9. Luftwaffenfelddivision

  • Hallo und guten Abend,


    mein Vater war 1940 in der 9. Luftwaffenfelddivision in Leningrad.
    Falls jemand irgendwelche Infos über Teilnehmer oder Sonstiges hat, würde ich mich sehr freuen. Besonders interessiert ist mein Vater an einem ehemaligen Kameraden namens Heinrich Krost.
    Für alle Antworten herzlichen Dank im voraus,
    Katharina


    Edit;


    ich muß mich korrigieren. Der Einsatzbeginn in Leningrad war Herbst 1942.
    Sorry,
    Katharina


    Es ist möglich die Beiträge nach der Erstellung noch zu verändern AD

    Richwordl

  • Hallo Katharina und herzlich Willkommen in unserem Forum!


    Zum ersten Einlesen hier der Link in unser Lexikon:
    http://www.lexikon-der-wehrmac…/FelddivisionenL/9FDL.htm
    und nach Übernahme ins Heer
    http://www.lexikon-der-wehrmac…FelddivisionenL/9FDL.htm.


    Auch in diesem Forum war diese Division verschiedentlich schon ein Thema:
    http://forum-der-wehrmacht.de/…?postid=201465#post201465


    Es wird leider sehr schwer werden, etwas über einzelne Angehörige dieser Division herauszufinden, besonders ohne weitere Infos.
    Bei welcher ("unteren") Divisionseinheit war denn Dein Vater und sein Kamerad? An was kann er sich denn noch erinnern - Datum, Orte, Vorgesetzte etc. ?


    Gruß Herbert

  • Hallo Katharina,
    herzlich willkommen hier im Forum.
    Du hast Glück, bei uns gibt es einen Veteranen der bei der 10. Luftwaffenfeldivision vor Leningrad gekämpft hat. Habe ihn schon eine E-Mail zukommen lassen. Ich hoffe, dass er sich bald melden wird.
    Aber wie Herbert schon erwähnt hat, wird es sehr schwierig einzelne Angehörige zu finden.
    Hier schon mal was zum nachlesen: http://www.ostvermisste-1944.de/Veteran/7.htm
    Gruß Hagen

  • Hallo Herbert,
    danke für den freundlichen Empfang.
    Meinen Vater bewegt die Frage, wo diese Division gelandet/geendet/verlegt worden ist, da er, wie er mir sagte, vorzeitig ausgeschieden und in eine andere Division versetzt wurde. Vielleicht kann man darüber etwas ausfindig machen.
    Herzliche Grüße
    Katharian

    Richwordl

  • Hallo Katharian!


    Am 14. Januar 1944 begann dann aus dem Oranienbaumer Brückenkopf der sowjetische Großangriff. Fünf Schützendivisionen und die 152. sowjetische Panzerbrigade stürmten gegen die 9. Feld- Division (L) an. Die deutsche Stellung wurde schon in den ersten Stunden durchbrochen, zwei Bataillonskommandeure und acht Kompanieführer fielen neben weiteren Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften. Die Reste des Regiments unter Führung von Oberst Ceerkens igelten sich am Divisionsgefechtsstand in Ropscha ein. Doch bereits am nächsten Tag wurde das Regiment auseinandergerissen. Teile konnten sich noch bis Tuganitzky durchschlagen, und hierbei fiel der Kommandeur. Die wenigen, die noch nach Westen durchkamen, wurden in Krassno- wardeissk gesammelt und auf die 61., 225. und 227. Infanteriedivision verteilt.


    Die Front vor Leningrad wankt unter den Schlägen der Roten Armee. Der OB der 18. Armee. Generaloberst Lindemann, sieht nur noch einen Ausweg: den beschleunigten Rückzug der Armee. Aber der ist nicht mehr möglich. An vielen Stellen werden die deutschen Restdivisionen durch Kämpfe lange gebunden, festgehalten, überflügelt, eingeschlossen, und das kostet Zeit.
    Die 9. Luftwaffen-Feld-Division wird praktisch zerschlagen. Ihr Kommandeur. Generalmajor Michael, fällt. Ähnlich ergeht es der 10 Luftwaffen-Feld-Division. Ihr Kommandeur. Generalmajor von Wedel. fällt Tage später bei Narwa.



    Gruß Hagen

  • Hallo Chevy,
    vielen Dank für deine Bemühungen. Das ist wirklich nett, mit soviel Hilfe habe ich gar nicht gerechnet. :) Ich bin sehr gespannt, ob und was sich diesbezüglich noch tut. Wie gesagt, meinen Vater interessiert auch hauptsächlich, was aus der ganzen Division geworden ist, da er durch eine Verwundung ins Lazarett kam und dann einer anderen Division zugteilt wurde.
    Herzliche Grüße
    Katharina

    Richwordl

  • Hallo Katharina,


    wie schon aus den Links hervorgeht, wurde die Division bei dem am 14. Januar 1944 begonnenen russischen Großangriff im "Kessel von Oranienbaum" völlig zerschlagen. Nur geringe Reste der Division konnten bis Februar aus der feindlichen Umklammerung ausbrechen. Die Division hatte schwerste Verluste und wurde vom Oberkommando des Heeres am 12.Februar aufgelöst. Die wenigen Überlebenden wurden dabei auf andere Divisionen aufgeteilt und standen anschließend an der Narwa-Front im Kampf.
    Gruß Herbert

  • Quote

    Original von Katharina
    Besonders interessiert ist mein Vater an einem ehemaligen Kameraden namens Heinrich Krost.


