Reserve-Polizeibataillon 33, Polizeikompanie Rowno, Narwa Bataillon

  • hallo Martin,
    zu Foto3;


    Person ganz links;
    vermutlich kein Offz. (s.Halskragen + sichtbare Bereich Schulterstück)


    Person 2.v.links;
    lt. Schulterstück vermutlich Oberscharführer oder Hauptscharführer, am rechten Oberarm vermutlich der Ehrenwinkel für längere Dienstzugehörigkeit bereits in Vorkriegszeit


    Person 3.v.links;
    eher vermutlich Oberscharführer (Kragenspiegel links mit 2 Sterne, Schulterstück mit 1 Stern)


    Person im Hintergrund;
    vermutlich ein Hauptscharführer, zusätzlich scheint das Zeichen der "LAH" auf dem Schulterstück zwischen den Sternen zu sein


    Person ganz rechts;
    Untersturmführer, (s. Kragenspiegel auf schwarzem Kragen und Schulterstück)


    Person im Vordergrund (mit Rücken zum Betrachter);
    vermutl. Offizier (schwarzer Kragen)
    was uns hier irretiert, ist die Schnur/Band am rechten Oberarm ?
    Spontan gedacht, vielleicht der OvD (Trillerpfeife) ?!


    gruß Carmen

    Suche alles zur 129.ID. insb. GrenReg.427 ab 1944, sowie zum Fest.Btl. 650 1943-44, sowie zur 353.ID. insb. GrenRgt. 943 Juli-Aug. 1944.

    Edited once, last by carmen ().

  • Quote

    Original von kkn
    Guten Tag,
    habe die Themen zusammengefügt.
    Bereinigung (Verweise) folgt später.
    Grüße, Kordula


    Hallo Kordula,


    koenntest Du ihn dann noch zur Polizei verschieben ? ? ?



    Danke und Gruß




    Marcus

    Suche ALLES zu Polizei-Bataillonen aus dem Wehrkreis VII und dem Einsatz in Slowenien sowie zur PV. Litzmannstadt
    "Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)

  • Danke sehr - kann ich - wird erledigt :D.
    Ist mir doch durchgegangen =).
    Grüße, Kordula

  • Hallo Carmen,


    das sind ja detaillierte Angaben!


    Ich habe eine weitere Frage zu der von Dir beschriebenen Person "3.v.links; eher vermutlich Oberscharführer (Kragenspiegel links
    mit 2 Sterne, Schulterstück mit 1 Stern)", denn das ist ja mein
    Verwandter. Er ist auch auf Foto 4 zu sehen: Ist der Rang dort auch
    Oberscharführer? Schulterstück hier mit 2 Sternen?


    Und entschuldige meine Unkenntnis: Was bedeuten die Kürzel "LAH"
    und OvD"?


    Vielen Dank für Deine Expertise,
    Gruß Martin

  • Hallo Martin,


    Quote

    Und entschuldige meine Unkenntnis: Was bedeuten die Kürzel "LAH" und OvD"?


    LAH = Leibstandarte Adolf Hitler


    OVD = Offizier vom Dienst ( wurde von Unteroffizieren mit Portepee und
    von niedrigen Offiziersrängen geleistet)

    Gruss Dieter

  • Hallo Martin,


    zu
    Zum vierten Foto ("Ordnungspolizei welcher Rang klein"):


    inwieweit die Schutzpolizei-Uniform auf diesem Bild korrekt ist und welcher Polizei er angehörte, kann ich auf diesem s/w Bild schwer erkennen.


    bei grüner Tuchunterlage - Schutzpolizei
    bei gelb - Wasserpolizei
    bei orange - Gendarmerie
    bei karmesinrot - Feuerschutzpolizei


    Der Rang (lt. Schulterstück) weist ihn jedoch vermutl. als Revieroberwachtmeister (Zugwachtmeister) aus.
    Dem Kragenspiegel nach gehörte er der Schutzpolizei oder der Gendarmerie an.
    Ich persönlich würde aufgrund des hellen Hintergrundes auf den Kragenspiegeln eher auf Schutzpolizei des Reiches tendieren (Farbe: hellgrün).




    gruß Carmen

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    Edited once, last by carmen ().

