Freundliches Feuer

  • Er meinte das war bei ihnen aber so üblich. Bis eben dieses "Abknallen von hinten" vermehrt auftrat.


    Bei uns in Ö ist es mit KPE auch üblich das die gesamte Kompanie geschlossen (inkl. Ausbildungskader) in den AuslandsE geht. Warum nicht?

    Man gebe mir sechs Zeilen, geschrieben von dem redlichsten Menschen, und ich werde darin etwas finden, um ihn aufhängen zu lassen.
    Armand Jean du Plessis Richelieu (1585-1642), Herzog von Richelieu, frz. Kardinal und Staatsmann

  • Redest du von dem Auslandseinsatz, der jetzigen Zeit, so ist das auch nicht verwunderlich. Es herrscht schließlich Friedenszeit und die Soldaten sind bei ihren Stammkompanien. Ich bin sicher die Soldaten die '39 in den Krieg zogen wurden auch von ihren Dienstgraden ausgebildet. Im Verlauf des Krieges ist es klar, dass in der Heimat der Ersatz für die an der Front stehenden Kompanien ausgebildet wurde.


    Bei mir ist es ja auch so, dass die Dienstgrade meines Zuges uns alles beibringen, inkl. der Auslandsvorbereitung. Wir gehen schließlich auch mit denen in den Einsatz.

    Pedites Pugnas Decernent

  • Bei mir war es so das ich für die Dauer des Einsatzes versetzt wurde.
    Die FmStaffel in Orahovac war auch bunt gemischt.
    Obwohl das ne Feldvermittlung mit Richtfunkverbindung war, hatten wir auch Rundstrahler und ein Instler in der Staffel.
    Ich musste sogar als Wehrpflichtiger 2 Truppführer ausbilden, weil die als Rundstrahler keine Ahnung von Richtfunk hatten

  • sicher kann man das nicht mit der jetzigen Zeit vergleichen, keine Rede, hab ich auch nicht vor. Aber es war doch sicher auch damals "angenehm" mit seinen eigenen Leuten in den Einsatz zu gehen, zumal man wusste auf wen man sich verlassen konnte, oder wer eher ein "Schlapfen" war.

    Man gebe mir sechs Zeilen, geschrieben von dem redlichsten Menschen, und ich werde darin etwas finden, um ihn aufhängen zu lassen.
    Armand Jean du Plessis Richelieu (1585-1642), Herzog von Richelieu, frz. Kardinal und Staatsmann

  • Hallo Zipflklatscher u. a. anderen TN,


    sicher hast du den Nagel auf den Kopf getroffen, aber leider war es so, dass viele Einheiten oder fast alle, ausgenommen vielleicht Spezialeinheiten, immer Leute zur Aufstellung neuer - oder Ersatzeinheiten bzw. für Schattendivisionen abgeben mussten. Soweit bekannt versuchte man die weniger Guten abzudrücken, aber das wurde ja meistens nach Aktenlage gehandhabt und so mussten auch die Guten dran glauben.
    So zumindest habe ich es der Literatur, insbes. den Divisionsgeschichten entnommen. Es ging ja nicht an, einfach nur Neulinge in eine Division zu stecken...unmöglich. Deshalb wurden auch die Spezialisten z. B. aus Afrika und Stalingrad zum Wiederaufbau herausgezogen/ausgeflogen.
    Das ist ja heute noch so, dass meist die Guten immer ran müssen, oder?
    Wer will schon eine "Pfeife"? Außerdem ist der Lerneffekt bei einem Wechsel der Einheiten auch nicht zu unterschätzen. Wir kennen ja das rollierende System, das auch heute noch, zumindest meistens, gilt.
    Grüße Karl

  • Hallo Alle,


    es war in der Regel so, dass sich die Ausbildung in 2 Phasen vollzog.


    1. Die Grundausbildung bei der Ers.u.Ausb.-Einheit. Dort war auch die "Schleiferei".


    2. Die weitere, ich nenne sie mal die Fach-Ausbildung vollzog sich bei den Regimentern zu denen man abgestellt wurde. Da gab es, zumindest bei uns, keine Schleiferei mehr. Da stand die Gesechtsausbildung im Vordergrund, d.h. die Einheit wurde für den Einsatz vorbereitet. Die Ausbilder und Vorgesetzten gingen auch mit an die Front und damit erklärt sich auch der Zusammenhalt unserer Truppe.


