Diskussion, Fragen u. a. zu "Grundsätzliches zu Aufbau und Organisation der OrPo"

  • Guten Morgen,


    Lockenheld Marcus hat das festgepinnte Thema "Grundsätzliches zu Aufbau und Organisation der OrPo"
    http://www.forum-der-wehrmacht.de/thread.php?threadid=24616 begonnen.


    Marcus, Superklasse! Danke dafür!


    Jetzt habe ich gleich eine Frage, möchte aber den Informationsfluss und die Ordnung in Deinem Thema nicht stören.
    Deshalb habe ich mir erlaubt, diesen Thread zu eröffnen, um meine Fragen hier zu stellen.
    (Wenn's nicht passt, kann es auch verschoben, angehängt oder gelöscht werden.....)



    Gendarmerie-Posten bei Orten mit Einwohnerzahl bis 5.000, in der Regel bis 2.000


    Hallo, Marcus,
    bei den Recherchen zu meinem Landkreis (viele kleine Dörfer mit damaliger Einwohnerzahl von unter 2.000) stoße
    ich hauptsächlich auf die Bezeichnung "Gendarmerie-Einzelposten". In der Regel berichtete dieser dem Landrat
    des Landkreises und (merkwürdigerweise) auch direkt der NSDAP.


    Hast Du evtl. speziell über den Gend.Einzelposten ergänzende Informationen und wie gliederte sich dieser in die
    Hierarchien ein?
    Wie war der offizielle Weg der Berichterstattung? Wem war er offiziell direkt unterstellt?


    Danke!


    Es grüßt Margarete


    Link "geblaut"; kkn

  • Hallo Marcus !


    Du machst es mir leicht.
    Ich bin gerade dabei eine Einleitung zum Thema OrPo zu erstellen. Da kommt mir Dein "Grundsätzliches zum Aufbau und Organisation der OrPo" gerade recht.
    Dein Text ist für mich zugleich Grundlage und auch Bestätigung meiner Erkenntnisse.
    Nur weiter so - Du ersparst mir Arbeit.


    Gernod

  • Guten Morgen liebe Margarete und Gernod,


    das war eigentlich der Sinn der Sache, dass oben keine Diskussion stattfindet, sondern nur Fakten stehen. Ich denke, für Diskussionen und weitere Erläuterungen ist das hier ein sehr schöner Platz :D


    Die Gendarmerie war, wie beschrieben, nur in Gemeinden bis 2 000 - 5 000 Einwohnern zuständig !


    Der Gendarmerie-Einzelposten war, wie der Name sagt, mit einem einzelnen Gendarmen besetzt. Er war so viel wert wie ein Gendarmerieposten mit 6 Gendarmen.


    Dass er dem Landrat oder der NSDAP berichtete heißt noch lange nicht, dass er denen unterstellt war. Das sind verschiedene Angelegenheiten und Bezeichnungen.


    Es gab Angelegenheiten, in denen die Partei und ihre Formationen zuständig waren, ich denke mal vor allem an die NSV., WHW und Witwen- und Soldatenbetreuung vor allem.


    Ausserdem musste ja nicht alles, was die Gendarmerie feststellte, in Anzeigen enden. Die Polizeiarbeit besteht auch heute noch zu guten Teilen in der Anfertigung von Berichten an zuständige Behörden, und nicht in der von Anzeigen. Oft war und ist ja der Gendarm vor Ort der erste, der Missstände sieht und dann versuchen kann, sie zu beheben.


    @Gernod: das dürfte im Gegensatz zu dem, was Du mir in den letzten Monaten an Arbeit erspart hast, ein Klacks sein.


    Gruß aus München


    Marcus

    Suche ALLES zu Polizei-Bataillonen aus dem Wehrkreis VII und dem Einsatz in Slowenien sowie zur PV. Litzmannstadt
    "Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)

  • Hallo, Marcus,


    müßte ich die Antwort auf diese Frage aus Deiner Gliederung ableiten? Habe ich etwas übersehen?
    Hilf' mir bitte auf die Sprünge, evtl. mit Unterstützung von Dir, Gernod. Danke!


    Quote

    Wie war der offizielle Weg der Berichterstattung?


