Borkum - 4. August 1944

  • Die Auslöser für Lynchmorde an abgesprungenen allierten Flieger konnten wohl unterschiedliche Anlässe haben. Im hieisgen Bereich war der Auslöser für das Ermorden von Angehörigen einer abgeschossenen B-17 die wenige Tage zuvor durchgeführte Bombardierung einer aus Sicht der Bevölkerung unwichtigen Ortschaft. Der Angriff war ein sogenannter TOP-Angriff auf eine Strassenkreuzung innerhalb der Ortschaft. Diese Strassenkreuzung war im Angriffplan ein sogenanntes "letztmögliches Ausweichziel" für die auf dem Rückflug befindlichen US-Bomber der 8th Airforce.
    Bei der Tatausführung waren Zivilisten die Ausführenden, ein nicht unmittelbar an der Tat beteiigter und mit einem Gewehr bewaffneter Landwachtmann wurde wegen unterlassener Hilfeleistung später durch die allierte Militärjustiz mit angeklagt. Es kam zu mehrern Todesurteilen.


    Ein in diesem LK abgesprungener deutscher Jagdflieger wurde ebenfalls von der Zivilbevölkerung mißhandelt. Erst als er sich unter den Schlägen seiner Lederjacke entledigen konnte und so die blaue Lw-Uniform sichtbar wurde
    endeten diese. Seine in deutscher Sprache vorgebrachten Worte (den Wortlaut lasse ich mal weg!!) waren zuerst vollkommen nutzlos.


    Gruß
    h.

    Edited 3 times, last by AviaB.33 ().

  • Guten Abend, Thomas, hallo, h.,


    danke für Eure Beiträge. h., sei bitte so nett und nenne die Quelle Deiner Informationen. Danke!


    Quote

    Original von AviaB.33
    Ein in diesem LK abgesprungener deutscher Jagdflieger wurde ebenfalls von der Zivilbevölkerung mißhandelt. Erst als er sich
    unter den Schlägen seiner Lederjacke entledigen konnte und so die blaue Lw-Uniform sichtbar wurde endeten diese.


    Wurde der deutsche Flieger also "versehentlich" von den eigenen Landsleuten misshandelt?
    Ist überliefert, ob den Schlägern dadurch bewußt wurde, wie grotesk und bestialisch sie gehandelt haben?


    Es grüßt Margarete

    Edited once, last by Margarete ().

  • Hallo Margarete!


    Ich möchte stellvertretend für h. eine Quelle nennen. In dem Buch "Jagdgeschwader 301/302" von Willi Reschke, Seite 86 und 87, berichtet der Autor über den tätlichen Angriff auf seine Person. Ab 1944 trugen Angehörige der Deutschen Luftwaffe gelbe Armbinden mit dem Abzeichen und Namenszug der Deutschen Luftwaffe. Diese trugen sie nicht zur Zierde, denn es kam mehrfach dazu, dass auch deutsche Fallschirmabspringer Opfer von Misshandlungen wurden.Auch in "Die Wehrmachtsuntersuchungsstelle" ,von Alfred M. de Zayas, findet man auf Seite 256 und ff. etwas interessantes zu Verwechslungen von Fliegern . Ich könnte noch mehrere Fälle mit Quellenbezug nenne, habe aber keine Zeit und Lust nachzuschlagen.
    Im übrigen waren Fliegermorde keine reine oder typisch deutsche Erscheinung. Es gab sie überall dort, wo mit dem Fallschirm abgesprungene Flugzeugbesatzungen auf gegnerischem Boden landeten. Das es auf deutschem Boden so viele Fälle von Mißhandlungen und Tötungen von alliierten Fliegern gab ist m.E. nicht erstaunlich, denn in 6 Jahren Krieg stürzten hier tausende feindliche Flugzeuge mit ihren Besatzungen ab. Dazu kommt, dass eine Strafverfolgung nur gegen deutsche Täter durchgeführt wurde. Mir ist kein Fall von Strafverfolgung in anderen Ländern bekannt.


    Rene

    Edited once, last by werne ().

