Kampfgruppe von dem Bach

  • Hallo Miteinander,


    hier für den Anfang ein paar Informationen zur Kampfgruppe von dem Bach.


    Zusammensetzung der Kampfgruppe von dem Bach und Ist-Stärke nach dem Stande vom 12.9.1944
    (nur Inf.Verbände und Sondertruppen in Btl.Stärke und darüber)


    Ls.Btl.996 ............ 5/116
    Ls.Btl.997 ............ 5/229
    Ls.Btl.246 ............ 14/491
    Ls.Btl.619 ............ 1/106
    Sich.Btl.350 ......... 6/335
    I. u. II./Sich.Rgt.608 ….. 17/652
    Tr.Sich.Btl.384 ...... zus.: 761
    Pi.Btl.627 ............ 12/537
    Pi.Btl.46 ............ 14/791
    Pi-Sturm-Btl.500 ............ 14/791
    Pi-Sturm-Btl.501 ............ 12/629
    Flammenwerfer-Btl. Krone ……. 9/130
    Gren-Btl. Gnesen ......... 8/578
    Pz.Gr.Aus.Btl. 5 Kalisch ...... 3/487
    Btl. Atzenberger ..... 6/399
    Pz.Abt. 302 (Fkl) ..... 27/859
    St.Pz.Kp.218 ….. 2/73
    III./SS-Pol.Rgt.23 ….. 3/222
    I./SS-Pol.Rgt. 17 ….. 10/360
    III./SS-Pol.Rgt. 17 ..... 5/359
    SS-Pol.Rgt. 34 ..... 37/651/ 982 Freiw.
    Verst.Rgt.Dirlewanger ..... 33/2221
    3. Kos.Rgt. ..... 22/511
    I./Flak-Abt. RF SS ..... 11/616


    Grüße Matthias


    Quelle: NARAT311R218


    Edit: Bitte auch hier weiterlesen: klick


    Edit 2: Schreibfehler siehe Antwort von Tobias

  • Hallo Matthias,


    Pz.Abt. 302 (Fkl.) = Funkleit, nicht Flak.


    Gruß
    Tobias

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

  • Hallo Matthias,


    vielen Dank für Deine Zusammenstellung, dann werde ich mal ein bißchen aus meinn Unterlagen ergänzen ...


    Herzliche Grüße Dein Rolandus


    01.08.1944
    Im Angesicht der ostwärts Warschau erschienenen 2.sowjet.PzArmee erheben sich zwischen 16:30 und 17:00 Uhr in Warschau die Angehörigen der „Polnischen Heimatarmee Armija Karajowa AK“.


    Stadtkommandant von Warschau GenLt.Stahel (seit 31.7.1944, eingetroffen 1.8.44) mit
    GrenErsRgt 4
    Wach- und Alarm-Rgt Warschau
    LandesschtzBatl. 996, 997, 998
    Gren.Komp. der OFK 225
    Feldgend.Komp. 146 (mot)
    Bau-Pi-Batl. 146
    Pz.Zerst.Komp. 475
    2./PzJgAbt 743


    HSSPF Generalgouvernement: SS-Ogruf. Koppe


    SSPF Warschau: SS-Brigadeführer u. GenMaj.d.Pol.Geibel (24.5.48 im poln.Mokotow-Gefängnis)


    Dienstsitz in der Rosenallee/Aleja-Roz


    Dem SSPF unterstellt: SS-KGr.Staufer (SS-PzGrenAuE-Btl 3, Ostuf.Patz(s.d.)


    KdO Warschau: Oberstleutnant d.SchP. Rodewald
    Dienstsitz in der „Straße der Polizei“/Aleja Szucha


    Beauftragung des Chefs der Bandenkampfverbände, SS-Ogruf.v.d.Bach, mit der Niederschlagung des Aufstandes. Bildung der „Korpsgruppe SS-Ogruf.u. Gen.d.Pol.Erich von dem Bach“ aus vom RFSS persönlich verfügbar gemachten Verbänden.
    (s.a. W.Vopersal, SKK, Bd. Va, S. 246-250, 261, 279)


    Von dem Bach schrieb nach dem Krieg: „ … Mein Stab setzte sich zusammen:
    1. Stabschef Polizeioberst Golz
    2. Ia, Major i.G. Völkel, der mir von der 9.Armee zugeteilt wurde.
    3. IIa, Polizeihauptmann Schwartz.
    4. SS-Hauptsturmführer Friesenbüchler und Polizeileutnant Meisner als Verbindungsoffizier
    5. Ib und Versorgungseinheiten gab es nicht. Die Versorgung der Kampfgruppen wurde mit Wissen meines Ia direkt durch den Quartiermeister der 9.Armee geregelt, der den gesamten Nachschub mit Hilfe der Versorgungseinrichtungen der 9.Armee durchführte….“
    (Bericht Bach-Zelewski Februar 1947 in Krannhals, Aufstand in Warschau, S. 237 ff., hier S. 238)


    SS-Obersturmbannführer und Oberst der Polizei Herbert Golz lag vom 2.August 1944 bis etwa zum 25.September 1944 nach einem Autounfall im Lazarett. Er hat dann die Kapitulationsverhandlungen mitgemacht. (Krannhals, Aufstand in Warschau, S. 238, Anmerkung 33)


    Über die Dienststellung des Hauptmanns der Schutzpolizei und seit 22.8.1944 als SS-Hauptsturmführer in die Waffen-SS übernommenen Kurt Krull, seit Juni 1944 Ia im Einsatzstab des Chefs der Bandenkampfverbände, in Warschau ist nichts bekannt.
    (Verleihungsvorschlag DKi.G. in John P. Moore, Führerliste der Waffen-SS, Part 2, Disc 4, Unterlagen Krull) SS-Obergruppenführer von dem Bach schreibt dazu: „ … Nach längerem Lazarettaufenthalt und Verwendung in den verschiedensten Dienststellungen wurde Krull dann auf Grund seiner bewiesenen Fähigkeiten zu meinem Einsatzstab abgestellt.
    Am 4.8.1944 mit Erhalt des Auftrages zur Niederschlagung des Aufstandes in Warschau, ging Krull als Ia mit mir dorthin. Es war mit sein Verdienst, dass aus den anfangs in Warschau vorhandenen, wenigen Verbänden die schlagkräftige Kampfgruppe und dann die Korpsgruppe wurde.
    In unmittelbaren Einsätzen bei der kämpfenden Truppe und den jeweiligen Schwerpunkten holte er sich die Unterlagen für die Fortsetzung des Angriffs, für die Weiterführung des Kampfes und für den Ansatz der verschiedenartigen, in den Einsatz Warschau nachgeführten neuen Verbände und Waffen- Das alles meisterte Krull ohne einen Korpsstab, wobei ihm auch noch ohne Quartiermeister-Abt. die schwierige Aufgabe der Versorgung und des Nachschubes übertragen war. Mit unerschütterlicher Ruhe und Dank seines taktischen Könnens und dem ihm eigenen Organisationstalent erfüllte er dies alles unter rastlosem Einsatz seiner Person bei Tag und Nacht. Klar und überzeugend waren immer seine Vorschläge und die Anordnungen und Maßnahmen erfolgbringend. Seine große Umsicht ließ ihn auch bei notwendig werdenden Improvisationen nicht die Übersicht verlieren. Er war so an allen Einzel- und an dem großen Gesamterfolg in Warschau maßgeblich mit beteiligt. Während des ganzen Einsatzes in Warschau war er mir der gute und tüchtige Führergehilfe.


    SS-Hauptsturmführer K r u l l hat sich in allen bisherigen Einsätzen als Offizier mit besten Führerqualitäten und höchster persönlicher Einsatzbereitschaft und Haltung, verbunden mit ausgereiftem taktischen Können bewährt. Ich halte ihn auf Grund seiner bisher gezeigten Leistungen zur Verleihung des Deutschen Kreuzes in Gold für besonders würdig.“
    (Verleihungsvorschlag DKi.G. S. 3 unten – S 4 oben in John P. Moore, Führerliste der Waffen-SS, Part 2, Disc 4, Unterlagen Krull)


    02.08.1944
    Anmarsch der Verbände der „Korpsgruppe“:
    „Posener Gruppe“, HSSPF Posen, SS-Gruf.u.GenLt.d.Pol.Reinefahrt, mit 16 Kompanien, meist aus Gendamerie, teilweise mot., mit tschech.sMG und Grantwerfern, nach kurzen Einsatz in 12 Kompa-nien in 2 Regimentern umgegliedert, davon die Hälfte als Reserve.


