Nauroth, Hermann - DKiG

  • Hallo!


    Mir liegt das Soldbuch sowie eine vorläufige Besitzurkunde des o.g. Soldaten vor, in dem das Verleihungsdatum für das Deutsche Kreuz in Gold auf den 30.3.1945 datiert ist. In den bekannten Listen wird der oben Genannte nicht als Träger des Deutschen Kreuzes in Gold genannt.


    NAUROTH, Hermann; SS-Obersturmführer; Führer III./SS-Pz.Gren.Rgt.37; DKiG am 30.3.1945


    Frage ans Forum: Haltet ihr die Verleihung des DKiG für authentisch, bzw. für realistisch? Wer hat noch Unterlagen, die die o.g. Verleihung bestätigen?


    Grüße
    Sven

  • Hallo Sven,


    kannst du die Seite mit den Einheiten auch einmal einstellen?
    Mir fehlt hier irgendwie der nachweisliche Wechsel vom Heer zur Waffen-SS. Was ich komisch finde, wenn die Verleihungsurkunde zum DKiG tatsächlich echt sein sollte, warum wird dann bei der Beförderung zum 01.05.1945 ein Heeresrang angegeben und nicht der Waffen-SS Rang?


    Hast du die Dokumente schoneinmal im Dokumentenforum oder in anderen Foren besprochen?


    Gruß Alex

  • Hallo Henry!


    Die Seite mit den Einheiten ist leider recht lückenhaft (siehe Anhang 1), habe aber noch andere Dokumente aus dem Soldbuch vorliegen, die eine Einheitszugehörigkeit zur Waffen-SS belegen (siehe Anhang 2). Auf der Abschrift der Beförderungsurkunde wird unten links die Anschrift mit einer FPN geschrieben:


    36777: (8.9.1943-22.4.1944) 3.3.1944 Stab u. Einheit (17. SS-Division)

    Zusätzlich wird der Soldat noch in der Moore-Liste genannt:


    Quote

    Moore:
    Nauroth, Hermann
    Ostuf. *18.2.12
    Chef,Div.Sturm.Kp.17 1.45
    Fhr.III./Pz.GR.37 4.45


    ... sowie in dem Buch "Die Sturmflut und das Ende, Bd.3, Mit dem Rücken zur Wand" von Günther. Somit denke ich, kann man vermuten, dass der Soldat in den Rückzugskämpfen in Frankreich tatsächlich zur Waffen-SS kam. Die Unterschriften auf der Verleihungsurkunde soll aber soweit passen ...



    Quote

    Henry Jones: .... Beförderung zum 01.05.1945 ein Heeresrang angegeben und nicht der Waffen-SS Rang? ...


    ... das ist eine interessante Frage, die ich leider nicht beantworten kann! :(



    Grüße
    Sven


    Edit: Rechtschreibung

  • N´Abend allerseits!


    ... Was ich komisch finde, wenn die Verleihungsurkunde zum DKiG tatsächlich echt sein sollte, warum wird dann bei der Beförderung zum 01.05.1945 ein Heeresrang angegeben und nicht der Waffen-SS Rang? ...


    Mittlerweile kann ich die Frage beantworten, da ich Einsicht u.a. in die Entnazifiezierungsakte des o.g. Soldaten hatte. Dort steht u.a. drin, dass der Soldat lediglich zur Waffen-SS abkommandiert war (siehe Anhang).


    Grüße
    Sven

  • Hallo zusammen,


    die Aussage die man Sven30 schickte, stimmt nur zum Teil....


    Richtig ist, dass zum Beispiel der Sturmbannführer Wilhelm Krelle, I. Generalstabsoffizier der Division, fast alle Dokumente und Befehle mit diesem Dienstgrad unterzeichnete, sich aber nach dem Kriege(!) als Major i. G. bezeichnete und fühlte und sich somit aus der Waffen-SS ausnahm. ( Man beachte das KTB )


    Dies spricht für dieses Argument.


    Dagegen spricht, dass sich einige Führer der Waffen-SS neue Soldbücher ausstellen ließen ( ein solches liegt mir vor aus dem Lazarett Bad Tölz) die auf Leutnant - anstatt Untersturmführer lauteten. Mannschaftsdienstgrade gab es auch als Unteroffizier anstatt Unterscharführer.


    Zu Hermann Nauroth.


    Fakt ist tatsächlich, dass er zur 17. SS-Pz.-Gren, Division im Spätjahr 1944 überstellt wurde. Standartenführer Fritz Klingenberg behandelte ihn als "Zögling" und benannte ihm zu Gunsten seine SS-Div. Begleitkompanie um in:


    Div.-Sturmkompanie.


