Einheiten und Standorte des RAD

  • Danke,
    war wohl etwas mißverständlich formuliert. Leider ist mir überhaupt nichts über die Person bekannt und in welchem Bezug er zum RAD stand.
    Gruß
    Peter

  • Quote

    Original von woellstadt1
    Hallo!



    Wer es war dürfte bekannt sein. Ich nehme an, der Name wurde dieser Einheit einfach verliehen, ohne genaueren Bezug. Vielleicht deckt sich ein Standort mit dem Sterbeort, oder Geburtsort.


    MfG
    Jan Evers


    Hallo zusammen,


    also vor der Recherche wusste ich nicht wer Hans-Georg von Doering war.


    Wem es genauso geht wie mir, das ist was ich gefunden habe.


    Hans-Georg von Doering, Major stellvertretender Gouverneur von "Togoland"
    deutsches Schutzgebiet bis 1914.


    http://www.deutsche-schutzgebiete.de/togoland.htm


    Wenn ich mir so die "Ehrennamen" der RAD-Einheiten anschaue kommen da
    einige Namen von "Persönlichkeiten" aus der Kolonialzeit vor.
    Es passt in die Zeit und in die Ideologie des NS-Staates.
    "Wir hatten auch mal Kolonien"


    @ IR115,


    danke für die Infos.


    Zwei Fragen noch, woher kommt Einheitbezeichnung RAD-Abteilung 25/254/8. Soll das heissen RAD - Abt. 8/254, Arbeitsgau XXV Wiesbaden ?


    Wurde bei der Verlegung nach Kandel die Abt.verlegt oder gingen nur die
    Feldhäuser nach Kandel.


    Wenn du jetzt noch eine Quelle hättest wäre das super .

    Gruss Dieter

  • Danke für die Info,
    war auch schon mal auf dieser Spur und Denke das es richtig ist.
    Die Abteilungsbezeichnung ist so richtig.
    Definitiv gingen die Baracken nach Kandel, bei der Einheit bin ich mir nicht ganz sicher. Es gibt verschiedene Versionen. Bleibe am Ball und suche in der nächsten Zeit einige Nachfahren von RAD Männern im Ort auf um mehr zu erfahren. Ich weiß von mind. von 8 Familien deren Männer durch den RAD nach Crumstadt (heute Riedstadt) kamen und hier blieben.
    Hier noch ein paar weitere Infos über 25/254:
    Arbeitsdienstabteilung 25/254/3 in Pfungstadt (Büchnervilla)
    Arbeitsdienstabteilung 25/254/1 in Griesheim (Übungsplatz)
    Bis bald
    Peter

  • Hallo Peter,


    ich habe die RAD-Abt 3/254 in Worfelden (heute zu Büttelborn)
    hast du dazu Infos. Was bedeuten die Ortsangaben in Klammern ?

    Gruss Dieter

    Edited once, last by Augustdieter ().

  • Hallo,
    noch keine genaueren Angaben. Dürfte sich aber auch um eine Einheit zur Ried-Entwässerung gehandelt haben.
    Die Angaben in Klammern beziehen sich auf die Unterbringung der Einheiten. Im Gegensatz zu Crumstadt waren es feste Gebäude die genutzt wurden.
    Werde probieren in kürze eine Zusammenstellung der 254 einzustellen.
    Übrigens: In Leeheim (Heute auch Riedstadt) gab es ein größeres Lager des weiblichen RAD.
    Viele Grüße
    Peter

  • Hallo Peter,


    Ried-Entwässerung ist soweit klar worum es mir geht ist das bei deiner

    Arbeitsdienstabteilung 25/254/3 in Pfungstadt (Büchnervilla)


    und meiner


    RAD-Abt 3/254 in Worfelden (heute zu Büttelborn)


    die selbe Einheit ist sie muss also verlegt haben.

    Gruss Dieter

  • Könnte mir jemand evtl. etwas über die RAD-Abt. 6/264 sagen?
    Im Forum von Balsi finde ich nur 5 und 7:


    XVI Württemberg 260-267
    RAD-Abteilung 5/264 "Jörg von Bebenburg" Rot am See
    RAD-Abteilung K7/264 Malmsheim (Quelle)


    Doch was ist mit 6?