  • Morjen,


    die geschilderten Ereignisse fanden am 15. August 1944 im Kreis Bitburg statt.
    Die US-Flieger gehörten zur 303rd BG, die von Sturmjägern des JG 3 u. JG 300 angegriffen wurden. Dabei wurden neuen B-17 und drei Fw 190 abgeschossen. Der deutsche Jagdflieger gehörte zum JG 3.
    Der entsprechende allierte Militärprozeß fand schon im Sommer 1945 statt, es war einer der ersten dieser Art und endete mit einigen Todesurteilen.
    (die Akten sind seit etwa 15 Jahren in meinen Unterlagen, sie können in den USA angefordert werden) In dem Ort des Geschehens ist dies auch heute noch ein Tabuthema, man ist sich dort keinerlei Schuld bewußt.
    Es gibt aber auch für den gleichen Tag Beweise für ein gegensätzliches Verhalten der Zivilbevölkerung, in einem dieser Fälle sorgte ein älterer deutscher Offizier für die korekte Behandlug der gefangenen US-Flieger mit dem Hinweis "mein Sohn ist in englischer Gefangenschaft und ich möchte das er ebenfalls nach den Kriegsregeln behandelt wird"


    Gruß
    h.

  • Guten Tag*, Rene,


    Quote

    Original von werne
    Das es auf deutschem Boden so viele Fälle von Mißhandlungen und Tötungen von alliierten Fliegern gab ist m.E. nicht erstaunlich,
    denn in 6 Jahren Krieg stürzten hier tausende feindliche Flugzeuge mit ihren Besatzungen ab.


    diese Aussage erkläre mir bitte. Soll ich das so verstehen, dass jeder abgestürzte alliierte Flieger damit rechnen mußte,
    vom deutschen Mob umgebracht zu werden, so nach dem Motto, wer hier abstürzt wird erschlagen???


    Quote

    Original von werne
    Dazu kommt, dass eine Strafverfolgung nur gegen deutsche Täter durchgeführt wurde. Mir ist kein Fall von Strafverfolgung in anderen Ländern bekannt.


    Vor zwei Monaten wußte ich noch nicht einmal, dass unsere Vorfahren abgestürzte Flieger ermordeten.
    Hast Du schon Recherchen unternommen,
    1.) um festzustellen, ob z. B. deutsche im Ausland abgestürzte Flieger von Einheimischen getötet wurden
    2.) und ob die Täter zur Rechenschaft gezogen wurden
    3.) oder entsprechende Literatur gelesen von jemandem der dazu geforscht hat?
    Falls Du noch nicht in dieser Richtung recherchiert hast, kannst Du es nicht wissen, ob Deine Aussage stimmt.



    Hallo, h.,


    danke für Deine Ergänzungen.


    Quote

    Original von AviaB.33
    in einem dieser Fälle sorgte ein älterer deutscher Offizier für die korekte Behandlug der gefangenen US-Flieger
    mit dem Hinweis "mein Sohn ist in englischer Gefangenschaft und ich möchte das er ebenfalls nach den Kriegsregeln behandelt wird"


    ......so ging es also auch..........!


    Es grüßt Margarete


    edit: Wort vergessen*

    Edited once, last by Margarete ().


  • Vor zwei Monaten wußte ich noch nicht einmal, dass unsere Vorfahren abgestürzte Flieger ermordeten.
    Meine Vorfahren haben keinen abgestürzten Flieger ermordet! Bitte keine Verallgemeinerungen und Pauschalierungen!
    Ich habe noch keine Webseite über Lynchmorde an deutschen Fliegern und dazugehörende Gerichtsprozesse gefunden.
    Hast Du schon Recherchen unternommen,
    1.) um festzustellen, ob z. B. deutsche im Ausland abgestürzte Flieger von Einheimischen getötet wurden
    Antwort:ja. Nachforschungen über die III./K.G.51 zum 22.6.1941
    2.) und ob die Täter zur Rechenschaft gezogen wurden
    Antwort:nein,da Angehörige der Roten Armee und des NKWD nicht ermittelt werden konnten.
    3.) oder entsprechende Literatur gelesen von jemandem der dazu geforscht hat?
    Antwort: ja


