Kosten scharfer Schüsse

  • Hallo zusammen,


    Quote

    dieser rasche Aufbau war aber nur dadurch moeglich, dass in der Reichswehr so ausgebildet wurde...


    das war ein wichtiger Punkt das den schnellen Aufwuchs "Der Wehrmacht"
    mit ermöglichte und eben die Planung. Um so mehr interessiert mich jetzt
    "Der Plan". Wie detailliert war er,war er überhaupt praktikabel usw.

    Gruss Dieter

  • Guten Tag!


    Quote

    Original von Karl Grohmann
    sehr interessanter und aufschlussreicher Artikel in der "Zeit - Online: Der große Plan", den Du da gefunden hast.


    Sehe ich auch so, toller Fund, der einiges transparenter erscheinen lässt.


    Quote

    Militärische Planungen waren schon immer und zu allen Zeiten und in allen Staaten üblich, es kommt aber eben auf das Ausmaß an, das hier deutlich überschritten wurde..


    Mag sein. Wie schmal der Grat zur Realität ist, haben wir Deutschen erfahren


    Quote

    [i]Karl Grohmann

    Quote

    Ein Nährboden für solche Überlegungen war n. m .M. gelegt, in dieser unruhigen und unsicheren Republik, in der Arbeitslosigkeit, Not und Armut an der Tagesordnung waren..


    Ja, die vielen Entbehrungen des Volkes mögen eine gewisse Unbedarftheit hervor gerufen haben.
    Doch das arglose finanzielle Vertrauen in die Nationalisten irritiert mich. Kann das kollektive Vakuum der Arglosigkeit gedanklich noch nicht auf die von Dir genannten Nöte zurückführen. Besonders nicht in Bezug auf die immensen Anschaffungs- und Aufbaukosten der Kriegsmaschinerie. Diese Ausgaben gingen schließlich nicht spurlos am Bürger vorbei.
    Ob nun der Werftarbeiter sein Brot durch den Bau von Kriegsschiffen verdiente, oder die vielen „Schindlers“ nun mit Töpfen & Pfannen reich wurden ...
    Die Menschen haben doch nicht weniger nachgedacht als heute, sie wussten, dass millionenschweren Kriegsschiffe nicht auf Heringsfang gehen würden um die Not der Menschen zu lindern.


    Konkrete Frage:
    War vielleicht neben dem wirtschaftlichen Aufschwung die Begeisterung über die Herstellung der präzisen Materialien (Waffen, Schiffe, Panzer, Flugzeuge & Zubehör) so groß, dass sie sich neben der einschlägigen Propaganda ansteckend ausbreitete - und man das Preis-Leistungsverhältnis völlig vergaß?


    Grüße,
    Jane

    Edited once, last by Caprinus ().

  • Hallo Dieter,


    Carl Dirks hat darüber ein Buch geschrieben (gibt es mittlerweile auch als Tb:


    Der Krieg der Generäle. Hitler als Werkzeug der Wehrmacht.


    MfG, Lemmy

  • Hallo Jane!


    Das Preis-Leistungsverhältnis hat bei Waffen noch nie eine große Rolle gespielt.
    Und zu jeder Zeit an beliebigen Orten wurde wie verrückt gerüstet. Jedes Land mit einer
    großen Flotte (USA, GB, Japan, Italien, Frankreich, Deutschland) hat die irgendwann gebaut.
    An und für sich sind Waffen ja nichts Negatives. Sie können zum Schutz dienen.
    Aber dummerweise setzen sich in fast allen Ländern irgendwann Militärs durch,
    die die Waffen einsetzen wollen. Das war und ist auch schon immer so.


    Ein interessantes Beispiel zur Rüstung sind die USA 1941-1945.
    Am 1.12.1941 war die große Mehrheit der Amerikaner gegen den Krieg und die
    Rüstungsausgaben waren niedrig. Am 15.12.1941 war die große Mehrheit für den Krieg und
    bis 1945 wurde irrsinnig gerüstet. Auch aus dieser Sicht muss man die Ereignisse des 7.12.1941 sehen.