    Es grüßt Euch Margarete

  • Hallo Margarete,


    nein, das hätte man nicht ableiten können müssen.
    Das ist Behördenstruktur in der man sich auskennen muss.
    Der offizielle Weg der Berichterstattung hing und hängt immer von ein paar Faktoren ab:


    - was ist zu berichten - Wichtigkeit und Inhalt
    - wer bekommt es - je höhergestellt der Empfänger, um so umständlicher der Berichtsweg.


    Wie gesagt, interne Berichtswege sind manchmal sehr kompliziert und auch frustrierend und oft schwer nachzuvollziehen, wer von was wann eine Abschrift bekommt.


    Gruß aus München


    Marcus

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  • Hallo Marcus,
    vielleicht diesen Thread in deinem Ausgangspost "Grundsätzliches zu Aufbau und Organisation der OrPo" verlinken, mit dem Hinweis, dass Fragen, Anmerkungen bitte hier zu machen sind?


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo zusammen,


    da Gernod technische Probleme mit dem Einstellen hat, versuche ich seinen Text über die Änderungen der Salzburger Gendarmerie im Vergleich vor und nach dem "Anschluss Österreichs" einzustellen.


    Rückfragen an Gernod....


    Änderung der Gendarmerieorganisation (26. Juli 1939)


    In einem Bezirk einer höheren Verwaltungsbehörde (z.B. einem Reichsgau) wurde die Gendarmerie durch den Stabsoffizier der Gendarmerie oder Kommandeur der Gendarmerie geleitet.


    Gend-Hauptmannschaft Kommandeur der Gendarmerie (Mjr, Obstlt)
    Gend-Abteilung Gend-Distrikts-Kommandant (Oberstleutnant) werden aufgelöst Gend-Inspektion dann Gend-Inspektions-Kommandant, dann
    Gend-Kreis Gend-Kreisführer (Obermeister, Leutnant)
    Gend-Abteilung Gend-Abteilungsführer (Obermeister) werden neu geschaffen
    Gend-Station Gend-Postenführer (Hauptwachtmeister, Meister) Gend-Einzelposten (nur 1 Gend)


    Bis 1939 waren die beiden Gend-Abteilungen
    GendAbt 1 Salzburg = Flachgau, Tennengau, Lungau und
    GendAbt 2 Zell am See = Pongau, Pinzgau
    zwischen dem Landesgendarmeriekommando und den Bezirksgendarmeriekommanden zwischengeschaltet.
    Diese beiden Gend-Abteilungen wurden nun zu Gend-Distrikten.
    Dann wurden diese beiden Distrikte aufgelöst und die Gend-Hauptmannschaft führte ohne diese Distrikte über die 5 Gend-Inspektionen (Kreise), die dann Gend-Kreise genannt wurden.
    Ab Oktober 1939 wurden im Gau Salzburg zwischen diese Gend-Kreise und den Gend-Stationen 14 Gend-Abteilungen eingefügt.


    Gruß aus München


    Marcus

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    Edited 2 times, last by Lockenheld ().

  • Halo Freunde !
    Vielleicht könnte man die Großeinteilung der Polizei in etwa wie folgend verständlich machen.


    Reichsführer-SS und Chef der deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern.


    Hauptamt Ordnungspolizei (Orpo) – Kurt Daluege
    bestehend aus:
    Schutzpolizei (Schupo)
    - Schupo des Reiches (wichtige Städte, Staatliche Polizeiverwaltung)
    - Schupo der Gemeinden (kleine Städte, Gemeinden über 2.000,
    Gendarmerie (Gend) (Gemeinden bis 2.000 (manchmal auch 5.000)
    - Gau (Landeshauptmann/Reichsstatthalter, Kommandeur der Gend)
    - Landkreis (Kreispolizeibehörde, Landrat, Gendarmerie-Kreisführer)
    - Gemeinde (Ortspolizeibehörde, Bürgermeister, Postenkommandant )
    - Motorisierte Gendarmerie (ging später in Wehrmacht auf)
    - Hochgebirgs Gendarmerie
    Verwaltungspolizei
    Grenzpolizei (Grepo) (wird Zweig der Abwehrpolizei der Gestapo)
    Feuerschutzpolizei
    Luftschutzpolizei
    Technische Nothilfe (Teno)
    Hilfspolizei (unbezahlt, unterstützt Ordnungspolizei)
    Landwacht (unterstützt Gendarmerie)
    Stadtwacht (unterstützt Schutzpolizei)



    Hauptamt Sicherheitspolizei (SiPo) - Reinhard Heydrich
    bestehend aus:
    Kriminalpolizei (Kripo)
    Geheime Staatspolizei (Gestapo)
    Sicherheitsdienst der SS (ab 1939) (SD)


    Gernod

  • Hallo Margarete, Marcus und Gernod,


    hier noch einige Anmerkungen zu den aufgeworfenen Fragen:


    Gend.-Einzelposten gab es nicht überall. Dies hing auch mit der ländlichen Struktur und der in den Ländern bestehenden Organisationsstruktur zusammen (überwiegend in Norddeutschland, auch noch nach dem II.WK).