    Vielen Dank :)

    Suche alle Infos über die RAD-Einheit 6/264!!!

  • Hallo sandrae,


    leider habe ich zu der RAD Abt. 6/264 auch noch nichts.


    Wenn du das einstellst was du schon hast vielleich lässt sich was purzeln.

    Gruss Dieter

  • Hallo,


    nu schau, du sammelst ja wieder, hatte ich noch gar nicht gesehen. Ich geb dir einfach noch mal die Zeit- und Ortsdaten meines Grossvaters, falls du sie aus dem "alten" Forum nicht mehr hast.



    2/250 Standort Rheine, einberufen zum 04.01.1941. Ab 01.10.41 zur Wehrmacht überstellt / eingezogen.



    Vielleicht kannst du das so gebrauchen.


    liebe Grüsse
    Dark

  • Hallöchen!
    Habe aus einem Brief vom 25.09.1939 die Angabe:
    Schlausenbach {ca. 15 km n Prüm}, , Post Auw über Prüm RAD Abt. 1/223, W 63
    Gruß Horst

  • Hallo zusammen,


    im Manuskript von "Adler senior" finde ich folgendes:



    Könnt Ihr mit diesen Angaben "etwas" anfangen?


    Grüße & Horrido
    Paul, T.A.K.

    Wer verurteilt kann irren – wer verzeiht irrt nie.

  • Hallo Horst,


    danke für die Info.


    Die RAD-Gruppe 223 kam aus Alsfeld/Hessen kannst aus dem Inhalt eine Verbindung herstellen.


    Was klar zu sein scheint ist das die RAD-Abt.1/223 1939 im "Westwall-Einsatz" war.


    Daher auch die Zusatzbezeichnung W 63


    @ Dark,


    danke hatte ich schon, ich glaub von dir. ;)



    @ Paul,


    diese Chaos muss beim RAD an der Tagesordnung gewesen sein.


    Schöne Momentaufnahme aber bei den Damen(RADw) bin ich noch lange
    nicht. :)


    @all,


    mehr Input es ist doch für eine gute Sache =)

    Gruss Dieter

  • ich habe das buch........... arbeitsgau X niederschlesien - mein ehrendienst, von 1938 dort sind sämtliche angaben und informationen zu den arbeitsdienstgruppen und den rad abteilungen , sitz der rad gauleitung X war görlitz , die beiden einzigen angaben zu niederschlesien im balsi-forum verweis , sehen ja auch traurig aus........interessant sind die angaben immer wenn man auf fotos auf den ärmelschildern der rad männer die nummern noch erkennt..........bei interesse stelle ich informationen zur verfügung ,bis bald



    Suche alles zum IR30 und der 18.ID

  • und in welcher form einfach stadt und nummer


    z.b. gruppenbereich 100 , sitz des stabes grünberg,arbeitsführer Polaczek
    RAD-A(abteilung)
    1/100 neusalz /oder
    2/100 langhermsdorf
    3/100 grünberg


    usw


    ???

  • Reichsarbeitsführer : Reichsleiter Hierl


    Dienstzeit 1938 war 7 Monate



    Arbeitsgau X (10) Niederschlesien > Generalarbeitsführer Roch
    Sitz d. Arbeitsgauleitung ist Görlitz


    Gruppenbereich 100 ( die Kreise Grünberg u. Freystadt) , Stab :Grünberg , Arbeitsführer Polaczek


    RAD-A
    1/100 Neusalz /Oder
    2/100 Langhermsdorf
    3/100 Grünberg /Sch.
    4/100 Fürsteneich
    5/100 Rehfelde
    6/100 Pirnig
    7/100 Kunzendorf


    Gruppenbereich 101 ( die Kreise Glogau u. Fraustadt )Stab: Glogau


    1/101 Seehagen
    2/101 Fraustadt / Grenzmark
    3/101 Carolath
    4/101 Schlesiersee
    5/101 -----------
    6/101 Wolfau


    Gruppenbereich 103 Stab in Hirschberg = Cunnersdorf /Rsgb.


