Soldbuch bzw. Wehrpass meines Großvaters

  • Hallo werte Forumsgemeinde !


    Habe vor ein paar Jahren einen Antrag bei der WAST und im Berlin Document Center gestellt, weil ich mich über den militärischen Werdegang meines Großvaters informieren wollte. Habe auch sehr viele Unterlagen bekommen, auch über die Kriegsgefangenschaft. Meinem Großvater wurde der Wehrpaß (Soldbuch), Führerscheinklasse II SS abgenommen. Meine Frage lautet nun wurden diese Dinge von den Gewahrsamsmächten aufbewahrt oder vernichtet. Über die Kriegsgefangenschaft weiß ich nur:
    1. 8.5.45 bei Linz/Oberhaid Österreich in Kriegsgefangenschaft geraten. Letzte Einheit Stab I.Abteilung SS-Panzer-Artillerieregiment 2 Das Reich.
    2. Danach PWE Lager 323 Kaufbeuren 13.b
    3. Danach nach Frankreich überführt Depot 148 St.Etienne
    4. Danach Camp des Sables Depot 148
    5. Am 14.10.48 wurde er erst entlassen.
    Eine Frage hätte ich noch: Warum wurde er so spät erst entlassen und nur noch für ein Vierteljahr ins Camp des Sables gebracht. Nur weil er Rottenführer der Waffen SS war. Er gehörte mit zu den letzten die in Frankreich entlassen wurden. Danke für jede Mithilfe.
    Werte Moderatoren, sollte diese Rubrik falsch sein, dann bitte verschieben. Ich habe ja schließlich schon mehrere Themen angefangen.
    Danke !
    MfG lilawendo

  • Hallo lilawendo,


    Quote

    Original von lilawendo
    ...
    Meine Frage lautet nun wurden diese Dinge von den Gewahrsamsmächten aufbewahrt oder vernichtet.
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    diese Frage habe ich auch schon mal hier irgendwo gestellt, und habe leider die nicht gerade befriedigende Antwort (obwohl die Frage damit beantwortet war) bekommen, dass "Papierkram" meistens vernichtet wurde.


    Quote

    Original von lilawendo
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    Eine Frage hätte ich noch: Warum wurde er so spät erst entlassen und nur noch für ein Vierteljahr ins Camp des Sables gebracht. Nur weil er Rottenführer der Waffen SS war.
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    Es könnte natürlich sein dass dein Großvater sich bei den Franzosen irgendwie unbeliebt gemacht hat, aber ich würde sagen dass er einfach Pech hatte. Die Länge der Gefangenschaft war wohl ziemlich willkürlich.  :(


    Gruß, Oliver.

    Suche alles über die 12. SS-Panzerdivision "Hitlerjugend".

    Edited once, last by OliverP ().

  • Hallo,


    Die französiche Regierung gab 1947 eine Richtlinie heraus, die über die Reihenfolge und Zeitpunkt der Entlassungen Auskunft gab.


    Natürlich gab es Ausnahmen (erkrankte, Kgf., die Zivilarbeiterverträge annahmen ua.)


    Viele Grüße
    Steffen

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    "Man besucht ja nur sich selber, wenn man zu den Toten geht" (Kurt Tucholsky)

  • Hallo,
    im Boehme steht auch noch etwas zur Reihenfolge der Entlassung der in franzoesischem Gewahrsam befindlichen Kriegsgefangenrn. Gruss
    Rainer
    P.S.: Buch liegt zuhause;(

    Suum cuique

  • Hallo !


    Vielen Dank für Eure Antworten. Also kann ich davon ausgehen, das der Wehrpaß etc. vernichtet wurden. Wurden für Fälle des Verlustes evtl. Duplikate, außer das Wehrstammbuch angelegt ?


    MfG lilawendo

  • Hallo,


    Habe bei Böhme nochmal nachgeschaut.


    Demnach waren Waffen-SS-Mitglieder von der der oben gezeigten Richtlinie ausgeschlossen und wurde als letzte entlassen.


    Auch durften W-SS-Soldaten keine Zivilarbeiter-Verträge annehmen, die viele Kgf. 1947 zwar nicht nach Hause brachte, aber immerhin aus der Kgf. befreite und ein großes Stück persönliche Freiheit einbrachte.


    Viele Grüße
    Steffen

    "Man besucht ja nur sich selber, wenn man zu den Toten geht" (Kurt Tucholsky)

  • Hallo !
    Vielen Dank für die Antworten. Kann ich davon ausgehen das alle Dinge, die meinem Großvater abgenommen wurden zum Beginn der Gefangenschaft vernichtet wurden, wie z.b. sein Wehrpaß ?
    MfG lilawendo

  • Hallo lilawendo,


    grundsätzlich trug ein Soldat nur sein "Soldbuch" in der linken, oberen Brusttasche bei sich und dieses enthielt persönliche Informationen des Trägers.


    Ferner existierte ein Wehrpass, der nicht mit dem Soldbuch zu verwechseln ist.


    Dieser war dieser nicht bei seiner Gefangennahme dabei und befand sich in aller Regel beim Verwaltungsbereich und war somit nicht im Besitz der jeweiligen Person.


    Aber auch Wehrpässe wurden oftmals gegen Kriegsende in der Menge verbrannt oder vernichtet.


    Grüsse


    Dieter

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