Namensliste zur 359.ID

  • Hallo,
    ich bin hier neu, aber sehr erstaunt welche Informationen man hier bekommen kann. Seit geraumer Zeit suche ich nach Informationen eines Onkels von mir, der seit dem 21.03.1944 bei Chodaacukow Ml.-Konstantinowka/UdSSR vermißt wird. Er war beim Stabs-Batterie III/Artellerie- Regiment 359. Beim DRK München habe die letzte Information 1990 erhalten. Jetzt im Zeitalter des Computers hat man viel mehr Möglichkeiten. Mich würde interessieren, ob es zu den einzelnen Einheiten auch Namenslisten der Soldaten gibt. Kann mir da jemand weiter helfen?


    Grüße trixi64

  • Hallo trixie 64 und ein herzliches Willkommen in unserem Forum !


    Persönlich freue ich mich besonders über Deinen Einstieg hier ins Forum, denn es kommt nicht oft vor, daß sich jemand mit der 359.ID beschäftigt, die mir doch so besonders am Herzen liegt...


    Zu Deiner speziellen Frage nach Namenslisten muss ich Dich leider enttäuschen. Solche Listen gibt es leider nicht. Da ich mich aber mit dieser Division und ihren Einheiten schon länger beschäftige, liegen mir einige Namen - beileibe nicht alle - von Soldaten vor, so z.B alle Vermissten des Regiments. Auch weiss ich ansonsten noch einiges über die III. Abteilung des AR 359 zu berichten.


    Umso erstaunter bin ich über die Ortsbezeichnung (Zitat)"Chodaacukow Ml.-Konstantinowka/UdSSR". Hier bitte noch einmal überprüfen. Zum angegebenen Vermisstenzeitraum war die Einheit bei Tarnopol. also in der Ukraine, die damals zur UdSSR gehörte. Auch tragen die um Tarnopol liegenden Ortschaften tatsächlich für uns Deutsche fast unaussprechliche Namen. Dennoch, diesen habe ich noch nie gehört oder gelesen und er wär mir bestimmt in Erinnerung geblieben.


    So, zum Einstig für Dich füge ich ein paar Links an zum Einlesen an:
    http://www.lexikon-der-wehrmac…rungen/ArtReg/AR359-R.htm
    und
    http://www.lexikon-der-wehrmac…teriedivisionen/359ID.htm


    In Deinem Fach für persönliche Nachrichten (PN) findest Du dann auch eine Nachricht von mir...


    Gruß Herbert


    Nachtrag: Mir liegen insgesamt 7 Namen von Soldaten des Stabes III.Abt. vor, die vermisst werden, darunter einer vermisst bei Chodaczkow...

    Edited once, last by Herbert ().

  • Hallo Herbert,


    vielen Dank für die Antwort. Es erstaunt mich, dass jemand Namen von Vermißten der 359. ID hat. Ich habe so wenig Angaben was damals abgelaufen ist. Seit vielen Jahren interessiiere ich mich für Familienforschung und habe eine Angabe, die mich stutzig macht. Vielleicht lebte mein Onkel noch und ist in Kriegsgefangenschaft gekommen. Jedes Detail könnte da hilfreich sein. Ich werde in meinem Postfach mal nachsehen. Danke!


    Grüße zurück
    trixi64

  • Hallo,
    den Vermisstenort Chodaczkow Ml. (= Maly=auf deutsch:klein) konnte ich nun zusammen mit dem Ort Konstantinowka eindeutig als Schauplatz schwerer Kämpfe am 21.3.1944 identifizieren Auf der angehängten Karte (, die sich durch zoomen hoffentlich vergrößern lässt,) findet man die Orte im rechten, unteren Bereich südöstlich von Tarnopol etwas über der Zahl 68. Und genau diese Zahl macht mir etwas Kummer, denn sie bedeutet 68.ID und damit liegen die Orte im Einsatzraum dieser Division.


    Gruß Herbert

  • Hallo,


    mein Kummer aus dem vorigen post, die 68.ID und die III./AR 359 betreffend, hat sich in Rauch aufgelöst...


    Aus einer Kampfstärkemeldung (Stand 24.3.44) der 359.ID vom PzAOK 4 an die Heeresgruppe Süd und das OKH (Ia Nr2267/44 geh) vom 28.3.44 geht hervor, daß neben der Abgabe von 3 Batterien an den Kdt von Tarnopol auch 3 Batterien zur 68.ID abgestellt waren. Damit passt dann wieder alles...


    Gruß Herbert

  • Hallo,


    ich hänge mich hier einfach an.
    Ich weiß das mein Großvater in der 359. ID gedient hat und am 14.05.1945 schriftlich als vermisst gemeldet wurde.