    Gruß veteran43

  • Zuerste einmal ein


    Hallo an wolf310
    und die Frage:
    Möchtest Du viell. einmal in den "Veteranenstammtisch" schauen - das könnte doch auch etwas für Dich sein?



    Hi an alle anderen,


    brauche manchmal etwas mehr Zeit zum Nachdenken; so auch hier nach Deinem Beitrag, veteran43: wenn einer, der dabei war, Zweifel äußert in dieser so sehr spekulativen Frage, dann läßt sich da nicht so einfach drauf antworten. Deshalb die "Denkzeit". Und so heute erst einmal nur eines:


    Die Aussage im oben zitierten "väterlichen" Satz (erste Seite hier im Thema), der angeführte Generalarzt hätte im Felde keine 14 Tage überlebt, verstehe ich auch nach allem Gesagten nicht als einen zwar verbreiteten, jedoch eher selten in die Tat umgesetzten "Spruch". Die Kriegserfahrungen mit all dem Schrecklichen, das mein Vater erlebt hat, hätte ihn niemals verleitet, etwas Derartiges zu sagen, hätte er nicht ernsteste Gründe dafür gehabt, sprich: eigene Kenntnis.


    Gruß, Kordula

  • Quote

    Original von kkn
    ... Der Generalarzt erlaubte sich Dinge, die seine Überlebenszeit im Felde auf 14 Tage begrenzt hätte. Mich ging das wenig an, ich hatte keine private Praxis zu verteidigen." ...


    Das hieße ja, ein Arzt würde einen anderen erschießen! Und ein größerer - pardon - Ar*** als mein Chef in Stuttgart kann dieser Generalarzt auch nicht gewesen sein. Dennoch hätte ich ihn auch in einer Kriegssituation nicht erschossen.


    Vielleicht hat er ja bloß keine Scheinwerferabdeckungen benutzt oder wäre einfach nur zu dappig für die Front gewesen, gerade, wenn das so ein Prachtgockel war.
    Manche hohe Offiziere dachten ja in ihrer Hybris, Gräben und Unterstände wären nur für einfache Landser gedacht.
    O-Ton, weiß aber leider nicht mehr von wem:
    "Ein General wirft sich nicht hin!"


    Gruß,
    Lisa

    "Mut auf dem Schlachtfelde ist bei uns Gemeingut, aber Sie werden nicht selten finden, daß es ganz achtbaren Leuten an Zivilcourage fehlt!"
    Otto von Bismarck

  • Liebe Lisa,


    kann es sein, daß Du zu motzen liebst?
    Mir ist es ausgesprochen ernst gewesen mit dem, was ich schrieb ...


    Es scheint, als hätten andere nicht geschlossen, was Du da schließt:
    Ein Arzt würde den anderen erschießen.


    Und daß Du Deinen Chefarzt nicht erschossen hast, spricht wirklich für Dich.
    Und: Anerkennung, wie Du aus Deinem Leben zitierst, um das Leben zu erklären.
    Und: mit Dir im Krieg - da wär' man doch sicher ...
    Und daß Du ein wenig rumalberst mit "Scheinwerferabdeckungen" ... - no comment.
    Und irgendwie liegst Du mit Deinem Beitrag im ganzen wohl ein wenig neben der Linie.


    Laß' uns sehen, wie andere das sehen.


    Gruß, Kordula

  • Quote

    Original von kkn
    ... Mir ist es ausgesprochen ernst gewesen mit dem, was ich schrieb ...


    Mir auch.


    Der Eid des Hippokrates, den die Vorkriegsärzte noch schwören mußten, sagt ausdrücklich:


    Quote

    ... Ich werde den, der mich diese Kunst gelehrt hat, gleich meinen Eltern achten, ihn an meinem Unterricht teilnehmen lassen, ihm wenn er in Not gerät, von dem Meinigen abgeben, seine Nachkommen gleich meinen Brüdern halten und sie diese Kunst lehren, wenn sie sie zu lernen verlangen, ohne Entgelt und Vertrag ...


    Aus dieser Passage entwickelte sich die ärztliche Standesehre, Standesgerichte etc.!


    Noch ein Satz aus dem o.a. Eid:


    Quote

    ... Rein und fromm werde ich mein Leben und meine Kunst bewahren ...


    Und ein Eid war unseren Altvorderen noch wesentlich heiliger als uns Jungen, siehe alleine den im Prinzip sogar rechtswidrigen Eid der Wehrmacht auf den "Führer".


