10.SS Panzerdivision Frundsberg

  • Vorab hoffe ich, mein Beitrag wird nicht zu unübersichtlich und lang!
    Mein Vater ist im April 1925 geboren und wurde entweder Ende 1942 oder Anfang 1943 nach dem Arbeitsdienst zur o.a. Division eingezogen. Die Erzählungen von ihm in meiner Kindheit waren eher so Richtung komisch oder auch sentimental, später kamen auch die ernsten Aspekte zu Tage, es waren aber immer mehr solche Gelegenheiten beim Zusammensitzen. Jetzt, da ich mich mit diesem Lebensabschnitt meines Vaters eher auseinandersetzen möchte ist leider seine Altersdemenz soweit fortgeschritten, dass er zwar noch manche Namen (Harmel "guter Chef") und Orte (Lisieux, Caen, Spremberg(?), Lemberg(?)) nennt, aber sonst traurigerweise nicht mehr viel vorhanden ist.
    Folgendes ist mir in etwa bekannt:
    Aufstellung der Division in Südfrankreich (?)
    mein Vater war erst Kradschütze, dann Kradmelder
    Verlegung in die Normandie
    Verwundung durch ein Schiffsgeschütz in Küstennähe
    Kämpfe bei Caen, Lisieux, Kessel von Falaise
    (diese Orte sind heute noch sehr tief in seinem Gedächtnis)
    Arnheim
    (als wir gemeinsam den Film über die "Brücke" sahen, meinte mein Vater es sei sehr realistisch, später hätten ihre Sani's bei der Versorgung der Gegener geholfen)
    Verlegung nach Russland
    (hier hat wohl mein Vater entweder sein Motorradgespann oder einen Schwimmwagen vom Zug "entsorgt").
    Teilnahme an einer "Kesselschlacht" (Tscherkassy?)
    Ich weis das er noch im Elsass war.
    Dann wieder Richtung Stettin und dann der Rückzug.
    Entweder bei Lemberg oder Spremberg wollten die Divisionsreste irgendwie ausbrechen.
    Hier wurde es für mich dann spannend. Mein Vater erzählte immer:
    Wir mussten einen Hang stürmen, oben wären wir durch gewesen.
    "Wir sind auf Kommando los, gerannt und auf jedes Schützenloch feuernd, die Kameraden fallen sehen über Freund und Feind auf die Höhe. Als wir ankamen waren wir keine zehn Männer mehr. Wir wollten uns dann einzeln Richtung Westen durchschlagen."Fast denselben Wortlaut habe ich hier oder in einem ähnlichen Forum vor ein paar Tagen schon einmal gelesen!!! Ist auch der Anlass für diesen Thread.
    Mein Vater kam bei Fürstenwalde (?) in russische Gefangenschaft, konnte dann fliehen und wurde kurze Zeit später von den Amerikanern gefangen und über Lager in Thüringen, bei Sangershausen (?) und Dierdorf, NRW (muß sehr schlimm gewesen sein "die haben uns gezielt verhungern lassen und jeden der nur den Kopf hob erschossen) an die Franzosen übergeben um als PG wieder in der Normandie in den Kohleminen zu qarbeiten. Mein Vater wurde im November 1948 entlassen und kam pünktlich zum Kirchweihtanz in unserer Gemeinde an, übrigens einen Monat nach seinem 2 Jahre älteren Bruder der als Wehrmachtssoldat die russische Gefangensdchaft überlebt hat.
    Vielleicht gibt es tatsächlich noch jemanden der mir Genaueres erzählen kann oder sogar meinen Vater gekannt hat (Sturmmann(?) Karl Heigert.
    Ist es kompliziert über das Bundesarchiv oder die Wast Auskünfte zu erhalten?
    Ich hoffe ich habe niemanden gelangweilt und freue mich auf Antworten, bzw. Hilfen.
    Bilder die mein Vater retten konnte (Division im Turndress, er auf seinem Gespann u.ä. habe ich zwar, das Format ist aber in etwa 3 auf 4 cm und nicht mehr die beste Qualität, einscannen kann ich mal versuchen.
    Viele Grüße Klaus Heigert

  • Ich wollte mich hier nochmals melden. Vielleicht ist mein Beitrag missverständlich. Ich hatte gehofft , dass durch meine Schilderung mir jemand vielleicht helfen kann die Einheit meines Vaters herauszubekommen und es vielleicht Tips gibt eventuell mehr zu erfahren. Das Buch von Michaelis habe ich schon längere Zeit, "Totenkopf und Frundsberg" habe ich bestellt. Die Herren Schick und Godau (Kameradschaft Frundsberg) habe ich nicht bzw. noch nicht erreicht. Das Bundesarchiv und WASt. würde ich gerne nutzen, bin mir aber über den Aufwand und die Kosten nicht ganz im Klaren. Die hervorgehobene Schilderung im Text habe ich in ähnlicher Form entweder hier oder in einem ähnlichen Forum schon einmal gelesen und hoffte über dieses Forum den Autor herauszufinden. Nix für ungut.
    Klaus Heigert

