Pol.Btl. 318-III.Btl./Pol.Rgt.6

  • Guten Morgen Freunde,


    und weiter gehts.


    1.jpg2.jpg3.jpg4.jpg
    Orig. Albumbeschriftung zu den vier Aufnahmen: "Scharfschießen in Kobeljaki Februar 1942."


    Auf dem ersten Fotos ist übrigens wieder Hptm. d.SchP. Helmut Napp (im dunklen Mantel) zu erkennen. Man beachte des Weiteren die Kennung auf den Pak-Geschützen.


    5.jpg
    Orig. Albumbeschriftung: "Von Komissaren gesprengte Brücke in Kobeljaki"


    Fortsetzung folgt ...

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

  • Fortsetzung


    1.jpg
    Orig. Albumbeschriftung: "Der schlechteste Tag im Winter 41-42, 14. Februar 1942."


    2.jpg
    Orig. Albumbeschriftung: "Soldatengräber in Mirgorod"


    Hier sehen wir wieder die beiden Kompaniechefs Hptm. d.SchP. Napp und Obltn. d.SchP. Tietje.


    3.jpg
    Orig. Album- und rückseitige Fotobeschriftung: "Frisörladen an der Hauptstr. von Mirgorod."


    Ein weiteres Foto, welches hier nicht gezeigt wird, sich aber auf derselben Albumseite befindet, trägt die Beschriftung: "Korol führt Hochwasser".


    4.jpg
    Pak im Einsatz, unbeschriftete Aufnahme, muss aber ebenfalls der Kampfraum Korol/Mirgorod sein.


    Fortsetzung, mit den beiden letzten relevanten Aufnahmen, folgt ...


    Liebe Grüsse
    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

    Edited once, last by Policeman ().

  • Hallo, Daniel, hallo, alle,


    kleine Ergänzungen:

    Schreiben der 213. Sich.Div. vom 4.6.1941 (NARA T315 R1633, Frame 234+235)

    • Das Lds. Btl. 637 wird der Sicherungs-Division 213 unterstellt. Dafür soll es am 7.6.41 (Start: 6.00 Uhr) aus Bochnia (40 km westl. Tarnow) in den Unterbringungsraum der Div. überführt werden
    • Für den Transport stellt das Polizei-Bataillon 318 sämtliche verfügbare Kfz, so daß 650 Mann gefahren werden können. Am 5.6.41 fährt ein Offizier des Pol.Btl. 318 nach Bochnia zum Lds.Btl. 637 voraus, um die Vorbereitungen zu treffen. (Z.B. müssen wegen der starken Straßenbelegung alle Kolonnen über 10 Fahrzeugen angemeldet werden, damit sie in die Marschbewegungen eingefädelt werden können.) Evtl. muß 2 x gefahren werden.
    • Die Kfz-Kolonne des Pol.Btls. 318 führt über Lublin - Krasnik - Ozarew - Ostrowiec (Durchgangsstr. VI) - Sandomir - Mielec - Pilsen (Durchgangsstr. W) - Tarnow Brzeske (Durchgangsstr. IV) nach Bochnin, so daß sie am 6.6. abends dort eintreffen (etwa 340 km).

    Schreiben der 213. Sich.Div. vom 18.6.1941 (NARA T315 R1633, Frame 250

    • Betr.: Verlegung
    • Lds.Sch.Btl. 552 (u.a.) werden aus ihren bisherigen Unterkünften nach Woyslawice (25 km) südl. Chelm) verlegt (die bespannten Fahrzeuge in 3 Märschen). Eintreffen bis 21.6.41 abends.
    • Die mit Fahrrädern ausgestatteten Soldaten werden ebenfalls im Landmarsch verlegt.
    • Die übrigen Teile des Btls. einschl. mot. Fahrzeuge marschieren nach Leczna, werden dort am 20.6. früh auf Kfz. des Pol.Btls. (mot) 318 verladen und nach Woyslawice transportiert.