    1/103 Hirschberg – Hartau
    1/103 Leopoldsbaude
    2/103 Schmiedeberg /Rsg.
    4/103 Karlsthal
    5/103 Liebau / Sch.
    6/103 Schreiberhau –Scheundelwiesen
    7/103 Landeshut /Sch.
    6/102 (103) Schönau a.d. Katzbach


    Gruppenbereich 104 (Kreise Rothenburg OL , Görlitz , Lauban) Stab in Niesky


    1/104 Görlitz
    2/104 Lauban
    3/104 Neudorf
    4/104 Gr.-Radisch
    6/104 Lodenau
    7/104 Muskau
    8/104 Bogendorf – Zibelle


    Gruppenbereich 105 Stab in Sagan


    1/105 Sagan
    3/105 Neuvorwerk
    4/105 Baierhaus
    5/105 Kretschamberg
    6/105 Birkberg
    8/105 Armadebrunn


    Gruppenbereich 106 Stab in Primkenau


    1/106 Hierlshagen
    3/106 Magdalenenscheune
    4/106 Lange Erlen
    8/106 Hierlshagen
    10/106 Hierlshagen
    11/106 Hierlshagen


    Gruppenbereich 107 Stab in Kotzenau


    1/107 Kotzenau I
    2/107 Kotzenau II
    3/107 Luisenhöhe
    4/107 Bachendamm
    5/107 Kosel
    5/102 (107) Mühlrädlitz


    Erklärung :
    > RAD-Abteilung / RAD – Gruppe
    >In den Nummerierungen ist nicht vergessen worden , oder durcheinander gekommen , so fehlt 102 ganz , und einige Abteilungsnummern sind doppelt belegt , bzw. ausgelassen worden
    >Einzelheiten kann ich extra noch beantworten .


    Quelle : Mein Ehrendienst , Arbeitsgau X Niederschlesien 1938 , Gauverlag NS Schlesien
    ( orginal in meinem Besitz )

  • Guten Tag, ich hätte da auch noch etwas.


    Aus einem Biografischen Nachlass eines ehemaligen Nachbarn von mir:



    Persönliche Aufzeichnung über den RAD von Walter Reek:


    Quelle : Biografisches Buchwerk von Walter Reek


    Walter Reek geboren am 05.03.1913 in Gustavsburg
    Verstorben in der Nacht vom 24.01. zum 25.01.2002 in Gustavsburg im Alter von 88 Jahren
    22.05.1933 Eintritt in den „ Freiwilligen Arbeitsdienst“
    Mai 1933: Wenings
    W. Reek Rang = Arbeitsmann
    Lager Wenings (Wetterau-Kreis bei Bad Vilbel) Nr.
    Lagerführer: Obertruppführer Hildesheim
    Bemerkung: ( Arbeit für 25 Pfennige Sold am Tag)
    Zweite Jahreshälfte 1933:
    W. Reek Rang = Vormann
    „Außenzug Wenings“ Abt. Gedern
    Mannschaftsstärke 60 Arbeitsmänner
    1 Zugführer
    4 Truppführer
    Schreibstube und Küchenpersonal
    1 Lagerführer
    Bemerkung: ( nun 50 Pfennige Sold pro Tag )
    Ende 1933:
    W. Reek Rang = Truppführer
    Besoldung 1 RM (1 Reichsmark am Tag)
    Zwei Lehrgängen in der Führerschule des Gaues XXII Kassel in Rotenburg a.d. Fulda, Anfang 1934
    1934: Büdingen
    Lager Büdingen Nr. /225 Büdingen
    1934: Langenselbold
    Die Arbeitsdienstpflicht wird ausgesprochen.
    W. Reek Rang = Obertruppführer
    Lager Langenselbold ( Kinzig) Nr. Abt.3/225 Langenselbold, Arbeitsgau XXII Kassel
    Lagerführer: Oberstfeldmeister Gassmann
    1935: Salmünster
    Arbeitsdienstabteilung Salmünster Nr. 5/225 Salmünster
    W. Reek Rang = Unterfeldmeister
    Lagerführer: Oberfeldmeister Libau
    Bemerkung: im Jahr 35 wurde der Arbeitsdienst in den Reichsarbeitsdienst umbenannt. Soldaufbesserung für Arbeitsmänner von 25 auf 30 Pfennige am Tag.
    1935: Nürnberg
    Teilnahme an dem Schauaufmarsch am „Tag des Arbeitsdienstes“, ausgewählter Reichsarbeitszüge aus verschiedenen Gauen.
    52000 Reichsarbeiter marschierten auf das Zeppelinfeld und Präsentierten sich.
    Schirmherr der Veranstaltung: Reichsarbeitsführer Konstantin Hierl
    Prominentester Teilhaber: A.H. (der Mann aus Österreich)
    1935: Ende des Jahres
    Feldmeisterschule in Rotenburg/Fulda, Arbeitsgau XXII Kassel.
    Truppführerschule in Melsungen, Arbeitsgau XXII Kassel.
    Versetzung nach Aschaffenburg :
    Versetzung zur Wehrmacht, Pionier-Batallion Aschaffenburg.
    Dauer 4 Wochen.
    W. Reek Rang = Pionier
    Entlassung nach 4 Wochen: Entlassen Ersatzreserve 1 als Gefreiter
    1936: Salmünster (Kinzig)
    Lager Salmünster Nr. 5/225 Salmünster
    1936 – 1937:
    Ausscheiden aus dem Reicharbeitsdienst wegen persönlicher Belange!
    Heiratet eine Paula Nürnberger in Dessau, arbeitet in Rechlin Neustrelitz in den Junkers-Werken als Wartungsmechaniker für die Maschinen der Luftwaffe.
    Weihnachten 1938, Paula Reek verstirbt an der Kinderkrankheit Scharlach.
    Tragischer weise ist Paula Reek zum Zeitpunkt des Todes im siebten Monat Schwanger.