    Viele Grüße
    Ronald

  • Hallo,


    1943 berechneten deutsche Rüstungsfirmen dem Heereswaffenamt folgende Preise (gerundet/ in RM):


    Panzer (Typ Panther) 120.000
    Panzer (Typ Tiger) 260.000
    Bomber (einschl. Ausbildungskosten): 1.140.000
    Flugbombe (Fi 103 = V1) 3.000
    Rakete (A4 = V2)
    Versuchsmuster 100.000
    Serienprodukt 50.000



    aus: Bode & Kaiser: Raketenspuren, Berlin 2001, S.58


    Viele Grüße
    Steffen

  • Hallo,


    8,8cm Flakgranate mit Zeitzünder -> 80 RM


    2cm Flakgranate -> 7,50 RM


    Gruß
    Tobias


    Quelle: Koch, Flak

    "Die Furcht trennt die, die folgen, von denen, welche selber führen."
    Kristian Eivind Espedal

  • Guten Morgen !


    Quote

    Original von ft17
    Das Preis-Leistungsverhältnis hat bei Waffen noch nie eine große Rolle gespielt.
    Und zu jeder Zeit an beliebigen Orten wurde wie verrückt gerüstet.


    Genau! Und weil das so ist und schon immer so war, ist es auch kein Thema was uns im Nachhinein beschäftigt. Wir lassen es damit auf sich beruhen, sind offensichtlich damit zufrieden... :rolleyes:


    Grüße,
    Jane

  • Hallo Jane!


    Manchmal wurde der Sieg einer Seite in einem Krieg auch durch den Einsatz modernerer (= besserer)
    Waffen erreicht. Und um einen Sieg zu erringen ist wohl jeder Waffen-Preis angemessen.
    So verfügten die USA 1898 über modernere Schlachtschiffe als ihre spanischen Gegner.
    Ein anderes Beispiel ist der Preußisch-Österreichische Krieg 1866. Dabei verfügten die Preußen
    bereits über die moderneren Zündnadelgewehre, die Österreicher nicht.
    Ein Gleichstand in der Waffentechnik wurde oft bei längeren Kriegen erreicht wenn beide Seiten wirtschaftlich
    ähnlich leistungsfähig waren.


    Die Frage der Rüstung in der Weimarer Republik finde ich gar nicht so interessant.
    Viel interessanter ist die Frage warum Kaiser Wilhelm II. keine vernünftige Politik zu Kriegsvermeidung betrieb oder
    warum man nicht schon nach dem ersten Weltkrieg an ein vereintes Europa dachte oder
    warum die USA im 1.Weltkrieg den Sieg brachten, sich dann aber aus jeder europäischen Politik heraushielten.
    Gerade der Fall Elsass/Lothringen zeigt wie sehr sich die Ansichten von 1900 von den Ansichten 2000 unterscheiden.
    Früher war es ein großes Problem unter welcher Verwaltung dieser deutschsprachige Teil war.
    Heute ist es überhaupt kein Problem, dass diese beiden Länder zu Frankreich gehören.


    Viele Grüße
    Ronald

  • Guten Morgen Ronald,


    danke für Deinen Beitrag, der unterschwellig zu einer Urteilsfindung über die Notwendigkeit der Waffen-Kostenfrage beiträgt.
    Das Thema werden wir mit weiteren Zahlen der Waffen- und Kriegs-Kosten bereichen können. Letztendlich bleiben es Zahlenspiele, gigantische Beträge die einem so fern sind, wie richtige Antworten auf die Frage, was mehr Sinn macht: Auf- oder Abrüsten...
    Der Blick in die Geschichte bleibt unerlässlich um sich weiterhin zu wundern, oder aber auch um manches besser zu verstehen...


