336. Infanterie-Division und Grenadier-Regiment 686

  • Hallo zusammen,
    hier kommt der Oktober 1943 (NARA T-315 R-2096):



    01.10.1943
    In den frühen Morgenstunden greift der Russe nördl. und südl. Selenyj Lug und beim südlichen Art.Br. in mehrfacher Überzahl an und bricht nach heftigem Kampf in die H.K.L. ein. Das Dorf selbst geht bei diesen Kämpfen verloren.


    Am frühen Vormittag gelingt es, die Einbruchstelle abzuriegeln und Kräfte für den Gegenstoß bereitzustellen.
    Div.Kdr. hat hierzu Stab I./Radf.Sich.Rgt.4, 8.Kp. (aus dem Abschnitt des Gren.Rgt.685 herausgelöst) und 3.Kp. in Danilo-Iwanowka be-reitgestellt, die eigentlich zur Verfügung des Generalkommandos XXIX. A.K. zum Eingreifen in die Abwehrkämpfe nordostw. Michaelowka bereitgestellt waren.


    In den am Vormittag angelaufenen deutschen Gegenstoß hinein greift der Russe seit 14,00 Uhr mit mindestens zwei Btl. am nördlichen Art.Br. an und ist in die H.K.L. eingebrochen. Er droht, sie nach Norden aufzurollen. Weitere Bereitstellungen in und westl. Mordwinowka lassen auf Erweiterung des Angriffs nach Süden schließen.
    Der Div.Kdr., der sich während des Angriffs bei dem Gren.Rgt.686 auf-hält, entschließt sich daher, eine zur Verfügung des Generalkommandos in Danilo-Iwanowka stehende Radf.Kp. zum Abriegeln einzusetzen und die übrigen Verbände als Div.-Res. nach Danilo-Iwanowka heranzuziehen.


    Das Generalkommando billigt nachträglich diese Maßnahmen.


    Zwei weitere aus Selenyj Lug wirksam werdende Angriffe von je 1 bis 2 Kp. werden vom II./Gren.Rgt.687 abgeschlagen.
    Gegen sich versteifenden Widerstand in der Einbruchstelle ist die Bereinigung unter Führung des Oberst Tronnier durch Gren.Rgt.686 um 18,00 Uhr noch im Gange.


    Es werden 12 Gefangene der 118. S.D. eingebracht.


    21,00 Uhr Im schwungvollen infanteristischen Gegenangriff durch das unübersichtliche Waldgelände durch alle verfügbaren Kräfte der Division ist Russe im Wesentlichen aus der Einbruchstelle geworfen und die alte H.K.L. im Wesentlichen zurückgewonnen.
    Säuberungskämpfe im Waldgelände und Kämpfe an einzelnen Stellen der H.K.L. und des Panzergrabens sind noch im Gange und dauern bis spät in die Nacht hinein an.


    Gen.Kdo XXIX. A.K. befiehlt um 18,00 Uhr die Verlegung der der Division unterstellten O.T.-Trupps III/1 und III/2 zur Verfügung der 6. Armee nach Berilow.


    In der Nacht lebhafte beiderseitige Inf.- u. Art.Feuertätigkeit.


    Wetter:
    schön, klar



    02.10.1943
    Noch während der Dunkelheit verstärkt sich der Russe in der kleinen, noch nicht ganz gesäuberten Einbruchstelle und befindet sich seit 03,45 Uhr mit etwa 300 Mann nördl. des Weges Art.Br. – Danilo-Iwanowka in den dortigen Obstplantagen (s. Kartenanlage). Von dort greift er teils nach Westen, teils nach Süden an.


    Die eigenen Gegenmaßnahmen zur Bereinigung in diesem Abschnitt laufen weiter.
    Nach Gefangenenaussagen hat der russische Angriff das Ziel, beiderseits des Weges nach Danilo-Iwanowka das Obstplantagengelände zu durchstoßen und die Rollbahn nach Melitopol in Besitz zu nehmen. Eingesetzt hatte der Russe die Schtz.Rgt. 398 und 463 der 118. S.D. bzw. 130. S.D.


    Dem eigenen konzentrischen Gegenangriff, der die Einbruchstelle von 1 km Breite und 500 m Tiefe zu bereinigen hat, setzt der Russe zä-hesten Widerstand entgegen. Das verstärkte Gren.Rgt.686 kommt nur langsam vorwärts. Nach erneutem starken Art.Feuerschlag um 14,00 Uhr läßt der feindl. Widerstand nach.


    Rumänische Schlachtflieger greifen in die Erdkämpfe ein und fassen den nach Mordwinowka ausweichenden Fend vernichtend mit Bordwaffen.


    Der Div.Kdr. bedankt sich beim Kgl. rum. Fliegerkorps für die tatkräftige Hilfe der rumänischen Flieger (s. Anlage).