    Falls Du noch nicht in dieser Richtung recherchiert hast, kannst Du es nicht wissen, ob Deine Aussage stimmt.
    Auf der Webseite "Fliegerlynchmorde" sind Ergebnisse meiner Nachforschungen vermerkt, dass heißt Herr Wachholz erhielt seinerzeit die Ergebnisse in Kopien. 7./10.12.1944 Ermordung von Neil Francis McGladrigan 16. und 17.4.1945 Ermordung von zwei amerikanischen Fliegern. Damit kein falscher Eindruck erweckt wird! Für mich sind Fliegermorde Verbrechen! Rene

  • Hallo, Rene,


    gut, dass Du erklärt hast, dass für Dich Morde an Fliegern Verbrechen sind. Das war mir auf Grund Deiner Wortwahl nicht klar.


    Rene, die Pauschalisierungen hast Du ins Spiel gebracht mit der Aussage, dass sich jeder abgestürzte Flieger auf Lynchmord
    einstellen muß.
    Das führt dann natürlich zu der Schlussfolgerung mit den Vorfahren.


    Einigen wir uns darauf, das das geschriebene Wort manchmal zu Missverständnissen führt?


    Es grüßt Dich Margarete

  • Hallo Rene,


    ich kann Deine pauschale Betrachtungsweise "Alle alliierten Flieger..." so nicht nachvollziehen.
    Zumindest gab es nach dem 3.9.39 eine längere Zeit, in der abgeschossene alliierte Flugzeugbesatzungen nach den Grundlagen der Haager Landkriegsordnung behandelt wurden. Erst recht zum Ende des Krieges, als es D mächtig an den Hals ging, sind solche Auswüchse geduldet und staatlich sanktioniert worden. Aber selbst in diesen Zeiten gab es Menschen, die sich dem besiegten Kriegsgegner gegenüber fair verhalten haben, und das war nicht nur eine Minderheit!


    Grüße
    Fred

    Halle/Saale: Heeres- und Luftnachrichtenschule // Siebel Flugzeugwerke

  • Hallo, Fred !


    Zitat:


    " Erst recht zum Ende des Krieges, als es D mächtig an den Hals ging,
    sind solche Auswüchse geduldet und staatlich sanktioniert worden"


    Wo hat der Staat etwas sanktioniert ? Oder verstehe ich Dich falsch ?


    Lynchmorde wurden nicht sanktioniert, es gab Erlasse, abgeschossene Bomberbesatzungen, dem "Volkszorn" nicht zu entziehen !
    Ich habe diese Erlasse weit am Anfang diesen Threads, hier gepostet.



    Gruß
    Gerd

    Gruß
    Gerd (der aus Bielefeld)

  • Quote

    Original von FredT
    Hallo Rene,


    ich kann Deine pauschale Betrachtungsweise "Alle alliierten Flieger..." so nicht nachvollziehen.
    Zumindest gab es nach dem 3.9.39 eine längere Zeit, in der abgeschossene alliierte Flugzeugbesatzungen nach den Grundlagen der Haager Landkriegsordnung behandelt wurden. Erst recht zum Ende des Krieges, als es D mächtig an den Hals ging, sind solche Auswüchse geduldet und staatlich sanktioniert worden. Aber selbst in diesen Zeiten gab es Menschen, die sich dem besiegten Kriegsgegner gegenüber fair verhalten haben, und das war nicht nur eine Minderheit!


    Grüße
    Fred


    Hallo Fred!


