Infos zu SS-Regimentern gesucht 12.1944

  • Hi
    Kann mir jemand sagen wo und wann folgende Regimenter aufgestellt wurden bzw. was aus ihnen wurde?:
    SS-Reg.Braun 2 Btl.
    SS-Reg.Reimer 1 Btl. (vermuthlich 2 Btl.)
    Diese beiden Regimenter tauchen in einer schwer lesbaren Gliederung der 19.Armee auf. Datum Anfang Dezember 1944. Könnte 1. Dezember heißen.
    Das I.Btl./Reg.Braun könnte aus Radolfzell stammen. Ist halt sehr schwer lesbar.
    mfg Jan

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)

  • Hallo Jan,


    richtig, SS-Regiment "Braun", auch Rgt. 'Radolfzell' genannt, bestand aus Angehörigen der Unterführerschule Radolfzell unter Führung von SS-Obersturmbannführer Willi Braun.


    Die Regimenter Braun, Reimer und Ayrer nahmen am Unternehmen "Habicht" in den Vogesen teil.


    http://standwheretheyfought.ji…dec-14-1944-then-and-now/



    Grüße


    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Danke Thilo
    Hat jemand weitere Infos zur Gliederung und Verbleib der 3 SS-Regimenter?
    Jan

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)

  • Hallo Jan,


    über den Verbleib der drei Regimenter kann ich Dir nichts sagen.
    Aber im Gefechtsbericht der 189. Infanterie-Division vom 18.12.1944, siehe Anlage,werden die drei Regimenter mit Gliederung erwähnt.


    Mit freundlichen Grüßen


    Achim


    Quelle:Eckart Laskowski " 100 Tage des letzten KGK der 198. Infanterie-Division Major Werner Laskowski"

  • Hallo Jan,


    ich habe ein wenig zum "Regiment Braun" zusammentragen können, hier mal auszugsweise:


    Angehörige der SS-UFS Radolfzell werden im November 1944 mit Soldaten aus Arnheim, Ellwangen und Luftwaffenangehörigen zu einer "Kampfgruppe SS-Regiment Radolfzell" zusammengefasst und in den Brückenkopf Elsaß verlegt. Feldpostnummer 35 777 B-R.
    Einsatz über zwei Monate unter schweren Verlusten gegen Einheiten einer amerikanischen und einer französischen Division im Raum Bennwihr- Mittelwihr- Rosenkranz- Drei Ahorn.
    Der Tross lag in Eguisheim, am Fuße der Vogesen, wo etwa 90 - 100 Gefallene des Regimentes bestattet wurden (spätere Umbettung auf den 20 Kilometer entfernten Kriegsfriedhof Bergheim, in den 50er Jahren Aufstellung einer Emaille-Tafel durch die Gemeinde mit der Beschriftung "SS-Untergruppenführer-Schule Radolfzell" und den Namen der Gefallenen) (DF 9/75,S.17)


    Stubaf. Groß : “Als der sogenannte Elsaß- Brückenkopf gebildet wurde, Ende Oktober/Anfang November 1944, wurde die SS-UFS Radolfzell in ein SS-Regiment umgewandelt und dort eingesetzt. Das Regiment bestand aus drei Bataillonen.
    Die Führung des Rgt. hatte der Kommandeur der Schule, SS-Ostubaf., sp. Staf. Braun, der am ersten Tag des Einsatzes verwundet wurde. Nachfolger wurde SS-Stubaf. Sattler, der nach vier Tagen verwundet wurde. Dann übernahm ich das Rgt bis zum Abzug aus dem Elsaß am 16.1.1945.
    Als der RFSS die Hgr. Oberrhein übernahm, wurde für etwa 2 Wochen das Begleit-Bataillon RFSS unter der Führung von SS-Ostubaf. Dietrich eingesetzt und dem SS-Rgt. Radolfzell unterstellt. Andere SS-Einheiten sind mir im Elsaß- Brückenkopf nicht bekannt geworden.