    SS-Sturmbrigade RONA, Brigadeführer Kamniski, größteneils aus weißruss.Nationalisten, z.Zt. in Tschenstochau.


    SS-Sonderregiment Dirlewanger, SS-Oberführer Dirlewanger, aus Lyck, Ostpreußen


    SichRgt 608, Oberst Schmid, aus dem Ersatzheer, von Posen mit 20/ 600 Mann


    Zwei Aseidbadschanische Inf.Batl. mit 5/ 677 Mann


    04.08.1944
    In der Zwischenzeit hat der Befh.d.Ersatzheeres die Zuführung von Kräften nach Warschau angeordnet. Dazu zählen u.a. „Walküre“- und Polizei-Einheiten aus dem Raum Posen, in Stärke von insgesamt 16 Kompanien mit 45 Offizieren und 2695 Mann, darunter die Pol.Batl.Burkhardt und Petersburg sowie das Gendamerie-Einsatz-Kdo.Walter.
    Zu den sogenannten „Poserner“ Kräften gehören auch je eine Kompanie der SS-Junkerschule Braunschweig in Posen-Treskau und des SS-Bataillon Röntgen aus Posen-Stadt.


    Aus Lyck/Ostpr. werden der SS-Sonderverband Dirleanger und aus dem Raum Tschenstochau ein Regiment der SS-Sturmbrigade“Rona“ herangeführt.
    Sie treten unter den Befehl des nach Warschau berufenen HSSPF Warthe im WK XXI, SS-Gruf.u. GenLt.d.Pol.Reinefarth. (s.a. W.Vopersal, SKK, Bd. Va, S. 280)


    Von den 2 750 Mann der Posener Gruppe beziehen etwa 1000 Mann am westlichen Stadtrand von Warschau Stellung.


    SS-Brig.RONA wird in Tschenstochau auf LKW verladen und über Petrikau nach Warschau zugeführt: Major Frolow mit 1 700 Mann in 2 Batl., mit u.a. 2 Bttr (? 7,62 cm Geschützen) .
    RONA marschiert am 4.8.44 abends(? Morgen des 5.8.44) entlang der Radomer-Straße in den Stadt-teil Ochota vor und begann mit Plünderungen (laut KTB AOK 9: „.. von Süden auf die R-Straße bis zur Machorka-Fabrik durchgesoffen!...“)


    I./Dirlewanger mit 365 Mann unter SS-Ostuf. Maier in Warschau eingetroffen, mit den zahlreichen Pol. Gendarmen an der von Lodz in die Stadt hineinführende Litzmannstädter Straße/Ulica Wolska, der Hauptstraße des Stadtteil Wola, versammelt: I.Batl. auf und südlich der Straße, die Pol.Einheiten nördlich davon. Vorstoß in Richtung Innenstadt-Sächsischer Garten (s.a. W.Vopersal, SKK, Bd. Va, S. 280 ff)


    H.Gr. Mitte Abt. Ia op Orientierung v. 4.8.1944, 23.15 Uhr
    A.O.K. 9 meldet 22.00 Uhr über SS-Kräfte für Niederschlagung des Aufstandes in Warschau:


    Es sind eingetroffen:
    1700 Mann SS „Rona“ (Kaminski)
    1 Btl. SS-Rgt. Dirlewanger
    1 Btl. SS und Wehrmacht aus Posten (gemeint Posen)


    Gesamtführung dieser Kräfte liegt in Händen des Generalmajors der Polizei Rheinfarth, Höh.SS- u. Pol.Fhr. in Posen
    (T 311 R 228 001433 H.Gr. Mitte)


    05.08.1944
    Um 9:30 Uhr läuft der Angriff der unter dem Befehl von SS-Gruf.u.GenLt.d.Pol.Reinefahrt zusammen-gefaßten Kräfte an.... Dirlewanger erreicht in hartnäckigen Barrikadenkämpfen die Bahnunterführung in der Vorstadt Wola. (s.a. W.Vopersal, SKK, Bd. Va, S. 288)


    Leseabschrift von Fernschreiben den 5.8.1944
    Ia Nr. 3759/44 geh.


    An AOK 9 den 4.8.44, 00:30 Uhr
    Nachfragen des OKH/GenStdH/OpAbt beim SS-Führungshauptamt ergaben folgendes bez. Zuführung für Warschau:
    1) SS-Polizei-Rgt Dirlewanger marschiert i.d.Nacht vom 3./4.8. beginnend von Treuburg über Lötzen-Ortelsburg-Ciechanow nach Modlin. Von hier Weiterleitung durch AOK 9
    2) 1 Rgt der SS-Sturmbrigade Rona (Brigade Kaminski) wird aus dem Raum Tschenstochau zugeführt. Einzelheiten über Abfahrt, Art des Transportes, Kfz. bzw E-Transport noch nicht festgelegt
    3) Aus Posen wird 1 aus SS und Heeresteilen zusammengestelltes Btl im E-Transport zugeführt.
    4) Verantwortlicher Bearbeiter f. Zuführung der SS und Polizei nach Warschau ist SS-Obergr.-Führer von dem Bach, zu erreichen bei SS-Obergr.-Führer Koppe.
    AOK 9 bzw. Wehrmachtskommandant Warschau setzen sich unmittelbar mit SS-Obergr.Führer Koppe in Verbindung. Beschleunigung aller Transporte ist vom SS-Führungshauptamt zugesagt.


    Obkdo.HGR.Mitte
    Ia Nr. 10285/44 geh.
    Krebs
    (Krannhals, Aufstand in Warschau, S. 359, R.Michaelis, Sturmbrig.D., S. 24)


    Stärke der Einsatzgruppe Gruppenführer Reinefarth (5.8.1944)
    1 Btl zbV aus WK XXI mit 2 Kp.anscheinend Fahnenjunker Stärke 292 Mann
    1 Btl der Standarte Dirlewanger, Fhr. Ostuf. Maier 365 Mann
    2 Kp des Aserb.Btl II Bergmann 228 Mann
    2 ½ Kp mot.Polizei 341 Mann
    1 GenKp mot Fhr. Oblt.Borgmann 155 Mann
    1 Kp.SS 116 Mann
    1 verst.Rgt der Brig.Kaminski, Fhr.Major Frolow 1700 Mann
    FEB „Hermann Göring“ 800 Mann
    Summe 3997 Mann
    (Krannhals, Aufstand in Warschau, S. 361, Bumi H-12-9/9)


    06.08.1944
    Das inzwischen eingetroffene II./Dirlewanger wird über Wola Richtung Innenstadt herangeführt.


    Zweiter Angriff der „Gruppe Reinefahrt“ längs des Straßenzuges Wolska – Chlodna – Sächsischer Garten ins Stadtinnere.