    In der Regel gab es die Gend.-Station, welche als kleinste Dienststellengröße mit mindestens 2 Mann besetzt war (Stationsleiter und sogenannter "Nebenbeamter").


    In unserer Region (Pfalz) gab es keine Einzelposten. Als bei fortschreitendem Krieg immer mehr Gendarmen an die Front mussten, wurden die Dienststellen nicht zu Einzelposten reduziert, sondern ganze Dienststellen geschlossen und der Zuständigkeitsbereich auf andere Dienststellen verteilt.


    In größeren Landkreisen wurden die Stationen zu "Abteilungen" zusammengefasst. Dies bedeutete, dass in Fragen der Dienstaufsicht, Aus- und Fortbildung ein "Leiter der Gend.-Abteilung", meistens ein Gned.-Leutnant verantwortlich war. Mehrere Abteilungen bildeten den Gend.-Kreis. Der Führer des Gend.-Kreises hatte sein Büro in der Regel in der Kreisverwaltung, also beim Landrat, welcher als Verantwortlicher für die Kreispolizeibehörde (also auch für die Schutzpolizei der Gemeinden) zuständig war.
    Später (1942?) wurde die Organisation noch einmal geändert und aus mehreren Kreisen die "Gend.-Hauptmannschaft" geschaffen.


    Verantwortlich im Rahmen der Organisationsgewalt war der Kommandeur der Gendarmerie beim Regierungspräsidenten (später Gauleiter/Reichsstatthalter).


    Was das Berichtswesen angeht (Margarete) war alles streng hierarchich vorgegeben. Alle Schreiben von der untersten Dienststelle gingen über alle nächsthöheren Vorgesetzten bis zur Empfängerstelle.
    Dies bedeutete, dass z.B. ein Urlaubsgesuch eines Gendarmen bis zum Kommandeur ging und alle "Zwischenstationen" mit Ein- und Ausgangsstempel sowie Sichtvermerk (Handzeichen) die Kenntnisnahme und ihr Einverständnis dokumentierten. Genau so lief auch der Weg wieder zurück zum Absender.
    Dass es in besonderen Angelegenheiten auch schreiben an die Partei gab, ist bei der Vermischung zwischen Staat und Partei im Dritten Reich nicht verwunderlich. Diese Schreiben gingen entweder über den Landrat weiter oder der Landrat hat sie umformuliert und als eigenes Schreiben des Behördenleiters weitergeleitet.

    Gernod, in Deiner Gliederung wird erwähnt, dass die "Motorisierte Gendarmerie" später in der Wehrmacht aufging.
    Dies ist nicht zutreffend.
    Für den sogenanten "Auswärtigen Einsatz" wurden meistens aus den Kompanien der Mot.Gendarmerie die Kräfte für die "Gend.-Züge (mot)" bzw. die "Gend.-Batl." gebildet.
    Sie waren aber immer Teile der Ordnungspolizei. Die einzigen Kräfte der Polizei/Gendarmerie, welche der Wehrmacht unterstellt wurden, waren die Angehörigen der "Feldgendarmerie" und der "Geheimen Feldpolizei".


    Herzlichen Gruß


    Dieter

  • Hallo, Dieter, (Gernod) u. a. a.


    danke für diesen sehr informativen Beitrag. Das beantwortet einiges. Jetzt ist mir klar, wieso sich bestimmte
    Schriftstücke in den Akten des Landrats befinden. Ich hatte schon befürchtet, dass ich mich auch noch mit
    Verwaltungsgeschichte auseinandersetzen muß, damit ich Zusammenhänge verstehe.


    Interessant, es gab die Gend.Einzelposten also überwiegend in Norddeutschland.
    Hast Du darüber evtl. etwas Schriftliches vorliegen oder kannst mir einen Literaturtipp geben?