    Schreiben der 213. Sich.Div. vom 4.6.1941 (NARA T315 R1633, Frame 236)

    • Ab 6.6.1941 findet beim Pol.Btl. 318 in Leczna ein Lehrgang für die Feldgendarmen der F.K. und O.K., …. ,statt.
    • Verteiler: Feld-Kdtr. 787, 503, 538, 579, Orts-Kdtr. I (V) 835 bis 840, Orts-Kdtr. II (V) 908, 909, 933, 935, Pol.Btl. (mot) 318

    Schreiben der 213. Sich.Div. vom 13.6.1941 (NARA T315 R1633, Frame 237 bis 239) (siehe Anlagen)
    Man beachte das Datum. Sieht wie die Vorbereitung auf den geplanten Angriff auf die Sowjetunion aus.

    • Betr.: Fall „Achtung, Berta!“
    • Es wird darin von der "innerlich feindseligen Haltung Rußlands gegen Deutschland“ geschrieben, die „zu feindlichen Aktionen führen“ kann, gegen die die Truppe vorbereitet und gesichert sein muß.“
    • „Achtung, Berta!“ = Stichwort für „russischer Angriff“
    • „13.) Div.St.Qu. bleibt zunächst D. Kozlowka (einschl. Ib).Dort melden sich Ordn. Offz. mit PKW vom Pol. Btl. 318, Wachbtl. 703, L.S.Btl. 380 und 552.
    • Ein Funktrupp Feldnachr. Kdtr. 39 ist sofort dem verst. I.R. 318 zuzuführen und zu unterstellen. Er steht auf Empfang mit Gegenstelle bei Div. Aufhebung der Funkstille wird besonders befohlen.
    • Ausgabe des Stichwortes erfolgt seitens der Div. an verst. I.R. 318 und Pol. Btl. 318 einschl. der in Leczna liegenden Einheiten durch Fernsprecher, im übrigen durch Kradmelder. ..“

    Schreiben der 213. Sich.Div. vom 28.9.1941 (NARA T501 R5) (siehe Anlage)

    • Betrifft: „1.) Verstärkung der Bewaffnung von Ls.Schtz.-u.Wacheinheiten (Pol.Btl. 318, Lds.Btl. 552, 988, I.R. 318)
    • 2.) Aufstellung von Pz.-Kampfwagenzügen

    Mein Großvater war ja im Polen- und Frankreichfeldzug beim Inf.Rgt. 318.
    Bei der Neuaufstellung der Sich.Div. 213 im Frühjahr 1941 kam er zum Lds.Sch.Btl. 552.
    Ab 1.9.1941 schied das Lds. 552 aus dem Verband der Div. aus und blieb in Luck (Luzk).
    Die Pakzüge wurden gem. o.g. Schreiben anderen Einheiten zugewiesen.


    Daniel, ist zu erkennen, wann das Pol.Btl. 318 an der PAK ausgebildet wurde? War es evtl. im Sept. 1941?


    Für das Foto von den KFZ danke ich Dir besonders. Es ist also durchaus möglich, dass mein Großvater (Lds.Sch.Btl. 552) nur wenige Tage später auf einem der Fahrzeuge transportiert wurde.


    Es grüßt Margarete

  • Hallo Margarete


    vielen Dank für die aufschlussreichen Dokumente.


    Wann die Pak-Ausbildung stattfand, kann ich nicht genau sagen, da Datumsangaben fehlen.
    Da das Album aber, bis auf wenige Ausnahmen, chronologisch angelegt wurde, lassen sich die Aufnahmen von der Pak-Ausbildung zwischen August und November 1941 datieren. Somit passt Ende September relativ gut ins Bild, meine ich.


    Hier nun wie angekündigt die beiden letzten relevanten Aufnahmen zum Pol.Btl. 318. Die Motive am Ende des Albums sind nicht spektakulär, dennoch geben sie Auskunft über die Einsatzorte.


    1.jpg
    Orig. Album- und rückseitige Fotobeschriftung: "August 1942 Lubny"


    Laut der weiteren Albumbeschriftung wurden die beiden abgebildeten Polizisten "als vermißt gemeldet vom 17.12.1942".


