden durch dieses Personal die sog. Waffenrevisionen ( üblich war jährlich) durchgeführt ( Kontrollen und Funktionsprüfungen). Wer dabei unangenehm ( schlechte Reinigung) auffiel hatte nichts zu lachen.


    (Ich habe vor vor 40 Jahren einen Waffenmeister "vom alten Schlag" pers. gekannt. )


    Gruß Karl


    PS.: Alles klar oder noch nicht?


    Nachtrag Waffenmeisterzug bei den rückwärtigen Diensten:



    http://www.lexikon-der-wehrmac…ruckwartigeDinsteID-R.htm


    Hinzuweisen wäre noch auf das Tätigkeitsabzeichen:


    http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Orden/Sondr.Abzch..htm

  • hallo Karat und Karl......


    danke für die ausführliche Antwort und das Foto,was ich noch von meinem Großonkel habe laut WASt besuchte er die Heereswaffenmeisterschule in Pagersbach.


    Hier wurde ich verbessert,das es nicht Pagersbach sondern Payerbach heißt.Im Anschluß war er bei der 2.Kompanie der Heereswaffenmeisterschule I,


    mich würde auch noch interessieren wie lange besuchte man so eine Heereswaffenmeisterschule?


    In Angaben der WASt steht:laut Meldung vom 10.08.1941 und vom 11.10.1941 Heereswaffenmeisterschule Payerbach.


    Laut Meldung vom 10.02.1942 2.Kompanie Heereswaffenmeisterschule I.


    Außerdem würde mich noch interessieren welche Voraussetzungen man haben mußte um eine solche Schule zu besuchen um Heereswaffenmeister zu werden.


    lg Gerd

  • Hallo Gerd,


    offensichtlich gab es dann in den späteren Kriegsjahren dann weiter Heereswaffenmeisterschulen neben Berlin. Es kann aber auch sein, dass z. B. in Payerbach nur Ergänzungslehrgänge stattfanden und die Grundschulung in Berlin.


    Der ehem. Waffenmeister, den ich kannte, hatte Abitur und eine Büchsenmacherlehre vor dem Militär absolviert.


    Die Ausbildung an sich war zweigeteilt I (Infanterie) und A ( Artillerie) und demzufolge auch mit teilweise unterschiedlichen Praxis - und Lerninhalten.


    Voraussetzung für die Laufbahn siehe im vorstehenden Beitrag.
    Um Heereswaffenmeister zu werden musste er zuvor die Waffenunteroffiziersausbildung durchlaufen.(s. oben).
    Lehrpläne habe ich nicht zur Hand.


    Gruß Karl


  • Anscheinend gab es noch eine Hehres Waffenmeister Schule in
    Offenburg. Die Fotos meines Vaters sind auf der Rückseite mit HWS Offenburg
    beschriftet. Weis jemand mehr darüber?


    Zitatfunktion gerichtet, Diana

  • Hallo "Heimatfreund",


    Unterrichtsthema hier war wohl optische Geräte, zu sehen sind Doppelfernrohr (Fernglas), Scherenfernrohr 14 und Entfernungsmesser 1m R36. Dahinter ein MG 34 auf Feldlafette, hier wird es um dessen Zieloptik gegangen sein.


    Bitte bei den nächsten Posts die Forumsregeln einhalten.


    Grüße
    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hi,


    dumme Frage (und sorry das ich den alten Beitrag reanimiere...) aber da es in dem Thema um Waffenmeister geht, bin ich hier hoffentlich richtig...


    wenn in der Kriegsstärkenachweisung einer Einheit die Stelle des Waffenmeisters mit Stellengruppe "Z" bezeichnet und in der Spalte "b" für Beamte (analog zum Zahlmeister) eingetragen ist, bedeutet das dann das der Waffenmeister keinen militärischen Rang sondern einen zivilen Rang inne hatte? Oder könnte er dennoch den Wehrmachtsrang eines Oberfeldwebels/Stabsfeldwebels (bzw. -wachtmeisters) haben und mit diesem in Schriftstücken auch benannt werden?


    vielen Dank und beste Grüße


    Alexander

  • Hallo,


    mag mir bitte einer von Euch sagen, worin der Unterschied zwischen einem Waffenmeister und einem Flak Waffenwart sagen.

    Anbei eine Kopie meines Großvaters aus dem Wehrstammbuch.


    Danke Euch

    Petra