Der Krieg in Afrika

  • Hallo Taiko


    Allerdings frage ich mich was deine interessante Anregung bringen soll, wo doch niemand die taktischen Fähigkeiten Rommels angezweifelt hat. Bezweifelt werden seine Fähigkeiten auf der höheren operativen und strategischen wie auch
    logistischen Ebene. NmA bringt also eine taktische Analyse der br.Operation Crusader wenig -in Bezug auf die Fragestellung- neues.


    Ich meine der Ansatz von cpa95 ist etwas zielführender. Allerdings war nmA Tobruk auch nur ein Teil des Gesamtproblems in welches sich Rommel manövriert hatte.


    eine Anmerkung:

    Quote

    Ich war sehr überrascht, das Rommel aufgrund dieser Lageeinschätzung nicht von sich aus Offensiv werden wollte und es die Überredung Westphals bedurfte um ihn zur Vorbereitung einer Offensive zu überreden.** (Westphal Erinnerungen S146, Kesselring , Soldat 162.) Für mich ist dies ein Beispiel, das Rommel nicht stets von Ruhmessucht getrieben war und vor allem das er aus seinen Erfahrungen des Frühjahrs 41 gelernt, sogar möglicherweise sogar leicht verunsichert war in Bezug auf eine vorschnelle Entscheidung seinerseits.


    Das verstehe ich nicht. Rommel wird von Westphal überredet im April 41 zur Offensive überzugehen. Aber Rommel hat möglicherweise aus den Erfahrungen im Frühjahr 41 gelernt?

  • Hallo Klext, Hallo Zusammen,


    Danke erstmal für Deine Antwort. Ich hatte gehofft, das durch die "lange" Einleitung, möglichst viele Leser zu diesem Thema auf eine gemeinsame Basis bringen können, bevor Ihr dann speziell das von Dir hervorgehobene Thema, der "Zweifelhaften Fähigkeiten Rommels auf der höheren operativen, strategischen wie auch logistischen Ebene" eingehen könnt. Ich habe absichtlich mit Crusader begonnen, da mit Start der Gegenoffensive viele der von Dir ausgewiesenen Themen anstehen, einschliesslich der kommenden Eroberung Tobruks und dem weiteren Vorgehen bis El Alamein. Die Gegenoffensive ist ein Beispiel für die Anwendung der Sonderregelung gemäß der Weisung 22e, eine Freigabe seitens seiner Vorgesetzten lag nicht vor, nicht einmal informiert hatte er, nachdem er sich durch Westphal hat überreden lassen. Aus meiner Sicht ein klarer Verstoß gegen die für Ihn geltenden Regeln, jedoch sehe ich in diesem Fall an seiner Handlung "noch" keine Anzeichen einer übersteigerten Ruhmessucht, sondern ein rein strategisches Kalkül.


    Zudem muss jegliche hier ausgewiesene Kritik an der Handlungsweise Rommels den Prüfungen z.b. bzgl. des Kampfraumes bestehen. Wie Stumpf so schön bezeichnet hat, kann eine Operation innerhalb der Cyrenaika im wesentlichen nur 2 Ergebnisse haben, a) Rückzug zur Ausgangsstellung und oder b) durchstoßen. Im zweiten Falle entwickeln sich die logostischen Problemstellung automatisch. Während Rommel mit seiner Gegenoffensive Fakten schuf, beschleunigte er auch Beschlüsse seitens Hitler und Jodl. Ein Ergebnis dieser Offensive ist mit Sicherheit die Festlegung der Reihenfolge des weiteren Vorgehens im Mittelmeerraum und Nordafrika. Tobruk und dann Malta (geschuldet aus den Warnungen Rommels an Hitler bzgl. des erstarkens der 8 britischen Armee), auf dem Schloß Kleßheim bei Salzburg (30.4.42)
    Ich denke daher, das es genügend Gründe gibt, die strategischen Entwicklungen ab der Operation Crusader bis zur Erstürmung Tobruks genauer zu betrachten. Dabei ist es nicht wichtig die einzelnen operativen Schritte der Panzergruppe im Detail zu erläutern, sondern das taktische Ergebnis in Bezug auf deren Wirkung auf die darüberliegenden Ebenen zu reflektieren. Hier müsste sich dann, für jedermann deutlich erkennbar seine Schwächen abzeichnen, deren ganzes Ausmass ich z.b. derzeit noch gar nicht überblicken kann, aber ich hoffe durch Eure aktive Mithilfe dieses Manko zu schliessen.