    Quote

    Hilfspolizei (unbezahlt, unterstützt Ordnungspolizei)


    Gernod, auch Dir Dank! Ist das wirklich so, das Hilfspolizisten unbezahlt gearbeitet haben? Dieter, weißt Du zufällig
    etwas darüber? Ich meine, bei meinen Recherchen gelesen zu haben, dass es Auseinandersetzungen wegen der
    Bezahlung gab. (Ich kann es im Moment nicht finden....)
    Der Lebensunterhalt mußte bestritten werden. Wie soll das ohne Bezahlung möglich gewesen sein? Oder wurde die
    Hilfspolizei-Tätigkeit nebenberuflich/ehrenamtlich für wenige Stunden ausgeführt?


    Worin bestand die Tätigkeit der Hilfspolizisten? Gehörte dazu Mitte September 1939, als die ersten polnischen Kriegs-
    gefangenen in Deutschland ankamen, auch deren Bewachung?


    Es grüßt Euch herzlich, Margarete

  • Hallo Freunde !


    Bei Euch muss man schon sehr genau sein ?!?
    Meine Gesamt-Darstellung der Polizei(en) ist vorwiegend auf das Beispiel Salzburg ausgerichtet.


    So z.B. wurde die in St.Johann im Pongau stationierte motorisierte Gendarmerie zu Kriegsbeginn in die Wehrmacht eingegliedert/übernommen/versetzt ?!? - mehr habe ich dazu bisher nicht erfahren. Wobei Wehrmacht naturlich auch Feldgendarmerie bedeuten kann. Die Unterstützung des in Salzburg aufgestellten ResPolB 181 mit Fahrzeugen aus der mot-Gendarmerie konnte ich bisher nicht nachweisen. Das Thema ResPolB 181 ist in Salzburg ohnehin VÖLLIG neu.


    In Salzburg ist der Begriff Gend-Einzelposten sehr häufig im Gebrauch, es dürfte also in den entlegenen Berg-Gebieten der Einzelposten zumindest nicht unüblich gewesen sein.


    Zum Thema Landwacht kann ich nur sagen, dass diese in unserem Raum vermutlich erst im Verlaufe des Krieges immer aktueller wurde, als immer mehr aktive Gendarmeriebeamte zum auswärtigen Dienst abgeordnet wurden. Ich habe diese Landwacht bisher nur im abgelegensten Teil Salzburgs, im Lungau, festgestellt. Dort wurden diese Landwacht-Organe aus treuen Parteigenossen rekrutiert, die diese Tätigkeit nach der Arbeit bzw. in der Nacht ausübten. Mehrfach habe ich gelesen, dass sie das Gelände zwischen Ortschaften bestreifen mußten. Ich habe sogar eine Zeichnung als Bestreifungs-Plan entdeckt. In einem Falle war ein Landwacht-Organ mit seinem Schrot-Jagdgewehr ausgerüstet. Das war Anlaß für den Landrat, ein Schreiben zu verfassen, indem klargelegt wurde, dass nur ein Gewehr mit Kugellauf erlaubt sei. Es wurden dann irgendwelche seltenen Beute-Waffen mit genau abgezählter Munition zugewiesen. Da Landwacht-Dienst ein Ehrendienst war, nehme ich mit großer Sicherheit an, dass er nicht besoldet war.


    Gernod

  • Hallo zusammen,


    die Diskussion kommt in Fahrt, das freut mich :D :D


    Gernod, so gut musst Du uns doch kennen, dass wir es bei der "Polizei" hier genau nehmen ;) :evil:


    Ich will ein paar Blicke auf die Diskussionsbeitraege hier werfen aus der "bayerischen" Sicht, wobei komischerweise zur bayerischen Rheinprovinz eigentlich nichts da war - das nur fuer Dich, Dieter.


    Der Gendarmerie-Einzelposten war in Bayern noch vor dem Krieg weit verbreitet, so wie ich das gesehen habe. Allerdings vor allem in den Gebirgsgegenden, wo dann ja oft die naechste Bergkette eine eindeutige Grenze bildet und weite Wege zu Fuß, mit dem Rad oder Pferd erfordert , wenn man nicht in jedem Tal einen solchen Posten hat.


    Die motorisierte Gendarmerie verschwindet im Bestand "motorisierte Gendarmerie" im Bayerischen Hauptstaatsarchiv mit der Mobilmachung fast voellig.