    1939:
    Wiedereintritt, nach eidesstattlicher Erklärung Grund: Geheimnisträger, in den R.A.D.
    Abteilung Mittelaschenbach/Rhön
    W. Reek Rang = Obertruppführer
    Bemerkung: kurz darauf Beförderung zum Haupttruppführer
    1939: mittlere Jahreshälfte
    Lager Korbach/Waldecker Land: Gruppe 220 (Sportabteilung Arbeitsgau XXII Kassel)
    September 1939: Ausbruch des Krieges Umbenennung der Sportabteilung 220 in Baukompanie 220.
    Erkennungsmerkmal – Armbinde „Deutsche Wehrmacht“
    Versetzung der Baukompanie 220 nach Weeze nah an der holländischen Grenze.
    Lagerführer: Oberstfeldmeister Klingelhöfer.
    Nach arbeiten an MG-Nestern und Panzerfallen bei Weeze, Zurückverlegung nach Korbach.
    1940:
    Versetzung zur Wehrmacht, Pionier-Batallion Aschaffenburg.
    W. Reek Rang = Gefreiter und Hilfsausbilder
    Erster Feldeinsatz: Frankreich, Angouleme und Cognac
    Zurückverlegung nach Aschaffenburg, zur Rekrutenausbildung und Übung zum Brückenschlagen.
    10. April 1941 W. Reek heiratet Edith Oschmann.
    Kurz darauf: Aufstellung einer Marschkompanie und Training an scharfer Munition in Wehrheim/Taunus.
    Hanau: Zusammenlegung der Truppen, letztmals Ausgang bis 23 Uhr.
    Abmarsch mit Güterzug Richtung Nord-Ost, Polen.
    Weiterfahrt in LKW Richtung Russland nach Odessa.
    Absitzen in Odessa Fußmarsch von Odessa über Cherson und Simferopol auf die Krim.
    Winter 1941 – 1942:
    Nach Erreichen des Etappenziels, Trennung der Pioniere vom Batallion.
    Leutnant Berg, Träger des E.K.I, Deutsches Kreuz in Gold, Pioniersturmabzeichen, Verwundetenmedaille, übernimmt die Pionierabteilung.
    Umbenennung zum Pionier-Sturm-Batallion. Leutnant Berg wird Führer des 1. Zuges. W. Reek ist im 1. Zug.
    Noch 16 Tage bis Weihnachten. Abmarsch in Richtung Sewastopol. Kurz vor Sewastopol wird die Einheit voll motorisiert und untersteht der Gelb-Kreuz-Division (Abzeichen an jedem Fahrzeug ein gelbes Kreuz). Oberkommandierender: Generaloberst Manstein (nach Sewastopol wurde er Generalfeldmarschall).
    W. Reek Rang = Obergefreiter
    Einquartierung in der Nähe des Dorfes Balaklava
    Auf dem Kapellenberg wird die Einheit als Sicherungs- und Vorposten eingesetzt. Am 24.12. inspiziert der Kompanieführer Oberleutnant Oppermann(Träger des Ritter Kreuzes) „seine Kompanie“ auf dem Kapellenberg.
    Weihnachtsgeschenk der Division: Feldpost und einen Becher Krim Wein.


