Fliegerhorst Köthen/Anhalt

  • Hallo,


    ich falle mal gleich mit der Tür ins Haus :)
    Hat irgendwer Infos über den Flugplatz in Köthen/ Anhalt. Speziell was für Flugzeugmuster hier stationiert waren!?


    Danke im vorraus :)


    gruß
    Thomas.

  • Hallo,


    hat keiner irgendwelche Infos?
    Ich glaube, es waren neben der Ju52 auch noch Bf109 und He 111'er stationiert. Vielleicht gibt es aber noch nähere Infos..?


    gruß
    Thomas.

  • Auch wenn hier schon ein Thema "Flugplatz Köthen" gibt, möchte ich dieses öffnen, denn es war nicht nur ein Flugplatz.


    Ich würde mich freuen die Informationen über die Geschichte zu erhalten und ggf. auszutauschen.


    Ich habe Kontakt zu den noch lebenden auf dem Fliegerhorst ausgebildeten Soldaten und würde mich über die neue Kontkte und vllt. auch Fotos sehr freuen.


    Gruß Viktor

    Gruß Viktor

  • Hallo Dieter,


    den Thread hab ich natürlich gelesen, aber für Köthen ist er nicht aussagekräftig genug.
    In Köthen wurden Piloten für Navigationsflug mit Unterstützung durch "Würzburg"-Anlagen ausgebildet. Von "Rotterdam" habe ich bis jetzt in Köthen nichts gehört.
    Weitere Geschichte ist die Beteiligung Köthener an Spanienkrieg als Legion-Condor-Flieger.
    Schließlich ist die Forschungsabteilung der Luftwaffe in Zusammenarbeit mit Siemens an der Staatlichen Hochschule von Köthen gänzlich unbekannt, bzw. unerforscht.


    Auf die Klärung der genannten Fragen hoffe ich...


    Gruß Viktor

    Gruß Viktor

  • Quote

    Original von Viktor7
    Auch wenn hier schon ein Thema "Flugplatz Köthen" gibt, möchte ich dieses öffnen, denn es war nicht nur ein Flugplatz.


    Nabend


    Auf dem Gelände des Flugplatzes in Köthen muß es auch ein (Baracken)Lager gegeben haben, wo man Menschen (meistens Frauen und Kinder) aus der näheren Umgebung hin brachte, die man auf diese Weise vor Kriegseinwirkungen schütze.


    Über dieses unbekannte Kapitel wüsste ich auch sehr gerne mehr.


    Grüße, Jane

  • Hallo Jane,


    es hat auf dem Gelände von Fliegerhorst tatsächlich einen Barackenlager gegeben. Über den Sinn und Zweck davon kann man nur spekulieren. Für den Dienstbetrieb eines Ausbildungsregiments ist jegliecher Einsatz von Frauen und Kinder undenkbar, zumal aufgrund extrem hohen Geheimhaltungsstufe selbst für die Soldaten und Offiziere die Bewegungsfreiheit sehr eingeschränkt war.


    Von einem von mir erwähnten Soldaten bekam ich folgendes Bild. Da er sich 1940-41 in Köthen aufgehalten hat, kann man in etwa die Entstehung von Barackenlager datieren.


    [IMG:http://img402.imageshack.us/img402/6522/blatt51.jpg]


    Gruß Viktor

    Gruß Viktor

  • Hallo Viktor,


    besten Dank für das Foto!
    Grüße bitte Deinen Informanten von mir, er hat mir damit einen sehr großen Dienst erwiesen. :]


    Ich bin in Besitz eines amtlichen Dokumentes das besagt, dass meine Ma 14 Monate lang in Köthen, Fliegerbaracke Nr. 5 wohnte!


    Man hatte sie 15 jährig mit einem Lkw von Forst/Lausitz nach Köthen gebracht sie war elternlos. Mehr weiß ich leider nicht.
    Solltest Du diesbezüglich mehr erfahren können, informiere mich bitte wie besprochen per PN.