    Ich kann zu keinen der bayerischen Bereitschaften der mot. Gendarmerie sagen, was aus ihnen wurde. Es gibt keine Schnellbriefe oder Mobilmachungsbefehle.
    Eine Gefallenen-Liste habe ich, da Gendarmerie und nicht PV. Muenchen, nicht.
    Eindeutig ist, dass die Kaserne der mot. Gendarmerie Muenchen in Haar ab November 1939 durch Lehrgaenge belegt wurde, da sie frei war.
    Bei den anderen Bereitschaften habe ich ueberhaupt keine Anhaltspunkte, ausser der Kaserne der Bereitschaft Nuernberg (Standort Zirndorf), in die im Herbst 1944 der HSSPF aus Nuernberg einzog.


    Zu den waehrend des Krieges in Muenchen bestehenden Gendarmerie-Kompanien "A" und "B" habe ich ausser den Namen der Kompaniechefs - und das waren Leute der PV. Muenchen !! - gar keine Angaben, ausser dass sie 1941 / 1942 bestanden haben. Woher - wohin - wer ? ? Keine Ahnung !


    Die Gendarmerie-Reserve-Kompanien (mot) Alpenland 1 - 3 sind ja scheints aus der Gendarmerie-Reserve-Kompanie Stuttgart entstanden. Wie in diese Kompanien dann einige Leute der Muenchner mot. Gendarmerie und auch der PV. Muenchen gekommen sind, weiß ich aber auch nicht.


    Viele Baustellen also und große Luecken !


    Zur Landwacht - in Muenchen gab es auch eine Stadtwacht - weiß ich nur, dass es sie gab. Wie sie ausgeruestet und ausgebildet war, habe ich noch nicht gefunden.


    Die Sicherheitslage war so, dass das Ueberfallkommando der PV. Muenchen ab 1942 gleichzeitig als Ueberland-Kommando fungierte und weit in den Regierungsbezirk Oberbayern fahren musste.


    edit: kleine Ergaenzungen


    Gruß


    Marcus

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  • Hallo,


    wir muessen da begrifflich auf eine Linie kommen, bevor es wieder wie bei Sapr3 in der Wlodawa-Debatte ein Missverstaendis gibt.



    Das was unter "Hilfspolizei" namentlich fungierte, koennen mehrere Begriffe sein:


    - VPS bzw. dann Polizei- oder Gendarmerie-Reserve, siehe hierzu meinen Beitrag bei der Organisation
    - spezielle Foormationen im "auswaertigen Einsatz", die dort polizeiliche Aufgaben - wie man sie damals verstand - wahrgenommen haben, z.B. NSKK, Techn. Nothilfe, Sicherheits- und Hilfsdienst (SHD), die waren auch notdienstverpflichtet
    - Stadt- und Landwacht, diese sind glaube ich ab 1942 aufgestellt worden und das vor allem aus Partei-Gliederungen wie SA, HJ-Streifendienst
    - "bodenstaendige" Heimat-Organisationen, die der Polizei unterstanden, wie z.B. die Freiwilligen Feuerwehren, Luftschutz, die zwar ehrenamtliche taetig waren, deren Einsaetze aber in der Naehe von Großstaedten auch einmal tagelang gehen konnten im Luftschutzeinsatz ("Katastrophen" wurden ja abgeschafft).


    Diese Begriffe sind alle als Polizei zu subsimieren.


    Das macht einen Versuch, die Organisation und Begriffe zu verstehen, leider nicht einfacher.


    edit: Die Hilfspolizei, die in den angegliederten und besetzten Gebieten aus den Volksdeutschen gebildet wurde, wie z.B. in den Gebieten Polens, sind da wieder eine ganz andere Sache. Die gingen dan auch schnell in der Polizei-Reserve auf.


    Ich hoffe, ich habe niemanden noch mehr verwirrt als er/sie eh schon ist.


    :D ?( :D ?( :D  8)


    Gruß


    Marcus

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  • Hallo Marcus,Margarete, Gernod u.a.


    allen zuerst einmal Dank, dass dieses Thema angestossen wurde. An den Beiträgen merkt man, dass doch noch vieles unklar ist.
    Wir müssen uns davor hüten, aus Einzelinformationen (Beispiel Gend.-Einzelposten, Mot. Gendarmerie) ohne entsprechende Quellen allgemeine Aussagen zu treffen und diese als gesicherte Fakten zu interpretieren.