    Hier gebe ich Dir Recht! Meine Aussage bezog sich auf den Zeitraum Mitte 1944 bis Kriegsende, hätte das deutlich hervorheben sollen. Ich kenne ebenfalls Beispiele, wonach gefangene Flieger korrekt behandelt und Gefallene mit militärischen Ehren begraben wurden.
    Nicht seit es D mächtig an den Hals ging, sondern mit erscheinen der US-Bomber und Begleitjäger ab Ende 1943 setzte eine langsame Verrohung im Umgang mit gefangenen alliierten Fliegern ein.
    Dazu möchte ich meine Sicht der Dinge kurz darstellen. Am Fallschirm erschossene deutsche Flieger, Tieffliegerangriffe und das zerbomben einer Stadt nach der anderen war die Realität dieser Zeit. Wehe einem dieser "Täter", der aus seiner relativen Sicherheit hoch oben , durch Abschuss oder technischen Mangel herausgerissen wurde und in Feindeshand fiel. Womit hat einer, der eine Stadt mit Bomben bewarf oder einen Zug beschoss zu rechnen? Warum sollte es ihm anders ergehen, als einem Soldaten an irgendeiner Front? Nach dem letzten Schuss die Hände heben um dann ins Kriegsgefangenenlager mit voller Kost und Logie gebracht zu werden? Göbbels sprach vom "Totalen Krieg" und es war ein totaler Krieg, bei dem es keine Hemmungen mehr gab. Trotzdem haben sich viele dieser Gewaltspirale entgegengestemmt und sind Mensch geblieben. Das zeigen auch die Zahlen der gefangenen englischen ( ca.9700 ) und amerikanischen (ca.18000 ) Flieger.


    Gerds letzte Aussage zum staatlichen Sanktionismus stimme ich ebenfalls zu!
    Soviel ich weiß,soll sich Göring gegen diese Erlasse gewehrt und "seine Luftwaffe" angewiesen, gefangene feindliche Flieger korrekt zu behandeln.


    Rene


    Passend zu diesem Thema, eine kurze Geschichte.
    Leslie J. Tyler, Navigator einer B-17 wurde am 15.3.1945 bei Bad Muskau abgeschossen. Er wurde von deutschen Soldaten gefangengenommen und korrekt behandelt. Seine persönlichen Sachen und Fluchtration durfte er bis auf seine Rasierseife behalten. Nachdem er der Polizei übergeben wurde verlor er alle persönlichen Gegentände, die er bei sich trug. Auch wurden er und seine Kameraden schikaniert. Der Marsch ins Gefangenenlager nach Oberursel führte die drei Flieger mit ihren Bewachern durch Dresden. Hier interessierten sich Zivilisten für sie und angestachelt durch die Wachen entwickelte sich eine Lynchstimmung. Nur das plötzliche ertönen der Luftschutzsirene rettete die Gefangenen, so beschrieb es Tyler im Jahr 2000. So komisch es auch klingen mag, Tyler hatte Verständnis für die Zivilisten, denn: "... ich sah, was wir ihnen angetan hatten!" Das ist auch in seinem Buch "Wild Blue Yonder" nachzulesen

    Edited once, last by werne ().

  • Hallo und danke für eure Antworten.


    Eine staatliche Sanktionierung ist in meinen Augen schon damit geleistet, daß man sich nicht ausdrücklich zur Haager Landkriegsordnung bekennt und gegen den sog "Volkszorn", der ja wohl mehr einer der NSDAP und ihrer Gliederungen war, vorgeht, nein schlimmer, ihn billigend(!) in Kauf nimmt und die Täter geradezu belobigt.


    Mit "an den Hals" meinte ich schon diese Zeit, denn nicht umsonst hatte ja J.G. seine Sportpalastrede gehalten, schließlich befand sich D nicht (mehr) auf dem Weg zum (End)Sieg...


    Grüße
    Fred

    Halle/Saale: Heeres- und Luftnachrichtenschule // Siebel Flugzeugwerke

  • Guten Abend, allen Mitlesern,


    Quote

    Original von Margarete vom 10.01.2011
    Wie läßt sich feststellen, welche militärischen Einheiten am 4. August 1944 auf Borkum stationiert waren?


    Auf diese Frage hatte ich hier im Forum (bisher) keine Antwort gefunden. Nun hat Johann Heinrich einem neuen Mitglied
    diese Frage beantwortet. Bitte dem Link folgen.....
    http://www.forum-der-wehrmacht…?postid=227871#post227871


    Quote

    Original von Lemmy vom 31.01.2011
    Und was hat Goebbels jetzt genau angeordnet, eine Aufforderung oder einen direkten Befehl und wenn was für einen Befehl ?


    Habe die anliegenden Dokumente gefunden, fragt mich bitte nicht nach der Quelle, ich weiß sie nicht :rolleyes:. (Vom Inhalt distanziere ich mich ausdrücklich!)