    Wenn ich es recht in Erinnerung habe war er in Tarnopol eingeschlossen und müsste folglich (hier bin ich mir nicht ganz sicher) dem 949. Grenadierregiments angehört haben.
    Meine Frage nun waren außer dem 949.GR noch andere GR. der 359. ID in Tarnopol eingeschlossen oder stimmt meine Vermutung.


    2. Frage:
    Ich erinner mich, dass das taktische Zeichen 2 gekreute Oberschenkelknochen gewesen sein sollen. Hat hier jemand ein Bild davon?? Würde mich interessieren.
    Leider ist mein Großvater im September letzten Jahres verstorben so das ich von ihm keine weiteren informationen erhalten kann.


    Schon mal danke für eure Mühen
    Stefan

  • Hallo Stefan und ein herzliches Willkommen in unserem Forum !


    Auch über Deinen Einstieg hier ins Forum freue ich mich persönlich sehr !


    Zu Deinen Fragen:
    Wir müssen immer unterscheiden bei der Aussage "Tarnopol". Die Masse der 359. ID hat von März - Juli 1944 bei und um die Stadt gekämpft. Nur das GR 949 sowie eine Pionier-Kompanie und eine Abteilung der Divisions-Artillerie haben in Tarnopol gekämpft, waren also dort eingeschlossen und sind dort vernichtet worden. Nur gerade mal 55 Mann der Besatzung haben den Ausbruch überlebt und den Weg zurück zu den eigenen Linien geschafft. Dies waren aber nicht nur Angehörige der Division, da auch Soldaten anderer Einheiten in Tarnopol eingeschlossen waren.
    Dies kann man auch hier nachlesen:
    http://www.lexikon-der-wehrmac…teriedivisionen/359ID.htm


    Hier siehst Du dann auch das Divisionswappen der 359.ID ( = 2 Bären).
    Oberschenkelknochen deuten dann auf eine andere Einheit hin. Hier bin ich im Moment aber überfordert.
    Da die Division ja im Mai 1945 (nach Kriegsende) in russische Gefangenschaft ging ist eine Vermisstenmeldung durch Angehörige gut möglich. Eine Truppenmeldung ist aber eher unwahrscheinlich...


    Bitte schau auch mal in Dein PN-Fach...


    Gruß Herbert

    Edited once, last by Herbert ().

  • Erst einmal ist mir aufgefallen das ich oben einen fehler habe. Mein Großvater wurde 1944 als vermisst gemeldet und nicht 45 war oben also ein Tippfehler.


    Herbert
    ich hab Ihnen mal eine PN zurück geschrieben.
    Bzgl. Tarnopol:
    ich bin mir sehr sicher das mein Großvater zu den eingeschlossenen gehörte. Er erzählte an Weihnachten 2010 noch davon wie sie einige Tage lang immer wieder den Bahnhof in Tarnopol stürmten und am nächsten Tag von den Sowjets wieder zurück gedrängt wurden.


    Gibt es (bzgl des taktischen Zeichens) irgendeine Art Verzeichnis welches Regiment (oder Division) welches Zeichen benutzte??

  • Hallo Stefan,


    der 15.4.44 macht natürlich Sinn. An diesem Tag wurden die letzten 1500 Mann Besatzung in einem Vorort von Tarnopol zusammengedrückt, wobei sie rund 700 Verletzte im Lazarett in der Stadt zurücklassen mussten, die dann in russ. Gefangenschaft kamen und damit offiziell als vermisst galten.


    Der Bahnhof von Tarnopol liegt im Osten der Stadt. Im Verteidigungsabschnitt Ost waren die Einheiten Stab und Stabskompanie, 13. und 14. Kompanie sowie das I.Bataillon mit der 1. - 4. Kompanie des Grenadier-Regimentes 949 eingesetzt. Leider ist mir ein Truppenkennzeichen für diese (Unter-)Einheiten der 359.ID nicht bekannt.


    Zu den Truppenkennzeichen gibt es einmal die sehr gute Seite
    http://www.wwiidaybyday.com/
    und als Literatur ein Werk von
    Schmitz/Thies: „Die Truppenkennzeichen 1939-1945“ Biblio-Verlag, Osnabrück, 1987 (3 Bände)


    Gruß Herbert

  • Hallo zusammen !
    Vorab: Auch wenn selbst hier nicht gemeint, möchte ich dennoch für die beiden letzten posts um Verständnis bitten. Stefan hat sich ja zumindest ordentlich bedankt und wird in seinen nächsten posts sicherlich die Forenregeln (Anrede, Gruß) beherzigen und bei Johannesz handelt es sich um einen altgedienten Mitstreiter (auch dieses Forums!), der an einer üblen Augenkrankheit leidet, die es ihm sehr schwermacht, im Forum zu lesen und zu schreiben. Die PN dürfte wohl nur seine Tel.Nr beinhalten...


