Borkum - 4. August 1944

  • Guten Tag,


    auf N3 in der Serie „Inselgeschichten“ wurde in der letzten Woche über die Insel Borkum berichtet.
    Mit Erstaunen vernahm ich die Geschichte über ein amerikanisches Flugzeug, das am 4. August 1944
    auf der Insel notlandete.


    Die Besatzung des Bombers wurde nicht etwa eingesperrt, sondern die Männer wurden einzeln durch ein
    von Borkumer Bürgern gebildetes Spalier geschickt und von eben diesen Bürgern mit Schaufeln u. a. ge-
    schlagen. Am Ende wurden sie per Kopfschuss getötet.


    Seit 2003 gibt es einen Gedenkstein. Bei der offiziellen Feierstunde waren zwei ehemalige Besatzungs-
    mitglieder des Bombers anwesend. Diese beiden hatten überlebt, weil sie vor der Notlandung des Flug-
    zeuges abgesprungen waren.


    Weil mich diese Geschichte interessiert, habe ich nach Informationen im Netz gesucht und etwas gefunden
    und möchte diese mit den Lesern dieses Forums teilen:


    Fliegerschicksale.de - Quelkhorn - Borkum 04.08.1944
    Die Geschichte der sieben amerikanischen Flieger und der weitere Weg der beiden abgesprungenen
    Männer wird detailliert beschrieben. Es finden sich zusätzliche Angaben.


    Borkum Remembers Murdered US Prisoners
    Artikel (englisch) über die Gedenkfeier am 4. August 2003 auf Borkum


    Jewish Virtual Library - Flyers Cases
    Die website befasst sich mit Verbrechen, die "Fliegern" angetan wurden. Es finden sich die Urteile im Original.


    Case No. 12-489 und Case No. 12-485 betreffen den hier geschilderten Fall auf Borkum.


    Case No. 12-489 (US vs. Kurt Goebell et al) Tried 22 March 46
    Akkermann, Jan J.....................Tod durch Erhängen
    Albrecht, Guenther....................6 Jahre Haft
    Geyer, Karl ..............................4 Jahre Haft
    Goebell, Kurt ...........................Tod durch Erhängen
    Heinemann, Heinrich.................18 Jahre Haft
    Krolikovski, Walter....................Lebenslange Haft
    Mammenga, Gustav..................20 Jahre Haft
    Meyer-Gerhards, Klaus
    Pointner, Johann......................5 Jahre Haft
    Rommel, Heinrich.....................2 Jahre Haft
    Schmitz, Johann Josef..............Tod durch Erhängen
    Seiler,Jakob............................Tod durch Erhängen
    Weber, Karl.......................... ..25 Jahre Haft
    Wenzel, Erich........................ .Tod durch Erhängen
    Witzke, Heinz..........................11 Jahre Haft"


    Case No. 12-485 (US vs. Ernst Mueller) Tried 19 March 46
    Mueller, Ernst
    (auf Seite 2 befinden sich die Urteile)


    Es grüßt Margarete

  • Quote

    Original von Margarete
    Weil mich diese Geschichte interessiert, habe ich nach Informationen im Netz gesucht und etwas gefunden und möchte diese mit den Lesern dieses Forums teilen:


    Hallo Margarete,


    leider sind die von Dir geschilderten Vorkommnisse kein Einzelfall.
    Es scheint, als hätten ungezählte alliierten Flieger besonders häufig des Volkes hemmungslosen Zorn zu spüren bekommen. Wehrlos Flieger haben die Gefangennahme durch Selbstjustiz der Deutschen mit ihrem Tod bezahlen müssen.
    Es gab auf diesem Gebiet so viele Opfer, das es auch immer wieder ein Thema für die Historiker wurde.
    Hier noch ein Artikel dazu, in dem der von Dir auserwählte Fall auch erwähnt wird:


    Systematischer Mord


    Gruß, Jane

  • Hallo allerseits!


