Vierling gegen IL2

  • Hallo Leute!


    War der deutsche Flakvierling (4x 2,0 cm) ausreichend gegen IL2 und Nachfolgemodelle?


    Viele Grüße
    Ronald

  • Ronald, auf der folgenden Internetseite gab es mal Videos zum Thema Flakvierling.


    Link: http://tanxheaven.com/referencepictures.htm#ww1


    Die sind aber wohl nicht mehr verfügbar, das ist aber dennoch eine sehr interessante Seite, einfach mal durchklicken.


    Ich habe einige Videos zum Thema Flakvierling auf meiner Festplatte, der längste Clip ist etwa 2 Minuten lang, vermutlich in Hamburg 1944/45 aufgenommen.


    Such mal nach "flakvierling video", da findet sich etwas im Internet...


    Was die Wirkung "Vierling gegen IL2" war, das weiß ich nicht, aber z.B. die Amerikaner waren froh, über jeden erbeuteten Flakvierling vor 1945, da gibt es einige Photos, auf denen Amerikaner den Flakvierling benutzten.


    Gruß


    Michel

  • Hallo,


    mein Grossvater erzählte öfter, dass der Vierling fast wirkungslos war, da die IL-2 laut seiner Aussage über eine zu starke Bodenpanzerung verfügte. Soll zwar gut geprasselt haben (O-Ton), aber nicht wirklich effektiv gewesen sein.


    Bevor jetzt aber einer schreit, das war seine Aussage, mittlerweile ist er schon 5-6 Jahre tot. Ich hab da von sowas so gar keine Ahnung, kann zwar nen Vierling und ne IL-2 erkennen, aber das war´s.


    Vielleicht mag mir ja einer das Gegenteil technisch belegen, wäre mal interessant, ob stimmt oder nicht. Würd mich wirklich interessieren, Dank schon mal vorweg.



    liebe Grüsse



    Hans

  • Hallo,


    es gibt einige Berichte über die leichten Flakabteilungen in Rußland. Ich versuche einmal, darüber etwas zu den Abschüssen herauszufinden.


    Grüße
    Thomas

  • Quote

    Original von darkstarking
    mein Grossvater erzählte öfter, dass der Vierling fast wirkungslos war, da die IL-2 laut seiner Aussage über eine zu starke Bodenpanzerung verfügte. Soll zwar gut geprasselt haben (O-Ton), aber nicht wirklich effektiv gewesen sein.


    Die Aussage kann ich bestätigen, hab ich auch in einem Tagebuch eines Soldaten einer leichten Flakabteilung in Russland gelesen. Ich muss mal gucken ob ich die Stelle wieder finde.


    Hier mal noch 2 Videos vom Einsatz der Flakvierling beim Angriff auf die Kriegsmarine:


    http://youtube.com/watch?v=FdYZmkf-LUI
    http://youtube.com/watch?v=a-Zw9N25gfY


    Mfg Alex

  • Hm , ein Bekannter von mir hat auf dem Vierling auf Halbkette und auf Pz-IV-Basis gedient , sein Tenor zum Thema war eigentlich : endlich konnten wers denen mal zurückgeben ( O-Ton auf die IL-2 bezogen ;) ) ...


    Jan-Hendrik

  • Wie einige hier sicher noch aus dem alten FORUM wissen, hab ich selbst auf einem Vierling gedient ;) , sozusagen dem Nachfolger aus dem WK II, der ZSU 23-4 SCHILKA.


    Ich denke schon, dass der damalige 2cm-Vierling auch für die IL-2 gefährlich war.
    ABER was natürlich richtig ist -> ein gepanzertes Flugzeug kann mehr wegstecken als ein ungepanzertes, d.h. es sind mehr Treffer erforderlich um es zum Absturz zu bringen.
    Bei einem ungepanzerten Flugzeug (z.B. Jak oder Mustang) reichen 1 oder zwei Treffer aus, bei einer IL-2 braucht man dann die doppelte Anzahl.
    Da die IL-2 auch noch sehr tief anfliegt, ist es schwerer sie zu treffen, unverwundbar ist sie aber nicht.

  • Wenn man bedenkt das die deutschen Jagdflugzeuge schon genau zielen mussten um eine Il-2 vom Himmel zu holen, wird es für eine Vierling nicht gerade leichter gewesen sein.


    mfg matthias

  • Ja und dazu kommt, dass die IL-2 speziell von unten gepanzert war, was den Job der Flak zusätlich erschwert.


    Der Trend zum Vierling und zu größeren Kalibern (30 mm und 55 mm) ist ja diesem Sachverhalt geschuldet.
    Bei einem robusten Ziel benötigt man zum Abschuß entweder mehr Treffer mit kleinem Kaliber (20mm) oder aber einen/ wenige Treffer mit entspr. größerem Kaliber.

  • Noch eine DAU-Frage; warum wurde der FalkVierling mit Magazinen "gefüttert", enthielten die Magazine 10, oder jeweils 20 Schuß?


    Warum keine Gurtzuführung für die Munition, das wäre doch technisch sicher möglich gewesen?


    Und wie lange konnte der Vierling feuern, ohne das die Läufe Schaden nahmen?


    Danke!


