Volkssturm-Flintenlaufgeschosse

  • Hallo,


    Anfrage eines Sammlers:


    Hat jemand Informationen zu Flintenlaufgeschossen, die speziell für den Volkssturm gefertigt wurden?


    Flintenlaufgeschosse sind Vollgeschosse, die aus Schrotflinten abgefeuert werden konnen, hier ein Schnittmodell:


    [Blocked Image: http://de.academic.ru/pictures/dewiki/66/Brenneke.jpg]



    Grüße


    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Guten Tag im Forum,
    bin selber Sammler und befasse mich schon seit Jahren mit der Materie. Aber Flintenlaufgeschosse in Deutschland für militärische Zwecke, egal ob Volkssturm oder andere Einheiten, ist mir bisher noch nicht untergekommen.
    Macht meiner Meinung nach allein von der Ballistik her keinen Sinn. Denn Flintenlaufgschosse sind nicht drallstabilisiert und können maximal auf Entfernungen von 50 Metern verwendet werden und das auch nur mit einer relativ großen Streuung. Jäger benutzen diese Geschosse bei Drückjagden auf Schwarzwild bei geringen Schussentfernungen, so maximal auf 25-30 Meter. Sollten Flintenlaufgeschosse durch die Wehrmacht beschafft worden sein, so gibt es für mich eine denkbare Möglichkeit: nämlich zum Gebrauch bei den Wehrmachtsförstern. Und beim Volkssturm wurde gnadenlos alles an vorhandenen dienstliche und zivilen Waffen verwendet. Warum soll also ein Volkssturmangehöriger nicht mit seiner privaten Flinte angetreten sein und von irgendeiner Wehrmachts-Waffenkammer eine Schachtel mit Flintenlaufgeschossen der Wehrmachtsförster erhalten haben?
    Also eine Randepisode gegen Ende des Krieges, aber keine dienstliche Beschaffung von Flintenlaufgeschossen durch die Wehrmacht für ihren Volkssturm.


    Mit freundlichen Grüßen aus Bochum


    Peter

    (PH)

  • Hallo Peter,


    das ist eine einleuchtende Erklärung, danke.


    Jagdwaffen waren besonders im ländlichen Raum beim Volkssturm weit verbreitet, im Prinzip wurde alles genommen, was irgendwo greifbar war, ich habe auch schon Bilder von Volkssturmmännern mit Gewehr 71 und französischen Gras M74 gesehen.



    Grüße


    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo,


    für den Volkssturm wurden Waffen von Jägern, die nicht unbedingt zur Jagdausübung benötigt wurden eingezogen. Die Luftwaffe stelle auch einen erheblichen Teil der dort vorhandenen Schrotflinten zu Verfügung, welche dort zum Tontaubeschießen verwendet wurden. ( Göring als "Reichsjägermeister" meinte damit die Reaktionsschulung u. a. vorantreiben zu können).
    Außerdem stellte diese Läufe in erheblicher Anzahl bereit.


    Gruß Karl

  • Hallo Freunde !


    Zum Thema Schrotflinten kann ich vielleicht eine Kleinigkeit mitteilen.
    Im Reichsgau Salzburg, Kreis Tamsweg wurde im Jahre 1944 als Unterstützung der Gendarmerie eine Landwacht aufgebaut. Diese nebenberuflichen Hilfsorgane hatten die Aufgabe, das Gelände zwischen Ortschaften durch Bestreifung zu sichern.
    Im Rahmen einer Inspektion stellte der Landrat fest, dass diese Landwacht-Organe mit privaten Jagdwaffen, u.a, auch Schrotflinten ausgerüstet waren. Dies nahm er zum Anlaß diese Schrotwaffen für diesen Einsatzzweck generell zu verbieten. Eine Begründung wurde nicht mitgeteilt. Zum Ende dieser Dienstanweisung wurde mitgeteilt, dass ausländische Beutewaffen zugeteilt werden sollten.
    Ob dies auch geschah, ist mir nicht bekannt.
    Dies aus meiner Erinnerung.


    Gernod