Dienstgrad meines Großvaters

  • Hallo Forumsmitglieder,
    nach einem Jahr des Wartens habe von der WaSt in Berlin eine Nachricht bekommen über den mil. Wertegang meines Großvaters. Jetzt habe ich aber ein paar Fragen speziell über den Dienstgard.
    Die WaSt in Berlin teilte mir mit, dass mein Großvater am 15.08.1940 zum Gefreiten befördert wurde. Mehr Informationen zur Beförderung wurden mit nicht mitgeteilt.
    Ich habe ein Foto, auf dem er mit anderen Kameraden bei einer Weihnachtsfeier 1940 in Frankreich als Obergefreiter fotografiert wurde. Er war bis 1945 im II Wk. In Gefangenschaft war er nicht und er war auch nicht verwundet. Das er sich des Dienstgrades ermächtigt hätte ist für mich sehr unwahrscheinlich.
    Meine Frage ist, warum gibt es keine Informationen über diese Beförderung und eigentlich, wenn ein Soldat so lange an der Front ist, er war bei der 1. Gebirgsjäger Division bis Kriegsende, sollte doch eine weitere Beförderung stattgefunden haben, es gibt auch keinen Eintrag über einen Orden usw. und deshalb meine zweite Frage: Ist es möglich, dass ein Soldat keinen Ordnen in so einer langen Zeit bekommen hat.
    Wenn mir jemand helfen könnte wäre ich sehr dankbar.
    Viele Grüße
    Steffen

  • Hallo Steffen,


    Die WaSt kann Dir nur Auskunft geben über die Unterlagen die sie hat.


    Manches wurde von den Einheiten nicht zurückgemeldet und vieles ging durch Kriegseinwirkung verloren bzw. wurde vernichtet.


    Gruß
    Rainer

    Suche immer Infos zur Korps-Nachrichten-Abteilung 448

  • Hallo Rainer,
    Danke für deine Antwort.
    Ich kann das verstehen, dass viele Sachen in der ganzen Zeit und danach verloren gegangen sind. Mich würde nur interessieren, so aus den Erfahrungen der Mitglieder hier im Forum, auch wenn es spekulativ ist, ob im Normalfall, der Soldat weiterhin befördert wurde, er war bei der Schlacht in Frankreich dabei, Ehrenabzeichen?
    Der genaue Wertegang war von 1939 bis 1942 8. Kompanie Gebirgsjägerregiment 98 dann war er in der 4. Gebirgsfahrkolonne 54 ab 1942 bis Kriegsende, aus Erzählungen weiß ich, dass er bis auf der Krim war.
    Viele Grüße
    Steffen

  • Hallo Steffen,


    Quote

    ob im Normalfall, der Soldat weiterhin befördert wurde, er war bei der Schlacht in Frankreich dabei, Ehrenabzeichen?


    Ja, die Soldaten wurden weiterhin befördert, sowie Stellen frei waren.
    Ob es speziell für Frankreich Orden oder Ehrenabzeichen gab, kann ich Dir leider nicht beantworten.


    Gruß
    Rainer

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  • Hallo Rainer,
    Nochmals Danke für deine schnelle Antwort. Mir kam es halt etwas komisch vor, dass er 1940 schon Obergefreiter war, die WaSt aber nur den Gefreiten bzw. das Beförderungsdatum zum Gefreiten "nur" hatte. Laut seinen Erzählungen, hat er es dann zum Schluss des Krieges über einen Brücke geschafft und ist somit der Gefangenschaft zu entflohen. Wie auch immer, denke bei dem ganzen Verlauf der 1.Gebjg Div. wird er schon noch die eine oder andere Beförderung bekommen haben, bzw. auch ein Ehrenzeichen. Habe das Bild mal in den Anhang gestellt. Auf dem Schild kann man Weihnachten 1940 Frankreich lesen, mein Großvater sitzt bei Draufsicht ganz links und auf dem Ärmel sieht man den OG.
    Viele Grüße und Danke
    Steffen

  • Hallo Sven,
    Du/Sie hast/haben schon recht, die Zahl 0 wäre dann sehr klein. Jetzt habe ich mir aber das original nochmal geholt und es ist ganz klar eine 0 bzw. 1940 wirklich ganz ohne Zweifel.
    Trotzdem vielen Dank für deine Bemühungen
    Viele Grüße
    Steffen

  • Zitat: "Laut seinen Erzählungen, hat er es dann zum Schluss des Krieges über einen Brücke geschafft und ist somit der Gefangenschaft zu entflohen."


    Hallo Zipo,


    Wie geht es Dir mit Deiner Suche?
    Ein naher Verwandter von mir war ab 1943 auch bei der 1. GD. Anders als Dein Großvater geriet er aber im Oktober 1944 bei Belgrad in russische Kriegsgefangenschaft. Hat Dir Dein Großvater nie vom "Kessel von Belgrad" erzählt?


    Die Brücke, über die es Dein Großvater geschafft hat, wird sich wohl am Fluss Enns in Oberösterreich befunden haben. Dieser Fluss war dann die Demarkationslinie zwischen US und sowjetischer Zone in Österreich. Die Reste der 1. GD sollen dort bei Kriegsende der Gefangennahme durch die Rote Armee entkommen sein.


    Gruß,


    Echternkamp

  • Hallo Steffen,


    wie hier bereits dargestellt wurde, kann die WASt nur das dokumentieren, was dort aktenkundig ist.


    Die Tatsache alleine, dass man als Soldat fast am gesamten Krieg teilgenommen hat, rechtfertigt noch lange nicht die Annahme, dass hier Beförderung um Beförderung ausgesprochen worden sein muss.


    Einer meiner Onkel hat vom 01.09.1939 bis zum letzten Kriegstag seine soldatische Pflicht erfüllt und ist über den Gefreiten nicht hinaus gekommen. Dies hatte in dem Falle vermutlich den Grund, dass er vor seiner Einberufung vorbestraft war.


    So mag es auch andere Gründe gegeben haben, die im Einzelfall ggf. zum Versagen weiterer Beförderungen geführt haben mögen.


    Solche Phänomene kennt der öffentliche Dienst noch in aktueller Zeit.


    Viele Grüße aus Wegberg
    Detlef

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