  • Hallo zusammen,


    ich hatte in der Zwischenzeit Kontakt mit Petter Kjellander, dem Autor eines jetzt neu erscheinenden Buches über die Estnischen Waffen-SS-Einheiten, Kontakt aufgenommen :] (vielen Dank Petter auf diesem Wege! ;))


    dieser sandte mit Kopien folgender Dokumente, die die Überstellung des Pol.Btl. „Ostland“ bzw. von Teilen dieses Bataillons belegen sollten


    Funkspruch des RFSS an SS-Obergruppenführer Prützmann, Kiew, vom 8.12.1942 RF/V
    „Lieber Prützmann!
    Ich kann nunmehr nicht umhin, Ihnen das estnische Bataillon zu nehmen. Ich bitte, von den 421 Mann 350 sofort nach Debica in Marsch zu setzen.
    Ich bitte um Vollzugsmeldung. Heil Hitler Ihr. Gez. H. Himmler


    Fernschreiben der Feldkommandostelle RFSS, 12.12.1942 RF/V, an SS-Obergruppenführer Prützmann, Kiew
    „Habe Ihr FS vom 10.12. Nr. 1156 erhalten
    1.) Ich bin damit einverstanden, dass die 41 Esten in Marsch gesetzt werden.
    2.) Ich bin einverstanden, dass die restlichen 5 Offiziere und 82 Männer nach Abschluss der Großaktion in Marsch gesetzt werden.
    3.) Ich habe erneut an SS-Gruppenführer Berger und Chef Ordnungspolizei Anweisung gegeben, für die im Schutzmannschafts-Btl. 36 befindlichen 15 Offiziere, 59 Unterführer, 128 Mann estnischer Volkszugehörigkeit, soweit sie SS-tauglich sind, raschestens Ersatz zu stellen. Sobald Ersatz angelangt ist, sind die ausgesuchten und SS-tauglichen nach Debica in Marsch zu setzen.
    4.) An Chef der Ordnungspolizei habe ich Anweisung gegeben, so rasch wie möglich schwere Waffen zuzuführen. Ein SS-Verband mit schweren Waffen steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
    Gez. H. Himmler


    Ich hatte dabei eher den Eindruck, als ginge es um dem HSSPF Russland-Süd unterstellte Schutzmannschafts-Bataillone aus Estland … unter anderem Schuma-Btl. 36


    Vielleicht kann ja jemand diese Frage klären … ?( ;)



    Hallo Martin,


    bist Du bei Deiner Anfrage bei Petma bereits weitergekommen …
    http://www.feldgrau.net/forum/…pic.php?f=42&t=32565&sid=


    Herzliche Grüße der Rolandus

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo und Danke der Nachfrage. Roland, das ist ja ein spannendes Puzzle! Vielen Dank für die Kontaktaufnahme mit P. Kjellander! Da passen meine neuen Informationen ja bestens (siehe unten)! Zunächst zu „petma“.


    Von „petma“ gab es noch folgende Anmerkung: “By the way, one of the other fellows who missed the train to Ukraine was a young guy who afterwards became the assistant of Karl Hintzer, the photographer of some of the pictures seen in the links you sent [“Ostland-Komp.]. Karl Hintzer has donated thousands of pictures documenting the Estonians' way of living in Germany to the Herder Institut.” Ich bin wahrscheinlich demnächst in Marburg, da kann ich dem Herder-Institut ja einen Besuch abstatten, vielleicht gibt es noch mehr Fotos vom Ostland-Batl.


    Über einen anderen Kontakt in Feldgrau („Estonian“) kam ich an folgende Infos:
    In Estland sei die betreffende Einheit nur unter dem Namen „Ostland-Batl.“ bekannt:
    „Here everybody knows this unit as bat."Ostland" but here were other units formed in Estonia, like Schutzmannschaft Front Bataillon 33 (1941-1943) fought in Leningrad front and Schutzmannschaft Wacht Bataillon nr. 33 (1943 renamed Estnische Polizei Batallion nr.33) fought in Estonia 1944 and finished as Estnische Polizei Füsilier Bataillon 33 in late summer of 1944.” Da sind manche Verwechslungen erklärbar (wie bei Steven Campbell in AHF).


    Und, sehr interessant:
    “If your relative was in Ostland, this doesn't mean he went to bat. Narwa automatically. As I remember, in one of your post you told about Rowno. In Rowno was a first company of Ostland, it means Latvian company. When Estonian companies were transferred to Estonian SS Legion, then first company was left to Rowno. Also lots of Estonians were transferred to the other units in Ukraine as "specialists". In bat. Ostland was lots of highly educated men and they were used as translators, engineers, doctors, veterinaries and simply as bureaucrats.
    Later on, many of them were landing in Berlin and were working in different offices.”