    Es grüßt Margarete

  • Guten Abend, allen Mitlesern,


    anliegend gefundene Dokumente zur Thematik Lynchjustiz.
    Stelle die Dokumente zur Information und Vervollständigung ein, nicht zur Rechtfertigung von Lynchjustiz!
    Einiges wurde im Verlauf dieses Beitrages schon erwähnt, finde diese Zufallsfunde aber ganz interessant.
    Ihr hoffentlich auch......


    • Oktober 1944 - Schreiben der Kreispolizeistelle ... an den Landrat Ahrweiler mit der Abschrift eines
      Briefes des "Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des SD Wiesbaden" an Gestapo und versch.
      Polizeistellen. Quelle: NARA T1021 R10 Frame 787


      Inhalt: Es wird berichtet, dass die Wehrmacht häufiger ein "entsprechendes Vorgehen der Bevölkerung"
      gegen abgesprungene (alliierte) Flieger durch Fest- und Inschutznahme verhindert. Der unterzeichnende
      SS-Obersturmführer fordert zur Berichterstattung solcher Fälle auf.


    (Zur Erinnerung: im Fall von Borkum erfolgte die Lynchjustiz an den amerikanischen Fliegern hauptsächlich durch
    Wehrmacht- und Marineangehörige.)


    • Juni 1944 Volksjustiz - Ein Meister der Schutzpolizei versuchte einen alliierten Flieger zu schützen
      und teilte anscheinend Boxhiebe aus. Quelle: NARA T1021 R13 Frame 868


    Gerd, danke für Deinen Hinweis (jetzt weiß ich auch wieder, wo ich die Dokumente her hatte..... :rolleyes:).


    Es grüßt Margarete

  • Moin zusammen,


    bin zufällig dieser Tage noch mal in die Gegend von Oberndorf/Oste gekommen und weiß nun nach einem Gespräch mit einem älteren, örtlichen Gastwirt, dass damals das ganze Dorf wusste, wer den Piloten, der dort herunter kam, erschlagen hat. Aber alle haben geschwiegen. Nun erst werden erste Namen genannt.


    Gruß, Gruß
    Keilforscher

  • Hallo!


    Quote

    Margarete: ... Deine rechtfertigenden Erklärungen reichen mir nicht, um dieses Phänomen von abhanden gekommenderMenschlichkeit zu erklären. ...


    Und diese???


    Teilweise denke ich, wäre dies ein Ansatz für eine Erklärung... wenn auch kein vollständig zufriedenstimmender ... ich bin mir sicher, dass ein Teil aus solchen und ein anderer Teil aus solchen Gründen gehandelt hat. Wer von uns mag das aber zu beurteilen?!?


    Grüße
    Sven

  • Quote

    Original von Sven30
    Hallo!


    Und diese???
    Teilweise denke ich, wäre dies ein Ansatz für eine Erklärung... wenn auch kein vollständig zufriedenstimmender ... ich bin mir sicher, dass ein Teil aus solchen und ein anderer Teil aus solchen Gründen gehandelt hat. Wer von uns mag das aber zu beurteilen?!?


    Grüße Sven


    Hallo, Sven,


    ich bin gerade richtig ärgerlich!!!! Du suchst immer noch nach Rechtfertigungen für Unmenschlichkeiten. Krieg ist einfach nur Dreck und nichts anderes.
    Nie-Nie-Niemals werde ich akzeptieren, dass wir Menschen die größten Bestien auf diesem unserem Planeten sind.
    Uns wurde Verstand gegeben; unser Intellekt befähigt uns, eine Wahl, eine Entscheidung zu treffen.
    Und wenn Du hier noch 100.000 ekelerregende Grausamkeiten anführst, die die Gegenseite Deutschen angetan hat, ändert es nichts daran, dass das,
    was auf Borkum geschehen ist, Unrecht war.


    Und weißt Du was, Sven, als vor ein paar Jahren die Überlebenden amerikanischen Flieger die Insel besuchten, hat es der Bürgermeister (Herr Akkermann)
    nicht für nötig befunden, an der Trauerfeier teilzunehmen.


