Grenadier Regiment 979

  • Hallo zusammen!


    Ich habe eine Fragte zu den o.g. Regiment.
    War es zusammen mit dem SS-Sonderregiment Dirlewanger in der Slowakei zur Bekämpfung des Slowakischen Nationalaufstandes eingesetzt ?
    Ich konnte dazu nichts finden.


    Der Grund der Frage: Ich habe eine Information über einen Soldaten, der in den Verlustlisten der Dirlewanger auftaucht, aber eigentlich zu dem Regiment
    979 gehörte.
    War das Regiment 979 eventuell auch eine Bewährungseinheit?


    Danke!


    Heinz-Jürgen

    Arbeitsgemeinschaft Zeitzeugen Treptow-Köpenick

  • Guten Tag, Heinz-Jürgen,


    interessante Frage, die ich leider nicht beantworten kann. Von welchem Zeitraum schreibst Du?
    Mein Vater wurde nach der Räumung Griechenlands im Herbst 1944 dem Grenadier-Regiment 979
    zugeführt. Zuvor war er bei der Marine.


    Würde gern mit Dir telefonieren!


    Es grüßt Margarete

  • Hallo Heinz-Jürgen,


    das Regiment gehörte zur neuaufgestellten 271.VGD
    http://www.lexikon-der-wehrmac…divisionen/Gliederung.htm


    die wie die ebenfalls neuaufgestellte Sturmbrigade Dirlewanger in der Slowakei lag.


    Dabei handelt es sich um ein reguläres Infanterie-Regiment der Wehrmacht, keine Bewährungseinheit ….


    Wie der Gesuchte dann auf eine Verlustliste der Dirlewanger kam, kann ich nicht beurteilen, um welches Datum handelt es sich denn ?(


    Herzliche Grüße der Rolandus

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo Roland!


    Der gesuchte ist am 28.11.1944 in Topalcany gefallen. Er wurde wegen Diebstahl zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Meine Vermutung ist, dass er gleich zum Dirlewanger-Regiment auf Bewährung kam. Dies kann man aber
    aktentechnisch nicht nachvollziehen.


    Gruß


    Heinz-Jürgen

    Arbeitsgemeinschaft Zeitzeugen Treptow-Köpenick

  • Hallo Heinz Jürgen!
    Das GR 979 war keinesfalls eine Bewährungseinheit.
    Zur schnelleren Niederwerfung der slowakischen Aufständischen und für Sicherungsaufgaben gegen Partisanen wurden Mitte September 1944 vom BdE zusätzlich drei Divisionen, darunter auch die 271.VGD (ehemalige 271.ID) mit dem GR 979, in der Slowakei (im Nitra-Tal) eingesetzt. Etwa einen Monat später, also Mitte Oktober, wurde dann auch -neben anderen Kampfgruppen der Waffen-SS- die Brigade Dirlewanger für die Schlussoffensive gegen die Aufständischen bereitgestellt.
    (Quelle: DRZW, Bd 8 )
    Da die sich in Aufstellung befindliche 271. VGD aus schon existenten Truppenteilen bestand und teilweise nur umbenannt wurde (siehe auch LdW)und damit "kampfeinsatzfähig" waren, ist es sehr wahrscheinlich dass hier Truppenteile der Division für die Schlußoffensive abgestellt wurden. Diese Truppenteile dürften dann auch anderen Einheiten (z.B. der Brigade Dirlewanger) unterstellt gewesen sein.


    Genaueres über den Einsatz des GR 979 konnte ich leider nicht ermitteln.


    Gruß Herbert


    Edit: nach den neueren Angaben von Heinz Jürgen dürfte aber die Interpretation "Bewährung bei Dirlewanger" wohl in die richtige Richtung gehen.

    Edited once, last by Herbert ().

  • Hallo Heinz-Jürgen,


    zu diesem Zeitpunkt, 28.11.1944, war die Dirlewanger-Brigade noch nicht an der Front eingesetzt,


    hier mal was aus dem Buch von Hans-Peter Klausch:


    Am 21.11.1944 begann das II./SS-Rgt 2 seinen Marsch, der am 25.11.1944 in Novaky endete, wo das Bataillon aber nur wenige Tage blieb. Ungefähr zeitgleich mit der Ankunft des III./SS-Rgt 2 in Laskar wurde das II./SS-Rgt 2 in westlicher Richtung in das kleine Bauerndorf Horne Ozorovce bei Banovce verlegt, wo es bis zum 10.12.1944 verblieb.
    Während das III./SS-Rgt 2 die Transportbewegungen zum größten Teil mit der Eisenbahn bewältigte, wobei infolge zerstörter Gleisanlagen erhebliche Umwege in Kauf genommen werden mußte, legte das II./SS-Rgt 2 die Strecke in überaus strapaziösen Fußmärschen zurück. Ein ehemaliger Angehöriger:„Die wenigen Straßen und Wege in diesem Hochplateau wurden zumeist aus taktischen Erwägungen gemieden. Daher ging es stets querfeldein, über abschüssige Wiesen und Hänge sowie durch Flußbetten...“
    Der im Rahmen der Gesamtverlegung der SS-Sturmbrigade Dirlewanger zu betrachtende Marsch diente nicht nur zu Übungs- und Ausbildungsmarsch, wie offiziell angekündigt, sondern war Bestandteil eines Banden-Einsatzes zur Einkreisung von Partisanen im Gebiet der Oberen Nitra. Zu direkter Feindberührung kam es auf den Märschen jedoch nicht. Dabei kam es zu Erschießungen von fußkranken und erschöpften Bataillonsangehörigen durch SS-Männer.


