SS-Infanterie-Ersatz-Bataillon Ost Breslau

  • Hallo liebe Forumsmitglieder !


    Ich habe nochmal Post bekommen von der WAST bezüglich der Lazarettaufenthalte meines Großvaters. Dort ist folgendes vermerkt:
    19.2.42 bei Krapiwka verwundet Granatsplitter Gesäß
    Abgang: Hauptverbandsplatz Fedjukowo
    5.3.42 Kriegslazarett (motorisiert) 4/571 Nisskaricha/Smolensk
    Zugang Krankensammelstelle Smolensk
    Abgang 11.4.42 rückw.Lazarett
    17.4.42 Reservelazarett II Graz
    Zugang: Kriegslazarett Siedlce
    Abgang 5.5.42 zu SS-Infanterieersatzbataillon Ost Breslau.


    vom 5.5.42 bis zum 5.6.42 war er dann bei dem oben genannten Bataillon, danach kam er zum II.SS Rgt. Langemarck. Meine Frage was war das SS-Infanterieersatzbataillon Ost Breslau und sind Verwundete immer erst zu einer Ersatzeinheit gekommen ? Was wurde dort gemacht. Vielen Dank im voraus.

  • Guten Tag,
    im Anhang ein Nachweis (Quelle: BArchB) für das SS-Inf.E.Btl."Ost" in Breslau für den 11.6.1941.
    Als Führer wird Deisenhofer genannt. Hier die Daten aus der WSS-Führerliste :


    Deisenhofer, Eduard Dr.
    SS-Oberf.
    *27. 6.1909 Freising; ‡31. 1.1945 Arnswalde
    SS-Nr. 3 642
    Kdr.15.Waffen-Gr.Div. 1.45
    Oberf. Kdr.17.SS-Pz.Gr.Div. 8.44
    Staf. Kdr.Pz.GR.21 4.44
    Stubaf. Kdr.I./T.I.R.1 5.42
    Stubaf. Kdr.I./Inf.Rgt.9 8.41
    Stubaf. Kdr.II./T.I.R.1 5.40


    Weiterhin unterschreibt ein Sachbearbeiter Kreher.


    Beste Grüße, westermann

    Files

    Gruß, westermann

  • Hallo Westermann,


    Hierhin passt der Artikel, den ich in "Die Bewegung" vom 17.04.43, S. 6 gefunden habe.
    Ich gebe eine kurze Zusammenfassung:


    Ritterkreuzträger SS-Obersturmbannführer Eduard Deisenhofer


    Als Hauptsturmführer aktiv am Aufbau der Division Totenkopf unter Obergruppenführer Theodor Eicke beteiligt
    Führer des 2. Bataillons des 1. SS-Regiments bei Einzug in die Ostmark (II. Bataillons des SS- "Totenkopf" Infanterie-Regiments 1 ?)
    vorzeitige Beförderung zum Sturmbannführer
    Vorübergehende Kommandierung des Bataillons als Wachtruppe nach Brünn
    05.12.39 Westfeldzug mit der SS-Totenkopfdivision
    E.K. II und E.K. I in den Kämpfen um Cambrai und am La-Bassé-Kanal.
    Verwundung durch Oberschenkeldurchschuß, Ausheilung in der Heimat
    ?
    Danach Ortskommandant von Langon
    ?
    20.08.1941 Versetzung nach Murmansk, Flug nach Narvik, dann Kirkenes
    Teilnahme an den Kämpfen bei Salla und Kiestinki unter General Dietl (3. Gebirgs-Division)
    Verwundungen am 03. und 04.10.1941
    Finnisches Freiheitskreuz II. und III. Klasse
    20.02.1942 Flug über Riga zu seiner eingekesselten SS-Division (SS-Infanterie-Regiments 1) am Ilmensee. Führer der Kampfgruppe Deisenhofer,
    Deutsches Kreuz in Gold
    30.04./01.05.1942 Bildung eines Brückenkopfs, der zur Sprengung eines Kessels beitrug, in dem die SS-Division und 2 weitere Divisionen 4 Monate lang eingeschlossen waren. Hierfür erhielt er das Ritterkreuz.