    2.jpg3.jpg
    Ein Foto vom "1. November 1942". Mit der Ortangabe kann ich leider nichts anfangen. Eventuell hat jamand eine Idee?


    So, das wars vorerst von meiner Seite. Wer weiterhin ergänzende Angaben zur Bataillonsgeschichte machen kann, nur zu, wir würden uns freuen.


    Liebe Grüsse
    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

  • Guten Abend, Daniel,


    Quote

    Mit der Ortangabe kann ich leider nichts anfangen.


    also geschrieben steht "Kegitschewka", womit wohl Kehytschiwka/Kegichyovka gemeint sein dürfte.


    Grüße

    Diana


    Die Frau ist die einzige Beute, die ihrem Jäger auflauert (Ingelore Ebberfeld)

  • Hallo Diana,


    hast du recht. "Kegitschewka" ist geschrieben nach rusisch:


    wikipedia:
    Kehytschiwka (ukrainisch Кегичівка; russisch Кегичёвка/Kegitschjowka) ist eine Siedlung städtischen Typs in derUkraine und das administrative Zentrum des gleichnamigen Rajons im Südwesten der Oblast Charkiw mit etwa 6.200 Einwohnern (2013)


    link: https://de.wikipedia.org/wiki/Kehytschiwka


    Es stimmt auch Zeitangabe: 1. November 1942.
    Im August 1942 wurde Bataillon disloziert in den Raum Charkow.


    Nach meiner Meinung ist auf den Foto diese Gebaude (Bahnhof)


    http://www.panoramio.com/photo…er=date_desc&user=4175184


    [Blocked Image: http://shrani.si/f/Q/lv/1lhCtknG/bahnhof1.png]



    Grüsse
    Darko

    The trouble with facts is that there are so many of them. Samuel McChord Crothers

    Edited 2 times, last by filigranofil ().

  • Hi Diana & Darko,


    Volltreffer würde ich sagen. 8o
    Was ihr so alles findet bzw. herausfindet, klasse. :thumbup:


    Danke & Grüsse
    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

    Edited once, last by Policeman ().

  • Hallo zusammen,



    eine Frage:


    wo bzw. in welchem Band finde ich online die Vermissten-Bild-Listen des


    Rgts.Stab Pol.Rgt 6 (1942 – 1943) FPNr. 48270 und des
    I. Bataillons, Pol.Rgt 6 (1942 – 1943) FPNr. 37330

    (9.7.1942 aus Pol.Btl 82)


    Irgendwie komme ich da nicht klar!! II. und III. Btl. h a b e ich gefunden... ?(


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo zusammen,


    ich bin gerade dabei, für meine Heimatgemeinde die militär. Werdegange der Kriegsteilnehmer zu recherchieren.

    Dabei stellte sich heraus, daß Alfons Kemmer (*24.12.1912) Angehöriger des Polizei-Bataillons 318 war.


    Der SS-Abschnitt XXVIII meldete am 24. April 1944 an den SS-Oberabschnitt Main Abt. XII, dass Alfons Kemmer seit dem 17. Dezember 1942 vermisst ist und legte die entsprechenden Verlustmeldungen vor.

    Gemäß 1. Verlustmeldung gilt Alfons Kemmer seit 17.12.1942 bei Dubowikowka als vermisst.

    Beruf: Landwirtschaftlicher Lagerhausverwalter im Lagerhaus Naila

    Sein Truppenteil wird mit Schutzpolizei Wien, Abt. Auswärtiger Einsatz angegeben.

    Der Dienstgrad lautete „Revieroberwachtmeister der Schutzpolizei“.

    Bei der allgemeinen SS war sein Dienstgrad „SS-Bewerber/Anwärter“.

    Gemäß 2. Verlustmeldung lautete die Feldpostnummer seiner Einheit: 37 632 B (ist das dann die 1./Pol.Btl. 318?).

    Wieso werden hier abweichende Stamm-TrTeile angegeben?

    Wieso war er bei der allg. SS noch Anwärter? Hat man die Dienstgrade nicht irgendwann angeglichen?