    SS-Ogruf.v.d.Bach erhält am 6.8.44 auch das Kommando über die deutschen Verbände in Warschau. (MaA, Nr. 117, S. 225)


    Gliederung 6.8.1944:
    Einsatzgruppe Reinefarth:
    Angriffsgruppe Süd: 1 KosRgt v.Brig.Kaminski
    4 T 34
    1 russ.StuGesch
    1 Bttr. 12,2 cm russ.
    Angriffsgruppe Mitte:
    Unmittelbar Grf.Reinefarth unterstellt:
    Teil A: 2 Btle.SS-Brig.Dirlewanger
    4 Pak Sf 7,5 cm, 1 Pak 3,7 cm
    Tle. AserbBtl II./Bergmann und I./111
    Teil B: 1 PolKp. Posen
    1 PolKp. Litzmannstadt
    1 Kp.Feldgend. (mot) Weichselstädt
    1 Kp Feldgend. (mot) Pabianice
    1 Kp. Gend.Schule Weichselstädt


    Angriffsgruppe Nord: 2 SchtzKp. Zu je 120 Köpfe
    1 schw.Kp
    1 Kp.SS-Führerschule Braunschweig


    Reserven: SichRgt 608
    FEB „HG“
    6 Feldgend.Kp. zu je 100 Mann


    In Zuführung: SS-Brig.“Siegling“
    (Krannhals, Aufstand in Warschau, S. 362 - 363, Bumi H-12-9/9)


    08.08.1944
    Vortragsnotiz v. 8.8.1944
    Betr. Truppeneinteilung Kampfgruppe Reinefarth


    I. Südlicher Stoßkeil: Brigade Kaminski 1700
    Tle.A.PzJgAbt 743
    1 Bttr. 12,2 cm (r.)
    II. Mittlerer Stoßkeil: I.u.II.Btl Dirlewanger 16/ 865
    PolBtl Burkhardt 10/ 366
    mit 1 Kp.v.Gend.Eins.Kdo.Walter 4/ 142
    PolBtl Peterburs 8/ 489
    mit 1 Kp.v.Gend.Eins.Kdo.Walter 4/ 145
    InfBtl I./111 (Aserbeidschan) 4/ 577
    3 Sturmgeschütze (v.Abt 200) 1/ 15
    1 Pionierzug v. Btl. 654 1/ 56
    1 Pionierzug v. Btl. 654 1/ 9
    III.Nördlicher Stoßkeil: 1 Schützen-Kp. v. Warthelager 2/ 125
    1 schwere Kp. v.Warthelager 1/ 199
    1 Schützen-Kp. (Aserb.v.Einh.Bergmann) 1/ 100
    1 PolKp. von Einheit Walter 4/ 131
    1 Schützen-Kp. Gnesen Liebisch 1/ 138
    1 Schützen-Kp. Rawitsch Liebisch 1/ 139
    1 sMG-Zug (SS-Kp.Posen) 1/ 37
    1 Pionierzug Liebisch 1/ 28
    1 Reiterzug Liebisch 1/ 31
    3 Sturmgeschütze (v.Abt 200) 1/ 15
    1 PzJg-Zug mot. Gnesen Liebisch 17 38
    1 Schützen-Kp. PzGrAusbBtl 5 1/ 134
    1 Schützen-Kp. 2/ 132
    1 Schützen-Kp.,
    davon 2 Pi-Züge, 1 Bewährungszug 2/ 163
    1 schwere Kompanie


    Kampfgruppe Schmidt: SichRgt 608
    ArtAbt 507
    EisbPz.Ausb.Zug 75
    (Krannhals, Aufstand in Warschau, S. 363 - 364, Bumi H-12-9/9)

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • 11.08.1944
    Vortragsnotiz v. 11.8.1944
    Betr. Truppeneinteilung Kampfgruppe Reinefarth


    I. Angriffsgruppe Süd:
    Führer: Major Frohlow
    Truppen: 1 Rgt der Brig.Kaminski
    1 Bttr- 12,2 cm (r) (2 Geschütze)
    2./PzJgAbt 743 (12 Geschütze)
    1./PzPiSturmBtl 500


    II. Angriffsgruppe Mitte
    Führer: SS-Stand.Führer Dirlewanger
    Truppen: Rgt.Dirlewanger mit unterstellter I./111 (Aserb.)
    II.Bergmann (ohne 7.Kp.) (Aserb.)
    PolBtl Sarnow mit unterstellter 1 Kp.GendEinsKdo Walter
    3.Kosaken-Rgt
    3 Geschütze/StuGeschAbt 200
    1./PzJgAbt 743 (14 Geschütze)
    PiZug – InfBtl Liebisch


    III.Angriffsgruppe Nord:
    Führer: Major Reck (Inf.Schule Posen)
    Truppen: gemischtes Btl Reck/Liebisch
    (Stab, 3 GrenKp, 1 s.Kp., 1 Pak-Zug, 1 Reiter-Zug)
    7./Bergmann (Aserb.)
    1./Gend.Eins.Kdo.Walter
    PzGren.Ausb.Btl 5
    (Stab, 3 GrenKp., 1 s.Kp)
    s.Stell-Werfer-Bttr.201
    1 Zug/PiBtl 654


    IV. Kampfgruppe Schmidt
    Führer: Oberst Schmidt (Kdr.SichRgt 608)
    Truppen: SichRgt 608
    1 s.Zug/I./111 (Aserb.)
    ArtAbt 507
    2./PzPi.SturmBtl 500
    Eisb.PzAusb.Zug 75


    V. Reserven: PolBtl Burkhardt
    I./111 (Aserb.) (ohne 1 Kp und 1 s.Zug)


    VI. In Zuführung: SichBtl 246
    Russ.Reiterabt 580
    Kos.Btl 572
    IV./ (Kos.) SichRgt 750
    Kos.Abt 960/ III.KavBrig
    Pz.Abt 302 (23 StugGesch, 36 Funklengwagen)
    (Krannhals, Aufstand in Warschau, S. 368 - 369, Bumi H-12-9/9)


    12.08.1944
    Kampf um die Altstadt


    H.Gr. Mitte Abt. Ia Aktennotiz v. 12.8.1944


    Anruf Gen.Oberst Guderian
    Der H.Gr. werden zum Einsatz in Warschau ab 14.8. zugeführt:
    1.) 1 Tiger mit 38 cm Wurfgeschoss (Versuchsstück), nicht geeignet zum Einsatz gegen panzerbrechende Waffen, da nur aus Flusseisen.
    2.) 1 Komp. 10 Sturmgeschütze mit 15 cm Skoda Mörser
    3.) 1 Funklenk-Komp.


    OKH legt auf Einsatz dieser Waffen im Straßenkamp zur restlosen Zerstörung der Stadt besonderen Wert.
    (T 311 R 228 001406 H.Gr. Mitte)


    14.08.1944
    Am 14.August 1944 übernahm der SS-Obergruppenführer von dem Bach vom AOK 9 den Befehl über alle zur Aufstandsbekämpfung eingesetzten Truppen der Wehrmacht, Waffen-SS und Polizei und fungierte bis zum 9.Oktober 1944 als Kommandierender General der so neugebildeten „Korpsgruppe von dem Bach“ . (R.Michaelis, Sturmbrig.D., S. 30)


    15.08.1944
    Der Chef der Ordnungspolizei, Kdo. II P 2a (1) Die III 33 b (IIa), Berlin, 15.8.1944 (Grpl. Oberst Abeßer, Ugpl. Oberstleutnant Hühne, Sachb. Major Herden) gab folgenden Befehl heraus:
    „Betr. Ersatz für Oberst Kintrup als Kommandeur einer Kampfgruppe


    1.) Vermerk:
    Chef BKV bittet mit Fs. vom 14.8.44 um sofortige Gestellung eines als Führer einer Kampfgruppe geeigneten Obersten.
    Nach fernmündlicher Rücksprache mit SS-Brigadeführer Rode ist Obertlt. Diez, z. Zt. PV Wien, abzuordnen.


    2. Fernschreiben:
    An Chef BKV, BdO Wien, Einsatzstab von dem Bach – über BdO Posen
    Oberstlt. d.SchP. Diez, Martin, z. Zt. PV Wien, zum Einsatzstab von dem Bach als Führer einer Kampfgruppe abgeordnet. Reiseweg über Posen, Kutno, Lowitsch, Ziel Sochaczew. Inmarschsetzung (unverzüglich) ist zu melden. Chef O – P 2a (1) Die – III 33 I.A. Bahl.
    (Kopie 1 Seite, Archivmaterialen Werner Liersch, zur Verfügung gestellt 16.6.2010)


    16.08.1944
    Stellungswerfer-Batterie 201 arrived together with the 4 trains carrying Stellungswerfer-Regiment 102 in the Warsaw area on 6./7.8.1944. The trains were unloded at Pruszkow station.