    Ich kann hierzu nur eine sehr gute psychologische Erklärung für dieses Phänomen empfehlen. Im Buch "Das Antlitz des Krieges: Die Schlachten von Azincourt 1415, Waterloo 1815 und an der Somme 1916" von John Keegan erklärt sich der Autor eine solche menschenunübliche Brutalität wie folgt: Solche Situationen kommen oft zustande, wenn sich ein Mensch (Soldat oder Zivilist), sich in einer militärischen Konfrontation befand, in der um sein Leben fürchten muss, weil er der technisch Unterlegene war. Ein technische Unterlegenheit entsteht immer dann, wenn ein Kombatant sich auf technische Errungenschaften stützen kann, welche dem anderen nicht vorliegen. Dieses muss nicht nur duch die Technick entstehen, sondern kann auch durch die Unterschiede der verschiedenen Waffgattungen entstehen.


    Beispiele:
    Der gemeine Infanterist bis zum I. WK sah jeden feindlichen Kavalleristen (hoch zu Ross und mit Säbel oder Lanze) als technisch überlegen an.


    Jeder Infanterist sah jeden ab dem I. WK jeden feindlichen Panzermann (in seinem Panzerfahrzeug mit vielen verschiedenen Waffen) als technisch überlegen an.


    Jeder Panzermann sah jeden feindlichen Kampfflieger (hoch über einem, mit Bomben odern Bordmaschinenkanonen ausgestattet) als technisch überlegen an.


    Jeder Infanterist sah jeden Infanteristen, welche eine befestigte Stellung verteidigte, mit einem MG bewaffnet oder einem Flammenwerfer war, als technisch überlegen an.


    Jeder Infanterist, welcher mit einem MG bewaffnet oder einem Flammenwerfer war, sah einen Scharfschützen all technisch überlegen an.


    Und so weiter....


    Diese Situation ändert sich schlagartig, wenn ein technischer Vorteil plötzlich nicht mehr gegeben ist:
    - die Panzerbesatzung muss ausbooten wegen Bewegungsunfähigkeit des Panzers,
    - die Bunkermannschaft muss den Bunker verlassen, weil der Bunker umgangen wurde oder die Lebensmittel verbraucht sind
    - ein Pilot muss abspringen, weil sein Flugzeug abgeschossen wurde, etc. ...


    Kurz: je mehr verschiedene Waffengattungen, mit unterschiedlichen technischen Vor- und Nachteilen sich gegenüberstehen werden, desto mehr wird immer die Gefahr bestehen, dass der technisch Unterlegene seine plötzliche Dominaz oder seinen Vorteil der Situation in Hass umschlagen lassen wird und dem ehemals technisch Überlegenen seinen angestaute Angst oder Frust zukommen lassen wird...



    Meine Meinung: Genauso dürfte es (teilweise, abgesehen von der deutschen aqufgeheizten Propaganda) allgemein bei Zivilisten gewesen sein, welche immer wieder um ihr Leben fürchten mussten, ihre Verwandeten ausgraben mussten oder nur ihr Eigentum haben verbrennen sehen...


    ...
    Sven

  • Hallo, Sven,


    Deine rechtfertigenden Erklärungen reichen mir nicht, um dieses Phänomen von abhanden gekommender
    Menschlichkeit zu erklären.
    Hinzu kommen natürlich die Propaganda eines Wahnsinnigen (wie der von Jane verlinkte Artikel zeigt),
    Hass auf die Bombenabwerfer, eine gehörige Portion Größenwahn und ein verdrehtes Rechtsempfinden
    der Täter gepaart mit übersteigertem Machtbedürfnis.
    Und ja, natürlich wußte man auf Borkum auch von den Bombenopfern in Hamburg.


    Das alles ist für mich immer noch kein Grund (und schon gar keine Rechtfertigung), Kriegs-
    gefangene zu quälen und/oder umzubringen. Nirgendwo auf der Welt!


    Es grüßt Margarete

  • Hallo Margarete!