    25.12. Befehl von Oberleutnant Oppermann an Obergefreiter Reek:
    Zitat: „Auf der Straße zwischen Simferopol und Sewastopol hat meine Kompanie einen Posten besetzt, der alle vier Wochen abgelöst wird. Grundsätzlich setzte ich da einen Unteroffizier ein. Zurzeit sind die bei mir Knapp. Die nächsten vier Wochen übernehmen Sie diese Aufgabe. Einzelheiten erfahren sie von Ihrem Zugführer.“
    Leutnant Berg: „Es handelt sich um ein Sprengkommando. Die Straße am Einsatzort ist unterminiert. Die Sprengstellen müssen rund um die Uhr bewacht werden – Partisanengefahr! Der Unteroffizier den sie ablösen, wird sie genau informieren“.
    W. Reek führte den Befehl aus, und wurde nach vier Wochen ohne nennenswerte Zwischenfälle wieder abgelöst.
    W. Reek wird nach einem weiteren Einsatz zum Unteroffizier ernannt.
    Vorbereitung auf den Angriff Sewastopol.
    W. Reek erhält die Order beim Sturmangriff mit dem ersten Zug als erstes „raus“ zu müssen.
    Auszug 1, 1942 - aus der Biografie:
    „Die Nacht davor! Eigentlich waren es nur noch Stunden. 30 Minuten nach vier, im Morgengrauen also. Dieses Wort haben die Verseschreiber in Ihren Gedichten und Liedern, die das Töten im Krieg als Heldentat verherrlichten, immer gebraucht. – Im Morgengrauen griff der Feind an. Dann kam das Grauen auf beiden Seiten.
    Alle wussten was das bedeutete als erste dem feindlichen Feuer ausgesetzt zu sein.
    Die Latrine, Donnerbalken genannt, war laufend besetzt. Der Andrang war groß. Die Angst wirkt sich bekanntlich auf das Innenleben aus. Nur wenige schliefen. Viele aßen ihre gesamte Marschverpflegung auf. Manche sogar die „Eiserne Ration“, was streng verboten war.
    Das Päckchen mit den steinharten Keksen durfte nur im äußersten Notfall angebrochen werden.
    Makaber das ganze Geschehen. Ich übertreibe nicht. Männer saßen da, betrachteten Bilder von Angehörigen und weinten. Andere beteten und immer wieder der Griff nach der Schnapsflasche. Ich wunderte mich dass keiner auf den Gedanken kam, die Feldflasche auf einen Zug zu leeren. Er hätte vielleicht überlebt. Wegen „Selbstverstümmelung“ wäre er vor ein Kriegsgericht gekommen.
    Was machte ich in dieser Nacht? Ich musste ja als erster über den Grabenrand. Ich habe nicht geschlafen, nichts gegessen, keine Bilder betrachtet. Meine Feldflasche war noch voll. Sie blieb es auch bis zu meiner Verwundung und bis ich aus der Schusslinie war. Da schmeckte mir sogar dieser billige Fusel.
    Ich hatte abgeschlossen, wie es kommt, so kommt es eben.
    Etwas ändern oder Einfluss nehmen kannst Du nicht. Ich betrachtete meine Zündschnur, überprüfte die Sprengkapseln, obwohl es da überhaupt nichts zu überprüfen gab. Nicht aus Pflichtbewusstsein tat ich das, warum weiß ich nicht. Ich musste halt irgendetwas tun. Ein Gewehr hatte ich nicht, musste ja die geballte Ladung tragen. Dafür hing eine Maschinenpistole um meinen Hals. Ist sie geladen und gesichert? Lächerlich, natürlich war sie es. Wer läuft schon an der Front mit einer ungeladenen Waffe herum. Sinnlose Ablenkungsmanöver. Der Kompanieführer tauchte auf „Sie sind genau informiert worden?“ Ich schnarrte mein „Jawohl Herr Oberleutnant“. Er überprüfte die Länge der Zündschnur. Kurz nach vier erschien mein Zugführer. Es war das letzte Mal, dass ich den Leutnant Berg sah. Unter seiner Aufsicht setzte ich die Sprengkapseln ein, und verband die Zündschnur mit der Ladung“. Auszug Ende.


