zerstörte Friedhöfe

  • Hallo Christian,


    auf den Seiten des Forums aus Mariupol (Ukraine) habe ich dieses Foto gefunden. Es ist zu sehen, wie ein Soldatenfriedhof mitten in der Stadt beseitigt wird.


    Kreuze und alles, was an ein Friedhof erinnern könnte, wurden bereits eine Woche nach der Rückeroberung der Stadt Ende September 1943 entfernt. Wann genau dort ein kleiner Park angelegt wurde kann ich nicht sagen, vermutlich 1947.

    Files

    • Friedhof X.jpg

      (70.59 kB, downloaded 1,054 times, last: )

    Gruß Viktor

  • Hallo zusammen,


    zu dem Thema habe ich einige Fragen:


    Wurden auf beiden Seiten Grabstätten der gegenerischen
    Seite eingeebnet oder gab es auch Ausnahmen (bezogen auf den Ostfeldzug) ?


    Wer erteilte den Auftrag dazu solche Grabstätten zu entfernen ?



    Grüsse


    Christopher

  • Hallo!


    Die Friedhöfe der WH wurde zuerst von Ihr selbst zerstört, um Rückschlüsse auf die Verluste bzw. aktuelle Truppenstärke zu verhindern.


    Die Quelle für diese Angaben habe ich gerade nicht zur Hand.


    Andersherum kann ich nichts konkretes sagen, ausser, dass es für die Rotarmisten sehr oft anonme Besstattungen bzw. Beisetzung im Massengrab gab.


    Viele Grüße!


    Christian

  • Hallo,


    ich hatte zwar schon mal gelesen, dass Wehrmacht eigene Friedhöfe beim Rückzug einebnete, hege da aber meine Zweifel!


    Zum einen wurden recht monumentale Bauwerke errichtet, um diese in der Kürze derZeit einfach beseitigen zu können, zum anderen hatte man bei den Rückzugsgefechten andere Dinge zu erledigen, als sich um die Gräber zu kümmern.


    Welche Rückschlüsse sollten denn die 1-3 Jahre alte Gräber geben?


    Und schließlich hätten diese Maßnahmen politische Bankrotterklärung und militärische Niederlage bedeutet...

    Gruß Viktor

  • Hallo,
    vor ein paar Tagen wurde in einer Doku von Spiegel Geschichte geäußert, daß die Rote Armee deutsche Soldatenfriedhöfe nach der Rückeroberung einebnete.


    Gruß,
    1241

  • Hallo,


    also das die WH eigene Gräber beseitigt haben soll kann ich mir nur schwerlich vorstellen.


    Wie Viktor schon schrieb ist die Information über die Gefallenen nicht mehr aktuell und von daher uninteressant für die Gegenseite. Und Infos über Verluste bekommt man wohl ehr von Gefangenen als von Toten.


    Gab es denn in der Roten Armee ein "planmäßiges" Vorgehen wegen der Gräber ?


    Pottkieker:


    Meinst du anonyme Bestattungen der eigenen Leute durch die Rote Armee ?


    Ich habe bisher angenommen, dass jede Seite die Gefallenen, wenn es die Zeit zuläßt mit Namen auf den Grab beisetzt.



    Grüsse Christopher

  • Hallo


    in etliche Chroniken von IR's liest man davon, das gerade nach heftigen Graben- bzw Nahkämpfen oftmals der Gegner in unbrauchbaren Bunkern bestattet wurde. Teilweise wurde dann die noch vorhandene Bunkerdecke mittels Sprengung zum Einsturz gebracht, so das die Toten entsprechend verschüttet waren.
    Bitte berücksichtige auch, das der Verwesungsgeruch nicht jedermanns Sache ist/war, desweiteren die gerade bei vielen Toten auf engstem Raume (lt KTB 302.ID= 242 tote Russen in 1 Bunker entsorgt, Decke gesprengt, andere Kompanien ähnliches Vorgehen, Gestank unerträglich bei der Wärme: Zeitraum Sommer 1944) eine extreme Seuchengefahr ausgehen kann. Somit erklärt sich vielleicht auch warum man dann zusah das man möglichst viele Leichen auf mal zu beseitigen iS von beerdigen. In wie weit dabei des Gegners EKM eingesammelt wurde weiss ich nicht.


    Denke das in solchen Fällen (nach Grossangriffen) auf allen Seiten so verfahren wurde.


    lg H

    Suche alles zur Pz.Abw.Abt 2 (1934-1940), Pz.jäg.Abt 2 (1940-1942), Pz.jäg.Abt 12 (1941-1943), Pz.jäg.Abt 302 (1942-1944), Pz.jäg.Abt 1302 (1943-1945) , Pz.jäg.Abt 1337 (1944-1945)

  • Servus!