    Danke Marcus für Deine Ausführungen zum Thema "Hilfspolizei". Gerade an diesem Beispiel hat sich gezeigt, dass man zuerst einmal klarstellen muss, dass man vom gleichen Objekt ausgeht.


    Dass es sich dabei nicht immer nur um "Hilfs- und Unterstützungskräfte" gehandelt, ergibt sich aus dem Thread von Daniel zur Hilfspolizeikompanie/Elsass in Karlsruhe, sicherlich einer regulären Polizeieinheit.


    Margarete, hilfreich für die Überlegungen zur "unbezahlten Arbeit" ist sicherlich, dass es bei der Formulierung "Hilfspolizei" um eine Abgrenzung zur regulären Polizei geht und eine "Funktion" zum Ausdruck gebracht wird.
    Dies bedeutet, dass es nicht um den bezahlten Beruf des Polizeibeamten geht. Ob es eine "Aufwandsentschädigung " gab, ist mir nicht bekannt.


    Beispiel hierfür ist die SA, welcher zeitweilig offiziell die Funktion der Hilfspolizei zugewiesen war. Es handelte sich hierbei um Männer aus allen möglichen Berufen, die nicht für eine zusätzliche Aufgabe als "Hilfspolizei" bezahlt wurden, sondern diese als Teil ihrer Arbeit für die NSDAP wahrnahmen.


    Herzlichen Gruß
    Dieter

  • Hallo Dieter,


    danke fuer Deine Bestaetigung und auch Anregung.


    Ich hoffe, ich habe bei dem, was (Hilfs-)Polizei war, nichts vergessen ...


    Die Begriffe sind ja auch heutzutage kaum auseinander zu halten und viele Leute wissen nicht, dass auch im Heimatbereich gegen Kriegsende die Feuerwehr der SS- und Polizei-Gerichtsbarkeit unterstand z.B.


    Das mit den Formationen von Volksdeutschen ist ja wieder eine ganz andere Sache, dabei schließe ich die Elsaesser genauso ein wie Leute aus Polen, Ungarn, Suedtirol usw. usf.


    Das NSKK und die SA waren z.B. beim Einmarsch der OrPo in Jugoslawien offiziell der Schutzpolizei unterstellt als Hilfspolizei, bis genuegend Polizei-Reservisten entweder nachgeschoben oder angeworben wurden. So ist es jedenfalls aus den Tagesbefehlen des BdO Alpenland ersichtlich.


    Wie gesagt, die Organisation der OrPo ist ein Buch fuer sich, das aber noch geschrieben gehoert.



    Gruß an Alle


    Marcus

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  • Halo zusammen,

    Quote

    Original von Lockenheld
    ...Die motorisierte Gendarmerie verschwindet im Bestand "motorisierte Gendarmerie" im Bayerischen Hauptstaatsarchiv mit der Mobilmachung fast voellig....


    obwohl Gendarmerie nicht meine Stärke ist …  :(


    Laut Chef der Ordnungspolizei
    Vortrag über den Kräfte und Kriegseinsatz der Ordnungspolizei im Jahre 1941
    Dienstbesprechung der Befehlshaber und Inspekteure vom 1. bis 4. Februar 1942
    heißt es zu
    A. Der Kräfteeinsatz
    „… III. Angehörige der Ordnungspolizei bei den Wehrmachtsteilen


    Die Zahlen der bei Beginn des Krieges und in dessen Verlauf zu allen Wehrmachtsteilen eingezogenen Offiziere und Männer haben sind, wie folgt, erhöht:


    a) Feldgendarmerie = 8.451 Mann
    b) Marineküstenpolizei = 685 Mann
    c) In anderen Wehrmachtsteilen = 4.468 Mann
    -----------------------------


    zusammen: = 13.604 Mann.


    Die Feldgendarmerie ist zum großen Teil als geschlossene Gendarmerieeinheiten mit der gesamten polizeieigenen Ausrüstung und allen motorisierten Fahrzeugen gestellt. Aus ihr wurden 16 Feldgendarmerie-Abteilungen und 186 Feldgendarmerie-Trupps gebildet. Ihr Einsatz erfolgte von der nördlichsten Front am Eismeer bis Afrika und von der Atlantikküste bis zur östlichsten Front in Rußland.
    Die Marineküstenpolizei ist von Narvik bis zur französischen Küste sowie im nördlichen Teil der Ostfront eingesetzt.
    Die Verluste der bei der Wehrmacht eingesetzten Offiziere und Männer betragen nach den vorläufigen Meldungen 360 Tote. Die genaue Zahl der Verwundeten ist zur Zeit nicht bekannt. Sie wird im entsprechenden Verhältnis zu den Toten stehen…“

    Leider habe ich bisher keinen Befehl oder einen Bericht gesehen, wie sich das für z. B. für eine der damals bestehenden verschieden starken Gendarmerie-Bereitschaften auswirkte.


