• Er dient wohl aus Ausweis.
    Das DIN-A6-große Papierdokument besteht aus ca. 10 Seiten.
    Die 1. Innenseite war das „Merkblatt für Fliegergeschädigte“
    Auf der 2. Seite folgten die Personalangaben wie Name, Geburtsdatum und –ort, (alte und neue) Anschrift, Schadensart sowie weitere Informationen (z. B. Anzahl der Kinder oder vermisste Angehörige). Weitere Seiten enthielten Essenmarken für Frühstück, Mittag- und Abendessen sowie „Eintragungen des Wirtschafts- und Ernährungsamtes“. Die letzte Seite war eine Postkarte zum Heraustrennen. Sie war adressiert „An die Zentralnachweisstelle“, an welche die neue Anschrift bei Umquartierung mitgeteilt werden sollte.

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    Grüße Gerhard

  • Es ist im Nachhinein schon beachtlich, dass im NS-Staat bis zum bitteren
    Ende die Verwaltungsbehörden funktionierten. Der oftmals etwas belächelte "deutsche Bürokratismus", hat und hatte auch seine positiven Seiten. Was in der Zeit des Bombenkrieges auch funktionierte, das war
    die Hilfe der Menschen untereinander. Bombengeschädigte, die über Nacht ohne ein Dach über dem Kopf dastanden, wurden problemlos von Nachbarn aufgenommen, bis die staatliche Zuweisung einer Ersatzunterkunft vonstatten ging.


    Fraglich, ob das in der heutigen Zeit "über Nacht" so funktionieren würde wie damals!


    Gruß
    Bert

  • Hallo Bert,


    Quote

    Bombengeschädigte, die über Nacht ohne ein Dach über dem Kopf dastanden, wurden problemlos von Nachbarn aufgenommen


    wenn wir den Querschnitt der Gesellschaft hernehmen, zu jeder Zeit, dann wird es auch damals genug Menschen gegeben haben, die nicht wirklich davon begeistert waren, fremde Menschen aufzunehmen.
    Wer wollte denn schon zugeben, nicht helfen zu wollen?


    Es gibt halt Dinge die sich nie ändern!


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!


  • Es mag ja sein, dass es Dinge gibt, die sich nie ändern. Der Zusammenhalt
    der Bevölkerung während der Kriegszeit war zwar aus der Not geboren, aber Vergleichbares ist in unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft selten!


    Gruß
    Bert

  • Hallo,


    der "Zusammenhalt" scheint dann wohl nur bis zum 8.Mai 1945 gereicht zu haben.
    So viel ich weiß,wurden ja die Flüchtlinge aus den Ostgebieten auch nicht gerade mit offenen Armen empfangen.
    Bei den "Hamsterfahrten" der Großstädter wurden diese ja teilweise,von den Bauern, richtig abgezockt.
    Meine Oma hat bei solchen Fahrten mehrmals ziemlich "unmoralische" Angebote für ein paar Lebensmittel erhalten.
    Also da ist nichts mehr vom "Zusammenhalt" zu merken.


    Gruß Micha

    Suche alles zur 208.Infanterie-Division

  • Quote

    Original von Michael Jörchel
    Hallo,
    Meine Oma hat bei solchen Fahrten mehrmals ziemich "unmoralische" Angebote für ein paar Lebensmittel erhalten.
    Gruß Micha


    Zumindest waren es Angebote-andere Frauen hatten da weniger Glück.
    Damals hatte man noch richtige Gegner heute sind diese unsichtbar, vielleicht kommt am 21.12.2012 der Europäische Frühling und die Europäre rücken wieder weiter zusammen.


    Grüsse Gerhard

    Grüße Gerhard

  • Was den Zusammenhalt der Deutschen anbelangt: Das funktioniert nur in speziellen Notzeiten, im Luftschutzkeller beispielsweise......


    Die Hamsterzeiten erlebte ich noch selbst als kleiner Junge. Die Bauern reagierten vielfach recht unterschiedlich. Jedenfalls kam meine Mutter nie ohne einen leeren Rucksack zurück. Andererseits wurde die Bauernhöfe buchstäblich von Massen an Hamsterern frequentiert. Die liefen - so erlebte ich es auch - ungefragt auf die Grundstücke der Bauern und bedienten sich am Obst der Bäume...


    Es gab in den Krisenzeiten der Nachkriegszeit durchaus noch einen Zusammenhalt in der Bevölkerung. Nach der Währungsreform wurde dann alles anders.


    Gruß
    Bert

  • Hallo,


    ich möchte mich zum Thema "Zusammenhalt der Bevölkerung in Notzeiten" auch zu Wort melden.


    Ich bin seit 21 Jahren beim Technischen Hilfswerk(THW) in einem kleinen Ortsverband "auf dem Lande" aktiv, die letzten 8 Jahre als Einheitsführer. Wir sind voll in die Gefahrenabwehr integriert, bei uns gibt es keine Berufsfeuerwehr.


    Auch in der heutigen Zeit halten die Menschen immer noch zusammen!


    Ob bei kleinen Schadenslagen(z.B. ein Gebäudebrand) oder Großschadenslagen (z.B. Hochwasser). Die Nachbarschaftshilfe funktioniert, die Menschen sind Hilfsbereit und packen mit an!


    Ich bin äußerst selten enttäuscht worden, wenn ich "Zivilisten" in Tätigkeiten eingewiesen habe (z.b. Sandsäcke füllen) oder bestimmte Einschränkungen auferlegen mußte.


    Ob das auch in Großstädten zutrifft kann ich nicht beurteilen, aber auf dem Land, bei mir in Schleswig-Holstein, helfen sich die Menschen noch!


    Viele Grüße Björn


    PS: Bevor gefragt wird: Ich habe keinen Ersatzdienst geleistet, sondern als Panzergrenadier gedient.