    A 'Vortragsnotiz' regarding the 'Truppeneinteilung der Kampfgruppe Reinefarth' dated 16.8.1944 lists Stellungswerfer-Batterie 201 as part of 'Angriffsgruppe Nord' under a certain Major Reck (Reck, Max, 09.10.1944, Major, Rgt. Reck bei Kampfgruppe Reinefarth (DKiG)) from the Infanterie-Schule Potsdam.
    This group was made up from:
    - verst.gem.Btl. Arzberger
    - Pz.Gren.Ausb.Btl. 5
    - 1 Kp. Gend.Einsatz-Kdo. Walter
    - 1 Kp. Pol.Btl. Burkhardt
    - Pol.Btl. Warschau
    - 1 s.M.G.-Zug/SS-Kp. Röntgen-Posen
    - s.Stellg.Wrf.Btr. 201
    - 1 Zug Pi.Btl. 654
    - Taifunzug (Stab Pz.Pi.Sturm-Btl. 500)
    - 1 Flamm-Wfr.Trupp/SS-Jg.Btl. 501
    (Martin Block am 25.8.2009 in http://forum.axishistory.com/viewtopic.php?f=50&t=157234)

    20.08.1944
    Korpsgruppe von dem Bach, Abt Ia, TgbNr. 110/4/44 g. v. 20.8.1944
    Truppeneinteilung der Angriffskräfte in Warschau: (Anlage zu AOK 9, Ia, Nr. 4228/44 geh.


    Führer: SS-Obergruppenführer von dem Bach


    A) Kampfgruppe Rohr Führer : GenMaj.Rohr Stärken


    Truppen: SS-u.Polizeiführer Warschau
    Stützpunkt Verteidigungsabschnitt „D“ 3 707
    1 Rgt der Brig.Kaminski )
    1 Bttr. 12, 2 cm (r) (2 Geschütze) )
    1 Bttr. 7,5 cm ( 2 Geschütze) ) 75/ 1 510
    PiBatl. 627 14/ 723
    1./PzPi-Sturm-Batl. 500 1/ 221
    Teile FlakRgt 80
    3./SS-FlakRgt (? Abt)“Wiking“


    B) Kampfgruppe Reinefarth: Führer: SS-Gruppenführer Reinefarth


    Truppen:


    I. Angriffsgruppe Dirlewanger Führer: SS-Oberführer Drlewanger
    Truppen: SS-Rgt.Dirlewanger mit unterstellter )
    verst. 111 (As.) ) 19/ 1 306
    u.Ostmuselm.SS-Rgt (ohne III.) )
    verst.II./Bergmann (ohne 7.) )
    u. 2.u.4./Gend.Einsatz.Kdo.Walter ) 9/ 539
    1.u.2./111 (As.)
    ½ sMG-Zug 4./111 (As.)
    5 Geschütze (2 cm)/FlakRgt 80 1/ 30
    1 Zug PiBatl. 654 0/ 56
    1 Trupp Flamm.Wrf.Batl.Krone ( 8 Flamm) 0/ 8


    II. Angriffsgruppe Reck Führer Major Reck, Inf.Schule Posen
    Truppen: verst.gem.Batl.Arzberger mit )
    Stab, 3 Gren.Kp., 1 s.Kp., )
    1 Pak-Zug, 1 Reiter-Zug, 1 Pi- )
    Zug, 7.Bergmann (As.), )
    1 Gren.Kp.SS-Schule Treskau ) 11/ 888
    1.u.6./Gend.Einsatz-Kdo.Walter 9/ 262
    Pol.Kp. Warschau 363
    1 sMG-Zug/SS-Kp.Röntgen,Posen 1/ 38
    1 Trupp Flamm-Wrf.Btl.Krone (8 Flamm) 0/ 8



    III.Angriffsgruppe Schmidt Führer: Oberst Schmidt, Kdr.SichRgt 608
    Truppen SichRgt 608 20/ 598
    GrenBtl.Benthin (ohne 2.) 9/ 536
    Pol.Batl.Burkhardt (3 Kpn.) 7/ 254
    2 s.Züge 4./111.(As.) 1/ 60
    1 Trupp Flamm.Wrf.Btl.Krone ( 8 Flamm) 0/ 8
    Eisb.PzAusb.Zug 75 1/ 48


    IV. Der Kampfgruppe unmittelbar unterstellt:


    a) Reserven bzw. wechselnd unterstellte Heerestruppen
    Stug.ErsAbt 200 (3 Gesch.) 3/ 157
    PzAbt 302 (20 Stug., 50 Fkl.-Pz)
    Stu.Pi.Rgt Herzog mit PiBatl. 46 14/ 664
    Pz.Pi.Stu.Batl. 500 (ohne 1.) 4/ 281
    Stu.Pz.Kp. 218 (18 gesch.) 1/ 77
    s.Bttr. 638 ( 61 cm Mörser) 3/ 110
    s.Stell.Werfer-Bttr. 201 2/ 62
    Stu.Mörser-Kp.1000 ( 2 38 cm Mörser Sf.Fahrgest.Pz VI) 2/ 54
    3./XXI./Pol.Btl.Sarnow 2/ 110
    Flamm.Wrf.Btl.Krone (150 Flamm) 10/ 292
    Feuerschutz-Pol.Btl. (mot) 10/ 192


    b) Abschirmgruppe:
    Pol.Batl.Sarnow (Stab, 3 Gren.Kp., 1 Gend.Kp.))
    unterstellt: )
    3 Kpn. Gend.Einsatz.Kdo.Walter ) 24/ 1 224
    2./Pol.Batl.Benthin )
    1 Zug/SS-Kp.Röntgen-Posen )
    IV.(Kos.Abt.)/SichRgt 57 8/ 936
    Kos.Batl. 572 14/ 605
    Kos.Abt. 69 14/ 759


    V. Hinzuführung:
    Pz.Pi.Sturm-Btl 501
    Kos.Abt 579
    Russ.Reiter-Abt 580


    c) Wehrmachtskommando Warschau: Führer. GenLt.Stahel.


    Truppen: In Stützpunkten eingesetzte Einheiten der
    Verteidigungsabschnitte A 1 311
    B 1 413
    C 1 754
    (Krannhals, Aufstand in Warschau, S. 381 - 383, Bumi H-12-9/9,s.a. BA NS 756/40 RH 19 II/227)


    00.09.1944
    Ortskampf der „Gruppe von dem Bach“ in Warschau (bis 10.44) mit
    Pol.Einheiten
    I.u.II./SichRgt 608, 203.SichDiv
    PiBatl. 527, 46
    PiStab Batl. 501
    Tr.Sich.Btl 384
    LandesschtzBatl. 996, 997
    SichBatl. 246, 350
    St.PzKp. 3202 (Fkl)
    11 landeseigene Verbände (Mehner,W-SS u.OrPo, S. 269)


    10.09.1944
    Das SS-Pol.Rgt 17 wurde durch die 562.Gren.-Div. „ vom 10.9.44 der Korpsgruppe von dem Bach zugeführt und der Kampfgruppe Rohr in Warschau unterstellt. Ein Batl. zum Bandenkampf in Warschau und ein Batl. in der HKL Weichselufer südostwärts Warschau eingesetzt….“
    (Meldung Kommandeur des SS-Pol.Rgt 17, Oberstleutnant Franz Lechthaler, fernschriftlich, Bkve. Nr. 926 28.9. 19.15 Uhr, an den Chef der Ordnungspolizei, „z.Hd. Herrn Rogalski v. 19.9.1944, Aus R 19/329, in BA-MA N 756, Kopie im Besitz des Verfassers)


    20.09.1944
    In der Nacht gelingt es den Eingreifreserven unter Oberst Necker, Kdr Fs.PzGrenRgt 2“HG“ mit Teilen seines Rgts und der unterstellten Pol.Kgr.Reck, Korpsgruppe von dem Bach, die über die Weichsel gesetzten poln.Legionäre zu vernichten. (s.a. W.Vopersal, SKK, Bd. Vb, S. 422)


    25.09.1944
    In der Frühe beginnt unter der Befehlsführung des XXXXVI.PzK. der Angriff gegen die Aufständischen im Warschauer Stadtteil Mokotow mit der Kgr. Rohr (mit unterstellte Kgr.Staufer, SS-PzGrenAuE-Btl 3) und der 19.PzDiv. (s.a. W.Vopersal, SKK, Bd. Vb, S. 429)


    27.09.1944
    Kapitulation des Stadtteils Mokotow um 13:00 Uhr


    29.09.1944
    Angriff auf Zoliborz, Kapitulation von Z. am 1.10.44


    02.10.44
    Nennung von nur noch 6 landeseigenen Verbänden, neben den anderen Einheiten
    (Mehner,W-SS u.OrPo, S. 269)