    Der flüchtende Russe hatte durch Art.- und Bordwaffenbeschuß starke Verluste. Im Nordteil der Plantagen und in dem dortigen Panzer-graben dauern die Kämpfe noch an.
    Bisher wurden dort 30 Gefangene eingebracht.


    Das Gen.Kdo. befiehlt mit Korpsbefehl die Umgliederung gemäß Korpsbefehl 1 (s. Anlage).


    Der in Richtung Mordwinowka flüchtende Feind wird dort von seinen Kommissaren zum Stehen gebracht und erneut vorgetrieben.


    15,15 Uhr tritt das verstärkte Gren.Rgt.686 nach Feuerunterstützung aller Waffen erneut zum Angriff gegen die noch nicht ganz bereinigte Einbruchstelle an, wiederum hervorragend unterstützt durch die rumänischen Schlachtflieger. Der Russe weicht zäh kämpfend, aber sehr langsam, in Stärke von etwa 400 Mann in breiter Front aus.


    Die eigenen Ausfälle, vor allem durch Gr.W.Feuer, sind sehr hoch (s. Anlage über Verluste).


    Der Russe erhält laufend Verstärkungen und greift in der Einbruchstelle an, rafft sich zu Gegenstößen auf, erweitert seine Angriffe nördl. und südl. der Einbruchstelle und dringt an einzelnen Stellen in den Panzergraben ein (s. Kartenanlage).


    Es kommt dort zu erbitterten Kämpfen, die den ganzen Nachmittag anhalten.


    Aus Gefangenenaussagen geht hervor, dass dem Gren.Rgt.686 und dem linken Flügel des Gren.Rgt.687 die ganze 118. S.D. mit drei frischaufgefüllten Rgt. und Teile der 130. S.D. gegenüber gestanden hat.


    Die hereinbrechende Dunkelheit setzt sowohl dem eigenen, wie auch dem russischen Angriff vorübergehend ein Ende. Es kommt nur zu Stoßtrupp-Kämpfen und Schießereien mit den im unübersichtlichen Gelände einzeln sitzengebliebenen Russen.


    22,30 Uhr wird der Div.Bef. Nr. 109 an die Einheiten ausgefahren.


    Ab 23,30 Uhr fühlt sich der Feind mit starken Spähtrupps wiederholt gegen die deutschen Postierungen vor und versucht auch an der Südflanke des Brückenkopfes bei 4,4 ein gewaltsames Unternehmen.


    Alle diese kleinen Unternehmungen blieben ohne Erfolg.


    23,00 Uhr befiehlt das Gen.Kdo. mit Fernschreiben die Unterstellung des Jg.Btl.13 der 4. rumänischen Geb.Div. (s. Anlage). Für die Eingliederung des Btl. hat die Division am Vormittag dem Gen.Kdo. einen Vorschlag gemacht.


    Wetter:
    unverändert

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  • Hier die nächsten Tage (NARA T-315 R-2096):



    03.10.1943
    Während der Nacht sehr rege feindl. Fliegertätigkeit mit Bombenabwürfen auf H.K.L. und Hintergelände, besonders auf den Bahnhof Akimowka.


    Die Div.-Artillerie schoß Störungsfeuer-Überfälle auf die bisherigen Bereitstellungsräume bei und nordostw. Selenyj Lug.


    Gren.Rgt.686 verstärkt in der Nacht die durch starke Ausfälle sehr schwach gewordenen Einheiten durch eine Alarm-Kp.


    04,45 Uhr nimmt der Russe seine Angriffe bei nördlichem Art.Br. wieder auf. Seine verzweifelten Ansturmversuche leiben jedoch im eigenen Art.Sperrfeuer liegen.


    06,00 Uhr die Division tritt unter den Befehl des Gen.Kdo XXXXIV. A.K. (Korps-Gef.Stand Alexanderfeld).


    06,30 Uhr tritt Feind erneut in seinem bisherigen Angriffsstreifen vor Gren.Rgt.686 und gegen das Dorf Selenyj Lug mit verstärkten Kräften zum Angriff an. Es gelingt ihm, an beiden Stellen in die H.K.L. einzubrechen.


    In den Einbruchstellen kommt es zu erbitterten Nahkämpfen. Die Lage ist lange Zeit nicht geklärt. Die Drähte nach rückwärts sind zerschossen, sodaß jede Verbindung und vor allem Meldungen lange Zeit brauchen, um zu den Gefechtsständen zu gelangen.


    Beide russische Angriffe wurden durch starkes Art.- u. Gr.W.-Feuer vorbereitet.


