Französische Kriegsgefangene in Deutschland

  • Hallo zusammen,
    Wir versuchen seit einiger Zeit Militärzeit meines Vaters etwas aufzuarbeiten. Dabei kam von meiner Mutter die Frage, was wohl aus einem französischen Kriegsgefangen geworden ist, der um 1943 bei meinen Großeltern auf dem Bauerhof arbeiten musste. Ihr ist nur noch der Name "Lucian Mario" bekannt. Er war verheiratet und hatte eine Tochter. Durch "Denunzierung", "zu gute Behandlung", mußte er an den Hof des "Ortsbauernführers" abgegeben werden und wurde dann wegen angeblicher "Fraternisierung" noch einmal deportiert. Meine Mutter ist sicher das er den Krieg nicht überlebt hat, da er sich sonst später gemeldet hätte. Gibt es eine Möglichkeit etwas über solche Vorkommnisse zu erfahren. Es gab doch bestimmt Akten über diese Kriegsgefangenen.
    Schon mal Danke im voraus
    Gruß Klau

  • Hallo,


    Ein "Lucian Mario" ist in der franz. Gefallenenliste des 2.WK nicht verzeichnet. Somit hätte er den Krieg schon mal überlebt. Aber ich habe Bedenken wegen des Namens des Gesuchten : Lucian wäre dann eher Lucien und Mario eher Marion.
    Ohne genaue Namenangabe kommst Du auch bei den franz. Behörden nicht durch (SHD in Vincennes).


    Gruss

    Suche alles zur : 2.SS-Pz.Div."Das Reich" 3./"DF" 10./"DF" 11./"D"

  • Hallo Klaus,


    In der Offiziell Liste von Französische Kriegsgefangene, nach Auskunft von der Deutsche Militärische Behörde sind 21 Franzose mit dem Name MARIO eingetragen, aber kein Mario Lucian oder Lucien dabei.
    Unter dem Name MARION sind uber 100 eingetragen, aber nur ein Marion Lucien Jahrgang 1914.


    Grüße
    Fredy

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  • Hallo und schon mal "Danke" für die Antworten. Meine Mutter hat noch mal ihre Gedächtnis strapaziert: Der Name lautet: Lucian Mari (e).
    Sicherheitshalber wird aber auch noch mal ein Onkel befragt.
    Gruß Klaus

  • Hallo Klaus,


    In der Liste sind 13 Marie Lucien eingetragen  8)


    Grüße
    Fredy

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  • Hallo Fredy, wie kann ich mehr über Lucien Marie und sein Schicksal erfahren. Diese Liste stammt ja vom Beginn des Krieges. Es müsste doch in Deutschland Verzeichnisse über den Weg der Gefangenen geben.
    Gruß Klaus

  • Hallo Klaus,


    Es sind 99 Listen Nummer die von 1939 bis 1945 gemacht wurden, jede hat 60 seiten.
    Der kriegsgefangene ist mit seinem Name, nachname, Geburts daten und Ort, Diensgrad, Einheit und manchmal der Stalag Nummer, eingetragen.
    Was für Anhaltspunkt ( Dorf, Region, Jahrgang) von dem Kriegsgefangene hat deine Mutter noch?


    Grüße
    Fredy

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  • Hallo, Willi 1306,


    die französischen Kriegsgefangenen wurden im August 1943 in den Zivilarbeiterstatus überführt.
    Dies bedeutet, dass sie nach dem damals geltendem Ausländerrecht eine sogenannte Aufenthalts-
    anzeige für ausländische Arbeitskräfte
    ausfüllen mußten. Darin findet sich auch ein Foto. Diese
    Unterlagen findest Du in dem für Deinen Landkreis zuständigen Staatsarchiv.


    Das sich der frz. Kgf nicht mehr gemeldet hat, muß nicht bedeuten, dass er nicht überlebt hat. Hier
    in meiner Stadt haben mehrere Franzosen der Frau, die für sie kochte, am Ende des Krieges ihre
    Anschriften in ein Notizbuch geschrieben. Gegenseitig wollte man Kontakt halten. Doch dies ist nie
    geschehen, weil jeder nach diesem furchtbaren Krieg sein eigenes Leben irgendwie weiterleben
    mußte.