    03.10.1944
    Kapitulation der poln.Heimatarmee
    Deutsche Verluste: etwa 10 000 Tote
    7 0000 Vermißte (?)
    9 000 Verwundete


    07.10.1944
    Nennung von nur 6 landeseigenen Verbänden und den Pol.Einheiten
    Neu hinzu das SS-PolRgt 17 und I.Batl.“SS-Sonderregiment Dirlewanger“ (Mehner,W-SS u.OrPo, S. 269)


    09.10.1944
    Die Gruppe von dem Bach wird am 9.10.1944 auf Befehl des RF-SS aufgelöst. (AOK 9, Ia Nr. 5760/44 geh)
    (Mehner,W-SS u.OrPo, S. 269, Krannhals, Aufstand in Warschau, S. 412, Bumi H-12-9/9)


    „Notiz“ im KTB AOK 9 vom 9.10.1944
    Nach beendeter Ordnung der in Warschau eingesetzten Truppenteile, Alarm- und Splittereinheiten der Korpsgruppe v.d.Bach ergibt sich folgende Gliederung


    I. Es verbleiben dem AOK 9
    1 Sturm-Pi.Btl.
    Pi.Btl. 46, 627
    Horch- u. Minier-Kp. 7
    Pi.Bohr-Zug
    Pi-Bau-Btl. 737
    Sich.Btl. 350
    Ls.Btl. 246, 997, 997
    Trsp.Such.Btl. 384
    Kos.Btl. 572
    IV. (Kos)/Sich.Rgt 57
    Kos.Abt. 69
    I./as. 111
    II./ (as.) Bergmann


    Eisb.Pz.Lehrzug 5
    Sturm-Mörser-Kp. 1000
    s. Stell.Werfer-Bttr. 201


    II. Die Abgabe folgender Einheiten wurde befohlen:
    1 Sturm-Pi.Btl. nach Budapest
    Kos.Reiter-Abt. 580 zu AOK 2
    Panzer-Abt. 302 FKL (ohne 4./) zu Pz.AOK 3
    4./Pz.Abt. 302 FKL für Neuaufstellung in die Heimat
    Sturm-Pz.Kp. 218 zu Pz.AOK 3
    Karl-Bttr. nach Budapest

    Pz.Gren.Ers.u.Ausb.Btl. 5 nach Kalisch ) Zu- und
    Btl. Reck (Inf.Schule Posen) nach Posen ) Rückführung
    Gren.Btl. Benthin nach Gnesen ) durch Reichs-
    Pak-Zug Wilke nach Hohensalza ) fhr.SS befohlen


    III. Die Abgabe folgender Einheiten wurde angekündigt:
    Sich.Rgt. 608 mit I./ u. II./608 zu 203.Sich.Div.,
    dafür dem AOK zugesagt
    Sicherungs-Rgt. 88


    IV. Von SS- und Polizei-Einheiten der Korpsgruppe v.d.Bach verbleiben in Warschau
    SS-Pol.Rgt 17
    Pol.Schtz.Rgt 34
    Pol.Wach-Btl. Warschau
    Schuma-Btl. 31
    Einzeldienst der Pol. Warschau


    V. Polizei- und Luftwaffen-Einheiten, die noch an der Weichselfront eingesetzt sind:
    I./SS-Pol.Rgt 17
    Luftwaffen-Btl. v.Hartmann
    Luftwaffen-Btl. Weckerle


    VI. Gemischte Truppenteile (Splittereinheiten) bestehend aus Heer, SS, Polizei, Luftwaffe, Techn. Nothilfe, SA usw., die sich in Zuführung zum Abwicklungsstab, Gen.Maj. Rohr, nach Grodzick befinden:


    Rgt. Nöthe: Btl. Schmidt, Berndt, von Schöning (Reste)


    Rgt.Gr. Rodewald: Btl. Vogel, Btl. Maier, Btl. Anders


    Rgt.Gr. Lange (Stab Wach-Rgt. Warschau) (SS-) Btl. Patz, (Pol.) Btl. Balz


    Rgt.Gr. Heuer mit Bahnhofswach-Kp., Quartierwach-Kp., Lw.Kp. (Versprengte),
    Russen-Kp., Weißruth.Kp., Aserb.Kp.


    Rgt.Gr. Schmelzle mit Ls.Btl. 996 (Teile)


    Rgt.Gr. Dietz mit Ls.Btl. 997 (Teile), SichBtl. 350, Ls.Btl. 240,
    I.(as) 11, II./ (as.) Bergmann
    (BA-MA N 756, aus AOK 9 64802/24)


    Fernschreiben AOK 9, Ia, Nr. 5760/44 g.Kdos vom 9.0.1944, 20.40 Uhr, an Obkdo HGr. mitte
    „SS-Obergruppenführer von dem Bach teilt mit:
    1.) das Korpsgruppe von dem Bach vom Reichsführer SS aufgelöst wurde


    2.) dass er vom Reichsführer beauftragt ist,
    nach Durchführung der personellen Evakuierung die völlige materielle Räumung Warschaus durchzuführen, wobei die das gesamte Räumungsgut zur Verfügung Reichsführer SS gestellt werden soll mit Ausnahe des Rüstungsgutes und der Gebrauchsgegenstände des täglichen Bedarfs aus dem Innen-Kessel Warschaus, die er nach Rückspracjehe mit Generalgouverneur und entsprechend seinen Verhandlungen mit General Komorowski-Bor zur Verfügung des polnischen Hilfskomitees stellen will;


    3.) dass er vom Reichsführer SS den Führerauftrag erhalten hat, die totale Zerstörung Warschaus durchzuführen. Bei der Durchführung dieses Auftrags wird er alle militärischen Wünsche berücksichtigen. Für die Zerstörung der Stadt soll technische Nothilfe aus dem Reich eingesetzt werden.


    4.) Ich bitte um schriftluiche Bestätigung dieser dem SS-Obergruppenführer von dem Bach erteilten Aufträge. Mit Auflösung der Korpsgruppe von dem Bach scheidet Obergruppenführer von dem Bach aus dem Unterstellungsverhältis der 9.Armee aus.


    5.) Entsprechend vorstehenden Befehlen wird AOK 9 ausschließlich die Räumung von Rüstungsgütern durchführen und die notwendigen Eisenbahnräumungstransporte steuern, im übrigen die Gesamtleitung und Verantwortung SS-Obergruppenführer von dem Bach überlassen.
    Gez. Frhr. von Lüttwitz, General der Pz.Truppe (BA-MA N 756, aus AOK 9 64802/24)


    10.10.1944
    Korpsgr. v. d. Bach


    Flak-Abt I./RF SS


    Verst.Rgt. Dirlewanger mit
    I. u. II./ostmuselm. Btl.


    Rgt.Gr. Rodewald mit
    Btl. Vogel, Btl. Maier, Btl. Anders


    Rgt. Lange (Stab Wach-Rgt. Warschau)
    SS-Btl. Patz, Pol.Btl. Balz


    Rgt.Gr. Heuer mit
    Bahnhofswach-Kp., Quartierwach-Kp., Lw.Kp. (Versprengte), Russen-Kp., Weißruth.Kp., Aserb.Kp.
    Rgt.Gr. Schmelzle mit
    Ls.Btl. 996 (Teile)


    2./Ost-Bttr. Sturmegsch.E.Abt. 200
    (in abtransport zu VIII.AK)


    Rgt.Gr. Dietz mit
    Ls.Btl. 997 (Teile), SichBtl. 350, Ls.Btl. 240


    I.(as) 111
    II./ (as.) Bergmann


    SS-Pol.Führer Warschau
    SS-Pol.Rgt 17 (o. I./)
    Pol.Schtz.Rgt 34
    Pol.Wach-Btl. Warschau
    Schuma-Btl. 31
    Einzeldienst der Pol. Warschau


    23.Flak-Div.
    Flak-Rgt. 23 (mot)
    Gem.Abt. 235 (v)
    Le. 767 (v)


    Flak-Rgt 10 (mot)
    II./14 (mot)
    I./13 (mot)
    II./411 (mot)


    Flak-Rgt 80 (v)
    Le. 769 (v)
    I./50 (mot)
    Gem. 296 (v)
    (BA-MA N 756 Blatt 6 einer GliederungKT/9-Bundersarchiv: H -12… unles)


    Kommandeur:
    SS-Obergruppenführer und
    General der Waffen-SS und Polizei Erich von dem Bach 00.08.44 – 09.10.44


    Chef des Stabes
    SS-Obersturmbannführer und
    Oberst der Schutzpolizei Herbert Golz 00.08.44 – 02.08.44 Unfall
    ? 02.08.44 – ca. 25.9.44
    Oberst der Schutzpolizei Herbert Golz ca. 25.9.44 – 00.10.44


    Ia
    Major i.G. Völkel 00.08.44 – 00.10.44 ?