  • Guten Tag Klaus,
    eine Anfrage an das Bundesarchiv Berlin würde ich an Deiner Stelle auf jeden Fall versuchen. Der Bestand für SS-Führer kommt nicht in Frage, aber vielleicht finden sich noch Listen bzgl. der Musterung. Falls er in seinem jungen Alter einen Antrag auf Heiratsgenehmigung gestellt hat, würdest Du vielleicht auch Unterlagen erhalten können. War er zufällig von der HJ. als Bewerber in die Allgemeine SS übergetreten ? Dann gebe es vielleicht auch noch einen Antragsbogen. Vielleicht sind auch Besoldungsblätter überliefert...
    Also, Berlin auf jeden Fall in die Nachforschung einbeziehen und die Kosten dürften nicht zu hoch sein.
    Beste Grüße, westermann

    Gruß, westermann

  • Hallo Klaus,


    welchem genauen Truppenteil der Division "Frundsberg" dein Vater angehört hat lässt sich natürlich nur sehr schwer sagen, denn eine Division war sehr groß. Am besten erstmal einen Antrag bei der WASt stellen, da könnte man eventuell den genauen Truppenteil herausfinden, aber nur wenn über deinen Vater überhaupt etwas vorliegt, denn das ist bei Waffen-SS Angehörigen nicht einfach, da zu diesen kaum Akten vorhanden sind.


    Dann kannst du dich noch hierhin wenden.


    Kameradschaftsvereinigung Suchdienst-Frundsberg e.V.
    1. Vorsitzender: Siegfried Römer
    Geschäftsführer: Willi Weber
    Postfach 410803
    50868 Köln


    Karl Godau ist auf jeden Fall nicht mehr aktuell. Er hat das Amt schon vor Jahren niedergelegt und ist glaub ich schon verstorben.


    Laut diesem Thread


    http://www.vksvg.de/thread.php?threadid=5440


    im Vermisstenforum müsste der Verein noch aktiv sein.


    Viel Glück, ich bin auf jeden Fall gespannt was da rauskommt. =)


    Grüsse Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

  • Danke schon mal. Ich werde es über WASt und über Herrn Weber probieren. Mein Vater wurde direkt vom RAD zur Frundsberg eingezogen. Heiraten war erst in den 50 er Jahren.
    Grüße Klaus

  • Ich habe heute 3 Feldpostbriefe meines Vaters aus 1944 gefunden (eine Kiste mit Feldpost sollte ich irgendwo im Haus auch noch finden) und zudem noch Post die er in der Gefangenschaft erhalten hat. Die Feldpost trägt den Absender ss Mann Heigert 27001
    Mit den Suchmaschinen bin ich nicht viel weiter gekommen, eventuell gehörte die Nummer zum 21. Panzergrenadierregiment (?) in der Frundsberg. Könnt Ihr da eventuell Tips geben?
    Grüße

  • Hallo Klaus,


    die Felpostnummer 27001 bedeutet Stab SS-Panzer-Grenadier-Regiment 21.


    Infos über das Regiment in den letzten Kriegstagen hab ich hier
    KTB SS-Panzer-Grenadier-Regiment 21 "Frundsberg" eingestellt.


    Wenn du die Kiste mit der Feldpost finden solltest, wäre das wirklich interessant, besonders im Hinblick auf den militär. Werdegang deines Vaters und der Regimentsgeschichte.  8)


    Grüsse Daniel


    Link aktualisiert + "geblaut"; kkn

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

  • Da mein Vater an einer fortschreitenden Altersdemenz leidet kann er mir leider nicht mehr sehr behilflich sein. Meine Mutter hat mir die 3 Briefe gegeben und auch vorgelesen (Sütterlin habe ich nicht mehr gelernt). Aus dem Beitrag über das 21. Panzergren.Reg. habe ich deine Kopien der Tagesmeldungen ausgedruckt und bin damit zu meinen Eltern. Daraufhin schrieb mein Vater seine Feldpostnummer auf ein Blatt und sagte: "ich war Obersturmmann bis wir uns hochgekämpft hatten" (nicht in diesem hochdeutsch und auch etwas stockend), dann hat er die Ausdrucke genommen und angefangen zu lesen. Eventuell kommt doch noch etwas Erinnerung zum Vorschein. In den 3 Briefen geht es nur um Familie, Lebensmittel, Zigaretten, Verwundung und Strümpfe zum stopfen, keine Ortsangaben und auch nichts zum Krieg. Bei der Kiste habe ich erst mal einen Dämpfer erhalten, an der ursprünglichen Stelle und an weiteren vermuteten Plätze war ich heute erfolglos. Ich arbeite mich jetzt durch die Foren um eventuell doch noch an diese Ausbruchsschilderung (Halbe? Spremberg? o.ä.) zu kommen, den das war garantiert die gleiche Situation und somit von einem Kameraden meines Vaters.
    Grüße und schon mal vielen Dank
    Klaus