    Auf Borkum wird ein Buch verkauft. Es nennt sich grosskotzig "Das Polizeibuch". Mal davon abgesehen, dass der Titel Erwartungen hervorruft, die der
    Inhalt in keinster Weise erfüllt, versucht der Autor darzustellen, dass die Insel Borkum der einzige Flecken im Großdeutschen Reich war, auf dem es weder
    Antisemitismus gab noch Hitler-Hörige (obwohl an Borkumer Hotels lange vor dem Kriegs zu lesen war "Juden nicht erwünscht"). Dieses Buch hat erreicht,
    dass ich mit Sicherheit niemals einen Fuß auf diese Insel setzen werde. Ich will nichts mit Leuten zu tun haben, die zu feige sind, sich ihrer eigenen Ver-
    gangenheit zu stellen und sie einfach verleugnen.


    Ich bin überzeugt davon, die wirklich gefährlichen Menschen dieser Welt sind die Feiglinge!!!! Die schlagen nämlich als Erste auf andere ein, wenn ihnen
    so ein Drecksregime wie es unter Hitler bestand, die Möglichkeit dazu gibt.


    Margarete

    Edited once, last by Margarete ().

  • Hallo,


    Margarete


    sorry aber Du hängst Dich ganz schön weit aus den Fenster.


    Stell Dir mal vor wie es zu der Zeit war. Und einer deiner Verwandten oder aus deiner Familie wurde durch Bomben getötet. Und dann steht dir einer dieser Piloten gegenüber.


    Es ist immer so schön jetzt heute zu urteilen und sich als Gutmenschen zu beschreiben und darzustellen.


    Sorry meine Meinung.


    Ich will diese Verbrechen nicht verharmlosen. Keinesfalls.


    Und Du hast recht das Krieg Sch...ist. Ich bin froh das ich keinen Krieg miterleben musste. Weil ich durch Erzählungen meines Opas (Teilnehmer des 1 WK), Oma (die die Bombadierung von Halberstadt erleben musste) Mutter usw (die auch noch den 2 WK erlebten) weiss wie schlimm Krieg ist.


    Aber wie oben geschrieben, ich urteile nie über die Bewohner dort. Weil man sich einfach nicht reinversetzen kann.

    Mit freundlichen Grüßen
    der Benutzer

    Edited once, last by Benutzer ().

  • Guten Morgen allerseits!


    Quote

    Margarete: … Du suchst immer noch nach Rechtfertigungen für Unmenschlichkeiten …


    … hierzu ein klares: NEIN!


    Ich wollte mit dem Beitrag hier keine neue „hitzige“ Diskussion entflammen, Mitgliedern des Forums zu nahe treten oder diese verärgern. Ich suche auch nicht „krampfhaft“ irgendwelche Rechtfertigungsgründe oder Erklärungen für geschehene Taten, aber dennoch möchte ich darauf verweisen, dass es in der Rechtsprechung verschiedene Rechtfertigungsgründe existieren, die besonders solche Situationen versuchen zu erklären sowie auch zu handhaben. Besonders möchte ich mir auch nicht anmaßen über Menschen zu urteilen, die die schlimmsten Situationen erlebt haben und dannach „ekelerregende Grausamkeiten“ getan haben.


    Zu den Rechtfertigungsgründen gibt es eine Vielzahl von Arten zu denen u.a. die Notwehr, der rechtfertigende Notstand, der Defensivnotstand, der Aggressivnotstand, die subjektive Einwilligungen, etc. gehören. Wichtig ist hier u.a., dass man bei der Notwehr auch zwischen einem stenischen sowie asthenischen Affekt unterscheidet, sprich bei unverhältnismäßigen Notwehrhandlungen, die aus der Situation heraus durch den Handelnen verübet werden…. Keiner sollte also hier pauschalisieren sondern situativ sich ein Urteil bilden…


    Quote

    : Margarete: …Krieg ist einfach nur Dreck und nichts anderes. …


    … keiner behauptet hier das Gegenteil und ich stimme dir da eindeutig zu.


    Quelle:
    - Studienkommentar Strafgesetzbuch von Joecks


    - Strafrecht, Strafverfahrensrecht, Ordnungswidrigkeitenrecht: Lehr- und Arbeitsbuch in praxisbezogener Darstellung von Lübkemann


    Grüße
    Sven


    Edit: Rechtschreibung