    Liebe Grüße
    Jane

  • Quote

    Original von Caprinus


    ...Ja, die vielen Entbehrungen des Volkes mögen eine gewisse Unbedarftheit hervor gerufen haben.
    Doch das arglose finanzielle Vertrauen in die Nationalisten irritiert mich. Kann das kollektive Vakuum der Arglosigkeit gedanklich noch nicht auf die von Dir genannten Nöte zurückführen. Besonders nicht in Bezug auf die immensen Anschaffungs- und Aufbaukosten der Kriegsmaschinerie. Diese Ausgaben gingen schließlich nicht spurlos am Bürger vorbei....


    Hallo zusammen,


    passt zwar nicht ganz zum Thema "Kosten", aber hier noch ein "alter" Beitrag zum
    Thema "Kriegsanleihe" und "Mefo-Wechsel" klick => Kriegsanleihe und Mefo-Wechsel


    Einfach mal zum Querlesen.


    Gruß aus Unna


    FRank  8)

  • Hallo,


    Zum Thema Kriegsschäden und deren "Wert":


    Warschau erlitt lt. einer Studie, welche vom damaligen Bürgermeister Lech Kaczynski in Auftrag gegeben wurde, im Zweiten Weltkrieg "Materielle Schäden in Höhe von 45 Milliarden Euro" (ohne den Verlust kultureller Güter).


    aus: OZ, 20.10.2005, S.11


    Viele Grüße
    Steffen

  • Nabend.


    Zu diesem Thema hab ich auch noch etwas:


    Quote

    Es ist interessant festzustellen, was in dieser Waffengattung [ der Flakartillerie ] an Munition und auch Geld verfeuert wurde.
    Ende 1942 wurde errechnet, dass die leichte Flak durchschnittlich 4941 Granaten für einen einzigen Flugzeugabschuss benötigt hatte, die schwere Flak 3343 Granaten.
    Insgesamt waren bis dahin - also bis Mitte des Krieges - über 35,3 Millionen Flakgranaten aller Art verbraucht worden.
    Dabei kostete 1939 eine 8,8 cm-Granate nach heutigem Wert über EUR 570,00


    Viele Grüße
    Dave


    Quelle: Jean Höidal - Deutsche Erkennungsmarken. 2005

    Suche aus persönlichen Gründen alles von folgenden Einheiten:
    - I.R. 60 - I.R.64 - I.R.196 - I.E.B. 159 - Gren.E.B.188 - l. Flak Ers.-Abt. 94 - Sowie zum Fliegerhorst Werl und zum Bereich Möhnesee.

  • Hallo !


    Habe hier zwei maritime Zahlen zu den Kosten von scharfen Schüssen.


    - deutscher G7a Torpedo > 50.000 Reichsmark
    - deutscher G7e Torpedo > 25.000 Reichsmark


    Gruß,
    Rheinmetall

    "Die Sehnsucht nach der Heimat wächst mit dem Quadrat der Entfernung."
    (In Memorie of Jürgen Oesten † 05.08.2010)

  • Hallo zusammen,


    ich weiss nur von einem alten Mann mit dem ich lange bis zu seinem Tode befreundet war. Er war wohl auf der Bismark und hat mir 1000 mal die selbe Leier erzählt. Das ein einziger Schuss der Bismark vom 3. Geschützturm ( wo er scheinbar Offizier war) 30.000 RM gekostet haben soll.


    Gruss
    Maik

    Edited once, last by Maik40 ().

  • Hallo Jane,

    Quote

    Original von Caprinus
    ]Edit: Eine Blümchen in so einem Thread wirkt doch sehr bizarr ...[/COLOR]



    Stimmt, deine Aussage aber auch...

    Quote

    50 Millionen Kriegsopfer haben einen hohen Preis.


    als wenn wir das nicht wüssten...


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!


  • [IMG:http://www.smilies.4-user.de/include/Denken/smilie_denk_11.gif]


    Durch eine stressige Woche vergaß ich doch glatt, mich für die Pfingstrose hinter meine gutgemeinten Pfingstgrüße zu entschuldigen.
    Auch meine Anmerkung zu den Kriegsopfern war offensichtlich voll daneben...


    Sorry Thomas, kommt nicht wieder vor!


    Gruß & Hallo
    Jane