Offizierslager OFLAG VI C in Osnabrück

  • Liebe Leute,


    wer sich für das einstige Offizierslager OFLAG VI C in Osnabrück-Atter interessiert, mag in unten folgendem Artikel sich ein wenig kundig machen.


    Derzeit plant eine regionale Initiative auf dem einstigen Lagergelände eine kleine Gedenkstätte zu errichten und die Geschichte des Lagers zu erforschen.


    Interessant ist am OFLAG VI C, dass die dortigen internierten serbischen Offiziere jüdischen Glaubens dort lange ihre Religion ausüben konnten - mitten in Nazideutschland.


    Hier der Link:


    http://www.taz.de/1/nord/artikel/1/kampf-um-baracke-35-1/


    Gruß, Gruß
    Keilforscher

  • Vielen Dank, Frank, für diesen Artikel -
    v.a. aber für die dahinterstehende, kaum zu glaubende Geschichte:
    das Überleben sowohl der Offiziere, die der Volksbefreiungsbewegung
    angehörten, wie derjenigen, die jüdischen Glaubens waren.


    Hoffe sehr, daß sich weiteres herausfinden läßt und möchte - wenn
    Du erlaubst =) - einen Teil des Textes zitieren.


    Bitte halte uns auf dem Laufenden.


    Grüße, Kordula


    PS: Habe das Thema zur "Geschichte" verschoben.


      ... Es sind serbische Offiziere jüdischen Glaubens, die im Offizierslager "Oflag VI C" in Atter
      interniert sind und mitten in Osnabrück bis 1944 nach jüdischem Ritus ihre Toten beerdigen.
      ...
      Und noch eine weitere, wichtige Spur gibt es, die zu verfolgen sich lohnen würde:
      Denn als SS-Chef Heinrich Himmler im Oktober 1944 alle Kriegsgefangenenlager, die bis dahin
      der Wehrmacht unterstehen, seinem Zuständigkeitsbereich zuschlagen kann, schickt die Lager-
      verwaltung die jüdischen und auch kommunistischen Offiziere aus Osnabrück auf eine lange Reise.


      Es geht erst nach Straßburg, dann nach Schleswig-Holstein, weiter Richtung Oder, wieder zurück
      nach Osnabrück, bis die Offiziere schließlich Mitte April in dem Ort Hodenhagen an der Aller nahe
      Bergen-Belsen von der britischen Armee befreit werden können.


      "Die Männer wurden ja die ganze Zeit von Wachmannschaften begleitet, es wurden so jede Menge
      Kräfte gebunden und das, wo doch an der Front zuletzt jeder Mann gebraucht wurde, das wundert
      einfach", sagt Schmitz. Hat es hier jemanden gegeben, der mitten in den letzten Kriegs-
      wirren dafür gesorgt hat, dass die meisten der Offiziere überleben konnten?

  • Moin Kordula,


    Danke für's in's richtige Forum stellen!


    Diesen Dienstag tagt in der Stadt Osnabrück der Verwaltungsausschuss und überlegt die Zukunft der Anlage.
    Wenn ich mehr weiß, poste ich es.


    Gruß, Gruß
    Keilforscher

  • Hi Frank,


    habe auf einer Seite den Sucheintrag eines Mannes, dessen Vater als Offizier
    im Oflag VI C interniert war, gefunden: Suchmeldung.
    Wenn Du dort nach Osnabrück suchst, wirst Du fündig.


    Von wann der Eintrag ist und ob die dort angegebene Email-Adresse noch gilt,
    weiß ich nicht. Angegeben sind Name, Gefangenen-Nr. und die Baracken-Nr.


    Vll. könntest Du diese Info weitergeben.


    Grüße, Kordula

  • Moin Kordula,


    hab die Suchmeldung kopiert und schicke sie gleich mal nach Osnabrück. Vielleicht können die Initiatoren dort vor Ort etwas erreichen - sie haben einen guten Kontakt zur serbischen Gemeinde vor Ort.


    Gruß, Gruß
    Keilforscher

  • Danke, Frank.


    Wie sieht es aus mit Kriegsgefangenenpost, z.B. auf der Seite Moosburg:

      Adam Milosevic, Gefangenen-Nr. 1318-VIC/10,
      schreibt am 15.12.1942 an A. Ljubinka Milosevic
      in Jagodino, Serbien.

    Eine Reihe weiterer Karten finden sich im Netz, z.B. in Auktionen.
    Hier eine Seite mit vier Karten klick; Kauf verbietet sich wohl, doch
    lassen sich die Daten auf den Karten lesen, also auch abschreiben.


    Vll. könntest Du klären, ob es sinnvoll ist, derartiges hier zu sammeln
    oder ob die Seiten im Netz bereits "abgegrast" sind.


    Grüße, Kordula


    Edit: Ergänzungen

  • Moin Kordula,


    von der serbischen Kirche in Osnabrück habe ich noch nichts gehört, das wird wohl noch dauern.


    Aber mittlerweile habe ich mir antiquarisch recht preiswert das Buch "Wir sind Zeugen" von Zvi Asaria besorgt.
    Asaria wurde der spätere Landesrabbiner von Niedersachsen und er war eben in Osnabrück interniert.


    Das Buch ist 1975 von der Niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung herausgegeben worden.


    Gruß, Gruß
    Keilforscher

  • Guten Tag, Keilforscher,


    nun hat "der Kram" so viele Jahre geruht, da kommt es auf ein paar mehr Tage
    und Wochen auch nicht an - finde ich =).


    Nach dem Buch habe ich schon mal geguckt; ist immer noch günstig zu haben,
    doch warte ich, was darin steht. Könntest Du berichten?


    Was die Kgf-Karten im Netz angeht - die habe ich kopiert; die Daten können
    also auch später, wenn die Angebote schon aus dem Netz verschwunden sind,
    noch weitergegeben und genutzt werden.


    Sonntagsgrüße,
    Kordula

  • Sehr geehrte Kollegen,

    für diejenigen, die Englisch lesen können -- in Bezug auf das tägliche Leben im Oflag Osnabrück-Eversheide (u. den Angriff des 4. Dez. 1944 von unter anderen, ich glaube, 51 Squadron u. 77 Squadron) findet man das Zeugnis eines KGen im Epilog des posthumen Buches ,,April 1941” von V. V. Boumbashirevitch.

    Grüße