Ermittlung nach Zusendung von Fotos

  • Hallo Martin,


    vielleicht sollte die Staatsanwaltschaft alles versuchen, den anonymen Hinweisgeber zu ermitteln. Wenn er die Fotos bereits seit fast 50 Jahren im Besitz hat, liegt der Verdacht der Strafvereitelung nahe, denn heute wird kaum noch eine Verfolgung dieser dargestellten Verbrechen möglich sein (z.B. wegen Ablebens der Tatbeteiligten).


    Gruß
    Rudolf (KINZINGER)

  • Hallo Rudolf,


    Glaubst Du wirklich Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen Verdacht der Strafvereitelung sind sinnvoll oder bringen was. Aus meiner Sicht hätte ja aus heutiger Sicht ein Großteil des deutschen Volkes wegen Verdacht der Strafvereitelung mehr oder weniger Schuld auf sich geladen. In meiner Familie hatte praktisch jeder irgendwelche Verbrechen der Nazis mitbekommen. Auch sonst habe ich öffter, zumindest bei sehr intensiven Gesprächen mit Zeitzeugen mitbekommen das viele was von Verbrechen mitbekommen haben. Aber Tausende Deutsche hätten Angaben über Verbrechen der Nazis machen können. Keiner bzw. fast keiner ist je zur Staatsanwaltschaft gegangen und hat dort gesagt ich habe Verbrechen im Reich und anderswo mitbekommen und möchte aussagen. Bitte frag mal bei alten Menschen nach wer irgendetwas zu Verbrechen zu den Behörden gab.


    Selbst heute wird in meiner Heimatstadt immer noch über die Naziverbrecher geschwiegen. Es wurde gerade ein gutes Buch über die Geschichte der Stadt (700 Jahre alt) geschrieben. Dort werden nun zwar Verbrechen der Nazis benannt, aber die Namen der Verbrecher immer noch verschwiegen. Angeblich müssen in unserem Staat immer noch die Familien der Verbrecher geschützt werden. Einer der bekannten Hauptverbrecher, welcher Zwangsarbeiter hungern ließ, sie krankenhausreif schlug, ja sogar erschoß, wird immer noch nicht genannt. Dieser Mann aus einer Fabrikantenfamilie ist älteren lebenden Zeitzeugen allen bekannt. Dieser wurde nach Kriegsende von Zwangsarbeitern totgeschlagen und im Jahr 2010 wird sein Name immer noch nicht genannt.


    Ich bin klar dafür die Strafverfolgung einzustellen da es wegen des Alters der Naziverbrecher keiner mehr in Haft kommt. Viel wichtiger ist es die Tatsachen der Nazizeit dazulegen. Dabei ist es ganz wichtig nicht nur die Verbrechen darzulegen sondern auch Mitwisserschaft des Großteils des Volkes zu dokumentieren. Diese allgemeine Mitwisserschaft ist aus meiner Sicht der Grund warum nicht wirklich nach den Naziverbrechern gesucht wurde. Wer wollte bzw. will sich schon eingestehen das der Mitwisser von Massenmordern ist. Das es damals eine allgemeine Mitwisserschaft der Deutschen gab kann natürlich sehr problemlos sagen. Ich selbst bin ja kein Mitwisser. Die deutschen Mitwisser selbst verschweigen wie fast alle anderen Mitwisser in der Welt ihr Wissen lieber.


    Gruß Martin

    ML

  • Hallo,


    zu Fundort Wohnhaus Eschweiler 1960. ?(


    Das zweite Foto hab ich letztens erst bei Ebay gesehen, es stand dort zum Verkauf.


    Grüsse Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

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  • Hallo Daniel,
    das fragliche Bild sollte erst über ebay verbaut werden und ging dann an die Staatsanwaltschaft? Könnte sich natürlich um einen von vielen Abzügen handeln. Mein Vater hat mir vom Handel und Tausch von Privatbildern in der Wehrmacht berichtet. Bei diesem Handel waren auch immer wieder auf den Fotos Gehängte, Tote usw. dabei. Einzelne Soldaten machten eindeutig eine große Anzahl von Abzügen und handelten damit.


    Das Verbot von Aufnahmen bei der WH scheint ja nicht sehr ernst genommen worden zu sein. Ich hab kürzlich ein Bild gesehen wo neben Gaffern auch der Gehängte, ein Fotograph und ein Verbotschild zu sehen ist. Bei einer Geiselerschießung 1943 im Bereich der Pripget Sümpfe bei der mein Vater dabei war hat denn auch gleich der kommandierende Offizier Fotos gemacht.


    Welche Fotos waren bei der WH eigentlich verboten?


    Gruß Martin

    ML

  • Hi Martin,


    beim zweiten Foto bin ich mir ganz sicher, da ich die Auktion direkt angeklickt habe um es mir genauer anzuschauen.


    Abzüge von diversen Fotos wurden damals häufig gemacht. Man kann es manchmal heute noch gut auf Originalfotos erkennen, wie oft ein Abzug gemacht wurde (z.B. durch rückseitige Fotobeschriftung 8 x). In den jeweiligen Einheiten, egal welcher Waffengattung, gab es Fotomappen, in denen jeder Bilder für sein privates Fotoalbum aussuchen und nachbestellen konnte.


    Hinrichtungen oder militärische Objekte durften in der Regel nicht fotografiert werden, dass stand strengstens unter Strafe (laut Zeitzeugenaussage). Das dies aber nicht unbedingt befolgt wurde, liegt heute wohl klar auf der Hand.


    Grüsse Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.