4. LWF-Division

  • Hallo!
    Bin schon seit Längerem interessierter Leser des LdW.
    Vielleicht kann mir jetzt jemand bei der Beantwortung meiner Fragen helfen.


    Mein (verstorbener) Vater geriet Ende Juni 1944 als Angehöriger der 4.LWF-Division (1./Lw.Jg.Reg. 50) im Kessel von Witebsk in russ. Gefangenschaft.


    Seit 1939 hatte er zur Fliegerhorst-Kommandantur Brieg gehört, wobei ich nicht genau sagen kann, ob 5/VIII oder 45/III.


    Die 4. LWF wurde auf dem Truppenübungsplatz Groß-Born ausfgestellt, und zwar unter der Verwendung des Fliegerregimentes 14. Für dieses wiederum wird als Aufstellungsort Klagenfurt genannt.


    Die Querverbindung zwischen Brieg, Klagenfurt und Groß-Born ist für mich z. Zt. nicht nachvollziehbar.


    Wer weiß darüber näheres?


    Vielen Dank im Voraus.
    Karlheinz

  • Hallo, Uwe!
    Die von Dir genannten Fakten sind mir sehr wohl bekannt . :-)


    Vielleicht habe ich meine Frage auch etwas mißverständlich formuliert.


    Mich interessiert, ob das Fl.-Reg. 14 zur Aufstellung der Div. nach Groß-Born verlegt und dann die Angehörigen der schlesischen Garnisonen, bzw. Fliegerhorste dort zugeführt worden sind oder ob diese zwecks zusätzlicher Ausbildung zuerst nach Klagenfurt gekommen sind.
    Letzteres erscheint mit allerdings unwahrscheinlich. Mein Vater hat auch nie einen Aufenthalt in Österreich erwähnt.


    Gruß
    Karlheinz

  • Hallo Karl-Heinz,


    das war wie folgt, es begann mit der


    Flieger-Ersatz-Abteilung 14
    Aufgestellt im August 1935 in Stade als Flieger-Ersatz-Abteilung 4, seit 1.10.35 als Flieger-Ersatz-Abteilung 14.
    In 1.10.37 umbenannt in Flieger-Ersatz-Abteilung 47.
    Neu aufgestellt am 1.10.37 in Detmold aus der Flieger-Ersatz-Abteilung 24. Umbenannt am 1.11.38 in Flieger-Ersatz-Abteilung 72.
    Wiederaufgestellt am 1.11.38 in Klagenfurt, am 1.4.39 umbenannt in I./Flieger-Ausbildungs-Regiment 14.


    Flieger-Ausbildungs-Regiment 14
    Aufgestellt am 1.4.39 in Klagenfurt aus der Flieger-Ersatz-Abteilung 14. Am 16.8.42 umbenannt als Flieger-Regiment 14.


    Luftwaffen-Feld-Division 4
    Aufgestellt in 9.42 in Groß-Born aus dem Flieger-Regiment 14.



    Damit dürfte klar sein, dass die von Dir erwähnten Einheiten später hinzukamen und nicht in Klagenfurt waren. Mehr dazu hier: http://www.ww2.dk/ground/infanterie/lfd4.htm

  • Hallo , vieleicht Dir noch nicht bekannt.
    Und es kann Dir ev. bei der weiteren Suche dinlich sein.


    Einsatz Oktober 44


    Uswyat
    No.Dez. Rückzug Gorodok


    jan.-Jul. Abwerhrkämpfe Witsbsk
    Jun-Jul Dort eingekesselt


    Zerschlagung der Div. beim Ausbruch.


    Reste der Div. bei Minsk in R. Gefangenschaft.


    MFG
    Hans

  • Danke, zusammen!


    Jetzt weiß ich etwas mehr.


    Übrigens, falls es von allgemeinem Interesse ist:


    Der letzte Kommandeur der 4.LWF war Generalleutnant Pistorius. Er ist bei den Kämpfen um Witebsk gefallen. Ich weiß allerdings nicht, ab wann er die Div. übernommen hatte.