    Sorry, aber du musst mich da wohl ziemlich missverstanden haben, denn ich sprach von einer "psychologischen Erklärung für dieses Phänomen" und nicht für eine "rechtfertigende Erklärung"... eine Rechtfertigung gibt es hierfür bestimmt nicht, maximal einen stenischen Affekt der Beteiligten, also eine Handlung aus Wut, Zorn oder ähnlichen Gefühlsregungen heraus ... wie gesagt: keine Rechtfertigung!


    Grüße
    Sven

  • Guten Morgen Forum !


    Hier etwas, warum es zu solchen Morden gekommen ist:





    Gruß Gerd

    Files

    Gruß
    Gerd (der aus Bielefeld)

  • Guten Morgen


    Die angebrachten Erklärungsversuche (ob nun Buch, oder pers.) klingen für mich ziemlich militärisch und politisch eingefärbt und propagiert.
    Sie hadern auch in aller Deutlichkeit mit dem Spiegelbericht, der augenscheinlich nicht von militärisch vorbelasteten Autoren verfasst wurde.
    Es geht hier doch um Morde, die aus der Zivilbevölkerung heraus an alliierte Flieger passierten, nicht um Soldaten, wo die einen mehr- oder weniger bewaffnet waren!


    Es ist anzuzweifeln, ob die Bewohner der kleinen Insel Borkum wussten, dass irgendwo auf dem Festland Frauen und Kinder auf Feldern ihr Leben durch feige Feind-Angriffe verloren...
    Da ist viel Regime-Geschwätz enthalten, worauf sich keine plausiblen Erklärungen für stattgefundene Lynchmorde aufbauen ließen.


    War es nicht viel mehr die bittere Pille der Gewissheit, dass der Krieg verloren war?
    Der einstige Stolz und Fanatismus eines ganzen Volkes war jäh zerstört.
    Über diese (Ent)Täuschung wurden selbst im abgelegensten Winkel der Nation simple, niederen Instinkte bei den Bürgern freigesetzt. Ein nebulöses Gebräu aus Rache, Wut, Enttäuschung, kriegsbedingte Verrohung und gekränkte Eitelkeiten. Schließlich glaubte man doch allen anderen Ländern in fast jeder Beziehung überlegen zu sein, erst recht auf eigenem Grund und Boden ...


    Grüße, Jane

  • Hallo, Jane und alle Anderen !


    Das sog. 3.Reich fusste doch auf Lügen.


    Das Goebbelsche Ministerium sorgte für Verzerrungen, Unwahrheiten, falschen Behauptungen.
    Die Propaganda suggerierte der Bevölkerung, dass Wochenschau Berichte und Rundfunk Reportagen der Wahrheit entsprachen.
    Das diese Berichte und Reportagen in Wirklichkeit Märchen waren, haben die Wenigsten
    erkannt.


    So, wenn in einem Wochenschau Bericht erklärt wurde, dass "angloamerikanische"* und englische Bomber Piloten Schuld am Tod von Frauen und Kindern waren, wurde dies geglaubt; dass die Verantwortlichen aber Hitler und Co waren, wollte fast Niemand wahrhaben. (" Unsere Mauern brachen, unser Wille nicht "...)


    Die Suggestion hält ja bis Heute an, aber das wäre ein neuer Thread


    Borkum ist ja für Lynch Justiz kein Einzelfall, es gab, z.B. Pforzheim


    Auf "Arte" lief vor einiger Zeit zum Thema Propaganda und Lügen im 3. Reich eine sehr interessante Dokumentation


    * dieser Begriff stammt aus der Goebbels Propaganda


    Gruß Gerd

    Gruß
    Gerd (der aus Bielefeld)

  • Hallo,

    Quote

    Original von Caprinus
    Es ist anzuzweifeln, ob die Bewohner der kleinen Insel Borkum wussten, dass irgendwo auf dem Festland Frauen und Kinder auf Feldern ihr Leben durch feige Feind-Angriffe verloren...


    das war wohl auch nicht nötig wenn es Leute gab, die es geschafft haben, Vorgaben des Regimes an den Mann zu bringen:


    Zitat aus einem Link von Margarete:

    Quote

    Ein Feldwebel erhielt den Befehl, mit sieben Soldaten die Gefangenen zum Hafen zu führen. Der Wachmannschaft wurde der berüchtigte Goebbels-Erlaß des Reichspropagandaministers ins Gedächtnis gerufen, der den Wachmannschaften verbot, bei Übergriffe der Bevölkerung gegen abgeschossene feindliche Flieger einzugreifen. Der Abstand der Gefangenen sollte 5-6 Meter betragen und die Gefangenen mußten ständig die Hände über den Kopf halten. Noch vor dem Abmarsch wurde ein Wachsoldat, der nicht streng genug zu den Gefangenen war, ausgetauscht. Als die Marschkolonne die obere Strandpromenade ereichte, bildeten dort eine Gruppe von etwa 60 Männern des Reichsarbeitsdienstes, die dort Arbeiten ausführten, ein Spalier durch das die amerikanischen Flieger laufen mußten. Die Reichsarbeitsdienstmänner schlugen mit Spaten und Fäusten auf die Wehrlosen ein. Die Wachsoldaten griffen nicht ein. An der Ecke Bahnhof / Franz-Habich-Straße kam es zu Übergriffen der Bevölkerung, angestachelt durch Zurufe des Bürgermeisters Jan "Varus"Akkermann. Wieder griffen die Wachsoldaten nicht ein. Auch auf dem Weg zum Rathaus hielt sich die Borkumer Bevölkerung nicht zurück und es gab weitere Übergriffe. Auch hier schritten die Wachsoldaten wiederum nicht ein. Einer der nun sehr erschöpften und demoralisierten Amerikaner brach am Rathaus zusammen. Aus der Menschenmenge trat der Gefreite Erich Langer, der gerade von seinem Wachdienst im französischen Kriegsgefangenenlager kam, und erschoß mit seiner Dienstpistole den am Boden liegenden Amerikaner. Der Verletzte wurde in das Gebäude des Sicherheitshilfsdienstes gebracht und verstarb dort etwa eine Stunde später. Die Wachsoldaten setzten ihren Marsch mit den sechs Verbliebenen fort, es wurde nicht einmal der Versuch unternommen den Todesschützen zu stellen.


    Damals reichte es wohl als Legitimation aus, wenn einer von der "Obrigkeit", der Bürgermeister, dazu seinen Segen gab.


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Guten Tag, allen,


    Sven, gut, dass Du mich darauf hinweist, dass ich Dich falsch verstanden habe! ;)


    Gerd, danke für die beiden interessanten Dokumente.


    Quote

    Original von Huba
    Damals reichte es wohl als Legitimation aus, wenn einer von der "Obrigkeit", der Bürgermeister, dazu seinen Segen gab.


    Ich denke, dass ist heute nicht anders (siehe: Milgram-Experiment). Viele Menschen folgen
    nach wie vor der Obrigkeit wie dumme Schafe und glauben auch noch, im Recht zu sein.
    Mit Sicherheit hätte ich nicht zu denjenigen gehört, die den Gefangenen etwas angetan hätte.
    Allerdings weiß ich nicht, ob ich den Mut gehabt hätte, dagegen einzuschreiten.
    Unrecht bleibt es aber allemal!


    Es grüßt Euch Margarete

  • Hallo allerseits!


    Ich denke mal ein Thema bezüglich eines Kriegsverbrechen dürfte immer ein wenig heikler sein, als wie zum Beispiel die Identifizierung eines Fahrzeuges oder die chronologische Auflistung einer Einheit...


    Nichts desto trotz habe ich hier noch zwei interessante Seiten für euch:


    Die erste Seite behandelt sämtliche Lynchmorde in Deutschland während des II. WK´s, wobei man wiederum erkennt, dass der o.g. Fall (ausgeführt durch Zivilisten) wahrscheinlich als Einzelfall gewertet werden dürfte:
    www.flieger-lynchmorde.de/Text/auflistung.htm


    Der zweite Link ist ein Artikel aus dem Spiegel, welcher über einen britischen Historiker, der die brit. Bombadierungen von Deutschland während des II WK als unverhältnismäßig kritisiert:
    www.spiegel.de/spiegel/print/d-25832003.html


    Wünsche euch allen einen Guten Rutsch und bis nächstes Jahr!