    Ich finde wir können nicht einfach eine "hohle" Diskussion führen, in dem wir uns z.b. auf den Beschluss vom 30.4.42 beziehen, ohne das die Mehrzahl weiss, auf welchen Grundlagen dieser Entschluss beruhte. Die Wechselwirkungen sind wichtig zum Verständnis des Ganzen, wir sollten nur einen Weg finden diesen so kurz als Nötig, aber auch so detailiert als möglich darzustellen und das kann ich nunmal nicht alleine.


    @Klext...Zu Deiner Frage aus meinem ersten Post. Mir war bis zur Lektüre des Buches nicht bekannt, das Westphal der Auslöser zur Gegenoffensive war. Stumpf beschreibt die Situation sogar als ein sich dagegen sträubender Rommel. Diese Haltung habe ich für mich selbst als mögliche Verunsicherung Rommels ausgelegt, denn bis zu diesem Zeitpunkt erschien mir Rommel in den Büchern zum Jahr 41 immer als nach außen felsenfest agierende Führungsperson. Ich glaube nach wie vor, das die durch den Frontflug erbrachten Informationen bei Rommel zweifel über das weitere Vorgehen hat aufkommen lassen (rein spekulativ meinerseits und durch nichts zu belegen), die auch nicht durch die Informationen Mellentins beiseite zu schieben waren. Mir stellt sich an dieser Stelle die Frage, was wäre die Alternative gewesen, nach den ihm vorliegenden Erkenntnissen und wie hätte das Oberkommando auf z.b. ein Halt für 2-3 Monate reagiet, bei der zu erwartenden Entwicklungen bei den Briten?


    Hoth... Danke für Deine Antwort. Wenn Rote Kapelle mich gemeint hätte, hätte er schonungslos wie immer, mir meine Fehler aufgezeigt. So bekomme ich nun eine Gnadenfrist um vielleicht 24std, bevor der Donner des Zorns meine Darstellung trifft und mein aufkeimendes kleines Geschichtsego in den Koffer gepackt wird, wo es hingehört... ;)


    @RK... sei mir gnädig ^^;(


    Beste Grüße
    Taiko

    Edited 2 times, last by Taiko ().

  • Hallo Taiko


    Nach wie vor bin ich der Meinung das bei einer Analyse erst ab Op.Crusader "Teile" verlorengehen die aber wichtig sind um die gestellte Frage zu beantworten. Und auch das deine Intensionen besser durch eine Analyse der Situation ab Ende 41 gedient wäre. Als weiteren Schritt vielleicht die Frage ob die daraus hervorgehenden "Lerneinheiten" bei Rommel "angekommen" sind (was nach mM nicht gegeben war).


    Ich denke übrigens auch nicht das "alle" Entscheidungen Rommels (nur) von Ruhmsucht beeinflußt wurden. Aber ich denke das bei vielen, wenn man will, Grundsatzentscheidungen dieser Charakterzug auch eine mehr-oder-weniger große Rolle spielte. (mit Grundsatzentscheidungen meine ich zb. die Entscheidung in der Lage Ende April stehenzubleiben oder die Entscheidung am 4.12.41 den Abwehrkampf (gegen Crusader) abzubrechen und sich zurückzuziehen ...)




    zur anderen Frage kurz.
    Ich hab das Gefühl das du die zeitliche "Reihenfolge" etwas durcheinander bringst.

    Quote

    Mellentin kam in seinem Bericht zu dem Schluss, das aufgrund der erhaltenen Verstärkungen seit dem 5. Januar 42, die Panzergruppe bis Ende Januar überlegen bliebe, das dann aber die gegnerischen Verbände aufgeschlossen hätten und in der Folge das Übergewicht rasch zunehmen würde.


