'übliche' Reihenfolge der Voraussetzungen für Uffz.

  • Hallo zusammen,


    in den Wehrvorschiften finde ich nichts oder es steht dort auch nichts: gibt es eigentlich für den 'Aufstieg' zum Uffz. im Feld eine übliche Reihenfolge? Ariernachweis - Bewährung/Eignung durch Kp.Führer - Frontbewährung -theoret. Lehrgang - prakt. Lehrgang Uffz.-Kompanie?


    Gruß
    Udo

    Literatur: Glückauf zum Untergang-Die Kriegstagebücher des Feldwebel Kurt Pfau / Mit der 60. Infanteriedivision von Danzig nach Stalingrad - Arthur Krügers Kindheit und Soldatenzeit 1937-1945 / Kohlenstaub und Wüstensand-Biografie eines Afrikakämpf.

  • Hallo Udo - so wie Du die Frage hier stellst wird sie wohl kaum richtig zu beantworten sein. Warum ? Im Krieg konnten Beförderungen verschiedene Gründe haben. So konnte für besondere "Leistungen" schnell mal ein Gefreiter zum Unteroffizier befördert werden oder auch zum Feldwebel. Auf der anderen Seite gab es natürlich auch die Unteroffiziers-Anwärter, Unteroffiziers-Schulen usw. - soll heißen Soldaten die sich als Berufssoldaten beworben hatten - 12 oder 25 Jahre. Hier war dann auch der Ariernachweis Pflicht. Pflicht war er auch bei der Heirat.
    Mal ein Beispiel aus meiner näheren Umgebung. 1939 - Soldat - nach einem halben Jahr Gefreiter. Nach Frankreich - EK2 - Verwundetenabzeichen - Schwarz, ohne irgend eine Schule nach Kämpfen an der Stalinlinie - Unteroffizier und EK 1, Krimschild, Infanteriesturmabzeichen 1942 Beförderung zum Feldwebel. Panzervernichtungsabzeichen und 1943 Oberfeldwebel.
    In der Zeit zwischen dem Feldwebel und Oberfeldwebel - Zugführerschulung aber in der eigenen Division


    Gruß - Alte61 - Achim

    Suche alles über die Pz.Aufkl.Abtl. 14 der 14.PD in Litauen ab 15.08.1944

  • Hallo Udo,
    in den "Wehrvorschiften" (was sind denn das für "Vorschriften") wirst du so etwas nicht finden. Regulär gab es Laufbahnverordnungen und Beförderungsbestimmungen in denen das geregelt ist. Auch während des Krieges wurden diese Vorschriften im "Normalfall" angewendet. Allerdings gab es auch "Tapferkeits beförderungen".
    außerhal bder regulären Vorschriften.


    Wir hatten hier aber vor gar nicht langer Zeit schon mal einen ähnlichen, sehr ausführlichen Thread über diese Frage; vllt. hilft mal ein Admin/Mod?

    Gruß Bernd S.
    Nicht der Glanz des Erfolges, sondern die Lauterkeit des Strebens entscheidet über den Wert des Menschen.
    (GenO Erich Hoepner)

  • Hallo zusammen,


    Das <hier> ist der Link zu einem Thread, in dem diese (und ähnliche Fragen) ausführlich diskutiert worden (Ich nehme an diesen hat auch bernd gemeint).


    Die ersten Seiten kann man überfliegen, ab dann geht es etwas tiefer in die Materie.


    Beste Grüße,
    Isbjoern

    Immer auf der Suche nach allem zur 50. Infanterie-Division, insb. dem IR/GR 123 sowie dem XXII. Festungs-Infanterie-Bataillon 999 bzw. der Brigade Klotz/Clotz

  • Quote

    Original von Isbjoern
    Hallo zusammen,


    Das <hier> ist der Link zu einem Thread, in dem diese (und ähnliche Fragen) ausführlich diskutiert worden (Ich nehme an diesen hat auch bernd gemeint). Isbjoern


    Hi Björn, genau den Thread meinte ich, danke.