    Seine Erfolge lassen sich in den Akten des KTB nachlesen. Nauroth war sehr bekannt und beliebt in der, sowohl innerhalb der Div. als auch in seiner geführten Sturmkompanie. Dies führte auch dazu, dass er, nach dem Ausfall und Tod von Hstuf. Horst Schwertfeger am 8. April 1945 das


    III.Btl. des SS-Pz.-Gren. Rgt. 37


    als deren Kommandeur, unter Bäurle erhielt.


    Insofern halte ich die Verleihung des DKiG für authentisch. Allerdings scheint der Postweg doch langsam gewesen zu sein. Wenn die Verleihung am 30.3.1945 war, wieso unterschrieb dann Ostubaf. Martin Braune und nicht Georg Bochmann als Div.-Führer?!


    Wie schon mehrmals geschrieben, verabschiedete sich Bochmann am 5. oder 6. Mai von der Division und Braune trat an seine Stelle. Dies würde bedeuten, dass Braune als Div.-Führer nach dem 5. Mai 1945 die Richtigkeit bestätigt hat, per 30.3. oder kurz später konnte und durfte er das niemals.


    Ich finde, da liegt der Knackpunkt - zumal in der Begründung Gefechte nach dem 30.3.45 ausgeführt sind, wie z. B. am 1.4.45 in Allfeld und 12.4. im Kocher Abschnitt - irgendwas kann dabei nicht stimmen.


    Grüße


    Dieter

    "Schließt Eure Herzen sorfältiger als Eure Tore. Es kommen die Zeiten des Betruges, es ist ihm Freiheit gegeben!
    Die Nichtswürdigen regieren mit List und der Edle wird in ihre Netze fallen." Joh. W. von Goethe: "Götz von Berlichingen."

  • Hallo Dieter!


    Freut mich von dir zu hören! :)



    Ich habe mir noch einmal das Soldbuch angeschaut und da sind einfach zu viele und präzise Eintragungen drin (Beförderungen, Verwundung, Urlaub, Impfungen, etc. ...), als dass man das nachträglich ausgestellt hat, zumindest halte ich dies für ziemlich ausgeschlossen. Das mit dem Postweg bzw. der Verleihung sehe ich auch als seltsam an, dass es zumindest nicht chronologisch verliehen wurde, wie sonst wäre zuerst die NKS in Silber verliehen (20.04.1945) und dann erst das DKiG (30.03.1944)? Ich bezweifle auch stark, dass man da in "weiser Vorraussicht" Platz gelassen hat, um die NKS später einzutragen (siehe Anhang).


    @ Dieter: hälst du eine Kommandierung für ausgeschlossen?


    Grüße
    Sven

  • Hallo Sven,


    das mit der Nahkampfspange in Silber passt sicherlich, ich kenne die Unterschrift von Bäurle als Rgts. Kommandeur 37 und die Nahkampftage stimmen datengerecht überein.


    Sicherlich ist das auch mit dem Soldbuch in Ordnung, daran habe ich nicht die geringsten Zweifel. Der Haken liegt eben zwischen dem 30.3. - und die nachgetragenen Gefechte in der Begründung ab 1.4.45 und der Unterschrift von Braune, der am 30.3.1945 die Flak-Abt. 17 führte und die zu diesem Tag im Raum Walldorf-Wiesloch sammelte und sich neu organisierte. Wie kann Braune sowas bereits in jenen Tagen unterschreiben, wenn er ab 5.5.1945 erst Div.-Führer wurde.


    Das sind gute 5 Wochen später - so lange kann doch kein Dienstweg sein von Berlin aus!


    Doch, ich halte eine Kommandierung für absolut korrekt. Das begründet sich dadurch, dass viele Leutnants ab Metz - ich meine aus der dortigen Nachrichtenschule - von der Wehrmacht zur Waffen-SS kommandiert wurden. Teilweise als Kp.-Führer ( z.B. Ustuf. Wolfgang Dachsel, der die 8./38 führte ) und viele andere mehr, teilweise auch als Zugführer eingesetzt. Dazu gibt es einen Befehl im Original - KTB., den ich aber heraussuchen müßte.


    Gleichzeitig muss ich aber auch sagen, dass sie als oftmalige "Selbsteinkleider" danach die Uniform der Waffen-SS trugen. Auch Herr Krelle hat sich umgezogen und aus sich aus einem Major - einen Sturmbannführer gemacht. Aber nach dem Kriege sah das ja dann alles anders aus...


    Gruss


    Dieter

    "Schließt Eure Herzen sorfältiger als Eure Tore. Es kommen die Zeiten des Betruges, es ist ihm Freiheit gegeben!
    Die Nichtswürdigen regieren mit List und der Edle wird in ihre Netze fallen." Joh. W. von Goethe: "Götz von Berlichingen."