    Außerdem war er zum 01.03.1938 von der SA in die SS übergetreten (Musterungsunterlagen der Gemeinde), da kann er doch unmöglich noch immer Anwärter/Bewerber gewesen sein?

    Wieso wurden außerdem die Verlustmeldungen erst 1 1/2 Jahre später erstellt?

    Gab es da keine Veränderungslisten o.ä.?


    Mich würde nun interessieren, ob mir hier jemand ggf. mit weitergehenden Daten helfen bzw. Fotos von der Einheit zur Verfügung stellen könnte.

    Leider gibt es von ihm kein vernünftiges Foto, auch nicht in der Vermißtenbildliste.


    Teile dieses Verbandes waren wohl an Kriegsverbrechen beteiligt, wie schaut es mit dieser Einheit aus?

    Genaue Quellenangaben, Textauszüge oder ggf. Scans wären gut, damit man das nachlesen kann.


    Mit Polizisten hatte ich bislang noch nichts am Hut, daher bin ich für jeden Hinweis, jedes Foto etc. sehr dankbar.


    Vielen Dank!

    Stefan

  • Hallo Stefan,


    im Bundesarchiv liegen Unterlagen, mit etwas Glück auch ein Bild von Alfons Kemmer.


    Archivsignatur: R 9361-III/568068

    Kemmer, Alfons
    Bestandsbezeichnung: Sammlung Berlin Document Center (BDC): Personenbezogene Unterlagen der SS und SA
    Geburtsdatum: 24.12.1912
    Geburtsort: Gaurettersheim
    Unterlagenart: Sachakte
    Alte Signatur: SA / 4000002157
    Benutzungsort: Berlin-Lichterfelde

    Archivsignatur: R 9361-III/345472

    Kemmer, Alfons
    Bestandsbezeichnung: Sammlung Berlin Document Center (BDC): Personenbezogene Unterlagen der SS und SA
    Geburtsdatum: 24.12.1912
    Geburtsort: Gaurettersheim
    Unterlagenart: Sachakte
    Alte Signatur. VBS 284 / 6209007438
    Benutzungsort: Berlin-Lichterfelde

    Beste Grüße!
    Dirk

  • Gemäß 2. Verlustmeldung lautete die Feldpostnummer seiner Einheit: 37 632 B (ist das dann die 1./Pol.Btl. 318?).


    Hallo Stefan,


    Alfons Kemmer ist auch in den Vermisstenbildlisten, Band PA/Seite 242 verzeichnet, als Truppenteil ist dort zu der von Dir schon genannten Feldpostnummer 37632 die Einheit Pol.-Rgt. 6/III.Btl. und Pol.-Btl. 318 genannt. Anbei der Eintrag, leider ohne Bild. Ort seiner letzten Meldung war anscheinend der "Don-Bogen".


    Gruß, J.H.


    Edit: Der Vollständigkeit halber hier noch die Daten des Volksbundes.


    Nachname: Kemmer

    Vorname: Alfons

    Geburtsdatum: 24.12.1912

    Todes-/Vermisstendatum: 01.12.1942

    Todes-/Vermisstenort: Donbogen Gebiet


    Nach den uns vorliegenden Informationen ist Alfons Kemmer vermisst.

    Fast 75 Jahre nach dem Ende der erbitterten Kämpfe um Stalingrad haben Tausende Familien in Deutschland noch immer keinen Hinweis über den Verbleib ihrer Angehörigen, deren Spuren sich 1942/43 zwischen Don und Wolga verloren haben. Um diesen dennoch einen Ort des persönlichen Gedenkens zu schaffen, hat der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Personalien der Stalingrad - Vermissten auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Rossoschka bei Wolgograd dokumentiert. Auf 107 Granitwürfeln mit einer Kantenlänge von 1,50 Metern und einer Höhe von 1,35 Metern sind in alphabetischer Reihenfolge 103 234 Namen eingraviert.

    Der Name des Obengenannten ist auf dem Würfel 39, Platte 14 verzeichnet.