    Ich war sehr überrascht, das Rommel aufgrund dieser Lageeinschätzung nicht von sich aus Offensiv werden wollte und es die Überredung Westphals bedurfte um ihn zur Vorbereitung einer Offensive zu überreden.


    und

    Quote

    Für mich ist dies ein Beispiel, das Rommel ... und vor allem das er aus seinen Erfahrungen des Frühjahrs 41 gelernt, sogar möglicherweise sogar leicht verunsichert war in Bezug auf eine vorschnelle Entscheidung seinerseits.



    Antwort nicht an sondern "über" Hoth
    Augustdieter / Thomas haben eine sachliche Diskussion angemahnt, nicht nur die beiden möchten sie, aber wie soll das möglich werden bei solchen "Mitspielern"?

  • Hallo Leute,


    die Operation Crusader war von zahlreichen äusseren Einflüssen gekennzeichnet. Der Nachschub der Achse wurde nach dem Abzug der Masse der Luftwaffe aus Sizilien immer stärker bekämpft und musste zum Jahresende 1941 sogar mehrere Wochen komplett eingestellt werden. In Italien stauten sich die Nachschubgüter und viele Verbände mussten bis zu 6 Monate auf ihren Transport warten - während in Nordafrika praktisch jedes Nachschubgut Mangelware war. Der lange Nachschubweg war dann auch relativ egal - in Tripolis gab es keinen Nachschub mehr - der hätte nach Vorne transportiert werden können!


    Kurz nach dem Sieg der Engländer bei Crusader haben die Japaner englische Stützpunkte in Südostasien angegriffen - und dort hatten die Engländer fast keine modernen Panzer- und Luftwaffeneinheiten und nur wenig schwere Marineeinheiten.


    Nach dem Bekanntwerden der Japanischen Offensive MUSSTEN die Engländer starke Kräfte aus Nordafrika abziehen und einen Teil des vorgesehenen Nachschubs umleiten.


    Die Englische Marine verlor durch den Abzug von mehreren schweren Einheiten und die mittelfristige Ausschaltung zweier Schlachtschiffe in Alexandria die absolute Seeherrschaft.


    Ein starker deutscher Panzervorstoß verpasste gem. "Entscheidung im Mittelmeer" kurz vor Crusader den wichtigsten Flugplatz der Enländer nur um wenige Kilometer - auf diesem befanden sich zu diesem Zeitpunkt mehr als 100 einsatzbereite Maschinen.


    JEDER einzelne dieser og. Punkte - die alle nicht vom OB Afrika beeinflussbar waren - hätte bei anderweitigem Ausgang die Operation Crusader, die ja eh Spitz of Kopf stand - absolut im Ergebnis beeinflusst.


    Ab Januar 1942 hatte dich Achse nun wieder erträgliche Nachschubverbindungen, eine geschwächte englische Marine und einen kurzfristig (Abzug britsche Verbände und US-Verbände sind noch nicht soweit) geschwächten Landgegner.


    ABER man lag wieder hunderte Kilometer zurück, hatte durch den Rückzug wichtiges Material verloren und musste erst wieder gewaltige Mittel aufwenden um überhaupt wieder die Stellungen vom November 1941 zu erreichen.

  • Hallo Taiko


    Quote


    zur anderen Frage kurz.
    Ich hab das Gefühl das du die zeitliche "Reihenfolge" etwas durcheinander bringst.


    und


    vergiß meine Einwände, ich hatte das falsch verbunden und "1942" überlesen.

  • Hallo Klext,


    np... sammel grade Informationen um auf Deine Frage detailierter Eingehen zu können, melde mich sobald als möglich.


    Beste Grüße
    Taiko

  • Hallo zusammen!