    Hallo Katharina,


    ist Deinem Vater vielleicht das Alter, der Geburtsort und/oder damalige Dienstgrad seines ehemaligen Kameraden noch bekannt? Beim Volksbund sind zwei Personen des Namens verzeichnet, wobei einer aufgrund seines Todesdatums 1941 wohl nicht in Frage kommt. Deshalb hier nur der zweite Eintrag aus der Gräberdatenbank:


    Nachname: Krost
    Vorname: Heinrich
    Dienstgrad: Obergefreiter
    Geburtsdatum: 10.05.1922
    Geburtsort: Mainz
    Todes-/Vermisstendatum: 04.1945
    Todes-/Vermisstenort: Grillenberg


    Heinrich Krost ruht auf der Kriegsgräberstätte in Blumau (Österreich).


    Gruß, J.H.

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

  • Quote

    Original von Herbert
    Die wenigen Überlebenden wurden dabei auf andere Divisionen aufgeteilt und standen anschließend an der Narwa-Front im Kampf.
    Gruß Herbert


    Hallo Herbert, so Wenige waren das gar nicht....


    wenn ich mich nicht verzählt habe, dann wurden laut Übersicht des Abwicklungsstabes insg.


    4273


    Ehemalige der 9.Lw.Feld-Div. auf andere Einheiten des Heeres verteilt bzw. wurden Heerestruppe.


    Hinzu kamen noch 334 Ehemalige, die noch beim III.(germ) SS-Pz.Korps eingesetzt waren, und deren Übernahme in die Waffen-SS im März 1944 beantragt wurde. (Verluste beim Einsatz unter III.(germ) bis März'44 bis dahin nicht erfasst....)


    uwe

  • Hallo zusammen,


    sind vielleicht noch irgendwelche Erinnerungen vorhanden, dass die Felddivisionen um die JAhreswende 1943/44 durch Lw-Personal anderer Einheiten verstärkt werden sollten?
    Mein Vater war ende 1943 als OGefr. bei der Fliegerhorstkompanie E 39/IV in Lavariano. Er sollte nach Agram versetzt werden, wurde dann aber wohl kurzfristig zum 'Nordabschnitt der Ostfront' kommandiert.
    Es sind dann zwar Einsätze ab 11.01.44 im Wehrpass eingetragen (Einsatz im Operationsgebiet Nordabschnitt der Ostfront, Bandenbekämpfung ...), aber keine neue Einheit, die zu der Örtlichkeit passt. (vielmehr steht ab 12.1.44 FlHstKdtr. Agram, was aber zu den Einsätzen natürlich nicht passt. Vermutlich hat er seine Zieleinheit im Norden nicht mehr angetroffen ...
    Ab April 1944 betreffen die Einsätze dann wieder Agram. Er wurde übrigens kurz darauf nach einem 'Einsatz im Heimatkriegsgebiet' (März 44) zum Uffz.-Anwärter ernannt.


    Bin für jeden Hinweis dankbar.


    Gruß
    Udo

    Literatur: Glückauf zum Untergang-Die Kriegstagebücher des Feldwebel Kurt Pfau / Mit der 60. Infanteriedivision von Danzig nach Stalingrad - Arthur Krügers Kindheit und Soldatenzeit 1937-1945 / Kohlenstaub und Wüstensand-Biografie eines Afrikakämpf.

    Edited once, last by udalerich ().


  • Ooops, von einer derart großen Zahl bin ich nun wirklich nicht ausgegangen!


    Danke, Uwe, für diese "Aufklärung"!


    Nach den Beschreibungen der Kämpfe und Verluste in der Literatur über den Oranienbaumer Kessel hätte ich nicht mit einer so hohen Zahl "Entkommender" gerechnet.


    Gruß Herbert

  • Quote

    ... laut Übersicht des Abwicklungsstabes ...


    Hallo,


    wie die Aufstellung einer Division ging auch die Auflösung oder Umwandlung nicht so schnell vonstatten. Da gab es ja einen extra Abwicklungsstab, wie auch nach Afrika usw.
    Von wann ist denn die Übersicht? Nicht das die noch von vor der Offensive der Russen datiert.