    Im Allgemeinen habe ich den Eindruck, dass von den (nach Abgabe an Feldgendarmerie?) bestehenden Bereitschaften, die dann am 28.Novmber 1940 wie folgt umbenannt wurden
    Gendarmerieabteilungen hießen jetzt „Große Gendarmerie-Kompanie (mot)“,
    3/3-Bereitschaften „Gendarmerie-Kompanie“,
    2/3-Bereitschaften „Kleine Gendarmerie-Kompanie (mot)“ und die
    1/3-Bereitschaften „Gendarmerie-Zug (mot)“. (Klemp, Hiltrup, S. 13),
    nach und nach das aktive Personal in kleinen Gruppen in den auswärtigen Einsatz abgezogen wurde und dabei zunächst durch Polizei-Reservisten ersetzt wurde.


    Trotzdem scheint die „Decke“ wie überall sehr dünn gewesen zu sein, was dann z. B. in den Erlass des RFSSuChdDtPol O-Kdo X Org. (4) 50 Nr. 31/44, Berlin, den 30.März 1944 – Schnellbrief –
    Betr.: Stilllegung planmäßiger Gend.Komp (mot) und Auflösung von Gend.Res.Komp. (mot)
    Bezug. Erlass O-Kdo I Org. (4) 50 Nr. 14/44 – FS Nr. 5241 – vom 25.2.44 mündete


    „. Es werden stillgelegt:
    Gend.Komp. (mot) in Zichenau
    Kl.Gend.Komp. (mot) Danzig in Gotenhafen
    Kl.Gend.Komp. (mot) in Bromberg
    Kl.Gend.Komp. (mot) Marienwerder in Straßburg/ Westpr.
    Kl.Gend.Komp. (mot) Kattowitz in Kochlowitz


    Es werden aufgelöst:
    Gend.Res.Komp. (mot) in Frankfurt/M – Höchst
    Gend.Res.Komp. (mot) Koblenz in Bendorf
    Gend.Res.Komp. (mot) in Mannheim
    Gend.Res.Komp. (mot) in Köln
    Gend.Res.Komp. (mot) Münster in Hiltrup
    Gend.Res.Komp. (mot) Arnsberg in Kamen
    Gend.Res.Zug (mot) Braunschweig in Wolfenbüttel
    ….
    Wie gesagt, es fehlt nach wie vor das ein oder andere „Schlüsseldokument“ …..  :(


    Quote

    ....Viele Baustellen also und große Luecken !....


    D e m kann ich nur zustimmen ...  8) ;)


    Herzliche Grüße der Rolandus

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Guten Tag,
    möchte gern - wie bereits angeregt - die personenbezogene Suche abtrennen.
    Während ich das tue, kann nicht geschrieben werden bzw. Eure Beiträge fliegen
    in den Orkus =) .
    Grüße, Kordula

  • ferdsch - sagt der Sachse :D .
    Steht jetzt hier unter "Personen und Biographien" klick.
    Sobald von allen gelesen, gehen die OTs raus.
    Kordula

  • Hallo Marcus,


    Deine Ausführungen sind sehr explizit, interessant und lobenswert.
    Nun darf ich aber fragen, wie Du zu nachfolgender Aussage kommst?


    Quote

    Der Gendarmerie-Einzelposten war, wie der Name sagt, mit einem einzelnen Gendarmen besetzt. Er war so viel wert wie ein Gendarmerieposten mit 6 Gendarmen.


    Gruß Karl

  • Hallo Karl,


    ich wollte damit ausdrücken, dass es in der Wertigkeit keine Unterschiede gab zwischen einem Einzelposten und einem Posten mit mehreren Gendarmen.


    Bei der Schutzpolizei gab es ja Polizei-Reviere und Revier-Zweigstellen.
    Letztere waren, wie der Name sagt, Zweigstellen eines Reviers und nicht eigenständig.


    Hoffe, man versteht es.


    Gruß aus München


    Marcus

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