    Grüße
    Sven

  • Hallo zusammen,

    Quote

    Original von Sven30
    Ich denke mal ein Thema bezüglich eines Kriegsverbrechen dürfte immer ein wenig heikler sein,


    ja Sven, liegt in der Natur der Sache, trotzdem liegt es immer an uns, wie sachlich, ob fruchtbar, ob fair geführt, so eine Diskussion verläuft.


    Margarete,
    ich sehe schon einen Unterschied zwischen Herdentieren damals und heute, andere Vorraussetzungen.
    Und ob du, oder ich, eingegriffen hätten....werden wir nie erfahren.


    Ich muss zugeben, dass viele deiner Threads sehr "schwer" sind, schwer im Sinne von Mitreden, einfach drauf losplappern.
    Gerade das macht deine Dinger so gut, wer hier mitreden will muss sich informiert haben, hier reicht kein berüchtigter Einzeiler.
    Mir fehlt oft, leider, einfach die Zeit, um mich da einzulesen, mich zu informieren, das tut mir leid und ärgert mich auch.
    Das mich solche Themen interessieren beweise ich mir seit geraumer Zeit verstärkt immer wieder selbst, die letzten Buchkäufe hatten alle etwas mit Gestapo, Auschwitz, Vernichtungslager zu tun, dummerweise muss ich diese Bücher immer zwei bis dreimal lesen um die Fülle an Informationen zu verstehen, zu verarbeiten, in mein kleines Hirn aufzunehmen.


    Man möge mir mein OT verzeihen...


    Grüße Thomas

    Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht!

  • Hallo,
    in der Gegend in der ich aufgewachsen bin, kam es am 24.12.1944 auch zu so einem Mord. Obwohl die Zivilbevölkerung auch Tiefangriff erleiden musste, war es der Ortdgruppenleiter, der einen abgesprungenen amerikanischen Jägerpiloten während der Überführung nach Laubach einfach so erschoss. Kann man in dem Buch "Mord in Freienseen" nachlesen.
    Auch in Heft 7 der Niddaer Geschichtsblättern sind dem Ereignis ein paar Seiten gewidmet.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Moin Sven,


    Quote

    Original von Sven30
    wobei man wiederum erkennt, dass der o.g. Fall (ausgeführt durch Zivilisten)


    Nein Sven, eben nicht!
    Lese bitte die geposteten Links bitte richtig, bevor hier ein falsches, verharmlosendes Bild entsteht. Borkum war eben KEIN Einzelfall.


    Noch ein weiterer Bericht zu zivilen Lynchmorden:
    Tödliche Jagd


    Beste Grüße
    Jane

  • Euch Allen ein frohes neues Jahr !


    @ Sven


    Allein auf der von Dir zitierten Seite


    http://www.flieger-lynchmorde.de/Text/auflistung.htm


    finde ich von Juli 1943 bis August 1944 10 Fälle von Lynchmorden, die von Zivilpersonen
    begangen wurden !
    Nach diesem Zeitraum, wurden weitere Lynchmorde an Bomberbesatzungen verübt.


    In Rüsselsheim wurde die Besatzung eines abgeschossenen amerikanischen Bombers
    vom Mob ( Zivilisten ) durch die Stadt geprügelt und erschlagen.


    In Pforzheim geschah dies auch , nach dem schweren Luftangriff 1945.


    Alles "nur" Einzelfälle ?


    Gruß Gerd

    Gruß
    Gerd (der aus Bielefeld)

  • Hallo,


    der Fall Freienseen ist hier dokumentiert:


    Koller, Hans-Peter:
    Der Fliegermord von Freienseen : eine Dokumentation. - Giessen : Anabas-Verl., 1995. - ISBN 3870382716



    Grüße
    Fred

    Halle/Saale: Heeres- und Luftnachrichtenschule // Siebel Flugzeugwerke

    Edited once, last by FredT ().