    Edit: Hier noch der Link zum Pol.-Rgt. 6 im Lexikon, damit werden die Begriffe der genannten Einheiten etwas verständlicher: http://www.lexikon-der-wehrmac…olizei-Regimenter/PR6.htm

    Files

    Nett kann ich auch - bringt nur nix!

    Edited once, last by Johann Heinrich ().

  • Hallo zusammen,


    erst einmal DANKE für Eure Hilfe!!!


    Die Unterlagen des Bundesarchivs habe ich mir bereits als Kopie schicken lassen, darin war die 1. u. 2. Verlustmeldung enthalten.


    Die Vermißtenbildliste hatte ich auch schon durchgesehen und den Eintrag entdeckt; war leider wenig hilfreich, da ohne Foto.


    Die Daten des Volksbundes hatte ich mir auch schon angesehen.


    Handelt es sich bei der Feldpostnummer : 37 632 B jetzt um die 1. Kompanie des Pol.Btl. 318?

    Normalerweise war ja "A" der Stab und dann sollte "B" die 1. Kp gewesen sein.


    @ Paule: Hast Du für den NARA-Kriegstagebuchauszug auch die genaue Signatur?


    Kann mir sonst noch jemand Hintergrundinformationen liefern, wie ein Verwalter eines landwirtschaftlichen Lagerhauses Polizist wurde?

    Ich gehe davon aus, daß er dann wohl in Iglau (Mähren) angefangen hat?

    Hat jemand ggf. eine Art Bataillonschronik, wo man den Verlauf ab Aufstellung bis zur Zerschlagung des Verbands halbwegs nachvollziehen kann?

    Im Internet läßt sich hierzu leider nicht allzu viel finden.


    Herzliches "Vergelt's Gott", wie man bei uns in Franken sagt.


    Schönen Abend

    Stefan

  • Hallo zusammen,

    wer hat eine Erklärung dafür, dass ein Angehöriger eines Pol.-Batl. bei den Stalingrad-Vermissten des Volksbundes auf dem Soldatenfriedhof Rossoschka aufgeführt ist?


    Hinweis für Stefan.

    Es ist überhaupt nichts Besonderes, dass der Lagerverwalter Polizist wurde.

    Im Rahmen der Notverordnung wurden Polizeireservisten aus allen möglichen Berufen eingezogen und bei den örtlichen Dienststellennach kurzer Ausbildung als Ersatz für Polizeibeamte, die an der Front eingesetzt waren, verwendet. Diese "Reservisten" wurden später als Mannschaften in den "Reserve-Pol.-Batl." eingesetzt, bei denen nur das Führungs- und Funktionspersonal aus "gedienten" Polizeibeamten bestand.

    Gruß

    Dieter

  • Hallo zusammen,


    im allgemeinen Beitrag bzgl. Aufbau und Organisation der OrPo habe ich folgende Passage gefunden:



    "Es wurden verschiedene Arten von Polizei-Bataillonen gebildet:


    1. „normale“ Polizei-Bataillone, diese wurden bei Kriegsbeginn aus den vorhandenen Schutzpolizei- und Ausbildungs-Hundertschaften gebildet und bestanden also aus aktiven Polizisten. Ab dem Winter 1939 wurden die dort eingesetzt aktiven Beamten aber nach und nach aus diesen Bataillonen – soweit sie nicht aufgelöst wurden – herausgezogen und durch die Männer des Verstärkten Polizeischutzes, der dann Polizei-Reserve genannt wurde, ersetzt.

    2. Reserve-Polizei-Bataillone, bei denen die Offiziere und Unterführer zunächst immer aktive Beamte waren und die Mannschaften von vornherein VPS-Männer bzw. Polizei-Reservisten waren.

    3. „Anwärter-Bataillone“, Nummernfolge 250ff., bestehend aus Angehörigen der Werbungsaktion im Herbst 1939, Jahrgänge 1918 – 1921

    4. „Wachtmeister-Bataillone“, Nummernfolge 300ff., bestehend aus Angehörigen der Werbungsaktion im Herbst 1939, Jahrgänge 1910 – 1917."