  • Hallo, ich bin jetzt ein paar Schritte weiter. Ich habe Anfragen an die WASt. und nach telefonischer Rücksprache mit Berlin, eine Anfrage an das Bundesarchiv in Freiburg gerichtet.
    Die Anfrage an die Kameradschaft Frundsberg in Köln lege ich unter der Rubrik "wieder was gelernt" ab. Der Empfänger hat meine Brief ganz sicher nicht genau gelesen, Antworten auf meine, eher allgemein gehaltene, Fragen habe ich jedensfalls nicht erhalten, ist vielleicht auch dem Alter des Empfängers geschuldet. Was ich eher als bedrückend empfand als das Schreiben, war der weitere Inhalt des relativ großen Umschlages: Schnipsel mit billigen Stammtischwitzen, Kopien von Zeitungsartikeln mit, na ja, Ausländerfeindlichkeit, Euro-Kritik, diverse ältere Kameradschaftshefte und das Angebot verschiedene Ausgaben der "Hellebarde" zu kaufen. Im Endeffekt ging der größte Teil der Sendung direkt in den Papierkorb. Da ist mir zuviel der "alten Gesinnung" übriggeblieben.
    Die Feldpostbriefe meines Vaters sind noch vorhanden (meiner älteren Schwester sei Dank!). Eventuell brauche ich dann beim Übersetzen der Sütterlinschrift noch mal die Hilfe des Forums.
    Gruß Klaus

  • Hallo Klaus,


    Willi Weber ist etwas "eigen" - es mag seiner Kriegsverletzung geschuldet sein, die er erlitten hat. ;)


    ansonsten war/ist er die treibende Kraft hinter dem "Suchdienst Frundsberg" und hat so manches "mitgemacht"....  :(


    Also nix für ungut, und nicht die Flinte ins Korn werfen!!


    Ich habe per PN mal einen Alternativvorschlag gebracht .... ;)


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo Klaus,


    Es gibt NARA-Kriegatagebücher über diese Division, zumindest vom Jahr 1944, es wäre interessant zu wissen, was Du eigentlich erfahren möchtest.


    Grüsse


    Byron

  • Hallo, heute kam Post von der WASt. Ich bin auf die Auskünfte gespannt obwohl es scheinbar nicht so umfangreich ist, 1 Seite und 17 Kopien. Ansonsten bin ich leider nicht mehr viel weiter gekommen.
    Gruß Klaus Heigert

  • Hallo
    Suchdienstleiter der Frundsberger heisst Edmund Zalewski wohnhaft in Düren
    gruss
    alf

  • Moin Klaus!


    Gerade durch Zufall drauf gestoßen:


    10.SS-Panzer-Division "Frundsberg"


    In Ehrfurcht die Fahnen Senken
    http://www.stengerhistorica.co…dieFahnenSenken/index.htm


    Mainpage: http://www.stengerhistorica.co…dies/Frundsberg/index.htm


    Vielleicht finden sich hier genauere Infos:
    http://www.stengerhistorica.co…rundsberg/FindingAids.htm


    bei amazon gibt es ne Menge hochpreisiger Bücher zur Einheit:
    http://www.amazon.de/s/ref=nb_…22Frundsberg%22&x=19&y=23

    Gruß Henry/Kuestenjaeger

  • Hallo zusammen, so nach und nach setzt sich das Puzzle zusammen. Ichwarte jetzt noch die WAst.-Auskunft ab. Ich habe mittlerweile den "Tieke -Im Feuersturm", "Michaelis -Frundsberg", "Die Hellebarde -Frundsberg", "Franz Widmann „Mit Totenkopf und Frundsberg", und "Dran Drauf Durch Buczacz-Caen-Nimwegen".
    Bei Amazon gibt es jetzt die Divisionschronik von Heinz Harmel, kennt die jemand und kann mir sagen ob sich diese Anschaffung lohnt?
    In meinen ersten Beiträgen ist ja doch einiges durcheinander gekommen, da dürften die Fachleute hier gegrinst haben.
    Versuche jetzt ein paar Bilder anzuhängen
    Gruß Klaus

  • Hallo, ich wollte mich noch mal melden. Gestern kam die Antwort der WASt.  :(  :(  :(
    War leider "ein Schuss in den Ofen". Wie mein Vater angekündigt hatte liegt eigentlich nichts vor. Sein Soldbuch und alle anderen Unterlagen hat er nach dem Zusammenbruch weggeworfen Die WASt.-Auskunft und eine Kopie seines Antrages auf Entschädigung habe ich eingescannt und angehängt. Warum es keine Unterlagen über seine Lazarett-Aufenthalte gibt wundert mich (er wurde einmal wegen einerVerwundung und einmal wegen Krankheit operiert). Gibt es doch noch Möglichkeiten an Informationen zu kommen? Eventuell über die erste FPN 29562? Bin jetzt erst mal enttäuscht. Gruß Klaus

    Files

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    • WAST3.jpg

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  • Hallo Klaus,


    die FPN gehörte zur Kradschützenkompanie 1. SS-Panzergrenadier-Regiment "Frundsberg", dem späteren SS-Panzer-Grenadier-Regiment 21.



    Grüße


    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941