    Für die Recherche über den weiteren Weg meines Verwandten kann das wohl vieles bedeuten… Allerdings konnte er Deutsch und Estnisch fließend, Russisch gut und Englisch leidlich, er wäre also wohl als „Spezialist“/Dolmetscher in Frage gekommen.


    Ein anderes Mitglied von „Ostland“ = I./Res.Pol.Batl.33 hieß Erik Roman Hubel, dieser fiel in der Ukraine. „Estonian“ dazu:
    “It is hard to say why, but he was lost as missing in action 02.Feb.1944 near Rowno. He was last seen, when he got wounded to the hand. But at this time we can see some other unit names he was serving – like Polizei Reserve Batallion 304 and Polizei Sicherungs Kompanie Kiew. And they belonged to the Kampfgruppe Prützmann.”


    Sehr erhellend für die Funksprüche/Fernschreiben Prützmann-Himmler sind folgende Infos über einen Konflikt Prützmann – Himmler über die Verwendung der Männer:


    „If to talk about bat. Ostland, then we must know also that all 3 companies had a different locations and fate in Ukraine. 1. company was from beginning subordinated to Erich Koch office as guard company. 2.companie was located near of the Dneproges hydroelectric plant and was independent. 3.companie was also from beginning of Kiew campaign subordinated to the Polizei Reserve Batallion 304.
    After Estonian SS Legion was formed in Sept.1942, SS Hauptamt gave order to bat. „Ostland” to transfer all estonians to Estonian Legion. SS-Obergruppenführer Hans-Adolf Prützmann did not follow this order. He felt that he need this battalion in Ukraine. Estonians were interested to go to the legion and complained that they are forced to stay. After that Himmler personally gave order to Prützmann and then Estonians were free to go. Transfer was easy with 2. company – they went over with the full company. More difficulty were in 1. and 3. company. There the local bosses start to invent the reasons why do not let Estonians to go. Most easiest way was to send soldiers personally and temporally to the other units for different reasons like: to study, or to teach or to help in some functions. After some time they were returned to the own unit. There is many examples, when later (all Estonians were already gone) some soldiers had they personal fight with bureaucracy to get free from Kiew pol. Bat. and get transferred to the Estonian units.”


    Was denkst Du dazu, Roland?


    Da mein Verwandter ja in der 1. Kompanie war, würden mich weitere Informationen zu „Erich Koch office as guard company“ interessieren! Vielleicht kann da jemand helfen?


    Viele Grüße von Martin

  • Hallo Martin,


    vielen herzlichen Dank für die ergänzenden Angaben! :]


    Ich kann Dir leider bisher nicht mehr weiterhelfen, da i c h bisher keine weiteren Angaben zum Bataillon gefunden habe!!


    Ich bin da auf Deine Nachforschungen und/oder weitere Angaben angewiesen! Ich war ja schon froh, seinerzeit die Angaben im AHF zu dieser Einheit gefunden zu haben!!  8)


    Tut mir leid, ich muss leider passen!  :(


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Moin Roland & Martin,


    aus den Inhalten der noch vorhandenen Fernschreiben lässt sich erschließen das es sich hierbei (FS 8.12.42) um das PolBtl Ostland handelt, so wird in zeitlich davor liegenden Fernschreiben immer von 400-500 Esten im PolBtl gesprochen.


    Auch hatte Himmler seitens PolBtl Ostland generell seine Zustimmung gegeben dieses geschlossen in die Legion zu überführen, während dies bei den SchumaBtl immer über eine Kommission in Zusammenwirken mit einer (zur der Zeit noch erforderlichen) SS-Tauglichkeit lief. (siehe auch FS 12.12.42 Punkt 3) Ob die Punkte 1 & 2 sich auf das PolBtl beziehen, kann ich nicht sagen, da das angeführte Referenzschreiben vom 10.12.42 nicht vorhanden ist, bzw. mir nicht vorliegt. Insgesamt scheinen die"Ostland"- Esten dann aber "kleckerweise" zur Legion überführt worden zu sein, mal 16 Mann hier und 47 Mann ein paar Tage später usw. Das würde für einen Zusammenhang der Punkte 1 & 2 sprechen.


