Suche nach Informationen zu Fritz Stork

  • Hallo zusammen,


    ich bin im Nachlass meiner Großtante auf ein paar Fotos gestoßen; diese zeigen meinen Großvater in Waffen - SS Uniform und wieder wuchs mein Interesse an der Rolle, die mein Großvater im Krieg gespielt haben mag.
    Leider verstarb er bevor ich geboren wurde und in der Familie wurde über die NS Zeit wenig gesprochen. Mit meiner Tante ging auch die Letzte, die ich hätte fragen können. Aus diesem Grund ist meine Informationsdecke äußerst kurz und löchrig.


    Was ich weiß (erzählt bekam):
    Er wurde im Sept. 1939 eingezogen, war demzufolge nicht in Polen eingesetzt; trat nach der Grundausbildung freiwillig der Waffen - SS
    bei.
    Er nahm am Westfeldzug teil und war zeitweilig in Frankreich stationiert.
    Anschließend Teilnahme am Russlandfeldzug. Dort erhielt er mindestens zwei Verwundungen (soll auf einer Meldefahrt einen Oberschenkeldurchschuss erhalten haben). Verletzungsbedingt arbeitete er zwischenzeitig in einer Behörde (MInisterium?) zur Beseitigung von bombenbedingten Schäden, da er im zivilen Beruf Bauingenieur war; später ging es wieder zur Front.


    Kriegsende (und jetzt wird es ein wenig wirr): er soll ´45 in Prag von der aufgebrachten Bevölkerung aus seinem Fahrzeug gezogen und zusammengeschlagen worden sein. Ein russischer Offizier soll ihn vorm Lynchen gerettet haben. Aber warum sollte ein SS Angehöriger mit seinem Dienstwagen durch das tschechische Kapital kurven, wenn schon sowjetische Truppen dort stehen? Und warum kam er nicht in russische Gefangenschaft und fand sich schlussendlich in einem amerikanisch geleiteten Lazarett in Nürnberg wieder? Gab es da einen Gefangenenaustausch? Oder alles ein Märchen?
    Sicher ist nur das mein Großvater nach Kriegsende in Nürnberg lag und nach Genesung während des Transports vom Lazarett zum Gefangenenlager mit zwei Kameraden türmte.
    Er lebte bis 1969.
    Angeblich soll er das EK I/II, Nahkampfspange und Verwundetenabzeichen erhalten haben. Das geben die Bilder allerdings nicht her.


    Ist es irgendwie möglich an wirkliche Fakten zu kommen? Und wenn ja wie?
    Ich bin für jeden Tipp bzw. Hinweis dankbar.


    MfG


    Volker

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    Edited once, last by Moebel ().

  • Hallo Volker,


    Zunächst einmal: Herzlich Willkommen im Forum!



    Quote

    Original von Moebel


    Ist es irgendwie möglich an wirkliche Fakten zu kommen? Und wenn ja wie?
    Ich bin für jeden Tipp bzw. Hinweis dankbar.


    Zu deinen Ausführungen kann man/ich schwer Genaues ergänzen, solange die Aussagen so vage sind. Das liegt natürlich in der Natur der Quelle. Wie du selber schreibst: du hast es "erzählt bekommen". Ich würde dir daher folgende zwei Links nahelegen:


    Link 1 - Grundlagen zur Suche


    Link2 - Musterschreiben für Anfragen an WASt, DRK, VDK


    Mit den Anfragen bei den entsprechenden Institutionen (unter Link 1) wird es dir höchstwahrscheinlich möglich sein umfangreichere Informationen zu erhalten. Hierbei will ich dich auch noch einmal gezielt darauf hinweisen, dass im Falle der Zugehörigkeit zur Waffen-SS (was in dem Fall deines Verwandten ja zutrifft) neben der Anfrage bei der WAST auch eine Anfrage beim Bundesarchiv empfehlenswert ist.


    Beste Grüße,
    Isbjoern


    Edit: Rechtschreibung

    Immer auf der Suche nach allem zur 50. Infanterie-Division, insb. dem IR/GR 123 sowie dem XXII. Festungs-Infanterie-Bataillon 999 bzw. der Brigade Klotz/Clotz

    Edited once, last by Isbjoern ().

