V2 Einheiten gegen Ende des Krieges

  • Hallo Zusammen,


    ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit Raketentechnologie. Bin aber, was die militärische Seite angeht, nicht wirklich bewandert.


    Gegen Ende des Krieges soll es zwei Einheiten mit den V2 Waffen gegeben haben, diese sollen in Kleve und Euskirchen stationiert gewesen sein.


    Haben diese sich dann den allgemeinen Rückzugsbewegungen angeschlossen ? Wo befanden sich diese Einheiten zum Ende der Kampfhandlungen ?


    Kernpunkt meiner Überlegung ist, was ist aus den ganzen Raketen geworden die bereits für den Einsatz bereit waren.
    Die Wissenschaftler gingen in den Bereich USA, in Dora wurde Technologie erorbert, die zum Einsatz bereit war, bzw. vorgesehen war.


    Meine Überlegung gilt den zum Abschuss einsatzbereiten. Die können doch nur zerstört, erbeutet oder "versteckt" worden sein.


    Bin da für jede Information dankbar.


    MfG
    Apollo

  • Am 15. April 1945 explodierte in Pritzwalk, Brandenburg, ein im dortigen Bahnhof abgestellter Güterzug nach Beschuß durch einen russischen Aufklärer. Ein Teil der Waggons war mit V2 (mit den Teilen dafür) beladen. Aufgrund der heftigen Explosion die daruas entstand, gehe ich davon aus, das auch die Sprengköpfe dabei waren. Der Bahnhof und viele Gebäude in Richtung in Innenstadt wurden dabei zerstört. Wohin die Teile gehen sollten, ist unbekannt. Pritzwalk lag zu dieser Zeit so ziemlich in der Mitte der Ost und Westfront. Ausweichmöglichkeiten gabe es eigentlich nicht mehr. Damit wäre zumindest ein Teil des Verbleibs geklärt.


    Grüße Maik

    Setze ich mich vor meine Pommern und Märker und habe schon die Hälfte meiner Monarchie verloren und verliere nur selbst den Kopf nicht, so jage ich den Teufel in die Hölle. Friedrich der Große an Rüchel, Potsdam 1781

  • Die V2 Einheiten waren die Art.Abt. mot 836 bzw. die spaetere Art. Abt. mot z. V. 901 sowie die SS-Werfer Batterie 500. Letztere verschoss auch V 2 auf den Brueckenkopf Remagen.


    Von der ersten Einheit ist das Kriegstagebuch in Freiburg erhalten geblieben. Die Einheiten waren voll beweglich, und wurden wohl nie oder selten durch die allierte Luftaufklaerung erfasst. Empfehlenswert ist auch das Buch von Dr. Uli Jungbluth "V1, V2" und V3" Hitlers Geheimwaffen im Westerwald.
    h.

  • Hallo zusammen,


    habe zum Thema folgende Pdf-Datei gefunden.


    Die Fernrakete V 2 und ihre Starträumein den Kreisen Borken, Coesfeld und Steinfurt


    Autor: Reinhard Brahm


    Hier geht`s zum Text


    Dort wird angegeben, dass in Kleve der Gefechtstand der Nordgruppe und in Euskirchen der Gefechtsstand der Südgruppe eingerichtet war. Nach der Luftlandung der Alliierten in Arnheim am 17.09.1944, wurde der Gefechtsstand der Nordgruppe, spwie der S.B. 2 nach Netphen und dann nach Darfeld verlegt.


    Zur Nordgruppe gehorten folgende Einheiten:


    -Art.Abt. (mot.) 485
    -SS-Werfer-Batterie 500


    Zur Südgruppe gehörten folgende Einheiten


    -Art.Abt. (mot.) 836
    -Lehr- und Versuchs-Batterie 444


    Weitere interessante Informationen zum Verbleib des Materials stehen ebenfallls in diesem Bericht.


    Freundliche Grüße


    Freddy



    Edit Ergänzung, Rechtschreibkorrektur

    Freundliche Grüße
    Freddy


    Suche Info`s zu den Einheiten m. Vaters: G.E.Btl. 9 (Potsdam), 76. I.D. - Füs.Rgt.230 und Kgf. Lager (7)198 Kischinew
    sowie meines Großvaters: SA Brandenburg-West, SS-Ausb. Abt. Konitz (Tr.Üb.Pl. Westpreußen)

    Edited 2 times, last by Freddy66 ().

  • Hallo,


    vielen Dank zunächst für die interessanten Antworten.


    Die individuelle "Abrüstung" geschah dann wohl in Form der Zerstörung.


    Ich bin auf die Frage gekommen, weil mir dieser Luftbildausschnitt aus dem März 1945 vorliegt. Soll laut Verkäufer auf dem Flohmarkt in der Nähe des Kyffhäuser sein. Ich bin ja jetzt kein Experte für Luftbilder, aber für mich sieht das nach Raketen auf dem Bild aus. Genau gesagt zähle ich da 3.


    MfG
    Apollo

  • Hallo Apollo,


    Quote

    aber für mich sieht das nach Raketen auf dem Bild aus


    könnte sein, aber an eine "aktive" Feuerstellung glaube ich nicht.
    Wenn die Feuerstellung "aktiv" wäre, dann wären die Raketen
    auf den Wegen unter gezogen, und hätten sich nicht auf den Präsentierteller
    gestellt.

    Files

    • 1000.jpg

      (84.64 kB, downloaded 472 times, last: )

    Gruss Dieter

  • Quote

    Original von Augustdieter
    könnte sein, aber an eine "aktive" Feuerstellung glaube ich nicht.
    Wenn die Feuerstellung "aktiv" wäre, dann wären die Raketen
    auf den Wegen unter gezogen, und hätten sich nicht auf den Präsentierteller
    gestellt.