  • Hallo,


    hier habe ich mal über einen anderen Fall aus dem Landkreis Gießen geschrieben:


    http://forum-der-wehrmacht.de/thread.php?threadid=10491


    Und hier geschah ganz in der Nähe ähnliches:


    Quote

    Lt. Hugh Evans and crew suffered the most dreaded fate of any bomber crew of the war. Aircraft # 43-37713 Others who did not return directly to base were 43-37713 received a direct hit by FLAK and went down immediately over the town of Zeitz, Germany, about 20 miles S.W. of Leipzig. The exact location was near the small town of Rebgeshain, Germany. The fate of the crew was the subject of confusion as the crew was seen to walk away from the plane after a belly landing. Why were four crewmen listed as KIA? The answer caused this author to find the answers and was shocked at the findings described below.
    Just after the release of the last seven bombs on the target, aircraft # 43-37713 was hit by FLAK and immediately fell from the formation. As the dust settled the crew exited the plane and headed off into the nearby woods. This was about 2:00 PM, local time. At about 4:30 the same afternoon, Rinkovsky and Gwin were captured. The next day, 1 December, Lt. Evans, Lt. Kohlhass, Sgt. Erich and Sgt. Bellovary were captured when they were seen by some local rabbit hunters at about 6:00 PM near the town of Grünberg-Beltershain. They were escorted into the town and were placed in the hands of the locals. From here they were to be walked to another town, nearby to be handed over to the German authorities.
    Once the captured Americans were away from the town, each of the captives were shot in the back upon a prearranged hand signal from the leader of the five captors. Each was also shot in the head and then relieved of all personal possessions and some clothing, footwear in particular. The men were left there until later that evening when their captors returned to bury the four airmen in a trench type grave. This brutal act was investigated after the war by the War Crimes Branch who found the men guilty of the killing and at least two were hanged and prison sentences were given to the others. The reason given for the brutal murders was the death of the young son of one of the executioners, who was killed during the strafing attack on a German train by US fighters. (A copy of the trial exists in the records of the author of the trial).


    http://www.384thbombgroup.com/…er1944missions&Itemid=101


    Grüße


    Thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941

  • Hallo,
    da habe ich jahrzehntelang in Grünberg gewohnt und nie etwas davon gehört.
    Der Mord in Freienseen ist auch in Niddaer Geschichtsblätter, Heft 7, 2003, Seite 109 - 114 beschrieben, wie bereits weiter oben geschrieben.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo Rainer,


    auf Beltershain gab es einige Zeit später einen Bombenabwurf mit mehreren Toten. Ob die Amerikaner von den Morden erfahren hatten (Namen der Täter sind mir z.T. bekannt)?



    Vor ein paar Jahren war ein ehem. Besatzungsmitglied einer US-Bombercrew in unserer Stadt, das 1944 hier mit dem Fallschirm niederging.


    Er erzählte, die Behandlung durch die Männer, dei ihn festgenommen haben, (zwei Bauern und ein WH-Soldat auf Urlaub) war korrekt. Er wurde ins Rathaus gebracht und dort vom Bürgermeister beschimpft und angeschrien. Das ließ er über sich ergehen.


    Als dann der Kreisleiter mit zwei Polizisten kam, zog er seinen Revolver aus der Fliegerkombi und übergab ihn den Polizisten. Der Bürgermeister wurde schlagartig blaß, ging in einen Nebenraum und mußte sich übergeben....


    Sonst sei die Behandlung korrekt gewesen, er wurde zunächst im Landratsamt in eine Zelle gesperrt, am nächsten Tag im normalen Personenzug ins Dulag Luft nach Oberursel gebracht.



    Grüße


    thilo

    Suche alles zur Lehrtruppe Fallingbostel und zum Einsatz des NSKK in der Ukraine 1941