    Nette Abendgrüße


    Jane

  • Hallo Jane,


    mache ich! Ein Paar Angaben zur Person wären schon von Vorteil. Ich habe es gelernt, dass es sich unmögliche Quelle auftun, wenn man alle möglichen Infos zur Verfügung hat...


    Schönen Abend
    Viktor

    Gruß Viktor

  • Hallo allerseits!


    Auch zu diesem Fliegerhorst möchte ich kurz auf das Buch "Fliegerhorste und Einsatzhäfen der Luftwaffe" von Ries/Dierich hinweisen, sowie diesen Beitrag mit einer Karte des o.g. Flugplatzes ergänzen.


    Quote

    Auszug: ... 1927 Notlandeplatz, wird Friedensstandort und Fliegerhorst der Luftwaffe; Grasnarbe, befestigte Hallenvorfelder und Rollwege; Deckname: "Glatteis"; Allcode: R 32 ...


    Grüße
    Sven

  • Hallo Sven,


    danke für Deine Infos und Schema. Leider kann man aufgrund der Auflösung nicht viel erkennen. Könntest Du das Schema entweder in einer höheren Auflösung einstellen oder ggf. per E-Mail mir zuschicken?


    Gruß Viktor

    Gruß Viktor

  • Hallo zusammen,


    ich habe mich bei dem Thema an einen Zeitzeugenberichte in einem Buch erinnert und schnell mal das entsprechende Kapitel fotografiert und im Paint die einzelnen Seiten zusammengesetzt.


    Ich hoffe es hilft weiter.


    Gruß
    Christian

  • Hallo!


    Hab wegen der Auflösung bzw. wegen dem Endprodukt nochmal ein wenig experimentiert, aber so sollte es gehen.... im Buch gibt die Karte leider nicht mehr her.


    Grüße
    Sven

  • Hallo Sven,


    vielen Dank für die Mühe, ist schon wesentlich besser zu lesen, als vorher.
    Ist die Datierung der Karte ersichtlich?


    Gruß Viktor

    Gruß Viktor

  • Hallo Viktor!


    Leider gibt das Buch nur wenige Informationen über die Entstehung sowie die Datierung der Karte her.
    Lediglich werden hier die Quellen "USAF Historical Research", "Nachrichten für Luftfahrer" sowie den "Luftverkehrsatlas" von 1927 genannt ... erstes wurde für den Fliegerhorst Köthen/ Anhalt verwendet. ... ich suche aber weiter! ;)


    Grüße
    Sven

  • Hallo Sven,
    es interessiert mich insofern, da ich vor ca. 10 Jahren schwer lesbare, bereits kopierten Kopien aus dem Bundesarchiv auf Umwegen bekam, die Aufklärungsberichte der Amerikaner über Fliegerhorst Köthen zum Inhalt hatten. Interessant dabei war die Tatsache, dass die USAF in der Zeit von 1942 bis 1945 bestens darüber im Bilde war, was sich in Köthen tat, wer welche Posten inne hatte, wo welche Radaranlagen (mit Fotos) standen. Ein Vergleich von beiden Schematas wäre daher spannend!
    Zur Zeit ziehe ich um, so dass die Suche nach den erwähnten Kopien etwas dauern wird...


    Grüße Viktor

    Gruß Viktor

  • Hallo,


    weiteres Futter zum Platz gibt es hier:


    Zapf, Jürgen:
    Flugplätze der Luftwaffe 1934 - 1945 -und was davon übrig blieb. - Zweibrücken : VDM, 2001-


    Bd.4 : Sachsen-Anhalt. - 2005. - ISBN 3925480323
    ( Seite 171 - 187)


    Menzel, Hans:
    Flieger über Köthen : eine Abhandlung über das Flugwesen in Köthen. - Köthen : Selbstverlag, 1996.


    - Eine Ausbildung im Verbund mit "Würzburg"-Radargeräten(!) ist nicht überliefert; sie hatten auch keinen Einsatzzweck im Bombeneinsatz, sondern kamen zur Flak- und Jägerleitung zum Einsatz. Ausbildung für Bomberbesatzungen, und eben auch der KGr100/KG100 waren die Leitstrahlverfahren mit X- und Y-Geräten, reine funknavigatorische Verfahren.
    Die Ausbildung mit "Würzburg" erfolgte für Orter und Mechaniker in Halle, wo auch entsprechendes Großgerät zur Verfügung stand.