    Hoth


    Tut mir leid, aber damit kann ich nichts anfangen. Dein "Ausflug in die Wissenschaft" ist Realsatire - jedenfalls steht er in krassem Gegensatz zu dem, was du hier ständig vorbringst. Vielleicht würde es Abhilfe schaffen, wenn deine Beiträge weniger wortreich, dafür aber quellengesättigt wären. Womöglich kann das den Auffassungsunterschied nachvollziehbar(er) gestalten. Bisher ist außer wilden Interpretationen, Unterstellungen und einem demensprechenden "Tonfall" nichts von dir zu lesen gewesen. Und davon habe ich jetzt definitiv genug.


    Wenn du also die wesentlichen Kritikpunkte (fehlendes Logistikverständnis, fehlende operative und strategische Fähigkeiten sowie damit in Verbindung stehende negative Rückwirkungen auf die Achsenposition) nicht nachvollziehbar entkräften kannst, dann hat sich die Diskussion erledigt. Ich gehe jedenfalls auf keinen weiteren Beitrag mehr ein, der diesem Schema nicht entspricht. Stammtisch bitte mit jenen Leuten, die das auch möchten.


    Taiko


    Ich gebe Stefan grundsätzlich Recht. Man kann sich natürlich auf den von dir gewünschten Zeitabschnitt konzentrieren, würde sich damit aber die Sicht auf wesentliche Probleme verstellen.


    Die von dir angeführte Rückzugsbewegung stand am Ende einer Fehlerkette, dabei sollte gerade deren Anfang im Mittelpunkt stehen. Der erste deutsch-italienische Vorstoß in Nordafrika entpuppte sich nämlich als operativer Fehlschlag. Rommel hatte den eigenen Kräftebedarf falsch eingeschätzt, den Gegner unterschätzt. Gerade der wiederholte Verstoß gegen diese tausende Jahre alte Regel sollte noch einen hohen Blutzoll unter den Soldaten fordern. Tobruk war sinnbildlich dafür.


    Wenn wir nun diese (entscheidenden) Ereignisse isolieren, dann untersuchen wir die Folgen einer Symptomatik, nicht aber deren Ursachen. Dabei sind gerade letztere für eine umfassende Betrachtung ausschlaggebend.


    Mit Stumpf hast du dir schon einmal eine brauchbare Grundlage verschafft. Mir ist seine Darstellung dieser Ereignisse aus DRZW Bd. 6 bekannt. Gewisse Parallelen zu Frieser sind unübersehbar: Minutiös rekonstruierte Schlacht- und Operationsverläufe stehen im Vordergrund, übergeordnete Betrachtungen kommen dagegen grundsätzlich zu kurz. Gewisse Passagen halte ich für kritiklos, Detailprobleme und einzelne Schlussfolgerungen - etwa wenn es um die Beutekriegführung geht - teile ich nicht. Insgesamt aber ein spannendes Thema.



    MfG

    Whoever saves one life, saves the world entire.
    Talmud Jeruschalmi

    Edited 2 times, last by Rote-Kapelle ().

  • Quote

    Original von Rote-Kapelle
    Die von dir angeführte Rückzugsbewegung stand am Ende einer Fehlerkette, dabei sollte gerade deren Anfang im Mittelpunkt stehen. Der erste deutsch-italienische Vorstoß in Nordafrika entpuppte sich nämlich als operativer Fehlschlag. Rommel hatte den eigenen Kräftebedarf falsch eingeschätzt, den Gegner unterschätzt. Gerade der wiederholte Verstoß gegen diese tausende Jahre alte Regel sollte noch einen hohen Blutzoll unter den Soldaten fordern. Tobruk war sinnbildlich dafür.


    Hallo RK,


    volle Zustimmung. Der Vorstoß hat eine Eskalation des Kriegsschauplatzes gebracht, der im Verlauf 1941 und Anfang 1942 erhebliche Ressourcen ohne strategische Chancen (wenn man Barbarossa als Faktum und konkurrierenden Faktor sieht) binden sollte - Panzerverbände, Luftwaffe, Kolonnenraum und weitere Logistik.


    Die Alternative bestand in der Beschränkung auf den reinen Sperrverband, die nicht zuletzt wegen Rommels operativer (Anfangs-)Erfolge obsolet wurde.