    IIa
    Hauptmann der Schutzpolizei Schwartz 00.08.44 – 00.10.44 ?


    Verbindungsoffiziere:
    SS-Hautstrumführer Friesenbüchler 00.08.44 – 00.10.44 ?
    Leutnant der Schutzpolizei Meisner 00.08.44 – 00.10.44 ?


    Mehr habe ich erst mal nicht "gefunden" ... ;)


    Herzliche Grüße Euer Rolandus

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo Ronaldus.


    Ich möchte dann noch gerne das Regiment Nöthe ein wenig aufschlüsseln:


    Einheit / Offizier / Unteroffiziere / Mannschaften


    Genesendenkopmanie der OFK 225 / 1 / 17 / 131
    Sicherungs-Bataillon 944 / 1 / 2 / 67
    Führungs-NachrichtenRegiment z.b.V. 7/650 / 1 / 9 / 37
    Wehrmachtsstreifen-Standortstaffel Warschau / 2 / 19 / 12
    Bahnhofs-Wachabteilung 2, Warschau / 6 / 12 / 35
    Sonderdienst Warschau / - / 8 / 59
    Feldgendarmerie-Kompanie (mot.) 914 / 3 / 62 / 10
    Feldgendarmerie-Trupp 940 / - / 16 / 4
    Landes-Schützen-Bataillon 996 / - / 4 / 39
    Heeresstandort-Verwaltung, Warschau / 2 / 7 / 10
    10./SS-Polizei-Regiment 23 / - / 44 / -
    Postschutz / - / - / 15
    Pionier-Park 581 / - / - / 8
    Kriegs-Wehrmachts-Gefängnis Warschau / - / 7 / 2
    6./Standort-Bataillon General-Gouvernement / - / - / 8
    Technische Nothilfe Warschau / - / 1 / 3
    Heeres-Verpflegungs-Amt Skierniewice / - / 1 / 1
    Polizei-Wach-Bataillon Warschau / - / 4 / -
    Sicherungs-Regiment 89 / - / - / 5
    Transport-Sicherungs-Bataillon 902 / 1 / 2 / -
    5./Gemischte Flak-Abteilung 235 / - / - / 1
    Landes-Schützen-Bataillon 331 / - / - / 1
    Beobachtungs-Abteilung 46 / - / - / 1
    Nachschub 549 / - / - / 2
    Nachschub z.b.V. 675 / - / - / 1
    Nachschub 551/II / - / - / 1
    Bau-Bataillon 80/I / - / - / 1
    6. Kompanie Sicherungs-Bataillon 293 / - / - / 1
    3. Kompanie Sicherungs-Bataillon 258 / - / - / 1
    Sicherungs-Bataillon 192/III / - / - / 1
    Landes-Schützen-Bataillon 826 / - / - / 1
    Grenadier-Kompanie 21 Brest / - / - / 1
    Bau-Pionier-Bataillon 79/II / - / - / 1
    2./Feldgendarmerie-Abteilung 581 / - / - / 1
    Feldgendarmerie-Trupp 943 / - / 1 / -
    Stab LXXVIII. Armee-Korps z.b.V / - / 1 / -
    Landes-Schützen-Bataillon 842/I / - / - / 1
    Nachrichten-Kompanie Panzer-Grenadier Ersatz und Ausbildungs Regiment 42 / - / - / 1
    3. Werkstatt-Kompanie 92 / - / - / 1
    13./Infanterie-Regiment 531 / - / - / 1
    5./Sicherung-Bataillon 313 / - / - / 1
    14./Sicherungs-Regiment 603 / - / - / 1
    1./Landes-Schützen-Bataillon 482 / - / - / 1
    G.F.P. Gruppe 717 / - / - / 1
    2./Grenadier-Regiment 497 / - / - / 1
    Nebelwerfer-E-Abteilung 2 / - / - / 1
    SS-Stab Polizeiführer / - / - / 1
    Landes-Schützen-Bataillon 997 / 2 / 19 / 66
    1.Fl.Sch.P.J.Grand.D.H.G. / - / - / 1
    H.B.K.A. Warschau, Zweigstelle Tschenstochau / 1 / 1 / -
    Landes-Schützen-Ersatz-Bataillon 14 / 1 / - / -
    1./F.S.T.I. / - / - / 1
    3./lw.Jg.Btl. 1 z.b.V. 5 / - / - / 1
    Gen.Werfer-E.u.A.Abteilung Munsterlager / - / - / 1
    1./Panzerst.Bataillon 475 / 1 / 1 / 2
    Landes-Schützen-Bataillon 998 / 3 / 26 / 200
    Landes-Schützen-Bataillon 998 / 1 (Arzt) / - / -
    2./Standort-Bataillon General-Gouvernement / 1 / 9 / 120
    Alarm-Bataillon 1 / - / - / 4
    1./Landes-Schützen-Bataillon 619 (Alter 45 - 60 Jahre) / 2 / 13 / 116
    3./Landes-Schützen-Bataillon 619 (Alter 45 - 60 jahre) / 2 / 24 / 135
    _______________________________________________________
    31 Offiziere / 310 Unteroffiziere / 1121 Mannschaften


    Das nenn ich mal eine gemischte Einheit. :D


    Quelle: NARA T311R217 Frame 000348 & 000349


    Gruss


    Markus

    Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen (Plato)
    Suche alles über Korps-Abteilung "H" und I.D. 95 (neu)

  • Hallo Matthias,
    hätte zur KG v.dem Bach einen kleinen Hinweis,der für dich als "Eisenbahner"
    eventuell interessant sein könnte:


    In der Zeit vom 05.02.-29.02.44 und 01.03.-16.03.44 unterstand der Pz.Zug 10 dieser KG.
    (Interessant wäre auch für mich ein Bild dieses Zuges)


    Quelle:T78R620


    grüsse
    Michael


    Edit: Datum eingefügt

    Suche alles über die Feldbahnkompanie 606 u 607

    Edited once, last by odin5050 ().

  • Hallo Michael,


    danke für den Hinweis.


    Bezüglich der Panzerzüge stehen wir noch ganz am Anfang in unserer Arge Eisenbahn, Bilder die noch nicht veröffentlicht gewesen sind, haben wir derzeit noch nicht.


    Ziel ist es, zu jedem einzelnen Panzerzug/Panzertriebwagen die


    Aufstellung
    FPN
    Unterstellung
    Einsatzgebiete
    Ersatztruppenteil
    Offiziere/Personal


    zu erstellen.


    Dies wird aber noch eine lange Zeit in Anspruch nehmen.

    Grüße Matthias

  • Hallo,


    v. d. Bach schrieb in seinem Tagebuch nur von einem Sonderzug, den er u. a. am 3.3.44. benutzte, aber nichts von einem Panzerzug.
    Muss aber nicht alles stimmen, was er schrieb...manches ist bestimmt auch beschönigt.


    Nur z. K.


    Gruß Karl

  • Hallo zusammen,
    Karl


    Quote

    v. d. Bach schrieb in seinem Tagebuch nur von einem Sonderzug, den er u. a. am 3.3.44. benutzte, aber nichts von einem Panzerzug.


    ich könnte mir gut vorstellen,das er diesen Pz.Zug als Sonderzug gesehen hat.


    PAULE


    Quote

    der Panzerzug 10 war in Kowel während der Einschließung eingesetzt.