    Hallo Dieter,


    der Präsentierteller ist nicht von der Hand zu weisen. Eine Vermutung könnten eben zurückweichende Einheiten sein, wobei diese sich eigentlich besser in den von Dir gekennzeichneten Wege verborgen hätten.


    Bei der Abbildung handelt es sich nur um einen Auszug, auf dem Rest des Bildes sind noch weitere dieser länglichen Objekte erkennbar. Dann auch teilweise im Wald.


    Die Frage wäre nun, ob man irgendwie feststellen kann was es ist, bzw. verifizieren kann, dass es A4s sind.


    MfG
    Apollo

  • Hallo Apollo,


    Quote

    Die Frage wäre nun, ob man irgendwie feststellen kann was es ist, bzw. verifizieren kann, dass es A4s sind.


    Lupe oder mal mit 1200 dpi scannen und dann vergrößern.


    Im Moment kann das alles sein, ich würde ohne "Vorgeschichte" auf eine
    Luftnachrichten-Einheit tippen.


    S

    Quote

    soll laut Verkäufer auf dem Flohmarkt in der Nähe des Kyffhäuser sein


    woran macht er das fest ??

    Gruss Dieter

  • Hallo Apollo !


    Zum Verbleib der V 2 verschießenden Einheiten:


    Die meisten wurden in den letzen Kriegswochen zu Infantrie- Einheiten umgebildet.
    Das V 2 Material wurde irgendwie in den Wäldern "entsorgt".


    Einige Einheiten haben an der Elbe ( Brückenkopf Lenzen) und darüber hinaus auf der anderen Elbseite gekämpft.
    Andere wohl im nördlichen Niedersachsen und Schleswig- Holstein.


    In Gorleben haben die Amerikaner extra ein KGF- Lager eingerichtet um die sich ergebenden V 2 Einheiten vom anderen Elbufer herüberzuholen um das wertvolle Wissen der Division ZV nicht in die Hände des Russen fallen zu lassen. Die Amis haben entgegen den Abmachungen per Boote und Fähren die Leute über die Elbe geholt. ( Quelle Karl- Heinz Schwerdtfeger : Gefangenenlager Gorleben).


    Ein sehr gutes Buch über die Fernrakete ist von den Autoren Paul und Gückelhorn : V 2 Gefrorene Blitze


    Dort kann man ganz genau nachsehen, wie eine Feuerstellung aufgebaut war. In der Regel blieben die Feuerstellungen in Deutschland unentdeckt.


    In Holland sah das etwas anders aus...


    mfg bfg


    PS: Apollo, ich habe Dir eine Persönliche Nachricht ( PN ) bezüglich einer V 2 Einheit geschichickt. Schau mal in Dein Postfach.

  • Das mit Lenzen würde für den Zusammenhang mit Pritzwalk sprechen. Alle Einheiten zogen sich hier aus dem Raum Pritzwalk in Richtung Westen an die Elbe zurück. Der Raum Wittenberge- Lenzen war dann die Entscheidung ob in russische oder allierte KGF Lager.


    Hier würde ich gerne wissen, ob hiermit ein Oberst Ernst Jäger etwas zu tun hatte, der bei der Explosion ums Leben kam. Er kann natürlich zu den Verwundeten gehört haben, die bei der völligen Zerstörung des gegenüber des Bahnhofes gelegenen Kinos starben. Allerdings soll es bei dem vor der Explosion ausgelösten Luftalarm einigen Tumult im Kino gegeben haben, weil die darin versammelten Soldaten die Fortsetzung des Filmes "Es fing so harmlos an" forderten. Was eigentlich gegen die Anwesenheit eines höheren Offiziers sprechen würde. Der Offizier stammte auch nicht aus Pritzwalk, sondern nach verschiedenen Quellen, mal aus Ulm, aus Hamburg oder laut Volksbund aus Wittenberg, was die Sache ein wenig seltsam macht. Die V2 müssten ja eine Begleitmannschaft gehabt haben, oder ?

    Setze ich mich vor meine Pommern und Märker und habe schon die Hälfte meiner Monarchie verloren und verliere nur selbst den Kopf nicht, so jage ich den Teufel in die Hölle. Friedrich der Große an Rüchel, Potsdam 1781

    Edited 2 times, last by SG Maik ().

  • Guten Abend Forumler.


    Mein Schwiegervater (Bau-Ing., vormals Vermesser mit "Paralax-Rechner" der Eisenbahn-Fernkampfbatterie "Gneisenau") erhielt im Oktober 1944 den Marschbefehl nach Oostvoorne bei Rottterdam.


    Dort wurde er dem Funkmesstrupp einer mobilen Abschussrampe der V2 zugeteilt. Bis Mitte Januar 1945 wurde zumeist London beschossen.
    Ausbleibender Nachschub, insbesondere Sprengköpfe, führte zur Einstellung des Feuers.


    Die gesamte Einheit (Name oder Nummer leider unbekannt), geriet in kanadische Gefangenschaft in ein Sammellager nach Scheveningen.


    Vielleicht ist dieser Beitrag ein kleines Mosaiksteinchen im Gesamtbild der Fernraketen im WK II.


    Grüße aus Rheinhessen (wo es seltsamerweise schon wieder regnet)
    Roxxam

  • Sorry In Englisch !!
    Roxxam


    There were no V-2 units at Oostvoorne on the isle of Voorne-Putten.
    The V-2 was fired from The Hague, Wassenaar and Hook of Holland.


    Gruss
    Bert Koopman
    International V2 Research Group.nl