Peter W. Stahl

  • Hallo, habe eine Frage zu Peter W. Stahl, dem Autor von "Zwischen Eismeer und Sahara" (Ju 88) sowie "KG 200".


    Ich habe diese Frage schon in einem luftwaffenspezifischen Forum gestellt, aber dort leider keine rechte Antwort erhalten. Mein Interesse resultiert daraus, dass ich vor kurzem beide Bücher (sehr interessant) gelesen habe und wissen möchte, wie es mit ihm nach 1945 weiterging.


    Weiß vielleicht hier jemand, wie sein Lebensweg nach dem Krieg aussah und inwieweit seine literarischen Schilderungen der Realität entsprechen? Ich beziehe mich dort explizit auf seine Tätigkeit im Rahmen des KG 30, wo beispielsweise der Absturz des Ritterkreuzträgers Flechner am selben Tag wie er (1942) sowie die Einnahme von Pervitin (stand scheinbar in einer älteren Auflage; in der mir vorliegenden Buchversion ist ausschließlich von Traubenzucker die Rede) keine Erwähnung fand. Hingegen ist Erichs Stoffregens Absturz (Januar 1943) detailliert geschildert Ich fand online leider nix rechtes über Stahls Werdegang nach dem Krieg, daher wende ich mich an euch.


    Danke + VG
    Herman

  • Hallo Thilo, thx für Deinen Tip, dann werde ich mal diesen Weg beschreiten. Sollte es greifbare Ergebnisse gebe, werde ich die entsprechenden Daten hier veröffentlichen, soweit der Verlag dieses Vorgehen gestattet.


    Grüßles an alle
    Herman

  • Hallo Hermann !


    Die beiden Bücher von P.W. Stahl habe ich auch gelesen und fand sie absolut interessant. Sehr zu empfehlen, wenn man sich für diese Thematik interessiert.


    Gruß Wolke

  • Guten Abend Herman !


    Quote

    Ich habe diese Frage schon in einem luftwaffenspezifischen Forum gestellt, aber dort leider keine rechte Antwort erhalten.


    Das war aber bestimmt nicht das Luftwaffe-Bullet-Board oder ?


    Versuch es einfach mal da, da sind Spitzenleute vertreten. ;)


    Rheinmetall

    "Die Sehnsucht nach der Heimat wächst mit dem Quadrat der Entfernung."
    (In Memorie of Jürgen Oesten † 05.08.2010)

  • Moin Rheinmetall, genau dort bin ich mit fast identischer Fragestellung gewesen, es kam hingegen lange Zeit nix Brauchbares, weshalb ichs dann hier probierte. Naja, Wikipedia hat ja nun einen Artikel zum Lebenslauf, das genügt mir. Zu inhaltlichen Fragen (Pervitin, Flechner etc.) betreffs Stahls Büchern mussen die hiesigen Foristen sie wirklich gelesen haben, des erscheint aber net so wichtig. Zumal ja anscheinend der Inhalt mit den temporär verschiedenen Auflagen variiert.


    Ich wünsche Dir sowie den anderen Foristen ein schönes WE!


    Herman

  • Hi allseits,


    zur Ausgangsfrage - Lebenslauf nach 1945 - kann ich nichts beitragen.
    Mich interessiert vielmehr die Frage der nachträglich veränderten und/oder auch
    geschönten Erinnerungen. Das findet sich bei vielen Autoren immer wieder;
    wenn es meine Themen betrifft, gehe ich dem meist nach.


    Falls das ebenfalls jemanden interessiert - hier die jeweils vollständigen Angaben
    zu den Erstausgaben; erhältlich über Fernleihe für eine geringe Gebühr.
    ° P. W. Stahl, Kampfflieger zwischen Eismeer und Sahara : in meinem Fall: Ju 88.
    [Autoris. Bearb.: Manfred Jäger]. - Stuttgart : Motorbuch Verl., 1972
    ° Stahl, P. W., Geheimgeschwader KG 200: d. Wahrheit nach über 30 Jahren,
    Stuttgart: Motorbuch-Verlag, 1977


    Grüße, Kordula

  • Hallo Kordula,


    solche "Veränderungen" am Text liegen oftmals nicht im Ermessen des Autors. Letztendlich ist der Verlag für das Ergebnis verantwortlich, und der kann das Manuskript natürlich nach seinen Wünschen ändern, wenn er zu einem bestimmten Thema keine kritischen Worte wünscht.