    Zum Stadtplan Tarnopol: Klasse Teil ! Danke !!!! (Wo holst Du nur immer solche Sahneteilchen her, Thilo? =)


    Den Bahnhof und damit auch das Kampfgebiet des Opas kann man ja gut ausmachen und im Westen ist auch gut die Straße zu erkennen, die in ihrer Weiterführung mit der einzigen Brücke über den Sereth der letzte Weg der Besatzer in den Vorort Zagrobela, das Ausfalltor für einen Ausbruch/Befreiung, war. Zagrobela selbst war eine Siedlung, die keinen Schutz bot, da die Häuser dort allesamt ohne Keller waren.
    Schon Anfang April waren die Verteidiger der Stadt gezwungen, sich auf den Stadtkern zurück zu ziehen. Dabei verlief die nördliche und südliche HKL am Stadtrand, die östliche schon durch das Stadtgebiet (Bahnhof) und im Westen eben bei Zagrobela.
    Leider konnte ich noch nicht die Örtlichkeit des Lazaretts oder der Kommandantur oder Gefechtsstände in Erfahrung bringen.


    Gruß Herbert

  • Hallo Herbert,


    Quote

    Vorab: Auch wenn selbst hier nicht gemeint, möchte ich dennoch für die beiden letzten posts um Verständnis bitten. Stefan hat sich ja zumindest ordentlich bedankt und wird in seinen nächsten posts sicherlich die Forenregeln (Anrede, Gruß) beherzigen und bei Johannesz handelt es sich um einen altgedienten Mitstreiter (auch dieses Forums!), der an einer üblen Augenkrankheit leidet, die es ihm sehr schwermacht, im Forum zu lesen und zu schreiben. Die PN dürfte wohl nur seine Tel.Nr beinhalten...


    ist schon okax. Problem ist, wenn man dazu nicht Stellung aus Sicht der Forumsleitung bezieht, nehmen sich andere ein Beispiel daran und machen es genauso.


    Noch übeler sind dann die "Dikutanten", die hier zwei leichtgewichtige Beiträge schreiben und mit denen man dann fünf Beiträge lang über Regeln diskutieren darf. Die verweisen gerne auf solche nicht-monierte Beiträge anderer.


    Ich bitte um Verständnis.



    Grüße


    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo Thilo,
    hallo Herbert,


    entschuldigt bitte wenn ich hier irgendeinen Fehler begangen habe der mir nicht ersichtlich war.


    Nocheinmal vielen Dank für die Informationen die mir sehr weiter geholfen haben.
    Liebe Grüße


    Stefan

  • Hallo zusammen


    Noch ein Hinweis zu Tarnopol, ist aber nicht neu
    Gert Fricke ,Fester Platz Tarnopol1944
    Rombach Verlag ISbn3-7930-0160-1
    Kann man auch über die Fernleihe haben.
    Es gibt ja immer neueMitglieder.
    Ich habe 2002 mit der Recherche zu meinem Vater , der 1944 als Angehöriger des Gren,-Rgt.949 als vermisst gemeldet wurde. Von diesem Zeitpunkt an habe ich im alten Forum und anderen Foren, alle Archive und Möglichkeiten genutzt.
    Heute habe ich die Recherche so gut wie abgeschlossen, es kann nur General Zufall helfen.Alledings verfolge ich dieses Thema und helfe jedem ,dem ich helfen kann.Bei Herbert ist es in den besten Händen und er hilft auch und ist sachkundig genug.
    Tilo machmal ist es besser erst mit einem PN -schreiber zu konsoltieren,als eine nicht passende Bemerkung zu schreiben. Schwamm drüber.


    Genug für den Sonntag
    Gruß Johannesz

  • Hallo

    Ich bin schon etwas länger auf der Suche nach der Grabstätte von meinem Onkel Joachim Witt.

    Wenn meine ganzen Angaben stimmen, war er in der 2. Batterie, Feldpostnummer 42638 C

    als Kanonier unter Hauptmann Mehls im AR 359. Wie fast alle dort Jahrgang 26 !

    Er ist am 17.04.44 verwundet und am 18.04.44 um 3.30Uhr verstorben.

    Seine Grabstelle ist auf einem damaligen Soldatenfriedhof in Kozowa da. 40km von Tarnopol.

    Laut VDKe.V. sollte es damals An der Kirche, Heldenfriedhof, Reihe1 Grab 5 sein.

