Fahrt beim losmachen von Torpedos

  • Hallo,


    ich weiß das S-Boote vor dem losmachen ihrer Torpedos mit der Fahrt auf 10 Kn herunter gehen mussten. Bei höherer Geschwindigkeiten gab es beim G 7 a Probleme
    mit der Tiefensteuerung.
    Jetzt würde ich gerne wissen wie dies bei U-Booten,T-Booten,Zerstörern,Kreuzern & Schlachtschiffen war? Gab es Unterschiede weil die verschiedenen Schiffe ja jeweils unterschiedlich gute Waffenplattformen abgaben. Welchen Einfluß hatte der Seegang? Gab es in dieser Hinsicht Unterschiede zwischen G 7 a & G 7 e?
    Der Schwanz der beiden Typen war ja völlig unterschiedlich.
    Für eure Antworten schon im voraus vielen Dank.


    MfG


    Frank

  • Hallo Karl,


    Danke für die den Link. Hat zwar meine Fragen nicht so ganz beantwortet, aber informativ. Hab inzwischen Buchtipp bekommen.
    Dieses Buch besitze ich sogar seit kurzem, bin aber noch nicht zum lesen gekommen. Werd ich als nächstes nachholen.


    :]

  • Quote

    Original von F.B.
    Hab inzwischen Buchtipp bekommen.


    Verrätst Du uns den?


    Hardy

    Inter arma enim silent leges

  • Hallo,


    na klar, "Die Torpedos der deutschen U-Boote" von Eberhard Rössler.
    Dort soll es auch zu meiner Fragestellung Antworten geben.


    ;)

  • Hallo F. B.,


    das Buch habe ich, jedoch konnte ich beim QUERLESEN, schon vor Deinem Buchtipp, auf die Schnelle nichts dazu finden. Ebensowenig in Rösslers "Die Torpedos der dt. U - Boote".
    Aber wie gesagt, nicht intensiv nachgelesen, denn das dauert.....


    Gruß Karl

  • Hallo Karl,


    Bin noch zu nichts gekommen. Wenn da nichts drin ist, dann war der Tipp aus dem Marineforum vielleicht falsch. Ich poste nochmal wenn ich das Buch gelesen habe.


    8)

    Edited 2 times, last by F.B. ().

  • Hallo F.B.,


    Mutmaßungen über den Wahrheitsgehalt einer Antwort anzustellen, ohne dass man diesbezüglich auf fundierte Kenntnisse zurückgreifen kann, ist taktisch unklug. (Ich vermeide einfach 'mal eine schärfere Formulierung!)


    Ausführungen zu den Schwanzstücken der G 7a findet man in der 2005-er Ausgabe des Buches von Rössler auf den Seiten 54 bis 57, die Schwanzstücke des G 7e werden auf der Seite 68 besprochen.


    Mit freundlichen Grüßen
    Schorsch

    Edited once, last by Schorsch ().

  • Hallo Schorsch,


    Sorry, hab mich vielleicht unglücklich Ausgedrückt. Im Bezug auf die Schwanzenden ist dein Tipp und die Quelle super. Koll. Karl hat aber wahrscheinlich im Bezug auf die Fahrt des Torpedoträgers quergelesen und da habe ich jetzt auf die schnelle auch nichts gefunden.


    :(

  • Hallo F.B. und Schorsch,


    stimmt genau......., ich habe nichts gefunden, denn die Frage erstreckte sich ja u. a. auf Torpedo losmachen und entspr. Geschwindigkeit der jeweiligen Schiffseinheiten, Torpedounterschiede bei Seegang usw.


    Die Beschreibung der Heckteile der Torpedos mit Zeichnungen und Fotos habe ich wohl gefunden, betrachtete das aber nicht als vollständige Antwort.


    Gruß Karl und schönes Wochenende.