    Nach wechselvollen, verlustreichen Kämpfen gelingt es dem Feind, das Dorf Selenyj Lug zu nehmen. Die Division hält die alte H.K.L. bis südl. Selenyj Lug – Höhengelände westlich Selenyj Lug – Waldrand 500 m westl. Selenyj Lug und von dort mit schwachen Stützpunkten wiederum die alte H.K.L. am Panzergraben bis zum trigon. Pkt. 1500 m nördl. Brunnenweg.


    Der gestrige Gegenangriff war somit leider vergeblich.


    07,30 Uhr der Kommandierende General und der Div.Kdr. besprechen auf dem Div.Gef.Stand die Lage.


    Das Gen.Kdo. setzt zur Div. das rumänische Jg.Btl.13 (4. rum. Geb.Div.) in Marsch. Das Btl. wird der Div. unterstellt und trifft bis 18,15 Uhr abends ein. Es wird dem Gren.Rgt.687 unterstellt und löst in der Nacht das I./Gren.Rgt.687 ab.


    Div.Kdr. befiehlt das Felders.Btl.336 aus dem Brückenkopf als Div.-Reserve nach Südteil Danilo-Iwanowka, wo das Btl. mit Lkw-Transport am 4.10. bis 06,00 Uhr eintrifft.


    Die Division befiehlt einen 3,7 cm Flakzug der le Flak-Abteilung 77 hin-ter den linken Flügel des Gren.Rgt.687, um diesen abzustützen.


    Das Gen.Kdo. setzt das I./G.R.50 als Korpsreserve nach Danilo-Iwanowka in Marsch. Diese Verstärkungen und Staffelung von Re-serven hinter der Einbruchstelle waren erforderlich, um die durch die andauernden harten Kämpfe sehr dünn gewordene vordere Linie notfalls verstärken zu können.


    Das Gen.Kdo. verspricht für den 4.10. laufend Schlachtflieger-und Stukas einzusetzen von Seiten des rumänischen Fliegerkorps, um die stark beanspruchte Infanterie zu entlasten.


    18,30 wird das Jg.Btl.13 durch Kw.Kolonne zum Gefechtsstand des Gren.Rgt.687 vorgefahren und löst in der Nacht das I./Gren.Rgt.687 heraus.


    Wetter:
    unverändert schön



    04.10.1943
    05,00 Uhr trifft das Felders.Btl.336, in der Nacht abgelöst, in Danilo-Iwanowka als Div.-Reserve, ein.


    Im Laufe der Nacht führt der Russe schwächere Angriffe an vier ver-schiedenen Stellen auf der Naht vom Gren.Rgt.687 zu Gren.Rgt.686, die alle im Inf.- und Art.Sperrfeuer zusammenbrechen. Nach jedem misslungenen Angriff antwortet der Gegner mit wütenden Feuerüberfällen, nicht nur auf die H.K.L. in der Einbruchstelle, sondern auch auf bisher ruhige Frontabschnitte.


    Die Feindfliegertätigkeit ist ebenfalls sehr rege.


    Die eigene Artillerie unterstützt die Infanterie und schießt Störungsfeuer auf vermutliche Anmarschwege auf den Trümmerhaufen Selenyj Lug und die Einbruchstelle.


    10,00 Uhr besucht der Oberbefehlshaber der 6. Armee mit Fieseler Storch die Division und hat auf dem Div.Gef.Stand Besprechungen mit dem Komm.Gen. und dem Div.Kdr. Anschließend fährt der O.B. zum Gef.Stand des Gren.Rgt.686 und bespricht dort mit Div.Kdr. und Oberst Tronnier die Bereinigung der Einbruchstelle und die Kräftegliederung hierzu.


    10,30 Uhr greift der Russe zur Abwechslung aus dem Nordteil Mordwinowka heraus den Südteil der Brückenkopf-Stellung an und wird abgeschlagen.


    Aus Mordwinowka heraus nach Westen werden keine Verstärkungen des bei Selenyj Lug sitzenden Russen beobachtet. Es besteht der Eindruck, daß sich der Gegner durch seine rücksichtslos geführten Angriffe verausgabt hat.


    Die Bereinigung der Einbruchstelle soll am Nachmittag im linken Ab-schnitt des Gren.Rgt.687 und am nächsten Vormittag vor rechtem Abschnitt Gren.Rgt.686 erfolgen s. Div.Bef. über die Durchführung der Unternehmen „Franz“ und „Emil“).


    15,00 Uhr läuft der Gegenangriff des Gren.Rgt.687, ausgeführt vom I./ und II./G.R.687, sowie von Teilen des Jg.Btl.13, planmäßig an. Der Russe weicht vor dem linken Bataillon (II./G.R.687) in ostw. Richtung aus.


    15,10 Uhr befiehlt die Division mit Div.Bef. Nr. 110 den Gegenangriff zur Bereinigung der Einbruchstelle.