    Mir war durch etwa 10 Tagen hindurch, allerdings erst im Dezember 1944, eine Jagdpanzerabteilung des Heeres unterstellt, die ganz kurzfristig, meist schon beim Verlassen der Bereitstellungsräume, von feindlichen Jabos vernichtet wurde.” (K. Groß v. 11.7.75)


    Einsatz des SS-Regimentes Braun im Elsaß im Dezember 1944 . Verlustreiche Kämpfe mit dem Begleit-Bataillon"RFSS" in den Vogesen und im Brückenkopf Colmar. (DF 3/73,S.21)


    Der gesamte Führer- und Mannschaftsbestand der SS-UFS Radolfzell bildete Ende November 1944 im Raum Lörrach die "Kampfgruppe Radolfzell" mit 8 Kompanien und umfasste verpflegungsmäßig etwa 2000 Mann.
    Neben fronterfahrenen SS-Männern der Lehrgänge und des Ausbildungspersonals bestand die Kampfgruppe aus in die Waffen SS überführte Unteroffiziere und Feldwebel der Luftwaffe, hauptsächlich ehemalige Kampfflieger, sowie Freiwillige der ungarischen Armee.


    Führer der Kampfgruppe war zunächst SS-Standartenführer Braun, der infolge eines Autounfalles gleich am ersten Einsatztag ausfiel. Das Kommando übernahm zunächst SS-Ostubaf. Sattler, nach dessen Verwundung am 4.Einsatztag dann der bisherige “Hauptmann beim Stabe” SS-Stubaf Dr .Kurt Groß.


    Die 8 Kompanien wurden in die (Kampf-) Gruppen "Stubaf. Groß" und "Stubaf. Sattler" eingeteilt.
    Die Bewaffnung bestand nur aus den üblichen Infanteriewaffen und mittleren Granatwerfern. Reichlich vorhanden waren Panzerfäuste und Gewehrgranaten, wie auch eine Anzahl von Minen und Sprengstoff.


    I.Btl. SS-Hstuf. Brandel mit 1., 3., 4., 6. Kp
    II.Btl SS-Hstuf. Schultze mit 2., (5.?) , 7. 8. Kp (BA NS 756/331)


    Für die Männer war es unverständlich, daß man eine ganze Unterführerschule unter solchen Umständen in den Einsatz schicken konnte, die mit der Vernichtung derselben enden konnte (was sich ja später zum Teil auch bestätigte),wo aber andererseits die Front ausgebildete Unterführer dringend benötigte.


    Nach der Bereitstellung der Kampfgruppe Braun im Raum Lörrach (Oktober 1944) erfolgte der Bahntransport über Breisach nach Kolmar (auch noch Oktober 1944 ?, Dezember 1944, der Verf. 20.11.2005).
    Bei der Überfahrt über die beschädigte Rheinbrücke Zusammenstoß mit einem Gegenzug, mehre Tote und Verletzte. Die Toten wurden auf dem Friedhof von Breisach beerdigt. (WV)
    Gefechtsbericht der 189.Inf.Division, Ia Nr. 235/44 g.Kdos v. 14.12.1944 über den Zeitraum 12. – 14.12.1944 über das Unternehmen „Habicht“ an das LXIV.AK:
    A) 1.) Die Division als Stossgruppe Süd hatte für das Unternehmen „Habicht“ den Auftrag, im unfassenden Angriff Eckpfeilfer Zellenberg und Sigolsheimer Berg aus der feindlichen Stellung herauszubrechen, der mot-Gruppe (verst. Reichsfhr.SS-Begleit-Batl.) den Durch-gang zum Vorstoss nach Norden zu öffnen, um dadurch den Feind im Raum Bergheim – Rappoltsweiler im Zusammenwirken mit der Panzer-Brigade 106 zu vernichten.
    2.) a) Der Division wurden hierzu neu zugeführt und unterstellt:
    a) Rgt. Reimer (2 Batl. R.O.B.-Lehrgang)
    b) Rgt. Braun (2 Batl., davon 200 Mann HJ-Lehrgang für O.B., 500 Dienstgrade der Luftwaffe nach 3 Tagen Umschulung, das gesamte Rgt. bisher ohne Verbandsausbildung, nicht mal im Gruppenverband)
    c) Rgt. Ayrer ( 2 Batl. Wehrkreis-Unterführer-Lehrgang IX)
    d) Reichsfhr.SS-Begleit-Batl.