  • Hallo zusammen,


    ich habe noch ein paar Ausführungen zum Thema in der Seekriegsanleitung, M.Dv. 13, Heft IIIb „Einsatz der Torpedowaffe“ gefunden. Das Schriftstück wurde 1937 als unveränderter Nachdruck aus dem Jahr 1933 veröffentlicht.
    Im Abschnitt VI „Niedergangstiefen der Torpedos“ werden für den G 7a folgende maximalen Tiefenangaben gemacht:


    Bei 44 kn Torpedogeschwindigkeit etwa 14 m,
    bei 40 kn etwa 9 m und
    bei 30 kn keine Unterschreitung der eingestellten Tiefe.
    Diese Angaben sind auf jeweils einen Torpedoträger bezogen, der ohne Fahrt im Wasser liegt bzw. eine maximale Geschwindigkeit von 17 kn im Moment des Losmachens des Torpedos hat. Als Torpedoträger werden dabei im Anhang der M.Dv. die Panzerschiffe, die Linienschiffe, die K-Kreuzer nebst LEIPZIG und EMDEN, sowie die alten und neuen Torpedoboote angeführt.


    Für Geschwindigkeiten der Torpedoträger oberhalb von 17 kn werden zwar keine konkreten Tiefen mehr genannt, es werden aber bestimmte Mindestwassertiefen gefordert, die bei den verschiedenen Torpedogeschwindigkeiten des G 7a vorliegen müssen:
    44 kn ab einer Wassertiefe von mindestens 21 m möglich,
    40 kn ab einer Wassertiefe von mindestens 16 m möglich, während bei
    30 kn die eingestellte Tiefe nicht wesentlich unterschritten wird.


    Im vorangehenden Teil des Abschnittes VI, der die Daten für die Torpedotypen G 7v, G 7v* und G 250 zum Inhalt hat, wird noch formuliert, dass die Mindestwassertiefe für Schnell- und Nahschuss mindestens 19 m, die Mindestwassertiefe für den jeweiligen Weitschuss des entsprechenden Torpedotyps bei 17 kn Bootsgeschwindigkeit (und darüber) 3 m größer als die eingestellte Lauftiefe sein müsse.


    Für mich ist nun die Schlussfolgerung, dass die Angabe zur Fahrtverminderung beim Torpedoabschuss von Schnellbooten aus, zumindest als zweifelhaft, wenn nicht gar als falsch einzustufen ist.


    Mit freundlichen Grüßen
    Schorsch

    Edited once, last by Schorsch ().

  • Hallo Schorsch,


    da bin ich voll Deiner Meinung.
    Das Schnellboot hatte schnell zu operieren, Angriff ran, Torpedo los und noch schneller weg. So steht es zumindest in der Literatur. Wie sollte das auch gehen, wenn die Schnellboote z. B. in einem Seegefecht, zunächst hinter der eigenen Linie stehend im Nebel plötzlich durch die eigenen schweren Einheiten hindurch vorpreschend ihre Torpedos in Richtung Feindlosmachen sollten. Da war Höchstgeschwindigkeit angesagt. S -Boote sollten im Seegefecht als tödliche Überraschungswaffe ebenso die die Torpedoboote, die allerdings langsamer waren, eingesetzt werden.
    Natürlich gab es auch und im II. WK vermehrt reine Schnellbootangriffe, aber die Waffe der Schnellboote war u. a. die Geschwindigkeit.


    Gruß Karl

  • Hallo,


    Quelle: " Schatten voraus - Ich greife an!
    Schnellbootvorstoß gegen Englands Ostküste"
    von Kriegsberichter Herbert Nolte:


    Auszug:
    "Entfernung 2500. Fahrt 8 Meilen. Lage 90. Backbordrohr Achtung!Backbordrohr los!" ( Angebl. S -Boot 114/Keine weiteren Angaben)


    Das wären also rd.15 km/h, wenn wir von sm ausgehen.


    http://de.wikipedia.org/wiki/Seemeile


    Gruß Karl

  • Hallo,
    die 8 Meilen sind wohl die Fahrtgeschwindigkeit des Zieles und nicht die eigene Geschwindigkeit.
    Gruss
    Rainer

    Suum cuique

  • Hallo Rainer,


    da liegt Du sicher richtig. 15 Km wären für einen S- Bootangriff auf einen bewaffneten Konvoi/Frachter ( lt. Bericht) zu wenig.