    Auszug 2, 1942 :
    „Pünktlich um halb fünf ertönte das „Trompetensignal“ bei der Infanterie. Als wenn jemand auf einen Knopf gedrückt hätte. An der ganzen Front brach ein Feuersturm los. Ich kann das nur mit nüchternen Worten schildern, die Wirklichkeit war grauenvoll. Die Artillerie schoss ununterbrochen, Raketenwerfer mit ihrem furchtbaren Geräusch traten in Tätigkeit. Die Luftwaffe setzte ihre Stukas in den Erdkampf ein. Der berüchtigte Heulton dieser Sturzkampfbomber übertönte sogar das übrige Getöse. ………………………..
    Der Russe blieb nicht untätig. Auch er hatte Raketenwerfer, Stalinorgeln genannt. In der Erinnerung immer noch unvorstellbar. Unvorstellbar aber auch, dass sich in diesem Inferno immer noch Menschen bewegten.
    Leutnant Berg „Es langt, raus jetzt Unteroffizier“. Unzählige Mal geübt, vorwärts robben, unterbrochen von kurzen Sprüngen. Mein MG-Trupp mit mir an der Spitze machten den Anfang, gefolgt vom ersten Zug, dahinter der zweite und dritte. In der Warteschlange die Infanterie.
    MG und Gewehrfeuer empfing uns. Wie kann ein Mensch da überhaupt noch reagieren? Er weiß doch genau, dass jedes Geschoß für ihn tödlich sein kann. Für mich heute noch ein Rätsel. Setzt in einer solchen Situation im Kopf irgendwas aus? Wird der Mensch zum Roboter?
    Jetzt bewegte ich mich mit drei Männern und einer ganzen Kompanie im Rücken auf eine Minensperre zu, die es zu beseitigen galt. Als wenn das eine Selbstverständlichkeit wäre. Mein Schütze Eins stieß mich an und deutete nach vorn. Er hatte als erster die gelben Fähnchen gesehen. Ein paar Meter noch. Das MG ging in Stellung. Mit der Sprengladung kroch ich weiter. Jemand schrie „Unteroffizier“. Ich blickte zurück. Mein Schütze Eins wälzte sich auf den Rücken, sein MG fest in der Hand. In der Stirn hatte er ein Loch. Schütze Zwei griff nach dem MG, genau wie eingetrichtert, da wurde auch er getroffen, ebenfalls in die Stirn. Schütze drei griff sich an den Hals, aus dem das Blut floss. Ich sehe die Szene noch heute vor mir, auch die Gesichter kann ich mir noch vorstellen. Russische Scharfschützen hatten ganze Arbeit geleistet. Ich starrte die Männer nur an. Den Anblick habe ich nie vergessen.
    Hinter mir brüllt einer „ Weiter Unteroffizier, sprengen!“ Ach so, der Krieg ging ja weiter, das hatte ich im Moment vergessen. Tote gibt es halt. Mit dem Gedanken, du bist der Nächste kroch ich auf die gelben Fähnchen zu und schob meine Ladung dazwischen. Mit einem Spezialfeuerzeug brachte ich die Zündschnur zum glühen. Zehn Sekunden hatte ich Zeit in Deckung zu gehen. Bei dem Getöse um mich herum war die Detonation kaum zu hören. Die hochgehende Dreckfontäne links und rechts der Sprengstelle zeigte den Erfolg der Sprengung. Die Minen waren miteinander verbunden und lösten diese Kettenreaktion aus. Die zweite und dritte Kompanie unseres Batallions, auf beiden Seiten neben uns, hatten die gleiche Aufgabe. In unserem Abschnitt gab es keine Minensperre mehr. Panzer, Sturmgeschütze und die Infanterie setzten sich in Bewegung. Seit dem Trompetensignal war noch keine viertel Stunde vergangen.
    Die erste Kompanie. Die Erde hatte sich kaum beruhigt, da stürmten sie an mir vorbei. Die Kompanie war durch. Wie befohlen schloss ich mich an, das verwaiste Maschinengewehr unter dem Arm. Weit kam ich nicht. Vor mir eine Detonation. Im Vergleich war die Sprengung der Minensperre ein kleines Feuerwerk. Als ich wieder klar sehen konnte kamen sie mir entgegen, die Reste der ersten Kompanie, Verwundete mit sich schleppend, verdreckt und blutverschmiert. Die russischen Stellungen waren verlassen, aber unterminiert. Im richtigen Moment wurden sie in die Luft gejagt“. Auszug Ende.
    W. Reek erlitt kurz darauf folgende Verwundung: Treffer linke Brust, einige Streif- und Durchschüsse. Er bemerkte Seine Verletzungen erst als es etwas „Feucht“ wurde. Direkt hinter der Front erstmals Versorgt, wird er nach Simferopol ins Lazarett geschafft. Nach einer kleinen Operation wird er nach Nikolajew verlegt, wo er sich einer erneuten Operation unterziehen muss. In Nikolajew trifft er auf einen Feldwebel vom ersten Zug, Vertreter von Leutnant Berg, mit einem großen Kopfverband. Er sagt Ihm dass Leutnant Berg gefallen sei, sowie Oberleutnant Oppermann, und das die Kompanie nur noch mit 40 Mann einsatzfähig sei. Auch den Schützen drei trifft er in Nikolajew, der mit dem Halsdurchschuss. Da er nicht mehr sprechen kann, schreibt er auf einen Zettel „ Hauptsache ich lebe“.
    Von Nikolajew aus wird er nach Lublin in ein anderes Lazarett verlegt. Nachdem er sich halbwegs erholt hatte, wurde er in einem Sammeltransport zum neuen Ersatztruppenteil verlegt.