    Zu Hintzer: Ich glaube über die Zeit in Frankfurt/Oderliegen Bilder von ihm vor, ob er das Btl auch in der Ukraine begleitet hat, ist mir nicht bekannt.


    Gruß
    Christian

    Suche alles zu Esten in Polizei, Wehrmacht & Waffen-SS

  • Hallo Christian,


    vielen herzlichen Dank für Deine erklärenden Angaben zu den Funksprüchen!! Ich habe da leider keine weiteren Angaben, deshalb ist eine Bestätigung eines „Eingeweihten“ immer gut!! :]


    Herzliche Grüße Dein Rolandus

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo Alle,


    wer kann mir diese Informationen erläutern, die ich in Bezug auf die 1. Kompanie des Reserve-Polizei-Batl. 33 erhalten habe:


    "1. company was from beginning subordinated to Erich Koch office as guard company"


    Speziell würden mich interessieren:
    - Infos zu Erich Koch
    - Was heißt hier "office" von Erich Koch?
    - Was bedeutet "guard company", also nicht die bloße Übersetzung, sondern Aufgaben, Bedeutung usw.?


    Danke im voraus,
    Martin

  • Hallo Martin,



    Erich Koch war einer der beruehmt-beruechtigsten Nazis in Russland.


    Einfach Tante Google befragen.


    Er war ab 1941 Chef der Zivilverwaltung und Reichskommissar im Reischkommissariat Ukraine und damit fuer die Ausbeutung, Ermordung oder Deportation von Millionen mir-verwantwortlich.


    Eine Polizeikompanie als Wacheinheit war nicht ungewoehnlich. So wurde der Krakauer Wawel als Sitz des Generalgouverneurs auch staendig von einer Polizeikompanie bewacht, im Jahr 1942 bis Juni vom Res.Pol.Batl. 74 z.B.




    Gruß



    Marcus

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    "Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)

  • Hallo Martin,


    ich weiß nicht ob Du schon daran gedacht hast, beim Bundesarchiv Ludwigsburg anzufragen, ob Dein Verwandter in den Unterlagen der Zentralstelle der Landesjustizverwaltungen auftaucht ?
    Dort sind Unterlagen über alle Personen, die in Zusammenhang mit NS-Verbrechen genannt werden vorhanden.
    Die Auskunft, ob etwas vorhanden ist, kommt recht schnell. Es ist auch eine Orts-Kartei vorhanden, sprich, an welchen Orten welche Einheiten Verbrechen begangen haben.
    Du solltest dort aber auch auf "Familienforschung" hinweisen.


    Gruß


    Marcus

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  • Hallo an alle,


    L'burg ist ja wirklich "eine Reise wert"! Ich habe recherchiert,
    bis mir der Kopf rauchte; viele Einsichten und Eindrücke gewonnen.
    Die StAnwälte haben ja wahre Kärnerarbeit verrichtet,
    gegen viele Widerstände und oft mit wenigen belastbaren
    Ergebnissen...


    Es ist aber erschütternd, wenn man Zeugenaussagen oder sogar
    Berichte von Überlebenden liest und dann, nur durch wenige Seiten
    getrennt, mit den Vernehmungen von Tatverdächtigen konfrontiert
    wird: "Nichts gesehen, nichts gewusst, nichts getan...". Es gibt aber
    auch Ausnahmen, Menschen, die sich nach Jahren voller Alpträume nun
    "alles von der Seele" reden wollten...


    Von meinem Verwandten habe ich keine konkreten Spuren gefunden,
    was sehr merkwürdig ist! Hier meine FRAGE dazu:


    Ich hatte ja, wie bereits berichtet, vor wenigen Jahren von der
    WASt und dem BA, ehemals DC, zwar ausschnitthafte, aber sehr
    genaue Angaben bekommen über die Mitgliedschaft meines
    Verwandten im 1./Res.Batl. 33. Er liegt da ganz klar namentlich vor.


    Im Verlauf des damaligen Verfahrens gegen Angehörige der Bataillone
    33 und 320 wurden, wie ich recherchiert habe, das damalige Berlin
    Document Center und die WASt mehrfach angeschrieben, mit sehr
    vielen Ergebnissen, nur: Mein Verwandter taucht damals nicht auf!