    Dort wurde der Pz.Zug 10 ab dem 17.03. der KG Gille unterstellt.
    Der Einsatz beinhaltete Verteidigung und Gegenstöße im Raum Kowel.
    Dabei wurde der Zug im eingeschlossenen Kowel bei einem Luftangriff fast vollständig zerstört.
    Die Besatzung wurde in der HKL als Infanterie eingesetzt.
    Einige wenige Laufteile des Zuges ,wurden nach Warschau-Rembertowo zur Instandsetzung bei Pz.Zug-Ers.Abt gebracht.
    Leider habe ich kein Datum zur Zerstörung und Überführung nach Warschau.


    grüsse
    Michael

    Suche alles über die Feldbahnkompanie 606 u 607

  • Quote

    Original von odin5050
    ... hätte zur KG v.dem Bach einen kleinen Hinweis ...,


    In der Zeit vom 05.02.-29.02.44 und 01.03.-16.03.44 unterstand der Pz.Zug 10 dieser KG....


    Hallo zusammen,


    nur ein kleiner Hinweis:
    die KGr.von dem Bach in Kowel, wo der Pz.Zug 10 dabei war, und
    die KGr. von dem Bach in Warschau waren nicht identisch...


    die in Kowel wurde, wie bereits erwähnt, in "Kgr. Gille" umbenannt, nachdem von dem Bach abgelöst wurde,
    die in Warschau wurde erst nach Beginn des dortigen Aufstandes neu gebildet .... ;)


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo zusammen,


    hier ein paar ergänzende Angaben zu den "Ursprüngen" der Einsatzgruppe Reinefarth... sollten hier Ergänzungen usw. möglich sein, bitte melden...



    Herzliche Grüße Roland



    Zum Einsatz der „Kampfgruppe Reinefarth“


    Der RFSS, der am Abend des 2.August 1944 nach Posen geflogen war, um auf der dort stattfindenden Gauleitertagung zu sprechen, beauftragte am Nachmittag des 3.August 1944 den Höh.SS- u.Pol.Führer Warthe, den SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei Heinz Reinefarth, mit der Niederschlagung des am Abend des 1.August 1944 in Warschau ausgebrochenen Aufstandes.
    (Philipp Marti, Der Fall Reinefarth. Eine biografische Studie zum öffentlichen und juristischen Umgang mit der NS-Vergangenheit. Beiträge zur Zeit- und Regionalgeschichte Band 1, Wachholtz Verlag, 2014, S. 55 – 56, Anm. 293, im Folgenden „Marti, S.“)


    Nach der Befehlserteilung machte sich Reinefarth am Nachmittag des 3.August 1944 daran, aus dem Wehrkreis XXI und den Polizeidienststellen aus dem Warthegau einen persönlichen Stab und eine Kampfgruppe zu formieren, die zusammen mit von Himmler zugeführten Kräften in Warschau eingesetzt werden sollten.


    Auf diese Weise entstanden die zwei nach ihren jeweiligen Führern benannten Bataillone „Reck“ und „Peterburs“, gleichsam die Keimzelle der „Kampfgruppe Reinefarth“, der später mehrmals neue Kräfte zugeführt wurden. (Marti, S. 55, Anm. 295)


    Das Bataillon „Reck“, Major Max Reck, aus dem später nach Zuführungen die „Angriffsgruppe Nord“ entstand, bestand bei Einsatzbeginn am Morgen des 5.August 1944 aus
    der „Stabskompanie der Junkerschule der Waffen-SS Treskau“ sowie
    drei Kompanien Fahnenjunker der Infanterieschule V,
    aufgefüllt durch eine Sturmgeschützabteilung (Marti, S. 309, Anm. 295, wohl die dortige Sturmgeschütz-Ersatz- und Ausbildungs-Abteilung 500)


    Das Bataillon „Peterburs“, Major der Gendarmerie Friedrich Peterburs, setzte sich am Morgen des 5.August 1944 zusammen aus
    der 1./Polizei-Reiter-Ersatzabteilung Posen,
    der 5./Wach-Abteilung der Schutzpolizei Litzmannstadt,
    der Gendarmerie-Kompanie Hohensalza in Weichselstädt und
    der Gendarmerie-Kompanie Litzmannstadt in Pabianice. (Marti, S. 309, Anm. 295)
    Nachdem der Kommandeur gewechselt wurde, wurde das Bataillon umbenannt in Bataillon „Sarnow“.
    Allerdings trat die Einheit als solche kaum in Erscheinung. Die jeweiligen Kompanieführer (im Original „Kompanie-Kommandanten“) operierten in Absprache mit Reinefarth weitgehend selbständig. (Marti, S. 309, Anm. 295)


    Der 1944 bereits 55jährige Gendarmerie-Offizier Friedrich Peterburs wurde wenige Tage nach dem Einsatzbeginn am 5.August 1944 auf eigenes Ersuchen von seinem Kommandoposten enthoben. (Marti, S. 58, er starb 1962 kurz nach seiner Aussage (22.2.1962) vor der Flensburger Staatsanwaltschaft, zu Friedrich Peterburs siehe S. 55, 58ff, 252ff, 254 – 257, 260, 309ff, 312ff, 360)


    Kommandeur der Polizei-Reiter-Ersatzabteilung in Warschau (so bei Marti im Original, dort war aber nur die 1.Schwadron!) war der Major der Schutzpolizei Günther Bock. ( Marti, S. 319, Anm. 365: Januar 1945 erneut im Stab Reinefarth in Posen, nach dem Krieg Kommandeur der Landespolizei in Schleswig-Holstein, mehrfach als Zeuge zur Aussage vorgeladen, zu Günther Bock siehe Marti S. 147-149, 198, 240f, 319, 339, 358, Evtl. dieser (?): DAL der SS v. 1.10.1944 lfd. Nr. 3235 Bock Günther, * 12.12.07, SS-Nr. 327 372, NSDAP-Nr. 5 474 568, Major d.SchP., geführt 7.R.St., 1.8.1943 SS-Stubaf., EK II, KVK II m.Schw., n i c h t in der DAL der SS v. 1.10.1943!)
    An anderer Stelle (S. 148) heißt es, Günther Bock sei „…der frühere 1.Ordonnanzoffizier im Stab der Kampfgruppe Reinefarth….“ gewesen (S. 148 oben) Die Tätigkeit als OO geht auch aus seinen Angaben hervor, die sich auf den Stab und die Stabstätigkeit beziehen.
    Bock war anscheinend Chef der 1. Schwadron der Reiter-Ersatz-Abteilung in Posen, hatte aber für den Einsatz in Warschau das Kommando über seine Schwadron an den Oberleutnant Georg Hu. (anscheinend Georg Huber) abgegeben, war aber nach seinem Eintreffen in den Kampfgruppenstab aufgerückt. (Marti, S. 240)


    Ia im Stab der KGr. wurde der Major der Schutzpolizei Kurt Fischer, bisher im Stab des BdO in Posen. (zu Kurt Fischer Marti S. 56, 65, 68, 148, 312, 319, evtl. dieser Fischer: DAL der SS v. 1.10.1944, lfd. Nr. 3506 Fischer Kurt, * 8.9.1912, SS-Nr. 337 725, keine Partei-Nr., Major d.SchP., geführt Stammabt. 67, 18.11.43 SS-Stubaf., Ehrenring des RFSS)


    Seinen designierten persönlichen Adjutanten, Helmut Stühmer, SS-Hauptsturmführer und Turnlehrer an der Polizeischule Posen, holte Reinefarth nach Stühmers eigenen Angaben direkt vom Sportplatz ab. (Marti, S. 56, Anm. 296)


    Zu dem Hauptmann der Schutzpolizei (?) Kurt Becher, 1928 als 18jähriger in die SA eingetreten, ein Jahr später zur SS gewechselt, im gleichen Jahr Eintritt in die NSDAP, während des Krieges als „Polizeikommandant“ an wechselnden Orten der Ostfront eingesetzt, 1942 u.a. an der Liquidierung des Ghettos Luzk in der Nordwestukraine beteiligt (Marti, S. S. 147, 149, s.a. S. 339 Anm. 737, keine Angabe zur Verwendung), von dem lediglich bekannt ist, dass er „.. in Warschau Reinefarth unterstellt gewesen…“ sei, ist bisher die genaue Dienststellung nicht bekannt. (nicht in der DAL der SS 1.10.1944 Stubaf. – Ostubaf.)


