Drehbleistift mit Sprengladung?!?

  • N'Abend Horst,


    kein Problem - solange nix Schlimmeres passiert ;)
    Ich gehe auch davon aus, dass die meisten von uns hier im Forum durchaus in der Lage sind, so was mit etwas Lesen und Nachdenken auszubügeln. Und denk' immer dran: nur wer nichts macht, macht auch nichts verkehrt =)


    In diesem Sinne ...


    Gruß, Stefan

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

  • Hallo Horst und alle,


    das mit dem Soldatischem Spieltrieb klingt absolut Plausibel, auch das mit dem Bewussten hantieren mit der Gefahr.


    Viele Grüße,
    David

    Viele Grüße, David


    Suche alles über die die beteiligten Einheiten der Kesselschlacht von Halbe. Überwiegend 9. Armee von April - Mai '45

  • Hallo Horst,


    Quote

    Original von jona
    Hallo Thilo,


    wo beruft sich jemand auf ital. Zeitungen?


    Gruss, Horst


    in der von Dir genannten "Grenz-Zeitung".



    Grüße


    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo allerseits!


    Ich habe mir zu dem Thema noch einmal ein paar Gedanken gemacht, nachdem ich mich mit einem Veteranen über die Kämpfe im Raum Prüm (Eifel) unterhalten habe. Der Veteran hatte über solche Vorkommnisse keine Kenntnis.


    Der Ereignisort Prüm lag zu dem Zeitpunkt des Vorfalls (Ende Oktober 1944) weit hinter der Front.


    zeitgesteuerte Sprengladungszünder: Der Abwurf von diesen Zündern hinter der Front halte ich für unwahrscheinlich, da diese Zünder nur geringen Schaden verursachten. Außerdem sind diese Zünder nur wirkungsvoll in Verbindung mit einer Sprengladung. Diese fehlte offensichtliich, da sie nicht im Bericht genannt wird.


    Drehbleistift mit Sprengladung: Der Abwurf von dieser Art der "unkonventionellen Sprengladung" hinter der Front halte ich ebenfalls für unwahrscheinlich, denn eine größere Anzahl von Drehbelistiften an dem Abwurfort oder -gebiet würde genauso wie eine größere Anzahl von verstreuten Sprengladungszündern auffallen. Ich vermute einmal, dass solche Drehbleistifte sinnvoller beim Einsatz von Spionen oder bei gefangenen GI´s gewesen wären, um gegebenfalls durch die Explosion in bestimmten Situationen für Verwirrung und somit zur Flucht geholfen hätte.


    Bei beiden Szenarien wäre ebenfalls mit willkürlichen zivilen Opfern zu rechnen gewesen. Zivile Opfer durch o.g. Sprengladungen hätte in der deutschen Bevölkerung vermutlich einen stärkeren Durchhaltewillen verursacht, welches die amerikanische Armeeführung bestimmt verhindern wollte. Bei beiden Szenarien ist ebenfalls m.E. ein sehr geringer Nutzen - Faktor sowie kein militärischen Vorteil ersichtlich.


    Nur eine Idee ... wohl aber keine letzendliche Antwort auf den o.g. Sachverhalt! Trotzdem vielen Dank euch allen für die Bemühung :)


    Grüße
    Sven

  • Hallo zusammen,


    gerade gefunden zum Thema:


    In seinem Buch "Krankheit rettet - Psychologische Kriegführung"* geht Klaus Kirchner in einem eigenen Kapitel auch der Geschichte der explodierenden Bleistifte nach (S. 74ff) und kommt zu dem Ergebnis, dass es diese nie gegeben hat! Dabei verweist er auch auf die Aussage von Walter Merz**, einem der erfahrensten Feuerwerker seiner Zeit, dass nie ein derartiges Spreng- oder Zündmittel gefunden wurde.


    Gruß, Stefan



    * Verlag D+C, Erlangen, 1976 (ISBN 3-921 295-09-2)
    ** "Feuerwerker: Namenlose Helden der Bombennächte", Verlag Erich Pabel, Rastatt, 1970 (S. 109f)

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

  • Hallo Forum,

    am 18. April 1943 schrieb die Thueringer Gauzeitung:


    Heimtücke feindlicher Flieger!


    Der Polizeipräsident als örtlicher Luftschutzleiter teilt mit:
    Es ist schon festgestellt worden, daß von den feindlichen Fliegern auf den Anflugstrecken Füllfederhalter, Drehbleistifte, Verbandspäckchen, Knallkörper und Phosphoreier abgeworfen wurden, die beim Berühren explodierten oder Stichflammen auslösten. Beim Auffinden solcher Gegenstände ist größte Vorsicht geboten. Niemals dürfen solche Gegenstände in die Taschen gesteckt werden. Wenn solche Sachen nach dem Überfliegen des Gebietes durch feindliche Flugzeuge gefunden wurden, ist sofort die Polizei zu benachrichtigen.


    Gruss, Horst

  • Hallo Horst,


    ja, es gab Zeitungsberichte - aber erstaunlicher Weise nur sehr wenige, die auch wohl keine belastbaren Quellenangaben enthielten! Wäre die Bedrohung wirklich real gewesen, hätte man sicher großflächig darauf aufmerksam gemacht! Derartige Berichte - fein dosiert plaziert - dienten eher dazu, Gerüchte loszutreten, die dann per Mundpropaganda weiter verbreitet wurden und die Angst vor dem Gegner schürten.


    Darüber hinaus wurde offenbar auch nie ein solches Teil sichergestellt! Bis heute konnte kein Beweis dafür erbracht werden, dass solche Gegenstände zum Schaden der Bevölkerung abgeworfen wurden.


    Aller Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei diesem Gerücht um deutsche Greuelpropaganda, um den Gegner bei der eigenen Bevölkerung zu diskreditieren - ein bereits im Ersten Weltkrieg beliebtes Propagandamittel.


    Was Zeugen solcher Abwurfmittel angeht, gab es wohl auch nur Leute, die davon gehört hatten, dass jemand was gehört hatte, der seinerseits jemanden kannte, der was gehört hatte usw.


    Gruß, Stefan

    "Es gibt nichts, was ein deutscher Offizier nicht kann!" (Oberst Manfred v. Holstein)

  • Guten Tag,

    ich habe auch gerade was in unserem Gemeindearchiv Altenberge gefunden:

    Rundschreiben des LG Kdo VI Münster vom 26.4.1944: Es wird gewarnt vor alliierter Bordmunition in Größe einer Schrotpatrone, der Geschosse höchst empfindliche Aufschlagzünder hätten. Es bestünde Gefahr, dass Kinder versuchen würden, die Geschoss aus der Patronenhülse zu ziehen.

    Das könnten Kaliber 0.50 Patronen gewesen sein - Frage mich aber: Wir konnten diese kompletten "Dinger" auf die Erde gelangen? Ohne zu explodieren?


    Beste Grüße

    Gebhard Aders