    Es gibt aber schon sowjetische Filmaufnahmen in denen klar gezeigt wird,wie Grabkreuze von Gräbern durch Zivilisten herausgerissen werden oder Panzer über Gräber walzen.
    In der Spiegel-Doku "Deutsche am Galgen" wird sowas gezeigt.


    Schöne Grüsse aus Österreich!


    Richard

  • Hallo,


    die Einebnung eines Friedhofes der 15. I.D. im Donezgebiet durch eigene Truppen (Rückzug im Sept. 43) ist zumindest durch einen Feldpostbrief belegt, Abschrift siehe hier:
    http://www.15id.info/Dokumente.htm (runterscrollen bis "Trauer in der Heimat").


    Einebnung- das bedeutet, die Kreuze wurden entfernt und Grabhügel wurden "geschliffen", so dass der Gegner die Gräber nicht einfach nachzählen konnte.
    Denn das hätte ihm Rückschlüsse über die Verluste der Division gegeben und einen Hinweis auf den Anteil an zugeführtem (unerfahrenen) Ersatz etc.


    Die Gebeine wurden später geborgen und später nach dem Krieg nach Charkow auf den großen dt. Soldatenfriedhof umgebettet.


    Gruß


    Marc

    Suche Infos, Fotos und Dokumente zur 15. ID und deren Einheiten: IR 81, IR 88, IR 106, AR 51, AR 15, AA 15,...Helfe auch gerne bei Fragen zum Thema weiter. http://www.15ID.info

  • Hallo,


    ein Foto, welches russische Frauen und deutsche Soldaten beim Einebnen eines Soldatenfriedhofes während des Rückzugs in der Ukraine (Herbst 1943) zeigt, ist in:


    Paul Carell
    Unternehmen Barbarossa im Bild.
    Der Rußlandkrieg fotografiert von Soldaten.
    Ullstein Verlag; Berlin; 1967
    Seite 347


    Im Begleittext steht auch, daß dieses der Verschleierung der Verluste diente.


    Viele Grüße
    Torsten

  • Moin,
    ich habe irgendwo in meinen Akten stehen, dass das Grab meines Großvaters beim Rückzug eingeebnet wurde. Also gehe ich davon aus: von den eigenen Streitkräften. Nur wisen wir ja alle zu gut, dass solche Aussagen wie Schall und Rauch sind.

    30 Jahre Suche....Endlich!!!!!!

  • Hallo an Alle,
    Hallo Jochen,
    wenn alles so Schall und Rauch wäre, würde ich hier nicht seit ca. 9 Jahren auf der Suche sein.


    Günther in Gostynin

    Suche zu Kriegslazarett 2/609 und 4/609 ab Juli 44 bis Januar 45.

  • Hallo zusammen,


    in dem Buch Vermißt in Stalingrad von Dieter Peeters ist ein Bild eines Gräberfeldes am Rande von Stalingrad mit dem Text drunter, dass es nach dem Krieg von den Sowjets eingeebnet wurde.



    Dieses Thema hat für mich noch eine andere Frage aufgworfen:


    Was wurde bei starkem anhaltendem Frost mit den Gefallenen im allgemeinen gemacht, also wo / wie wurden die Körper gelagert ? Nahe der HKL ? Im Rückwärtigem Gebiet (so es denn Transportkapazitäten zugelassen haben) ?



    Grüsse Christopher

  • Quote

    Original von SturmPionier
    Dieses Thema hat für mich noch eine andere Frage aufgworfen:


    Was wurde bei starkem anhaltendem Frost mit den Gefallenen im allgemeinen gemacht, also wo / wie wurden die Körper gelagert ? Nahe der HKL ? Im Rückwärtigem Gebiet (so es denn Transportkapazitäten zugelassen haben) ?


    Hallo,


    ich kann nur für einen Lazarett in Anhalt sprechen. Dort wurden die Leichen nach Aussage vom damaligen Verwaltungschef bei den Temperaturen unter -15°C "direkt am Lazarett aus Platzmangel stehend an der Wand gestapelt und später begraben".

    Gruß Viktor

  • Hallo,


    danke für eure Rückmeldungen bzgl. dieser Sache.


    Habe auch noch mal nachgeschaut im Buch dessen Titel mir grade nimmer einfällt (wird als Quelle nachgereicht), dort wird beschrieben, dass die Leichen auf Panjewagen gestapelt wurden und hinter der HKL abgestellt wurden und teilweise im Rahmen des Rückzuges (Südabschnitt) zurückgelassen wurden.



    @ Pottkieker: Grüsse aus Altenberge nach Havixbeck :)



    Gruß Christopher

  • Hallo Forum,


    2 seltene Photos aus dem Archiv Belivanakis, Schriftsteller des Buches "Die Deutschen auf Milos 1941-1945". Sie zeigen das Denkmal im Soldatenfriedhof der Insel im Jahr 1946. Das auf dem zweiten Photo gezeigte Schwert, ein Bestanndteil des Denkmals, befindet sich in der Privatsammlung eines Inselbewohners.


    Byron