    Wie kann man sich das mit dieser Werbungsaktion vorstellen? Was hat es mit dieser Notverordnung auf sich?

    Wurde da auch der landwirtschaftliche Lagerverwalter nun nach einer Kurzausbildung als Wachtmeister eingesetzt?

    Wie ist das abgelaufen? War der Alfons also zunächst "Ortsgendarm" und kam dann erst später zum Pol.Btl. 318?

    Das ist mir alles noch nicht so recht klar; gibt es diesbzgl. Quellen, an denen man das nachvollziehen kann?


    Ja, ich weiß, das waren in den letzten Tage viele Fragen, aber mit Polizeiverbänden hatte ich mich bislang noch gar nicht beschäftigt und so richtig viel findet man dazu auch nicht.


    Dann noch einen schönen Tag

    Stefan

  • Hallo Stefan,


    fangen wir mal abschnittsweise an, Deine Fragen zu bearbeiten.


    1. Man muss hier trennen zwischen einer Partei( =SS)-Formation und einer staatlichen Dienststelle.

    Warum die Meldung über die Vermissung bei der SS so lange gedauert hat, ist mir unklar, kann aber die unterschiedlichsten Gründe haben.


    2. Die Polizeiverwaltung Wien, Abteilung Auswärtiger Einsatz, war seine Stamm-Dienststelle.

    Der gehörte er etatmäßig immer an, das Polizei-Bataillon 318 war die Fronteinheit, zu der er zum Einsatz hin abgeordnet wurde.


    3. Der Dienstgrad SS-Anwärter und Revier-Oberwachtmeister der Schutzpolizei.

    Dass Dienstgrade automatisch angeglichen wurden, ist eine Erfindung der Weißwäscher. Man hat hier zwei verschiedene Sachen, einen Partei-Dienstgrad der Allgemeinen SS

    (in die er selber und freiwillig eingetreten ist) und den als Polizisten. Dass man hier für österreichische Verhältnisse einen "Illegalen", sprich SA-Kämpfer vor dem "Anschluss"

    hat, sei nur am Rande erwähnt.


    4. Thema Freiwilliger bzw. Polizeidienst

    Im September 1939 erhielt die Polizei die Möglichkeit, 16.000 Freiwillige für die Polizei anzuwerben und dazu die jungen Jahrgänge anzusprechen. Diese mussten dann keinen

    Wehrdienst leisten, für viele sicher eine Alternative zum Wehrdienst im Krieg. Dass viele der Leute dann bei der SS-Polizei-Division bzw. über die Bataillone dann auch an der

    Front landeten, hatten die Leute wohl kaum erwartet. Ansonsten halt eine "normale" Karriere behaupte ich mal.


    Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.


    Gruß aus München

    Marcus

    Suche ALLES zu Polizei-Bataillonen aus dem Wehrkreis VII und dem Einsatz in Slowenien sowie zur PV. Litzmannstadt
    "Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)

  • Hallo zusammen,


    damit kommt nun allmählich Licht ins Dunkel, DANKESCHÖN.


    Mir sind nun noch folgende Sachen unklar:


    1. Handelt es sich bei der Feldpostnummer : 37 632 B jetzt um die 1. Kompanie des Pol.Btl. 318?

    Normalerweise war ja "A" der Stab und dann sollte "B" die 1. Kp gewesen sein.

    Oder muß man hier von der 1. Kompanie des III. Bataillons, also eigtl. der 9. Kompanie, Pol.Rgt. 6 ausgehen?

    Vorausgesetzt, die Polizeibataillons hatten 12 Kompanien?


    2. Wie war das nun mit dieser Anwerbeaktion im September 1939?

    Gibt es hierzu eine Verordnung oder sonst ein Schriftstück, in der das geregelt ist?

    Waren die dann zunächst einfache Ortsgendarmen und wurden dann erst später in den Polizei-Bataillonen eingesetzt?

    Wie soll man sich das vorstellen?