    Gruß Bernd S.
    Nicht der Glanz des Erfolges, sondern die Lauterkeit des Strebens entscheidet über den Wert des Menschen.
    (GenO Erich Hoepner)

  • Hallo,


    ja, den hatte ich auch noch dunkel im Hinterkopf, aber wahrscheinlich wegen der Themen-Überschrift nicht mehr dem Beförderungs-Ablauf in Verbindung gebracht.
    Leider ging es da zuletzt nur noch um die Offizierslaufbahn.
    Da habe ich mich nun noch gar nicht großartig mit befasst.
    Mich interessiert die Uffz.-Laufbahn bzw. wie man es wurde.
    Es geht nicht um Tapferkeitsbeförderungen sondern um einen irgendwie gestalteten oder geplanten Werdegang.
    Da wird ja immer die Fronterfahrung als Voraussetzung genannt. Dann gab es wohl Vor-Lehrgänge und noch mal reguläre Lehrgänge und dann finden sich die angehenden Uffz. in einem Unterführer-Lehr-Kommando oder einer Unteroffiziers-Lehr-Kompanie wieder. Auch der Arier-Nachweis wird oft als Voraussetzung beschrieben, der extra dafür beschafft werden musste. Letzteres kann ich aus der Vita meines Vaters z.B. nicht bestätigen. Er hat den im April 1940 erbracht und war da noch einfacher Soldat. Wurde dann im Juni Gefreiter. Dann tat sich lange nichts. Die Bilder später zeigen ihn als Gefr./OGefr. auch nicht mit dem Streifen als UA. Erst 1944 dann Lehrgang und später Beförderung zum Ufz-Anwärter und Uffz. Der Ariernachweis wird also nicht bezogen auf den späteren Uffz. abgegeben worden sein. Aber das ist jetzt das persönliche Einzelschicksal.
    Also bei einem geeigneten Gefreiten/Obergefreiten wird ja irgendwann der Kompanie-Chef (?) diesen für geeignet beurteilt und vorgeschlagen haben. Gibt es dann ein 'Normalerweise lief das so ..?' Man wird doch nicht willkürlich den Einen erst mal an die Front geschickt haben, den Anderen erst mal zum Lehrgang, und den Dritten schon mal zu einer Lehr-Kompanie?!


    Schönen Gruß
    Udo

    Literatur: Glückauf zum Untergang-Die Kriegstagebücher des Feldwebel Kurt Pfau / Mit der 60. Infanteriedivision von Danzig nach Stalingrad - Arthur Krügers Kindheit und Soldatenzeit 1937-1945 / Kohlenstaub und Wüstensand-Biografie eines Afrikakämpf.

  • Hallo Udo,
    du hast es selbst ja schon fast beschrieben. Die Laufbahngestaltung / Personalplanung ist in erster Linie abhängiug von den verfügbaren Planstellen und dem Werdegang des derzeitigen Stelleninhabers.
    Da es ja allein von der Funktion her ( StDst, VersUffz, WuG, InfGrpFhr, Pi / Lw usw) eine Vielzahl von Verwendungen gibt, ist auch der Lauf-bahnverlauf sehr unterschiedlich. Sicher wird der KpChef i.V.m. dem Hauptfeldwebel (=Spieß als Verantworlicher für die Personalbearbeitung) nach Eignung und Leistung eine Laufbahn planen. Dabei ist in den Laufbahn- und Beförderungsbestimmungen festgelegt wie dass abläuft.
    Üblicher Weise wurde eine Uffz-Anwärter Vorausbildung gemacht, dann der reguläre Uffz-Lehrgang und anschließend der fachliche Verwendungslehrgang. Danach, im Rahmen des Stellenplans (StAN) und den verfügbaren Haushaltsstellen, die Beförderung.
    Einen festen Zeitplan dafür wird es sicher nicht gegeben haben, jedoch bestimmte Mindestdienstzeiten.
    Bei der Ersatzgestellung im Kriege wird es sicher Abweichungen gegeben haben, wobei der Ersatz, resp. die Ausbildung durchaus auch im Rahmen der Div. "im Felde" durchgeführt wurde, wie auch in der Heimat im Rahmen der Ersatztruppenteile.

    Gruß Bernd S.
    Nicht der Glanz des Erfolges, sondern die Lauterkeit des Strebens entscheidet über den Wert des Menschen.
    (GenO Erich Hoepner)

  • ... Auch der Arier-Nachweis wird oft als Voraussetzung beschrieben, der extra dafür beschafft werden musste ...


    Hallo,


    zum Ariernachweis für Mannschaftsdienstgrade anbei noch ein kleines Fundstück. Demnach war der Nachweis bereits vor einer Ernennung zum Gefreiten zu erbringen, was mit der damit verbundenen möglichen Befehlsbefugnis eines Gefreiten (z.B. in Funktion als Gruppenführer) begründet wurde.

    Quelle: Salzburger Volksblatt, Folge 52 vom 3.März 1939, Seite 5


    Gruß, J.H.