    Hat jemand eine Erklärung dafür? Gab es vielleicht "Beziehungen", die
    genutzt wurden? Oder hing es mit der dt. Staatsangehörigkeit
    zusammen, die mein Verwandter erst im August 1941 über
    die "Einwandererzentralstelle" (EWZ) Litzmanstadt erhielt? Sind die
    Bestände EWZ vielleicht erst später zum DC / BA hinzugekommen?


    Über Antworten oder auch nur Anregungen freut sich
    Martin

  • Hallo Martin,


    es freut mich dass Du in Ludwigsburg einen Treffer hattest, auch wenn das leider bedeutet, dass die Einheit in Verbrechen verstrickt war. Allerdings ist Schuld immer individuell zu sehen.


    Aber man kommt in der Recherche wenigstens etwas weiter.


    Das mit den diversen Aktenbeständen und wann das BDC oder Bundesarchiv was hatte ist mir persönlich auch nicht ganz klar. Ich denke, da müsste jedes Archiv ein Buch für sich selbst schreiben, wann sie was gehabt und bekommen haben.


    Gerade bei Ermittlungsverfahren von Ludwigsburg ist das so eine Sache. Oft war der Grund für die Einstellung oder das "ins Leere laufen" von Ermittlungen, dass zwar bekannt war, wann wo welche Einheit ein Verbrechen begangen hat, aber nicht, wer in dieser Einheit war.


    Dann findet man aber - wie ich im letzten Herbst - in den Tages- und Sonderbefehlen des Kommandos der Schutzpolizei eine ganze Menge Personallisten von Einheiten und man fragt sich dann schon, weshalb diese Informationen vor 50 Jahren nicht vorgelegen sind. Das kann man heute aber wohl nicht mehr nachvollziehen.


    Es ist eh schon interessant und nervig genug, dass nicht einmal das Bundesarchiv mit seinen verschiedenen Stellen wie WASt, BDC und Ludwigsburg, nur um die hier wichtigsten zu nennen, keine komplette Datenbank hat, sondern alle getrennt angefragt werden müssen.


    Ganz nebenbei: kommende Historiker- und Archivar-Generationen werden es glaube ich noch schwerer haben, da heute die Aktenführung kaum mehr papiermäßig ist und beim Aussonderungsdatum von Akten diese unwiderbringlich gelöscht werden. Es ist mir noch kein Archiv bekannt, das z.B. Personal- oder Ermittlungsakten auf DVD o.ä. bekommt. Hätten die Verantwortlichen 1945 die gleiche Möglichkeit gehabt, mit einem Tastendruck "formatieren" alles zu löschen, täten wir uns noch unendlich schwerer als wir es jetzt schon haben. So findet man ab und zu noch etwas von der guten alten Papier-Aktenführung, in 50 Jahren werden sie da nix mehr finden. Ob sich Archivare und Historiker dieser kommenden Problematik bewusst sind ? Ich glaube es nicht.......


    Gruß aus München


    Marcus

    Suche ALLES zu Polizei-Bataillonen aus dem Wehrkreis VII und dem Einsatz in Slowenien sowie zur PV. Litzmannstadt
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  • Hallo zusammen,



    anbei ein paar Fundstücke zum Res.Pol.Batl. 33



    15.03.1943


    Der Höhere SS- und Polizeiführer für die Ukraine O.U., den 15.März 1943


    - Der Befehlshaber der Ordnungspolizei –


    Ia – 11/00 a



    Kräfte-Übersicht


    der in der Ukraine eingesetzten deutschen Ordnungspolizei nach dem Stande vom 15.3.1943



    Befehlshaber der Ordnungspolizei – Stab Kiew



    I. Truppenpolizei


    ...


    Res.Pol.-Batl. 33 1.Kompanie Rowno


    2. und 3.Kompanie Kiew




    (Bestand 500 Findbuch 12493 Akte 41 Unterlagen BdO für die Ukraine, Bl. 26 – 29)



    26.03.1943


    Der Befehlshaber der Ordnungspolizei für die Ukraine – Gesch. Stelle – O.U., den 26.März 1943


    Tagesbefehl Nr. 13



    2.) Abordnung (IIa)


    Leutnant d.Sch. d.Res. Gerd Lätt, Res.Pol.Batl. 33, wird ab 12.4.43 zum Stabe Befehlshaber der Ordnungspolizei f. d. Ukraine abgeordnet zur Verwendung als Adjutant beim Inspekteur der Schutzmannschaft



    Für die Richtigkeit gez. von Bomhard


    v. Haar, Oberleutnant d.Sch. d.Res.