    Mir ist so ein Fall bekannt, wo der Verlag die ganze Passage über die russische Kriegsgefangenschaft des Autors nicht gedruckt hat, weil es ihm nicht genehm war - aus welchen Gründen auch immer.


    Viele Grüße
    Peter

  • Hi Peter,


    danke für diesen Hinweis; hatte ich bisher nicht in Erwägung gezogen -
    hätte es besser wissen müssen; wie unbedacht von mir;
    macht es natürlich noch schwieriger herauszufinden, warum/weshalb ...;
    dann sind ja neben denkbaren persönlichen Gründen auch noch Verkaufs-
    strategien und natürlich die wechselhaften politische Wetterlagen einzu-
    beziehen. Dient alles nicht der Wahrheitsfindung ...


    Willst Du Titel und Autor nennen? Würde mich sehr interessieren.


    Grüße, Kordula

  • Hallo Kordula,


    das Buch heißt "Aus meinem Fliegerleben" von Walter Rutschow, Steinebach-Wörthsee, o.J.


    Ich habe das aus der Erinnerung falsch geschrieben: Es geht nicht um russische Kriegsgefangenschaft, sondern wohl um einen Lageraufenthalt in Sibirien wegen angeblicher Spionage während Rutschows fliegerischer Tätigkeit in den 30er Jahren bei der Deruluft.


    Viele Grüße
    Peter

  • Hallo,


    komplett:


    Aus meinem Fliegerleben. Erlebnisse eines Verkehrsfliegers der Vorkriegs-Lufthansa und Deruluft.
    Steinebach, Luftfahrt Verlag Walter Zuerl, [ca. 1983] oder [1980]


    Grüße
    Fred

    Halle/Saale: Heeres- und Luftnachrichtenschule // Siebel Flugzeugwerke

  • Hi allseits,


    ist ja interessant, daß ein im Oberbayerischen ansässiger Verlag Streichungen zu
    einer Verurteilung wg. vorgeblicher Spionage mit Lagerhaft in Sibirien vornimmt;
    das hätte ich nicht erwartet; gerade ein solcher Lebensabschnitt dürfte doch sehr
    von Interesse sein.


    Vll. war es gerade die Zeit - die 30er Jahre - in der ja die vorher bestens funktio-
    nierenden Beziehungen (z.B. Ausbildung dt. Flieger in der UdSSR) aus bekannten
    Gründen nicht mehr opportun waren. Wer weiß schon davon ... dazu einführende
    Info bei Wikipedia: Vertrag von Rapallo; und ein kleines, überaus spannendes Buch:


    Sebastian Haffner: Der Teufelspakt. 50 Jahre deutsch-russische Beziehungen.
    Reinbek bei Hamburg 1968.


    Über mögl. Gründe zu spekulieren, ist natürlich müßig - näheres zu erfahren,
    wäre jedoch sehr interessant.


    Entschuldigung an Hermann für OT =) .


    Grüße, Kordula

  • Liebe Kordula, ich verzeihe Dir ;-) Aber sollte jemand unserer Foristen diese Erstausgabe von 1972
    ° P. W. Stahl, Kampfflieger zwischen Eismeer und Sahara : in meinem Fall: Ju 88.
    [Autoris. Bearb.: Manfred Jäger]. - Stuttgart : Motorbuch Verl., 1972
    kurzerhand zur Verfügung haben, müsste er mal nach dem Begriff "Pervitin" suchen (Vermutlich erstes Drittel des Erlebnisberichtes (Flüge gegen England sowie nach der Havarie über dem Polarmeer)). Das wäre echt mal interessant. Danke im voraus!


    Euer Herman