    Grüße
    cpa95

  • Hallo zusammen,


    @Rote Kapelle,cpa95 und Klext,


    mal ganz abgesehen davon,dass ich nicht mit Leuten diskutiere deren Namen ich nicht kenne,


    WAS bezweckt ihr eigentlich mi diesem krampfhaft-zwanghaftem Versuch der Demontage von Rommel ?


    Gruß
    Jan

    suche alles über das Gebirgs-Jäger-Regiment 756

  • Hallo Jan!
    Eine Demontage setzt voraus, dass man überhaupt etwas demontieren kann....

    Glück Auf!
    "Basil"


    "Ich bin ein Egoist und kümmere mich nicht um andere?. Sogar behinderte Delphine kommen zu mir, um mit mir zu schwimmen" (Stromberg)

  • Hallo basil,


    weiter oben verwenden die "Gegner" Begriffe wie "Rommel-Fanboy" und "Rommel-Demontage" um ihre Positionen darzulegen.


    Gruß
    Jan

    suche alles über das Gebirgs-Jäger-Regiment 756

  • Hallo Jan,
    war das vor meinem letzten Post oder danach? =)


    Ich kann mich nur wiederholen, ich habe null Problem das Teil hier bei den nächsten "Schwierigkeiten" zu löschen.


    Das wäre zum jetzigen Zeitpunkt schade, es geht doch normal weiter...


    Grüße Thomas, mit Name...  8)

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • hallo Thomas,


    das war vor Deinem "Einwurf" aber ich wollte basil antworten.


    Ein "Rommel- Fanboy" setzt ja ein Idol vorraus,welches dann in der" Rommel-Demontage" wohl zerlegt werden soll.... ?


    Wozu frage ich mich ?


    Gruß
    Jan

    suche alles über das Gebirgs-Jäger-Regiment 756

  • Hallo Jan


    Ich kann ja nur von mir sprechen und ich sprach von "Rommel-Fanboy" (besser wohl ...-Groupie.


    Man kann nmA über operative / strategische Probleme in NA oder auch 2.Wk unterschiedlicher Meinung sein - kein Problem (auch wenn ich mich manchmal künstlich aufrege)


    Wenn aber jemand geschichtliche Fakten (zb. logistische Determinaten, die Tatsache das Rommel Propaganda für seine egoistischen Zwecke nutzte usw etc.) permanent ignoriert und /oder verdreht und damit Fehler Rommels in einen wie-auch-immer gearteten Erfolg umfunktionieren möchte ist dieser Mit-Diskutant -für mich- auf einem Level wie die Groupies von irgendwelchen Popgruppen.


    Und es geht nmA nicht um eine "Demontage" Rommels sondern um eine realistische Sichtweise auf den Krieg in NA, seine Erfolgsaussichten und damit natürlich auch über Rommel mit seinen Stärken und Schwächen.


  • Hallo Jan,


    ich habe weder Krämpfe noch Zwänge, sondern nur eine Meinung aus dem Lesen der Literatur. Da kann man andere Positionen einnehmen und begründen. Dann wäre es aber hilfreich, sie in der Sache zu begründen (dafür lassen sich auch Ansatzpunkte finden, ohne dass wir im Ergebnis übereinstimmen müssen).


    Die Methodik argumentum ad personam führt nicht weiter.


    Grüße
    cpa95 (Vorname ist Dir bekannt ;) )

  • Hallo Zusammen, Hallo Rote Kapelle, Hallo Hoth,


    ich möchte nochmals begründen, warum ich bewußt den Zeitraum 42 gewäht habe. Zuersteinmal ist die Sommer Operation deutlich klarer zu verfolgen, zudem treten die operativen Entscheidungsmängel Rommels besser zu Tage (Fehleinschätzung der Stärke der britischen Kräfte, mangelnde Aufklärung, viel zu optimistische Zeitabläufe bzw zu knapp kalkulierte Zeitabläufe, Spekulationen statt Wissen), zum anderen ist für mich die übergeordnete Befehlsstruktur und deren Reaktionen / Wissen besser zu belegen. Die Einträge aus dem KTB des OKW liegen mir vor, Kesselring ist unfreiwillig selbst in die Offensive involviert, die italienischen Bedenken und Weisungen werden von Stumpf weitestgehend benannt, Eingriffe Mussolinis / Hitlers und deren Erwartungen ergeben einen Rahmen der geforderten Handlungen und vor allem steht hier nach dem Fall von Tobruk die Frage der Alternativen deutlicher im Raume als im Jahr 41. Dazu kommt, das sich die Gesamtlage durch das Treffen Churchills und Roosevelt grundlegend verändert, speziell durch den Verlust Tobruks, vor allem im Hinblick auf das kommende bei El Alamein.