    Gruß Karl

  • Hallo zusammen,


    meine Info mit der Fahrtminderung zum Schuß stammt auch aus der Literatur! Die hab ich nicht aus den Fingern gesaugt oder so. Die Frage habe ich ja deshalb hier eingestellt weil mich diese Angaben auch gewundert haben. Nun ist klar das die größeren Einheiten mehr Fahrt machen kommten beim losmachen der Torpedos. In einem andern Forum habe ich aber auch die Info bekommen das bei fest eingebauten Unterwasserrohren die Fahrt höchstens 3 kn betragen durfte. Aber ob die Angaben in dem Buch über S-Boote nun falsch oder richtig sind ist in meinen Augen noch nicht bewiesen, da sich allen wiederen Infos nur auf andere größere Einheiten beziehen. Diese Infos waren von mir erwünscht und werden nicht in Frage gestellt, zumindestens nicht von mir. Sie beweisen aber nicht ob die Angaben über die S-Boote richtig oder falsch sind. Übriges laufen die S-Boote während des Angriffs sonst AK.


    :D

  • Hallo,


    habe inzwischen die Abbildung einer Schussmeldung eines S-Bootes (S 70).Eigene Fahrt laut Meldung nur 7kn. Quelle: Die deutschen Schnellboote im Einsatz (bis 1945) von Hans Frank.


    MfG


    Frank

    Edited 2 times, last by F.B. ().

  • Hallo Frank,


    auch diese Schussmeldung ist kein Beweis, dass in jedem Falle beim Losmachen der Torpedos auf Geschwindigkeiten um 10 kn heruntergegangen werden musste. So existieren z.B. im Heft IIi "Schnellbootstaktik" der schon erwähnten M.Dv. 13 Anweisungen, dass Gegner mit geringer Eigenfahrt während eines Nachtangriffs mit so genannter "horchschwacher Fahrt" unter 16 kn anzugreifen seien, um einer frühzeitigen Enttarnung der Schnellboote durch ihre akustische Signatur vorzubeugen. Als weiterer taktischer Gesichtspunkt für diese geringe Geschwindigkeit wird die Vermeidung einer stark gischtenden Heck- bzw. Bugsee genannt. Sogar der Angriff aus gestoppter Position wird empfohlen, sofern ein Gegner rechtzeitig gesichtet wurde und auf die Position der Boote zuläuft.


    Das sind aber alles Gründe, die der meiner Ansicht nach eine Fahrtminderung zum Losmachen der Torpedos nicht zwingend erfordern.


    Abschließend noch ein kleines Beispiel zur Verlässlichkeit von Angaben in der Literatur. So verortet der von mir sehr geschätzte Eberhard Rössler in allen Ausgaben seines Buches über die deutschen U-Boot-Torpedos das Torpedoarsenal Mitte (TAM) in eine Ortschaft namens Rudolfstadt. Ich habe lange gesucht, wo an welchem Küstenstreifen des Deutschen Reiches dieser Ort wohl liegen könnte. Ich hätte nie erwartet, das TAM bzw. dessen Reste keine zwanzig Kilometer von meinem Wohnort entfernt, im thüringischen Rudolstadt zu finden.


    Mit freundlichen Grüßen
    Schorsch

  • Hallo Schorsch,


    das die Schussmeldung kein Beweis ist, ist klar. Und das in Büchern Fehler vorhanden sind, st mir auch klar. Nur hätte ich das Gegenteil gerne als Vorschrift oder durch andere Literatur bewiesen. Das sind für mich Beweise, und nicht die Meinung andere User. Alllerdings entnehme ich deiner letzten Antwort das du eine Vorschrift der Marine gelesen hast welche Angaben zu dem Thema enthält. Gibt es die als Kopie oder PDF-Datei oder ist die "geheim"?


    MfG


    Frank

    Edited 4 times, last by F.B. ().