    Gruß
    Udo

    Literatur: Glückauf zum Untergang-Die Kriegstagebücher des Feldwebel Kurt Pfau / Mit der 60. Infanteriedivision von Danzig nach Stalingrad - Arthur Krügers Kindheit und Soldatenzeit 1937-1945 / Kohlenstaub und Wüstensand-Biografie eines Afrikakämpf.



  • Udo.... da fehlen mir echt die Worte.... manche Art von Humor verstehe ich einfach nicht.
    danke Uwe

  • Hallo Freunde.
    Auch ich wurde als Angehöriger der 10.Lw. Felddiv. 19. Jg. Rgt. in Jövi im Februar 1944 "abgewickelt" und kam zur 170. Inf.Div. Gren.Rgt. 401.
    Die relativ hohe Zahl der Reste der 9. Lw. Felddiv. ist erklärlich. Bei diesen
    handelt es sich zum grossen Teil und die Überlebenden, die in den Trosseinheiten der Division (Stäbe, Bäcker- Metzgerkompagn. Waffen- und Funkmeistereien u.a.) tätig waren und keinen so hohen Blutzoll zahlten.
    Von den eigentlichen Grabenkämpfern haben sicherlich nicht mehr so viele überlebt.
    Herzliche Grüße Veteran Ferdi

    Ferdi

  • Quote

    Original von schwarzermai



    Udo.... da fehlen mir echt die Worte.... manche Art von Humor verstehe ich einfach nicht.
    danke Uwe


    Also Uwe,


    ich weiß nun wirklich nicht, wo Du da irgendeine Art von Humor entdecken kannst.
    Ich weiß von Abwicklungsstab Afrika, dass dort auch die 'Reste' der Einheiten ermittelt wurden. Später mussten die Zahlen nach unten korrigiert werden, weil viele Soldaten gefallen oder in Gefangenschaft geraten waren.
    Nach den Quellen begann schon ende 1943 das Vorhaben, die Lw-Felddivisionen ins Heer einzugliedern. Wenn die Liste dann also aus dieser Zeit stammt, dürften dort mehr Soldaten verzeichnet sein, als wenn dies von März 1944 stammen würde.
    Und das ist gar nicht lustig! Wo bitte ist da Humor, so was macht mich echt ärgerlich! Wenn man eine Frage nicht versteht, kann man nachfragen, anstatt so was loszulassen.


    Gruß
    Udo

    Literatur: Glückauf zum Untergang-Die Kriegstagebücher des Feldwebel Kurt Pfau / Mit der 60. Infanteriedivision von Danzig nach Stalingrad - Arthur Krügers Kindheit und Soldatenzeit 1937-1945 / Kohlenstaub und Wüstensand-Biografie eines Afrikakämpf.

    Edited once, last by udalerich ().

  • Hallo Johann Heinrich,
    danke für Deine Nachforschungen. Der von Dir ausfindig gemachte Heinrich Krost ist nicht der Gesuchte. Der Kamerad meines Vaters, dessen Schicksal sich aber mittlerweile geklärt hat, stammte aus einem Dorf in der Eifel.
    Herzlliche Grüße
    Katharina

    Richwordl

  • Ein herzliches Dankeschön an alle, die mir so engagiert und freundlich geantwortet haben. Mein Vater hat sich sehr gefreut, so viel über das, was ihn interessiert hat, zu erfahren.
    Eine gute, friedvolle Zeit wünscht euch,
    Katharina

    Richwordl

  • Hallo Katharina,


    Quote

    Der Kamerad meines Vaters, dessen Schicksal sich aber mittlerweile geklärt hat


    wenn es nicht zu indiskret ist, welches Schicksal hatte Heinrich Krost ?

    Gruss Dieter

  • ... Fünf Schützendivisionen und die 152. sowjetische Panzerbrigade stürmten gegen die 9. Feld- Division (L) an. Die deutsche Stellung wurde schon in den ersten Stunden durchbrochen, zwei Bataillonskommandeure und acht Kompanieführer fielen neben weiteren Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften. Die Reste des Regiments unter Führung von Oberst Ceerkens igelten sich am Divisionsgefechtsstand in Ropscha ein ...


    Hallo,


    anbei noch ein kleines Puzzlestück zur Ergänzung, leider ließ sich bisher nicht herausfinden, welches Bataillon der Division der Major/Oberstleutnant Setzke damals südl. Leningrad führte.

    Quellen: Völkischer Beobachter, Folge 130 vom 9.Mai 1944, Seite 7 u. Gräberdatenbank Volksbund


    Gruß, J.H.


    Nachname: Setzke

    Vorname: Erich

    Dienstgrad: Oberstleutnant

    Geburtsdatum: 17.08.1902

    Geburtsort: Schleswig

    Todes-/Vermisstendatum: 20.01.1944

    Todes-/Vermisstenort: Ropscha südl. Leningrad


    Erich Setzke konnte im Rahmen der Umbettungsarbeiten nicht geborgen werden. Sein Name wird im Gedenkbuch des Friedhofes Sologubowka/Sankt Petersburg verzeichnet

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