    Jeder der über die Sommeroffensive 42 liest muss unwillkürlich daran denken, das bei einem geschlossen operierenden Gegner (Panzerangriff einheitlich, nicht in kleineren Gruppen oder regionalen Verbänden) spätestens bei Bir Hacheim das DAK vor der Vernichtung gestanden hätte. Hier kommt wenn überhaupt das taktische Genie Rommels zum tragen, das er anhand der feindlichen Aktivitäten die Nerven behält und erkennt, das die fehlende Bündlung der Panzertruppen des Gegners am Ende ihm in die Hände spielt. Das soll aber nicht seine gradezu fatale Fehleinschätzung über die Kampfkraft, gepaart mit großer Sorg und Ahnungslosigkeit über die ihm gegenüberstehenden Truppen hinwegtäuschen. Auch hatte er, wie durch Stumpf belegt wird, die Wirksamkeit der "Boxen" sowie die Stärke der Verteidigung deutlich unterschätzt, wie sonst wäre es zu erklären, das er Zeitabläufe und Ziele in Sektoren gelegt hat, die am besten ausgebaut und vor allem am schwersten verteidigt wurden.
    Deine Kritik an Stumpf bzgl seiner "Kritiklosigkeit" an bestimmten Passagen verstehe ich nicht ganz, da ich finde das er deutlich den Finger auf die salopp genannten "strategischen Problemzonen" Rommels legt, auch wenn er nicht genüßlich jede Entscheidung im Hinblick auf die Folgen reflektiert. Ich habe mich bei seiner Führung durch die Abläufe jener Tage sehr wohl gefühlt und finde das im großen Ganzen die Schlußfolgerungen vertretbar und nachvollziehbar sind, vor allem da er in recht einfachen Maße auch die übergeordneten Einflüße auf die jeweiligen Abläufe beleuchtet und Wechselwirkungen aufzeigt, für einen Laien wie mich sind die Informationen detailiert und haben mir geholfen mein Bild von Schauplatz Afrika, Rommels in ein neues Licht zu setzen.


    Das Thema Beutekriegsführung ist interessant, aber aus meiner Sicht nicht verlässlich und kalkulierbar. In den mir bislang bekannten Passagen von Stumpf, spielt dies aber auch nur eine untergeordnete Rolle. Das man im Angesicht der Kriegserfahrungen des Schauplatzes mit Beute rechnen konnte und musste liegt in der Natur der Sache, aber ich denke man keinen Nachschubsbedarf unter Zuhilfenahme von Beutenmitteln kalkulieren. Das nach der Einnahme von Tobruk die dort befindlichen Güter Rommels Situation stark verbesserten ist verständlich, vielleicht setzten sie ihn letztlich überhaupt erst in die Lage dem weichenden Gegner zu folgen, aber bislang sehe ich in der Beutekriegsführung eher Hoffnung als Kalkül, aber vielleicht liegen mir dazu auch zuwenige Informationen derzeit vor.