    Es herrschte im II.Bataillon also ein ganz anderes „Klima“ als im III.Bataillon, von Anfang an wurden die „Politischen“ mit den „Dirlewanger-typischen“ Erscheinungen konfrontiert, mit verbrecherischen Ausschreitungen der „Kameraden“ und Vorgesetzten auf der einen und drakonischen Strafmaßnahmen auf der anderen Seite.(Klausch, S. 184 – 199)


    Ob das jetzt auch für den Gesuchten zutrifft, kann ich leider nicht beurteilen, weitere Angaben liegen mir leider nicht vor ...


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo Herbert! Hallo Roland!


    Die Informationen gehen ja doch in einer Richtung. Der Soldat (1943 zur Marine eingezogen) wurde 1944 dem Grenadier Regiment 979 zugewiesen.
    Hier wurde er straffällig und vermutlich kam er nicht ins Gefängnis. Eventuell kam er zur Bewährung zu Dirlewanger und war aber formell noch dem Regiment zugeteilt. Der 28.11.1944 war sein Todestag. Dieser ist vermerkt auf einer Verlusteliste des Dirlewanger Regimentes. Meines Wissens waren die Wehrmachtssoldaten im Dirlewanger Regiment in der Regel verwaltungstechnisch ihren alten Einheiten zugeordnet, auch wenn sie nie wieder gesehen haben.


    Herzliche Grüße


    Heinz-Jürgen

    Arbeitsgemeinschaft Zeitzeugen Treptow-Köpenick

  • Hallo, Heinz-Jürgen, u.a.a.


    mir liegt jetzt das KTB des LXXII. A.K. für den hier abgefragten Zeitraum vor. Darin auch Erwähnungen von "Dirlewanger".
    Allerdings kann ich keine Verbindung zum Gren.Rgt. 979 erkennen.


    Am 28.11.44 gab es einen Vermißten, von dem angenommen wurde, dass er tot sei. Keine Nennung des Namen.
    Am 26.11.44 gab es drei Vermißte, Vermutung, dass sie sich auf den Weg nach Hause gemacht haben
    (alle drei aus der Untersteiermark). Hier Nennung der Namen. Dein "Matrose" ist nicht dabei.


    Am 11.12.44 werden die Angehörigen des SS-Pol.Btl. Lühr (700 Mann) auf die Gren.Rgt. 977, 978 und 979 verteilt.
    Major Lühr mit Stab und 270 Mann bleiben bei Gruppe Kesseö, dem Gren.Rgt. 979 unterstellt.
    Das Gren.Rgt. 979 (Teile) unterstand zu diesem Zeitpunkt der Gruppe Kesseö /D.V.K. 109 (ungarische Einheit ??)
    Zwei Tage später (13.12.44) gibt das Gren.Rgt. 979 eine Beurteilung über den Kampfwert des SS-Pol.Rgts. 8 an die Armee-
    gruppe Fretter-Pico ab.
    Es kam zu massiven Befehlsverweigerungen durch das SS-Pol.Rgt 8, Flucht und Überlaufen zum Feind.
    Beim Gren.Rgt. 979 wird ein Standgericht eingesetzt, Maschinengewehre ausgegeben mit dem Auftrag, auf "fliehende oder
    zum Feinde überlaufende Pol.Leute rücksichtslos zu schiessen."


    Aus einem Dokument über die Fahrt des NSFO am 2.12.1944, bei dem u.a. verschiedene Kompanien des Gren.Rgts. 979
    besucht werden, geht hervor, dass die 4. Kompanie aus 18-20jährigen besteht, die 2. Kompanie aus 18-30jährigen (größten-
    teils Angehörige der Marine, Luftwaffe und jüngeren Rekruten).


    In einem Zusatz im Dokument wird von "infolge ihrer Jugend machen die Leute im allgemeinen einen reichlich unerfahrenen
    Eindruck, und ist ihre Ausbildung noch nicht abgeschlossen. Waffenmäßig sind sie sehr gut ausgestattet."


    Es grüßt Margarete

    Edited 2 times, last by Margarete ().