    Die Tätigkeit von Eduard Deisenhofer als Kommandeur des SS-Inf.E.Btl."Ost" in Breslau ist in dieser Zusammenstellung nicht angegeben,
    sie müsste in den ?-Zeitraum fallen.


    Hinweise auf eine Promotion konnte ich nicht finden, obgleich im Net immer wieder die Angabe Dr. Eduard Deisenhofer auftaucht, evt. Titel des Vaters?


    Angaben der Universität Rostock:
    http://matrikel.uni-rostock.de/id/200024418
    Vater: Oberveterinärrat Eduard Deisenhofer, Bezirkstierarzt
    Wohnung der Familie: Freising, Dr. von Dallerstraße 809
    Bruder: August Deisenhofer
    Abitur
    Jurastudium: 3 Semester an der TH München, 1 Semester an der Uni München, 1 Semester an der Universität Rostock


    Gruß Christa

  • Hallo Christa,


    vielen Dank für das Einstellen dieses Original-Dokuments, aber hier


    Teilnahme an den Kämpfen bei Salla und Kiestinki unter General Dietl (3. Gebirgs-Division)


    interpretierst Du etwas falsch.



    Im weitesten Sinne hat er zwar unter General Dietl gedient, aber der war wohl zu der Zeit kommandierender General des AOK Lappland (hevorgegangen aus dem AOK Norwegen, "Befehlsstelle Finnland", später umbenannt in (Geb.)A.O.K. 20) und nicht mehr Kommandeur der 3. Gebirgs-Division.


    Die 3. Gebirgs-Division kämpfte (im weitesten Sinne) vor Murmansk, welches aber nie von der Wehrmacht erobert wurde. Somit macht natürlich eine VERSETZUNG nach Murmansk keinen Sinn - auch wenn es in diesem Artikel so steht.
    Richtig müsste es heißen: Versetzung zur Murmansk-Front!



    Salla, wohin er seinem Regiment "nacheilte" liegt rund 200 km südwestlich von Murmansk - und da kommen wir durch den vorhergehenden Beitrag von Westermann zur Lösung:


    Er war zu der Zeit Kommandeur des I./ SS-Inf.Rgt. 9 und das war der SS-Inf.Div. "Nord" unterstellt, welches zu diesem Zeitpunkt tatsächlich im Raum Salla kämpfte.



    Was mich allerdings auch wundert: Warum "dem alten Herrn" der (Wehrmachts-)Dienstgrad Oberstleutnant "verliehen" wurde?


    Gruß
    Peter

    Edited 2 times, last by Ivanowitsch: Ergänzung ().

  • Guten Tag Christa,
    da Du mich persönlich angesprochen hast, möchte ich Dir für Deinen Beitrag und dem beigefügten Zeitungsbericht auch danken ! Sogar das LdW verfügt über eine Kurzbiographie zu Deisenhofer : hier.

    Gruß, westermann

  • Hallo Peter, hallo Westermann,


    zur Zeit fresse ich mich durch die von der Uni Heidelberg veröffentlichten Ausgaben der Zeitschrift
    "Die Bewegung, Zeitung des deutschen Studententums - Organ der Reichsstudentenführung".
    Fotos und Ergänzungen zu Biografien aus zeitgenössischer Sicht sind dabei häufiger zu finden und ich stelle sie hier teilweise ein.
    Während in der Zeitschrift die Zugehörigkeiten zu studentischen Verbindungen, studentischen Ehrenämtern etc. meist recht ausführlich geschildert werden,
    findet man nur indirekte Angaben über die Zugehörigkeit zu militärischen Strukturen.


    Deshalb vielen Dank Peter, für die Korrektur und Ergänzung meiner Angaben.
    Den thread habe ich übrigens nur gewählt, weil hier von Westermann schon viele Angaben zu Eduard Deisenhofer zusammengetragen wurden.


    Gruß Christa