    Zuständiger Ersatztruppenteil: Pionier-Ersatz-Batallion 36 in Mainz-Kastel, Mudra-Kaserne.
    Auszeichnungen von W. Reek: E.K.II, Rumänische Tapferkeitsmedaille, blaues Band (für die Jahre im Arbeitsdienst) und rotes Band von der Ostmedaille(Gefrierfleischorden), Krimschild, Verwundetenmedaille.


    1942: Ankunft in Mainz-Kastel.
    Auszug 3, 1942:
    „Die drei Wochen Urlaub waren vorbei. Die aufgebügelte Uniform kam aus dem Schrank, ich war wieder Soldat! Der Spieß in der Genesendenkompanie schickte mich zum Arzt. „Schreibt der sie K.v., bleiben sie in meiner Kompanie. Beim nächsten Transport müssen sie wieder zu Ihrer Fronteinheit. Sind sie G.v.H. kommen sie zu den Ausbildungskompanien“. Mein erster Gang nach dem Urlaub also zum K.v. Arzt. Die auf Ihr „Urteil“ Wartenden standen, jeder mit einer Nummer versehen, mehr waren wir sowiso nicht, im Flur vor dem gefürchteten Arztzimmer. Ich hatte die Nummer vier. Die Nummer eins lachte als sie heraus kam. Die Nummer zwei gab ein `Scheiße` von sich. Die drei sagte „ Zwei Wochen Schonzeit, dann muß ich wieder raus“.
    Nach kurzer Zeit erschien die Nummer vier, ohne jeglichen Kommentar. Keine Untersuchung durch den Arzt. Mit einem Briefumschlag und einem „ Das geben sie Ihrem Hauptfeldwebel, auf unbestimmte Zeit sind sie G.v.H“. Zweierlei Gefühle in mir. Froh dass ich vorerst nicht zurück nach Russland geschickt wurde, auf der anderen Seite die bange Frage, hat meine eher harmlose Verwundung doch spätere Folgen? Da ich inzwischen die 88 ziemlich unbeschadet überschritten habe, ist diese Frage beantwortet“. Auszug Ende
    Mitte 1944, Der Reichsarbeitsdienst fordert W. Reek als U.K.(unabkömmlich) an. Mit den Worten „ Sie sind ein wahrer Glückspilz“ entlässt der Hauptfeldwebel den Unteroffizier Reek, der ja bekanntlich nur zur Wehrmacht beurlaubt war. Bei der Abgabe der Dienstpistole und der Uniform, traf er den Totgeglaubten Oberleutnant Oppermann wieder, der nun Hauptmann war. „ Sie kennen wohl Ihren Kompanieführer von der Krim nicht mehr?“ Als er von der Entlassung hörte meinte er noch „ Gratuliere, ich beneide sie! In 14 Tagen ist mein Urlaub zu Ende. Ich übernehme unser Pionier-Batallion. Die 72.Division hat die Krim verlassen und stößt auf die 6.Armee vor Stalingrad“.
    Entlassungsgeld 25 Reichsmark – Wehrpass Eintragung: Aus der Wehrmacht entlassen.