    @alle... ich wollte im wesentlichen Versuchen auf die im Eingang gestellte Frage nicht mit Phrasen zu antworten, sondern basierend auf eine Grundlage die Diskussion zu diesem Thema führen. Natürlich ist dieses Thema voller Emotionen, gepaart mit persönlichen Betrachtungsweisen / Eitelkeiten.
    Es geht eben nicht wie Jan schrieb um die krampfhaft / zwanghafte Demontage Rommels, sondern es geht um die offene Betrachtung seiner Leistung. Durch unsere Diskussion wird die Geschichte nicht neugeschrieben, es wird auch nicht die Tapferkeit der beteiligten Personen aller Seiten in Frage gestellt, aber es kristalliert sich heraus, das die Erfolge Rommels selbst oder grade im zweiten Kriegsjahr in der Wüste im wesentlichen auf seinen Gegner zurückzuführen sind. Das schmälert nicht seine strategische Brillianz auf dem Schlachtfeld selbst, jedoch verdeutlicht es, das der wesentliche Faktor seines Erfolges ein übermaß an Glück war. Wie gesagt, Bir Hacheim hätte bereits das Ende sein können, trotz aller Tapferkeit der Truppen. Ich denke das wir mittels einer Diskussion um die Sache willens, vielen Lesern hier helfen die Abläufe zu verstehen, das es eine Kehrseite gab, die im Kontext Rommels genannt und betrachtet werden muss. Nicht zuletzt stände Dir Jan frei uns zu beweisen, warum Rommel in Deinen Augen nicht anfechtbar ist...


    Grüße
    Taiko

  • Hallo Taiko und alle anderen,


    Quote

    Original von Taiko
    ..... warum Rommel in Deinen Augen nicht anfechtbar ist...


    habe ich das in irgendeiner Form geäußert?


    Ich habe nur gefragt,warum diese Diskussion um Rommel,seinen Ruf seine Leistungen seine Fehler oder was auch immer überhaupt stattfindet.


    Nach meiner Meinung gefragt, sage ich : es war der falsche Mann für diese Aufgabe der mit List und Tücke einen schwerfällig denkenden Gegner mit unkonventionellen Methoden überraschen konnte.


    Gruß
    Jan

    suche alles über das Gebirgs-Jäger-Regiment 756

  • Hallo Jan,


    die Ausgangsfrage lautete ...


    War Montgomery schlauer als unser "Wüstenfuchs" wie es die Briten gerne heute noch in ihren Dokus beschreiben oder spielten andere Umstände eine viel wichtigere Rolle ?


    Um das zu beantworten muss man entweder ausholen und das Geschehen reflektieren, um dann die Basis für den o.g. Vergleich überhaupt aufstellen zu können / dürfen, oder aber man antwortet mit ner Phrase ala


    ne die hatten den gleichen IQ oder aber Monty war ein Glückskind, Rommel sah besser aus...


    Bislang hangelt sich diese Diskussion zwischen beiden Möglichkeiten entlang, ich würde gerne die erstere Vorziehen, aber wenns denn sein muss, kann ich auch Phrasen dreschen...


    Nun Du Antwortest mit einer Aussage zu Deiner Meinung (die ist für mich untadelig), aber ich würde schon gerne wissen bzw verstehen, wie Du zu Deiner Meinung gekommen bist, woran erkennst Du das er der "falsche" Mann gewesen ist (und wer wäre demnach besser geeignet gewesen), wieso waren die Briten "schwerfällig" und wieso kann ein Mann der an der falschen Stelle steht, mit List und Tücke den Gegner schlagen auch wenn dieser Schwerfällig ist, impliziert dies nicht doch, das er der richtige Mann war?


    Fragen über Fragen


    Gruß Taiko

  • Quote

    @alle... ich wollte im wesentlichen Versuchen auf die im Eingang gestellte Frage nicht mit Phrasen zu antworten, sondern basierend auf eine Grundlage die Diskussion zu diesem Thema führen.


    und



    * fett = wow, die Diskussion hangelt sich an also Monty- + Rommel-groupies und Monty + Rommel-"demonteuren" entlang? Na dann.



    * Grundlage der Diskussion
    welchen Einfluß hatte die Propaganda Rommels / Churchills 1941 auf die Entscheidungen der beteiligten Staaten und Personen 1942?
    Schon alleine diese Zusammenhänge sind bei deiner "Grundlage der Diskussion" nicht integriert sondern werden als gegeben behandelt. Wenn sie integriert werden soll muß man im Jahre 1940 beginnen.
    Nur ein Beispiel.

    Edited 2 times, last by klext ().