  • Hallo!


    Soviel man auf den Bilder erkennen kann, war dein Angehöriger bei der 3. SS Panzer-Division "Totenkopf". Das kannst du an dem Ärmelband sowie an dem Kragenspiegel mit dem Totenkopf erkennen.


    Auf dem ersten Bild ist dein Angehöriger SS-Sturmmann (Gefreiter) und auf dem zweiten SS-Untersturmführer (Leutnant).


    Quote

    Moebel: ... Angeblich soll er das EK I/II, Nahkampfspange und Verwundetenabzeichen erhalten haben. Das geben die Bilder allerdings nicht her. ...


    Auf dem zweiten Bild sind folgende Auszeichnungen zu erkennen:
    - im Knopfloch das Band zum EK II
    - im Knopfloch das Band zur Medaille "Winterschlacht im Osten 1941/42"
    - auf der Brusttasche das Infanteriesturmabzeichen (verm. bronze)
    - auf der linken unteren Ecke der Brusttasche wahrscheinlich das Verwundetenabzeichen (verm. schwarz)


    Grüße
    Sven

  • Moin Volker,


    Quote

    Original von Moebel
    Verletzungsbedingt arbeitete er zwischenzeitig in einer Behörde (MInisterium?) zur Beseitigung von bombenbedingten Schäden, da er im zivilen Beruf Bauingenieur war; ...


    Das kann passen. In der Führerliste von J.P. Moore habe ich einen Fritz Stork mit folgendem Eintrag gefunden:


    Quote

    12.1944 Ostuf. SS-WVHA Amtsgruppe C X
    04.1942 Ustuf. SS-WVHA


    SS-WVHA ist das SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt mit Amt C für das Bauwesen.
    (siehe auch hier: Wikipedia)


    Herzliche Grüße Jürgen

    Suche alles zum Bau-Pionier-Bataillon 119 ab 11/1943

  • Hallo zusammen,


    vorweg ersteinmal vielen Dank für euer Bemühen und Respekt vor eurer Sachkompetenz.
    Die Links zum Thema WASt sind äußerst hilfreich, die ich auch gerne nutzen werde.


    Das Verwundetenabzeichen habe ich schlichtweg übersehen und das Band zur Medaille "Winterschlacht im Osten ´41 / ´42"
    hätte ich nie erkannt, geschweige denn identifiziert. Gut, das Infantriesturmabzeichen springt einem förmlich an, wenn man das zweite Bild beschaut. Ich hörte immer nur von einer Nahkampfspange. Ich weiß auch nicht, was nach der Aufnahme des Bildes noch geschehen ist.
    Mich verwundert ein wenig der Hinweis zur Panzerdivision, da ich nie gehört habe, dass mein Großvater bei der Panzerwaffe war.
    Interessant ist auf jedenfall der Hinweis zum SS-WVHA; ein Mosaikstein den ich fix setze.


    Was mich umtreibt, ist diese obskure Prag Geschichte. Allerdings steht zu befürchten, dass darüber nie Klarheit entstehen wird.


    Mit freundlichem Gruß


    Volker

  • Quote

    Original von Moebel
    ...
    Mich verwundert ein wenig der Hinweis zur Panzerdivision, da ich nie gehört habe, dass mein Großvater bei der Panzerwaffe war.
    ...


    als angehöriger einer panzerdivision ist man nicht zwangsläufig ein "panzermann".
    eine panzerdivison bestand ja nicht nur aus panzerverbänden, sondern, wie wikipedia es schön umschreibt :


    Quote

    Panzerdivisionen (PzDiv) sind bewegliche Großverbände, die aus Kampfpanzer-, motorisierten oder gepanzerten Infanterie-, Kampfunterstützungs- und Führungsunterstützungverbänden bestehen.


    und panzerdivison wurde die 3. auch erst ab oktober 1943


    hier mal noch ein wiki-link zur t-division klick mich bzw. ldw klick mich

    sic transit gloria mundi...

    Edited once, last by anhaltiner ().