    Wiederaufnahme : Reichsarbeitsdienst
    Arbeitsdienstabteilung Niederklein 2 (Marburg-Allendorf/Eder)
    1943: Arbeitsdienstabteilung Usseln
    Lagerführer: Oberstfeldmeister Ritter
    1944: Zurückverlegung nach Niederklein 2
    Anfang 1945: Verlassen der Arbeitsdienstlager und Marschbefehl des R.A.D. von Korbach nach Berlin.
    Irgendwo hinter Magdeburg gerät der Tross um Unterfeldmeister W. Reek, in englische Gefangenschaft.
    Auffanglager Lauenburg an der Elbe. Später Verlegung ins Kriegsgefangenenlager Munster (Heute Truppenübungsplatz Munsterlager). Kurz darauf Entlassung aus dem Lager – der Lange Fussmarsch nach Gustavsburg beginnt. Im Winter 1945 erreicht W. Reek, nach Diebstahl eines Fahrrades in Hannover, die Ortschaft am Mainspitzdreieck.



    MfG.:
    Manuel

    Edited 2 times, last by Rhein-Main Grenadier ().

  • Augustdieter: "Die RAD-Gruppe 223 kam aus Alsfeld/Hessen kannst aus dem Inhalt eine Verbindung herstellen."


    Tut mir leid, Augustdieter, dass ich erst jetzt antworte!


    "aus Hessen": Dazu kann ich nur sagen, dass mein Onkel aus Mayen bzw. Andernach stammt, also aus der östlichen Eifel, und in der RAD-Abt. dort an der luxemburgischen Grenze war.
    Eine Beziehung nach Alsfeld/Hessen kenne ich (noch?) nicht.
    Gruß
    Horst

    Edited once, last by hofri ().


  • Hallo Manuel,


    erstmal vielen Dank für das einstellen.


    Ich hatte Jan Evers angesprochen ob das LDW nicht die interesanten Details
    über das Bau-Btl. 220 mit einbauen möchte.
    Jan hat dabei festgestellt das der Oblt. Oppermann kein Ritterkreuzträger war.
    Das lässt naturgemäss stutzen. Hast du den Text 1:1 eingestellt ?


    Bitte überprüfe das nochmal.

    Gruss Dieter

  • Guten Tag Dieter,


    Ja der Text ist 1:1.


    Man sollte jedoch bedenken das Herr Walter Reek zu der Zeit als er seine Biografie niederschrieb schon die 80 überschritten hat.


    Sollte der besagte Oberleutnant kein RK gehabt haben kann man das evtl. dem Herrn Reek verzeihen.


    Fakt ist: das in seiner Biografie viele Daten Namen und Orte aufgeführt sind die zum Thema passen.


    Deshalb hab ich das auch hier bei Euch eingestellt.


    Sollten noch mehr ungereimtheiten auftauchen, so bitte ich um eine Mitteilung.



    Grüße
    Manuel