Grenadier Regiment 122

  • Hallo,


    ich habe hier von der WAST die Dienstzeiten meines Großvaters vorliegen.


    Lt. Meldung v. 18.06.1944 und v. 26.03.1945 gehörte er zur Veterinärkompanie 150.


    Dann habe ich noch eine Kopie eines Schreibens von 1953 mit welchem wohl meine Großmutter vom Tode ihres Mannes benachrichtigt werden sollte:


    ..... dass er zuletzt in Ostpreussen eingesetzt war und dass er am 04.03.1945 an einem nicht näher bekannten Ort schwer verwundet worden war.


    ...... erst auf Umwegen über die Erkennungsmarken-Verzeichnisse der Vet. Kp. 150, der Kaminski vor seiner Versetzung zum Gr.Rgt. 122 angehörte ....


    Bei Bedarf kann ich das Schreiben gern hier einsetzen.


    Im Schreiben der WAST wird das Grenadier Regiment 122 nicht erwähnt.


    Jetzt tun sich bei mir natürlich viele Fragen auf.
    Kann man in etwa einkreisen, wo in Ostpreussen sich das 122. Anfang März 1945 befand?


    LG
    Insa

  • Hallo Insa!


    Die Veterinär-Kompanie 150 gehörte zum Versorgungsregiment 150, welches wiederum der 50. Infanterie-Division unterstand.
    Das Grenadier-Regiment 122 unterstand ebenfalls der 50.ID.
    Hier ist also die Verbindung zu finden.
    Es war gerade im Chaos der letzten Kriegsmonate nicht ungewöhnlich, daß Soldaten aus dem Versorgungsbereich in die kämpfende Truppe eingegliedert worden sind, wie es wohl auch Deinem Großvater widerfahren ist.
    Die WASt kann nur Meldungen weitergeben, die sie auch erreicht haben. Die Versetzungsmeldung für Deinen Opa hat sie damals offenbar nicht erhalten. Gründe dafür gibt es sicherlich genug...


    Die 50.ID und damit auch das GR 122 war Anfang März im Ermland eingesetzt. Als Division verlegte sie am 26.2.45 in die Stellung an der Autobahn Elbing-Königsberg zwischen Wesselhöfen und Groß-Klingbeck.
    Hier dauerten die Kämpfe dann bis Mitte März. Sie sind bekannt als "Heiligenbeiler Kessel". Das tragische Ende der Truppe fand dann auf der kleinen Halbinsel Balga statt...
    (Quelle: Dieckert/Großmann: "Der kampf um Ostpreussen" und Traditionsgemeinschaft: "Die 50. Infanterie-Division 1939-1945")


    Gruß Herbert

  • Hallo Herbert,


    danke für deine Ausführungen.


    Das ist sehr interessant.


    Ich habe das Schreiben der WAST schon seit 1999, aber erst heute ist mir aufgefallen, dass es da wohl noch eine Versetzung gegeben hat.


    Die Kopie des anderen Schreibens (die ich ebenfalls von der WAST erhalten habe) war vom Reichsbund der Kriegs-und Zivilbeschädigten, Sozialrentner u. Hinterbliebenen in Itzehoe. Dort wurde die Versetzung aufgeführt.


    Deswegen fand ich es schon etwas merkwürdig, dass die WAST es nicht in ihre Unterlagen aufgenommen hatte.


    Jetzt werde ich mich auf die Suche nach Lektüre zum Kessel von Heiligenbeil machen.
    Wären die Kriegstagebücher des OKW dabei hilfreich?


    LG
    Insa


    P.S.: Der Grund, warum ich mich so in die Sache reinhänge ist, dass ich meinen Großvater leider nie kennenlernen durfte. Er ist am 26.03.1945 an Bord des Dampfers Deutschland (auf dem Weg nach Dänemark) verstorben. Nun möchte ich natürlich so viel wie möglich über seine letzten Tage erfahren.

  • Hallo Insa,
    hier:
    http://klee-klaus.business.t-o…ntergang_ostpreussens.htm


    findet sich die erschütternde Geschichte eines Veteranen, der auch an diesen Kämpfen teilgenommen hat. Man bekommt beim Lesen eine "leise Ahnung" ob der damaligen Verhältnisse ! Mir hat diese Lektüre eine sehr unruhige Nacht beschert...


    Das Schicksal Deines Großvaters ist auch äußerst bitter. Da hat er als Verwundeter noch das Glück, auf ein Schiff zu kommen und dem grausamen Geschehen zu entkommen, um dann doch noch zu sterben.
    Furchtbar und unvorstellbar was unsere Vorfahren alles durchgemacht haben...


    Literatur gibt es genug; jedoch sind in den meisten Büchern verständlicherweise keine genauen Details zu finden. Das KTB des OKW halte ich in Deinen Fall gar nicht für angebracht und empfehlenswert.
    Dann doch eher die von mir schon genannten Bücher und zusätzlich von H.J. Pantenius "Letzte Schlacht an der Ostfront".


    Gruß Herbert

  • Hallo Herbert,


    vielen Dank für den Link.


    Ich habe mich noch bis spät in die Nacht durchgelesen und konnte mir die ein oder andere Träne nicht verkneifen.


    Ich werde jetzt zusehen, dass ich die beiden von dir genannten Bücher bekomme.


    Die KTB des OKW habe ich mir vor ca. 15 Jahren gekauft und nur sporadisch reingeschaut.


    Ich weiss nicht, ob diese Frage in dieses Forum gehört, aber wie lange hat ein Schiff in etwa von Gotenhafen nach Kopenhagen gebraucht?


    Liebe Grüße
    Insa

  • Hallo,


    ja die Schilderungen dieser entsetzlichen und grausamen Vorgänge haben mich auch tief berührt.


    Die Überfahrt von Gotenhafen nach Kopenhagen ?( wird wohl (von mir geschätzt - also absolut ohne Gewähr)) bei ca 400km rund einen halbenTag + gedauert haben und war natürlich abhängig vom Schiff und seiner Geschwindigkeit sowie vom Wetter u.a.


    Gruß Herbert

    Edited once, last by Herbert ().

  • Hallo Insa,


    schreib mich mal per PN an. Ich hätte da noch was für Dich.


    Greetz
    Sinclair

    Mehr sein als scheinen. (Helmuth Graf v. Moltke 1800-1891)