    Wenn es schon hieß "Deutsche schießen nicht auf Deutsche!", hätte "Ärzte schießen nicht auf Ärzte!" also mindestens doppelt gegolten.


    Übrigens war mein Beispiel mit den Scheinwerferabdeckungen auch nicht als Jokus gedacht, es gab an der Heimatfront trotz der Verdunkelungsvorschriften genügend Fahrzeuge ohne diese, an der Front wäre man nachts damit genau zweimal gefahren:
    Das erste und das letzte Mal ...


    Pfiat' Di,
    Lisa

    "Mut auf dem Schlachtfelde ist bei uns Gemeingut, aber Sie werden nicht selten finden, daß es ganz achtbaren Leuten an Zivilcourage fehlt!"
    Otto von Bismarck

    Edited once, last by Lisa.Phillips ().

  • Hallo Lisa und Kordula,


    kommt beide wieder runter, war doch nur ein kleines "Scharmützel" zwischen euch.
    Klopft euch auf die Schulter und seid wieder gut.


    Gruß Erich

  • Liebe Lisa,


    ich wiederhole:


    Quote

    Original von kkn
    Es scheint, als hätten andere nicht geschlossen, was Du da schließt:
    Ein Arzt würde den anderen erschießen.
    ...
    Laß' uns sehen, wie andere das sehen.


    Hi veteran43,


    kein Scharmützel - unsauber gelesen und dann geschrieben und eine Antwort darauf. Und wie Du an Lisas Antwort sehen kannst, möchte sie vertiefen, was nicht Thema war: daß Ärzte Ärzte erschießen.


    Gruß, Kordula

  • Wenn ich das falsch verstanden haben sollte, tut es mir leid, aber mit wem hat ein Generalarzt schon Kontakt an der Front, wenn nicht zu den dort tätigen Ärzten?


    Und zumindest zu Inspektionen mußten auch sie ja ab und an "ins Feld" ...


    Gruß,
    Lisa

    "Mut auf dem Schlachtfelde ist bei uns Gemeingut, aber Sie werden nicht selten finden, daß es ganz achtbaren Leuten an Zivilcourage fehlt!"
    Otto von Bismarck

  • Rudel beschreibt in seinem Tagebuch wie sie einen Arzt losgeworden sind. Er hatte allerdings "nur" Todesangst!


    Ein "Kollege" hat den Arzt (kurz vor Liquidierung von Stalingrad) angerufen: "Hier ist der Generalstabsarzt, Sie werden morgen früh in den Kessel eingeflogen ....."


    Er hat dann freiwillig um Versetzung gebeten.

  • Hi Lisa,


    das freut mich ja nun - find's schöner gemeinsam als gegeneinander zu streiten; und in der Frage eines Generalarztes an der Front - da gebe ich Dir recht - der hat sich nicht in's Getümmel gemischt; nehme an, daß dieser Gen.-Arzt auch nur als Beispiel dienen sollte für einen, der andere ohne zwingenden Grund schindet ...


    Gruß, Kordula

  • Hi,


    TAKs Beitrag in Militärgeistliche hat mich an das Thema hier erinnert.
    Ist eine der Fragen, die sich nicht belegen lassen, ist jedoch für mich nach wie vor offen.
    Es würde mich sehr interessieren, ob es weitere Erzählungen aus den Familien dazu gibt.


    Gruß, Kordula

  • Gruß!

    Hätten Sie mehr Informationen über den Generalarzt Lohse? Mein Großvater soll nämlich in Rumänien sein Adjutant gewesen sein.

  • Hi kadetternst,


    werde in den Unterlagen nachlesen, ob sich dort noch etwas findet;

    gehe aber aus der Erinnerung davon aus, daß diese Angaben die

    einzigen zu ihm sind. Melde mich erneut.


    Und noch ein Willkommen hier im Forum.


    Nach-Weihnachts-Grüße,

    Kordula



    Edit: Vll. wäre es sinnvoll, die Überschrift zu ergänzen?

    "Versehentliche Schüsse" auf die eigenen Leute ist ja nicht gemeint.

  • Hi Thilo,


    hatte ich gesehen, danke sehr (gucke immer, was für weitere Beiträge

    jemand geschrieben hat - v.a., wenn neu).


    Hier im Thema war Lohse nur ein Beispiel für weitergehende Fragen

    zum im ersten Post angesprochenen Problem.


    Grüße, Kordula