    Sie finden es leider nicht mehr und ich hätte es gern um für meinen Vater ein Foto vom Grab seines Bruders

    machen zu können.

    Weiß vielleicht jemand etwas näheres, oder hat von der Einheit Fotos oder Angaben ?

    Wir sind für jeden Hinweis sehr dankbar.

    Gruß Matthias

    Edited 3 times, last by Matzek ().

  • Hallo Matthias und herzlich Willkommen in unserem Forum !


    Da hat sich wohl ein kleiner Fehler bei der FPN eingeschlichen ?? Die 2./AR359 hatte die FPN 41638 !!

    Das AR unterstand der 359. Infanterie-Division. Die Angaben aus unserem Lexikon der Wehrmacht setze ich als bekannt voraus !?

    Es gibt leider nur sehr wenig Dokumente zur Division und damit auch zum Artillerie-Regiment. Auch Namenslisten gibt es nicht und auch bei Fotos vom AR 359 muss ich leider passen.

    Kozowa als Bestatungsort ist plausibel, Der Ort lag zur besagten Zeit an der für die Division einzig verfügbaren Rollbahn( sprich Versorgungsstraße) von Brzezany zur Front nahe des Divisionsgefechtsstandes (Helenkow) und hatte einen Bahnanschluss. Vermutlich lag dort auch eine San-Einrichtung (Feldlazarett ?). Ist bekannt, ob er in einer solchen Einrichtung verstarb ?

    Die genaue geographische Lage von Kozowa auf einer Karte (Heereskarte T 50 - Tarnopol) ist Dir bekannt ? Gibt es nähere Angaben zu den Umständen seiner Verwundung (wo?) und seiner Verwendung ( Artillerist, Kraftfahrer oder sogar Infanterist o.a.)? Die Erstgrablage dürfte spätestens beim Rückzug Juli 1944 von den eigenen Leuten zur Verschleierung eingeebnet worden sein und ist heutzutage sehr wahrscheinlich nicht mehr auffindbar.-möglicherweise sogar überbaut.. Hinzu kommt noch die Möglichkeit einer schon damals durchgeführten Umbettung auf einen vom DivKdr am 10. Juni 1944 eingeweihten, größeren Heldenfriedhof bei Brzezany, für den das gleiche gilt, wie schon bei der Erstgrablage beschrieben.

    Zu Kampfhandlungen am 17.4.44 werde ich noch etwas schreiben - heute ist es schon recht spät...

    Ansonsten melde ich mich morgen mal übers Telefon !


    Gruß Herbert

  • Hallo Herbert

    Danke für die schnelle Antwort. Er war Kanonier in der 2. Batterie und das ist glaub ich die richtige Feldpostnr.

    Ich bin am We bei meinen Eltern und will mir da die Benachrichtigung und Papiere mal ansehen.

    Hab noch gefunden,operiert und gestorben in der Sanitätseinheit 33881. Behandelnder Arzt Dr. Guntermann.

    Weiß allerdings im Augenblick nicht ob das für meinen Onkel oder den Hauptmann Angaben sind.

    Ja Karten hab ich schon im Netz gefunden und auch etwas über die Aufstellung des 359 AR.

    Schade das es vor Jahren noch kein Internet gegeben hat. Ich habe schon sehr interessante Gespräche mit Überlebende gehabt. 1Bomberpiloten(110Flüge), 1Panzerfahrer bei Rommel,1Adjutanten vom Chef von Rügen,

    beide Großväter davon einer vom ersten Tag an dabei, der schon den 1.Weltkrieg als MG Schütze ohne Verwundung überstanden hatte. Selbst einen der bis Stalingrad gekommen ist und mein Schwiegervater der Funker auf einem

    U Boot war.

    Gruß Matthias

  • Hallo !


    Danke für die weiteren Angaben! Die FPN 33881 ist nicht stimmig (war gültig für Luft-Nachrichten-Regiment)! Es sollte wohl die FPN 33883 sein, die zum Zeitpunkt für die 2. San-Kompanie 359 gültig war. In Kozowa wurde von ihr ein Hauptverbandsplatz betrieben und macht somit Sinn !


    Die Frage wo und wie der Onkel seine Verwundung erlitten hat, kann momentan leider noch nicht geklärt werden. Als Artillerist am Geschütz kämen da diverse Möglichkeiten in Frage, je nach Standort und Auftrag. Ich tendiere z.Zt zu einem (unterstützuns-)Einsatz zur Befreiung/Entsatz des eingeschlossenen Tarnopols enteder beim Brückenschlag Straße Kozowa-Tarnopol oder weiter nördlich bei Kozlow/ Slobodka

    Gruß Herbert