    Es grüßt Margarete

  • Hallo
    @Fredy, ich werde wahrscheinlich außer dem Namen nicht mehr viel erfahren. Lucian Marie war wohl etwas älter, verheiratet und hatte eine Tochter (Lycette?)


    Margarete, wie komme ich an das Staatsarchiv, bzw. in dieses Archiv?
    Es gibt zwar ein Staatsarchiv für den Regierungsbezirk Rheinhessen-Pfalz, ich bin aber nicht sicher ob unsere Gemeinde im 3. Reich dahin gehörte. Bei der online-Suche drehe ich mich da auch im Kreis und komme nicht weiter. Gibt es da einen Trick, außer einfach anrufen?
    Grüße Klaus

  • Hallo, Klaus,


    greife zum Telefon und rufe in dem Staatsarchiv an, das Deiner Meinung nach zuständig ist. So erfährst Du am Ehesten, an wen Du Dich wenden mußt. Die Namen wirst Du zur Zeit noch nicht in einem Findbuch finden. Erst 100 Jahre nach der Geburt oder 10 Jahre nach dem Tod der Person sind die Daten freigegeben. Da eine Akteneinheit nicht nur Dokumente zu einer Person enthält, werden wir unter Umständen noch ein paar Jahrzehnte auf eine Freigabe warten müssen (ich werde das wohl nicht mehr erleben!)


    Wenn Du jedoch ein wissenschaftliches Interesse nachweist (nicht Familienforschung!) wirst Du die gesperrten Akten einsehen dürfen. Wenn Du Glück hast, wurde der Name Deiner Suchperson bereits digital erfasst, wenn nicht musst Du Dich durch die Aktenbestände hindurcharbeiten (ich habe etwa 2 Jahre gebraucht!).


    Viel Glück.


    Gruß von Margarete

  • Entschuldigt bitte,
    dass ich mich hier mit meiner Suche zwischen mische, aber ich suche ebenfalls einen französischen Kriegsgefangenen aus meiner Familie. Ich habe da auch einen eigenen Thread geschaltet, jedoch bisher keine Antwort erhalten. Und zwar suche ich Pierre Maillet, zuletzt wohnhaft in bzw. in der Nähe von Paris. Er ist der Cousin meiner Großmutter. Seine Mutter war Deutsche, eine geborene „Karolina“? Drücke und sein Vater Franzose, Name leider unbekannt. Er wurde während des Krieges auf einem Kriegsgefangenentransport mit französischen Kriegsgefangenen innerhalb Deutschlands von Verwandten gesehen, eine Kontaktaufnahme war jedoch nicht möglich. Nach dem Krieg war keine Spur mehr von der Familie zu finden.
    Ist es möglich, etwas aus den Kriegsgefangenenlisten darüber zu erfahren bzw. gibt es die Möglichkeit festzustellen, ob er in Kriegsgefangenschaft verstorben ist.
    Vielen Dank
    Ralph

  • Hallo, Ralph,


    sprichst Du französisch? Wenn ja und Du dann schon mal dabei bist, könntest Du für mich
    nach einer Familie in Dijon (Cote d'Or) Ausschau halten? Ich versuche auch schon seit län-
    gerem herauszufinden, ob ein bestimmter französischer Kgf wieder zu Hause angekommen
    ist.
    Das Kriegsende hier im Norden hat er überlebt. Er ist aber nicht direkt nach Hause zurück-
    gekehrt, sondern mit einer "Ostarbeiterin" nach Dachau gefahren, um deren Vater zu suchen
    und das war vor dem 8. Mai.


    Gruß von Margarete


    sorry - Dieser Beitrag sollte eigentlich hierhin:
    http://www.forum-der-wehrmacht…?postid=272446#post272446


    Dann machen wir das einfach mal...Huba

    Edited once, last by Margarete ().