    (Bestand 500 Findbuch 12493 Akte 41 Unterlagen BdO für die Ukraine, Bl. 47 – 48)



    10.09.1943


    Der Befehlshaber der Ordnungspolizei für die Ukraine – Gesch. Stelle – Kiew, den 10.September 1943


    Tagesbefehl Nr.44



    2.) Verteilerberichtigung (Ia)


    Im Außenverteiler (Seite 2) …


    Res.Pol.Batl. 33 ist zu streichen und dafür „Pol.-Sicherungskomp. Kiew und Rowno“ mit je 1 Abdruck einzusetzen.


    Im Außenverteiler II ist



    auf Seite 5 …, das Res.Pol.Batl. 33 zu streichen und dafür „Pol.- Sicherungskomp. Kiew und Rowno“ mit je 1 Abdruck einzusetzen.



    Für die Richtigkeit gez. v. Bomhard


    Gez. Neumann, Obltn. d.Sch. d.Res.


    (Bestand 500 Findbuch 12493 Akte 41 Unterlagen BdO für die Ukraine, Bl. 299 -300)



    Demnach kann man davon ausgehen, dass ab etwa Anfang September 1943 das Bataillon aufgelöst wurde und die Kompanien zu den "Polizei-Sicherungskompanien Kiew und Rowno" zusammengelegt wurden?!


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Moin Roland,


    danke für Deine Fundstücke!!!


    Quote

    Leutnant d.Sch. d.Res. Gerd Lätt, Res.Pol.Batl. 33, wird ab 12.4.43 zum Stabe Befehlshaber der Ordnungspolizei f. d. Ukraine abgeordnet zur Verwendung als Adjutant beim Inspekteur der Schutzmannschaft

    Da hier, im Gegensatz zu den normalen Personalverfügungen, keine deutsche Polizeiheimatdienststellevermerkt ist, gehe ich davon aus, dass es sich hier dann um:

    "Lätt, Gert

    *24.07.1903, Tartu (Dorpat)

    Studierter Ing. (Techn.Univ.Danzig)

    20.02.35 Beförderung zum Leutnant im estn. Heer.

    Vermutlich 1941 Nachumsiedlung
    Habe für Lätt bisher keinen Nachweis, dass es zu einer Überführung in die Estn.Legion kam."


    handelt.

    das Res.Pol.Batl. 33 zu streichen und dafür „Pol.- Sicherungskomp. Kiew und Rowno“

    Ein genauer eingegrenztes Datum liegt mir bisher nicht vor :thumbsup:

    Die beiden Komp. wurden im März 1944 zu einer Komp. zusammenführt und in das I./SS-Pol.Rgt. 11 eingegliedert.


    Grüße

    Christian

    Suche alles zu Esten in Polizei, Wehrmacht & Waffen-SS

  • Hallo Christian,


    welches Geburtsdatum stimmt? Laut Heiratsurkunde der 11.07.


    Archivsignatur: R 9361-IV/346696
    Lätt, Gert
    Bestandsbezeichnung: Sammlung Berlin Document Center (BDC): Personenbezogene Unterlagen der Einwandererzentralstelle (EWZ)
    Geburtsdatum: 24.7.1903
    EWZ-Nummer: 254065
    Unterlagenart: Sachakte
    Alte Signatur: VBS 272 / 5303005242
    Benutzungsort: Berlin-Lichterfelde


    Name: Gert Lätt
    Geschlecht: männlich
    Alter zur Zeit der Heirat: 27
    Art des Ereignisses: Heirat (Eheschließung)
    Geburtsdatum: 11. Jul 1903
    Heiratsdatum: 18. Jun 1931
    Heiratsort: Danzig
    Heirat - Standesamt: Danzig I, Krs Danzig
    Vater: August Otto Reinhold Lätt
    Mutter: Alide Elise Marie Lätt geb. Waher
    Ehepartner: Elisabeth Agnes Preissing
    Urkunde Nummer: 506

    Grüße

    Dirk

  • Moin,


    danke für den Hinweis zum BDC, wer ich mal -nach Corona- in die orig. Unterlagen schauen.

    In den mir vorliegenden Dokumenten wird, wie bei der EWZ, der 24.07.1903 als Geburtsdatum genannt.


    Gruß

    Christian

    Suche alles zu Esten in Polizei, Wehrmacht & Waffen-SS