    15.01.1945
    Am 14./15.1.1945 wurden die beiden Bataillone bzw. Kampfgruppen "Gross" und "Sattler" der SS-Unterführerschule Radolfzell aus der Front herausgelöst und über den Rhein zurückbefördert.


    In Waldkirch/Schwarzwald lag die Kampfgruppe zunächst eine Woche in einem Ruhelager, während SS-Stubaf. Groß zur Berichterstattung in das Hauptquartier des OB "Oberrhein", RF-SS HH, bei Freudenstadt befohlen wurde. Er kehrte mit dem "DK.i.G." zurück.
    SS-Stubaf. Sattler wurde zum Obersturmbannführer und Oberstleutnant der Waffen SS befördert und am 16.1.1945 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet!
    “SS-Stubaf. Karl Sattler übernahm die am Brückenkopf von Colmar kämpfende SS-UFS Radolfzell als “Einsatzregiment Sattler”.
    Sein I. Bataillon wurde dabei von stärkeren Feindkräften in BENNWEILER eingeschlossen. Sattler gelang es, mit seinem OO in der Nacht den Gef.Std der Eingeschlossenen zu erreichen, die Reste des Btl. aus der Umklammerung herauszuführen und mit ihnen eine neue Widerstandslinie zu beziehen. Dabei erlitt er seine vierte Verwundung.
    (Krätschmer, RK, S. 820-821)


    22.01.1945
    Einrücken der Kampfgruppe in die Kaserne Radolfzell
    Die Stimmung der Truppe war dermaßen schlecht, dass ein befohlener Marschgesang vom Bahnhof zur Kaserne bei den ersten Takten abgebrochen werden musste. Den Männern war eben nicht zum Singen zu Mute!
    Nach Angaben des Gruppenführers SS-Uscha. Stadler kehrten von dem Einsatz nur 51 Mann der 3. Kompanie zurück, er war der einzige Unterführer, alle Anderen waren gefallen oder verwundet! In den anderen Einsatz-Kompanien wird es ähnlich ausgesehen haben.


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo an alle,


    Im Bericht von RolandP, sowie auch Joachim67, wird auch die 189.ID erwähnt. Da ich mich mittlerweile mit den gleichen Einheiten befasse (Kampgruppe bzw. SS-Regiment Radolfzell, wobei auch Holländer dienten), hat ein freundliches Forum-Mitglied mir die NARA Rolle T315-R1557 (189.ID) besorgt (danke Uli). Diese Rolle beinhaltet laut BA:

    https://portal.ehri-project.eu/units/de-002525-rh_26_189

    Ia: Tätigkeitsbericht von Mitte Sept. 1942 bis März 1943 sowie Gefechtsberichte 1944/45.

    Ib: Kriegstagebuch von Mitte Jan. 1943 bis Ende März 1943.

    Ic: Tätigkeitsbericht von Mitte Feb. 1943 bis Ende März 1943.

    IIa: Tätigkeitsbericht von Mitte Feb. 1943 bis Ende März 1943.


    Leider fehlen die Gefechtsberichte 1944/45 auf der Rolle T315-R1557?  Hat zufällig jemand weitere Gefechtsberichte 1944/45 der 189.ID zur Verfügung oder woher kommen die Berichte wie von Joachim67 gezeigt? Freue mich auf eure Nachricht. Danke im Voraus.


    Viele Grüße Postschutz

    Autor des Buches "Der Feldpostverkehr der Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg - Eine historische und postalische Gesamtschau"


    Mitautor des Buches "Der Postschutz und Postluftschutz im 3. Reich und den besetzten Gebieten"