    Gruß
    Karlheinz

  • Hallo Germanicus,
    ich bin dabei, den Untergang des LIII. AK zu untersuchen. Dass es einigen Soldaten gelungen sein soll, bis nach Minsk zu kommen ist mir neu. Meines Wissens verloren alle ihr Leben bei den Kämpfen, oder gingen in Gefangenschaft.


    Hier eine Karte zum Beginn der Angriffe der Roten Armee, klar zu erkennen ist die taktische Struktur des Versuches der Einkesselung, die ja auch aus der Sicht der Roten Armee zum Erfolg führte:
    [Blocked Image: http://img402.imageshack.us/img402/1048/23junigifvu3.th.gif]


    Gruß,
    Arnold

  • Hallo, Arnold,


    ich kann es mir auch nicht vorstellen, dass einzelne Versprengte in dem allgemeinen Durcheinander des Zusammenbruchs noch eine derartig große Entfernung zurückgelegt haben könnten -zumal Minsk bereits Anfang Juli verloren ging.


    Nicht auszuschließen ist aber, dass im Raum Minsk seinerzeit eine Auffangstelle für zurückkehrende Urlauber und Genesene der eingekesselten Div.en eingerichtet worden ist. Wenn die Männer dann dort in Gefangenschaft geraten sind... nicht unwahrscheinlich.


    Gruß
    Karlheinz

  • Quote

    Original von Germanicus
    Hallo, Arnold,


    ich kann es mir auch nicht vorstellen, dass einzelne Versprengte in dem allgemeinen Durcheinander des Zusammenbruchs noch eine derartig große Entfernung zurückgelegt haben könnten ....
    Gruß
    Karlheinz



    Hinze, Rolf
    Rückkämpfer 1944 - 2 Bücher
    1. Berichte
    2. Eine Studie


    der Überlebenswille ist unglaublich gewesen.
    Kennt Ihr diese Bücher?


    Uwe

  • Moin Uwe,


    ich kenne die Bücher, habe sie allerdings nicht in meinem Bestand und habe sie damals mir einem anderen Interessenschwerpunkt gelesen. Steht denn etwas darüber drin, dass es Soldaten aus dem Kessel von Witebsk gelungen ist, sich durchzuschlagen?


    Gruß,
    Arnold

  • Reste der Div. bei Minsk in R. Gefangenschaft.


    Informationen stützen sich auf Zeugenaussagen der 50 Jahre.
    selbst da waren sie Verwaschen , aber wen sollte man Heute Fragen?
    MFG
    Hans


    Feldpostsammler


    Ps.:
    habe einen Herrn im Verein , der ist aus Rumänien !!
    Ist zu Fuß bis nach Hause gekommen.( nach Mai)
    Seine Taktik war eine Sense , hat immer in der Wiese gemäht
    sobald jemand heran gekommen ist.


    Noch eines , ein entfernter Verwanter ist aus dem Kessel von Stalingrad gekommen. Hat Ihn aber die Finger gekostet.
    War auf einem Panzer Aufgesessen.

  • Hallo, zusammen!


    Die genannten Bücher habe ich zwar nicht gelesen, das Thema "Rückkämpfer" ist mir aber bekannt.
    Dass es einige geschafft haben, z. B. von der Beresina bis nach Suwalki zu kommen, verdien
    t allgemeine Hochachtung vor dieser Leistung.


    Es darf jedoch nicht übersehen werden, dass diese Männer in der Regel wochenlang unterwegs waren.


    Es erscheint mir somit unwahrscheinlich, als Rückkämpfer innerhalb von zehn(!) Tagen eine Entfernung von immerhin rund 300 Kilometern (Luftlinie / Witebsk-Minsk) zurück zu legen. Daher auch meine Vermutung betr. der genannten Auffangstelle.


    Ob es tatsächlich einige geschafft haben, sich von Witebsk aus nach Westen durchzuschlagen, würde mich auch interessieren.


    Mein Vater hat für diesen Weg vier Jahre gebraucht -mit einem kleinen Umweg über Donezk(Stalino). :D


    Gruß
    Karlheinz

    Edited once, last by Germanicus ().