    - Das gesuchte Barackenlager trägt die Nr. 12 im Plan, außerhalb der Platzgrenzen...


    - Zum Spanienkrieg und der LC gab es mit Köthen direkt keine Verbindung bzw. Einsatz; das von Halle gebildete Ln-Schul- und Versuchs-Regiment wurde erst am 1.11.1937 etaisiert.
    Am 6.11.1937 erfolgte der symbolische feierliche Einzug der neuen Einheit in seine Kaserne.
    Mit Wirkung vom 1.4.1938 waren die Luftnachrichtenschule und das Ln-Schul- und Versuchsregiment getrennte Einheiten.



    Grüße
    Fred

    Halle/Saale: Heeres- und Luftnachrichtenschule // Siebel Flugzeugwerke

    Edited 3 times, last by FredT ().

  • Quote

    Original von Viktor7
    es hat auf dem Gelände von Fliegerhorst tatsächlich einen Barackenlager gegeben. Über den Sinn und Zweck davon kann man nur spekulieren.


    Hallo Viktor und Interessierte


    Ich frage mich, warum es häufig so schwierig ist, damalige Gegebenheiten zu erfahren?
    Bei meiner Recherche haben sich etliche beteiligte Helfer so manches mal gefragt, ob die zuständigen Ämter und Institutionen sich tatsächlich nicht erinnern können, wollen- oder was auch immer die Gründe dafür sein mögen, dass so viele Archivalien von manch einem Standort/Platz/Stellung gleichsam verschwunden sind.
    Merkwürdig finde ich auch, dass der Verlust örtlicher Fakten, häufig kollektive Gedächtnislücken bei den Bürgern nach sich zieht. Was mein(t)en die Zeitzeugen all die vergangenen Jahr? Oder hatte man in der Vergangenheit weniger nach den Hintergründen gefragt?
    Die Geschichte der NS-Zeit liegt doch gar nicht sooo lange zurück. ?(
    Vielleicht habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht, woran liegt es?


    Seid gegrüßt
    Jane

  • Hallo Jane,


    die Frage ist aus meiner Sicht zu vielschichtig und zu kompliziert, um diese in einigen wenigen Sätzen zu beantworten.


    Fangen wir mal damit an, dass es auch heute Bereiche gibt, wo man nicht unbedingt zu neugierig sein sollte. Das brauchen wir nicht näher zu erläutern.


    Es ist bis heute unbekannt, was in den Laboren der Hochschule Köthens im Auftrag der Luftwaffe erforscht wurde!!!


    Die Soldaten des Lehr- und Versuchsregiments der Luftwaffe in Köthen hatten auf dem Fliegerhorst nur Berechtigung ihre Schlafstätte und den zugewiesenen Bereich betreten zu dürfen, mehr nicht! Sie hatten keine Ahnung davon, was sich in den anderen Objekten befindet. Was soll man von den übrigen Einwohner Köthens erwarten?


    Warum lassen sich solche Zeitabschnitte, wie die Zeit des III. Reichs anhand der Archivbestände so schlecht nachvollziehen? In Köthen hatte man seit dem 03.04.45 die Weisung, alle Unterlagen aus der NS-Zeit zu vernichten. Es ist auch weitestgehend gelungen.


    Nebenbei bemerkt, die Unterlagen de Kreisdienststelle der MfS der DDR wurden eine Woche lang mit den LKWs in den Fliegerhorst gebracht und dort im Heinzraum verbrannt. Somit haben wir erhebliche Lücken in der DDR-Überlieferung zu beklagen, ändern werden wir es nicht mehr können!


    Die Archive können nunmal nur das aufbewahren, was sie an Datenträger zur Archivierung erhalten haben.


    Grüße Viktor

    Gruß Viktor

    Edited 2 times, last by Viktor7 ().