    Gruß


    Michel

  • Hi @ll
    Ich kann jetzt auch nur spekulieren.
    Die AK630(Revolverkanone) die ich kenne wurde mit einem Gurt *gefüttert*,
    dieser Gurt wurde von Hand aufmunitioniert und das war eine Sauarbeit.
    Da die Munition in Kisten geliefert wird sind wohl Magazine leichter zu handhaben.
    Gruss
    Rene


  • Mit Hand? Gabs da keine Gurtmaschine?
    Was ist die AK 630? Eine russ.MK für die MIG??


    Bei der ZSU 23-4 wird die Mun gegurtet zugeführt.
    Zum Gurten gibt es sowohl elektr. als auch handbetriebene Gurtmaschinen.


    Hatte der 2 cm-Vierling wirklich magazinierte Mun?

  • Sprecht ihr immer noch über die 2-cm-Flak 38???


    Klar wurde die mit Magazinen bestückt, und zwar 4 x 20 Schuß. Die Geschichte der Waffe macht doch einiges klar: Vorgänger war 2-cm-Flak 38 und 30, die wiederum ihren Vorläufer in der schweizer 2-cm-Oerlikon hatten. Von Anfang an waren Magazine vorgesehen. Allerdings waren beim Geschütz genügend Kanoniere eingeteilt, so dass ständig während des Schießens gerade mit dem Vierling die Magazine gewechselt wurden, denn: der Schütze schoß in der Regel mit zwei Rohren und wechselte dann auf die anderen beiden, während die Magazine für die ersten beiden ausgetauscht wurden. Die Einzelflak 2-cm waren gegen Ende des Krieges auch kaum noch wirkungsvoll.


    Gegen eine gute Panzerung hilft auch nur dickes Kaliber, aber gegen tieffliegende Jagdflugzeuge und Jabos war der Vierling durch die sehr hohe Kadenz und das sehr lange Feuern extrem gefährlich. Genauso wohl auch gegen nicht ganz so schwer gepanzerte Bodenziele.


    Der Vierling wurde übrigens für die Marine entwickelt und kam dann erst auch zum Heer und zur LW.


    Ansonsten mal hier gucken:
    http://www.lexikon-der-wehrmac…eu/2-cmFlakvierling38.htm



    Gruß


    Andreas

  • Also meineswissens hatte der 2cm Flakvierling tatsächlich seitlich zuzuführende Magazine, einzeln für jeden Lauf. Bei der Anzahl der Geschosse pro magazin tappe ich noch im dunkeln, aber tippen würde ich auch so in richtung 20...


    Weiß nicht ob das Bild (Flak 38 )weiterhilft, aber dort sind auch Magazine zu sehen.

    Suche alle Informationen über 20.Inf.Div. bzw. 20.Pz.Gren.Div.

  • Hi @ll
    @ B_aus_MV
    Für die AK630 gab es eine Gurtmaschine,die von Hand betrieben wurde.
    Das aufmunitionieren dauerte ewig,da der Gurt erst zusammengebastelt (Zerfallsteile) werden musste.
    Mehr wie 10 Granaten am Stück liessen sich selten einpressen.
    Gruss
    Rene


  • Da du uns nicht verraten wolltest was das für eine MK ist ->
    http://de.wikipedia.org/wiki/AK-630


    ;)


    War das die auf den Raketenschnellbooten der Volksmariene?

  • Hi @ll
    Auf den Raketen/Torpedoschnellbooten der 205/206 Klasse war die AK-230 Standard,auch eine Revolverkanone aber mit zwei Läufen. Bei dem Modell rotierte das Patronenlager hinter den Läufen.
    Die AK-630 wurde benutzt bei den Schiffen der *Tarantul* Klasse und beim Projekt 151.
    Bei der Tarantul waren zwei auf dem Achterdeck,bei 151 eine.
    Gruss
    Rene

    Edited once, last by Rellem ().

  • Quote


    Da die IL-2 auch noch sehr tief anfliegt, ist es schwerer sie zu treffen, unverwundbar ist sie aber nicht.


    Hallo,


    im Freter, Fla, habe ich noch eine Stellungnahme von Pickert zum Kuban-Brückenkopf gefunden. Danach wurden im März 1943 teilweise rollende Angriffe mit IL2 geflogen. Die Flakverbände der 9. FlakD schoßen von 2-7/43 224 Flugzeuge bei Tage ab.
    Pickert schreibt, dass die mit 3,7cm ausgerüstete Abteilung 89 die Wirksamkeit dieses Kalibers gegen die gepanzerten Schlachtflieger beweisen hätte, so dass sie Schwerpunktabteilung auf dem Gefechtsfeld bildete und sich nahezu ein lebhaftes Bemühen der Heeresverbände um die Abteilung herausstellte. "Nur die 2cm -Vierlinge konnten wohl mit der Waffenwirkung der 3,7cm damals Schritt halten. Freilich wäre eine höhere Feuergeschwindigkeit der 3,7cm wünschenswert gewesen." (s. 805)


    Wenn ich das richtig verstehe, müßte sich auch die Wirksamkeit gegen die IL2 erwiesen haben. Dem 2cm-Vierling wird auch im dem Nachkriegsbericht für die US Army bescheinigt (Deutsche Flugabwehrwaffen), gegen jeden Tiefflieger wirksam gewesen zu sein. Von einer Ausnahme bei der IL2 habe ich dort nichts gefunden.


    Grüße
    Thomas