    Wurden dann die Angehörigen dieser „Wachtmeister-Bataillone“, Nummernfolge 300ff., gleich mit einem höheren Dienstgrad eingestellt, waren die also quasi "Neckermann-Wachtmeister"?


    3. Aufstellung des Polizei-Bataillon 318:


    Polizeibataillon 318 (FPNr. 37 632) wurde 1940 in Wien durch Umbenennung des Reserve-Polizei-Bataillon 172 gebildet und dem Polizei-Regiment „Mähren“ im Protektorat „Böhmen und Mähren“ als Polizei-Bataillon „Iglau“ gebildet.“ (Quelle: Rolf Michaelis "Der Einsatz der Ordnungspolizei 1939-1945" Michaelis-Verlag 2008, S.51)


    War der Alfons Kemmer also ggf. zunächst Angehöriger des Reserve-Polizei-Bataillons 172 in Wien? Daher auch sein StammTrT Polizeiverwaltung Wien, Abt. Auswärtiger Einsatz?

    Irgendwann im Jahre 1940 (kann man den Zeitraum des Beginns der Aufstellung näher eingrenzen?) wurde dann das Reserve-Polizei-Bataillon 172 in Polizei-Bataillon 318 umbenannt und dem Polizei-Regiment Mähren als Polizei-Bataillon Iglau unterstellt, so verstehe ich zumindest den obigen Satz?


    4. Kriegsverbrechen:

    Anscheinend waren nicht alle Kompanien gleichermaßen an diesen Erschießungen beteiligt, d.h. man müßte erst mal wissen, welcher Kompanie er genau angehörte.

    Dann habe ich verschiedene Hinweise gefunden, daß hier wohl Erschießungen stattfanden, die man möglicherweise dem Polizei-Bataillon 318 zuweisen muß.

    Ist das nun sicher, daß hier Angehörige dieses Bataillons dabei waren? Hat hier jemand Literaturauszüge/Quellen, wo man das nachlesen kann.


    Ich weiß, schon wieder so viele Fragen, aber nach jeder Antwort tun sich wieder zig neue Fragen auf...


    Schöne Grüße

    Stefan

  • Hallo Stefan,


    Michaelis ist leider nicht immer genau.


    Klemp lässt das Polizei-Bataillon 318 aus einem Ausbildungs-Bataillon der Ordnungspolizei entstehen, das von Wien nach Iglau verlegt wurde.

    Wiener Unterlagen kenne ich leider nicht. Ich warte seit 3 Jahren auf eine Antwort vom dortigen Archiv auf meine Frage nach solchen.


    Das Polizei-Bataillon 172 hingegen ist sehr geheimnisvoll, warten wir mal auf Roland, aber ich glaube, das war NIE im auswärtigen Einsatz.


    Männer, die für 250er und 300er Bataillone vorgesehen waren, dürften, übertrieben gesagt, nie ein Polizei-Revier oder Gendarmerie-Posten von Innen gesehen haben solange sie gesund waren.

    Die waren für den Einsatz in den Truppen vorgesehen, das betrifft alle 16.000 Mann der 1939er Anwerbe-Aktion. Ich habe die Unterlagen beider Münchner Bataillone (253 und 302)

    zur Verfügung.


    Ein Mann eines 300er-Bataillons wird nach Ausbildung Wachtmeister, das stimmt, der Dienstgrad Revier-Oberwachtmeister verwirrt mich allerdings, das hätte eigentlich Zugwachtmeister

    heißen müssen, der Revier-Dienstgrad gehört dem polizeilichen Einzeldienst, der Zug... den Truppenverbänden.


    Grundsätzlich, wenn ich mir das Münchner Bataillon 302 anschaue, dauerte die Ausbildung von Ende 1939 bis etwa Oktober 1940, Abweichungen bestimmen die Regel, dann wurde er Wachtmeister.


    Gruß aus München

    Marcus

    Suche ALLES zu Polizei-Bataillonen aus dem Wehrkreis VII und dem Einsatz in Slowenien sowie zur PV. Litzmannstadt
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