    „Ein regelrechter, nach militärischen Grundsätzen aufgebauter Stab, in dem jede Funktion mit einer Fachkraft besetzt gewesen ist, ist er… wohl nie geworden…“ (so Stühmer, Marti, S. 56, Anm. 297) Der Stab bestand denn auch fast ausschließlich aus Polizeioffizieren, von denen keiner einen höheren Rang als den eines Majors bekleidete.


    Nach einer nächtlichen Autofahrt kam Reinefarth in Begleitung von Fischer und Stühmer in den frühen Morgenstunden des 4.August 1944 im gut 300 km entfernten Warschau an, fragte sich zum Gefechtsstand der 9.Armee durch, und meldete sich schließlich dort in Pruszków, etwa 15 km westlich von Warschau, beim OB, Gen. d. Pz.Tr. Nikolaus von Vormann. (Marti, S. 56, Anm. 299 s.a. S. 310: Unterwegs machten die Gruppe einen Zwischenhalt bei der SD-Dienststelle Lowitsch und ließ sich ein mit den örtlichen Verhältnissen in Warschau vertrautes Begleitkommando mitgeben)


    Dem restlichen 4.August verbrachte er damit, den für den nächsten Tag geplanten Entsatz -Angriff auf das Stadtzentrum zu planen. (Marti, S. 56, Anm. 300)


    Zu den Einheiten, die Reinefarth aus dem Warthegau mitgebracht hatte, stießen im Laufe des 4.August 1944 zwei weitere Formationen, das Sonderregiment Dirlewanger und die SS-Sturmbrigade „RONA“
    Das Sonderregiment sollte nach dem Rückzug aus Russland eigentlich in Ostpreußen aufgefrischt werden, wurde dann aber mit ersten Teilen nach Warschau umgeleitet, wo das I. Bataillon unter der Bezeichnung „Kampfgruppe Meyer“ ab dem 5.August 1944 zum Einsatz kam. (Marti, S. 57, Anm. 308)


    Das zweite Bataillon des SS-Sonderregiments Dirlewanger traf erst am Abend des 7,August 1944 in Warschau ein und wurde als „Kampfgruppe Steinhauer“ eingesetzt. SS-Oberführer Dirlewanger selbst erreichte erst am 8.August Warschau. (Marti, S. 311, Anm. 308)



    Am 4.August 1944 verzeichnete das AOK 9 die Ankunft der SS-Sturmbrigade, fügte aber angesichts des äußeren Erscheinungsbildes der Truppe jedoch hinzu: „… Verwechselung mit Banditen möglich. Genaueste Anweisung an in Warschau eingesetzte Truppen zur Vermeidung von Zusammenstößen wird befohlen…“ (Marti, S. 57/58, Anm. 310)
    Die Einheit wurde am 5.August allerdings nicht von dem Brigadeführer Bronislaw Kaminski selber geführt, sondern von einem Major Frolow. (Marti, S. 311, Anm. 309)


    Dazu kamen von zwei Kompanien des Aserbaidschanischen Bataillons Nr. II aus dem Sonderverband Bergmann. (Marti, S. 58)


    Im Laufe des 5.August 1944 kamen noch vier weitere Polizeikompanien aus dem Warthegau hinzu (Marti, S. 58, Anm. 311)
    Dabei handelte es sich um die 1.Kompanie der Gendarmerieschule Weichselstädt sowie das Polizei-Wachbataillon IX aus Posen mit drei Kompanien. (Marti, S. 311, Anm. 311)



    Am frühen Morgen des 5.August 1944 hielt Reinefarth mit den Führern der bis dato eingetroffenen Kampfverbände eine Einsatzbesprechung ab, die in einem Haus in Wlochy, etwa 5 km westlich von Warschau stattfand. (Marti, S. 58)


    Bei dieser Besprechung ist die Rede von einem „… allgemeinen Erschießungsbefehl…“, der aber nicht nachgewiesen werden konnte. „… Selbst hinsichtlich des besonders tatverdächtigen Polizeibataillons Peterburs kann nur festgestellt werden, dass ein solcher Befehl allein bei Teilen der 1./Polizeireiter-Ersatzabteilung Posen ergangen ist, nicht dagegen bei allen Kompanien. Den Angaben einzelner Angehöriger anderer Einheiten ist zwar zu entnehmen, es sei sinngemäß befohlen worden, alle Personen im Aufstandsgebiet zu erschießen…“ (Marti, S. 257)


    Johann Ba. , Angehöriger der 1. Schwadron Pol.Reiter-Ers.Abt., sagte nach dem Krieg aus, machte umfangreiche Angaben über die personelle Besetzung seiner Einheit und bekundete, „… er erinnere sich genau an den ausgegebenen Befehl, Warschau sei dem Erdboden gleichzumachen und es sollten keine Gefangenen gemacht werden, „wer weich wird, fällt mit…“. An die letzte Formulierung erinnere er sich wortwörtlich. Allerdings habe er daran zunächst nichts Ungewöhnliches gefunden, denn er und seine Kameraden seien von den Partisanenkämpfen an ein derartiges Vorgehen gewohnt und daher zum Tatzeitpunkt „in gewissem Sinne… schon abgestumpft“ gewesen.
    Der Kampfbefehl sei vom Schwadronschef Hu., dem Stellvertreter Bocks, weitergegeben worden. Am zweiten oder dritten Tag des Einsatzes sei von Mann zu Mann verbreitet worden, dass fortan keine Zivilisten mehr erschossen werden dürften….“ (Marti. S. 241, s.a. 242: Hu., nach dem Krieg Oberinspektor bei der Münchener Polizei, stritt die Vorwürfe rundweg ab, „… erging sich stattdessen in einer ausführlichen Erörterung über die Schwierigkeiten der Partisanenbekämpfung vor der Zeit des Aufstandes, wo er als Einheitskommandant durch einen immerwährenden Verteidigungskampf gegen einen angeblich stets in der Überzahl agierenden Feind geprägt worden sei…“ Es handelt sich also anscheinend um Georg Huber, ztw. Fhr. der 2.Schwadron Pol.Reiter-Abt. II?!)


    Marti schreibt (S. 312, Anm. 312: „… Während der Dauer der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes veränderte sich die genaue Zusammensetzung der unter dem Befehl Reinefarths kämpfenden Truppe aufgrund von Verlusten, Neuzuführungen und taktischen Erwägungen naturgemäß laufend. Auf eine diesbezüglich minutiöse Darstellung wird in der Folge verzichtet, da erstens Kern und Charakter der am 5.August eingesetzten Kräfte mit Ausnahme der Ende August ausgeschiedenen Kaminski-Einheit bestehen blieb und weil zweitens die militärischen Operationen an sich hier nicht im Fokus stehen. Sofern für das Verständnis erforderlich, werden die betreffenden Einheiten im Zusammenhang genannt.
    Vgl. zu den deutschen militärischen Operationen während des Warschauer Aufstandes neben Krannhals die neure Darstellung von Sawicki, Rozkaz: zdlaswic powstanie. Vgl. allgemein zu den militärischen Kampfhandlungen das ältere polnische Standarwerk von Kirchmeayer, Powstaine Warszawskie sowie Borkiewicz, Powstaine warszawski 1944…)


    Der im Januar 1945 56jährigen Warthegauer Gendarmerieobert Franz Walter führte in Warschau ein gleichnamiges Polizei-Einsatzkommando …. (Marti, S. 70)


    Das soweit aus dem Buch von Marti von mir…

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Guten Abend,


    Möchte gerne die genaue Geschichte der Kompanie 11./SS-Polizei-Regiment 23 zwischen den 26.07.1944 und den 23.09.1944 erfahren ?
    Mein Grossvater (ein Elsässer) war dabei, als Unterwachtmeister. Verletzt wurde er am 12.August 1944 (Warschau), und dem 23. September 1944 hätte er die Armee desertiert, wie es sein Offizier vorgeschlagen hätte... als die Russen mehr und mehr vorwärts gingen.
    Wie nähe war eigentlich seine Kompanie in Wola (August) beteiligt ?


    Vielen Dank im voraus für Ihre Hilfe.
    Herzlichen Grüsse
    Fabien.