    17,00 Uhr ist nach heftigem Inf.Feuergefecht Selenyj Lug genommen und gesäubert. Der Angriff war teilweise auf recht starken Widerstand gestoßen und blieb einmal liegen. Nach erneutem Antreten wird im Wesentlichen die alte H.K.L. wieder genommen. Jedoch reichen trotz der Unterstützung des Jg.Btl.13 die Kräfte nicht aus, um die alte H.K.L. wieder vollständig zu besetzen, und das Gelände von feindl. Resten zu säubern.


    20,30 Uhr wird den Div.-Einheiten der Div.Bef. Nr. 111 zugestellt.


    23,00 Uhr Russe greift, der scheinbar wieder Verstärkungen erhalten hat, bei 34,5, Selenyj Lug und im Plantagengelände nördlich davon und am Wege Art.Br. – Danilo-Iwanowka nach starker Feuervorbereitung an.
    Er setzt diese Angriffe, vor allem im Abschnitt des Gren.Rgt.687, bis 03,00 Uhr des 5.10. fort.


    Der Div.Kdr. spricht dem Gren.Rgt.687 für den schneidig durchgeführten Angriff seine volle Anerkennung aus.


    Die Div. schickt eine russische Beutekarte an Gen.Kdo., aus der die Absichten der russ. Führung herausgehen. (19,25 Uhr)


    Wetter:
    unverändert

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  • Hier die nächsten Tage (NARA T-315 R-2096):



    05.10.1943
    Das Gren.Rgt.686 schlug alle Angriffe ab.
    Dahingegen gelang es dem Russen um 03,00 Uhr in Selenyj Lug einzudringen und die von 34,5 entlang des Panzergrabens nach Norden stehenden eigenen Sicherungen nach heftigen wechselvollen Kämpfen zurückzudrücken.
    Div.Kdr. befiehlt sofort bei Tagesanbruch einen Gegenangriff zur Bereinigung der Lage bei 34,5 und zur Wiedergewinnung von Selenyj Lug. Die beiden Einbruchstellen werden sofort abgeriegelt.


    Am Vormittag tastet der Gegner mit Spähtrupps die Abrieglungsstelle ab und hat hierbei sehr starke Ausfälle.


    13,00 Uhr greift er aus Selenyj Lug mit etwa 100 Mann in Richtung 30,7 an und wird zurückgeschlagen.


    14,00 Uhr treten die Gren.Rgt. 687 und 686 zum Gegenangriff an.
    Dieser Angriff führt im Abschnitt des Gren.Rgt.687 bis 17,00 Uhr zur Wiedernahme des Dorfes. Im Abschnitt des Gren.Rgt.686 erreicht er im Plantagengelände bis Weg Art.Br. – Danilo Iwanowka die Höhenstufe (s. Karte). Hier sammelt sich der Gegner, der beim ersten Stoß zunächst nach Osten auswich und setzt zu Gegenstößen aus dem Panzergraben nach Westen an. Hierdurch verlor in dem unübersichtlichen Gelände das rumänische 20.Jg.Btl., insbesondere nach Verwundung seines Kdr., zum Teil die Fühlung, sodaß der Angriff als nicht durchgeschlagen angesehen werden muß.


    Auch nördl. des Art.B., beim II./Gren.Rgt.686, ist durch Ausfall des Btl.Kdr. und aller Offiziere bis auf einen das Angriffsziel nicht erreicht worden.


    Der bei 34,5 zur Bereinigung der Einbruchstelle geführte Angriff des rum. Jg.Btl.13 führt nicht zum Erfolg. Die Division plant, ihn am 6.10. zu wiederholen.


    18,00 Uhr wird der Mun.Zug der Division auf Bahnhof Akimowka in Brand geschossen.


    20,25 Uhr meldet die Division die Gef.Stärken der Div.- und unter-stellten Einheiten. Die Btl. der Gren.Rgt. 686 und 687 haben nur noch Kompaniestärke. Die eigenen Ausfälle an diesem Tage waren recht erheblich.


    Wetter:
    schön



    06.10.1943
    In der Nacht verhielt sich der Feind in der Einbruchstelle ruhig.
    Gegen den rechten und linken Abschnitt des Gren.Rgt.686 fühlt der Russe erfolglos mit mehreren Spähtrupps vor.


    05,45 Uhr tritt der Russe erneut auf Selenyj Lug an und dringt in das Dorf ein.
    Gren.Rgt.687 riegelt sofort westlich Selenyj Lug ostwärts 30,7 ab.


    Ein zur Bereinigung der Einbruchstelle bei und nördlich 34,5 angesetzter Gegenangriff scheitert am zähen Widerstand des Russen und nach hohen Führerausfällen bei deutschen und rumänischen Einheiten.


    In den Mittagsstunden wehrte Gren.Rgt.686 schwächere Feindvorstöße in der neuen H.K.L. ab. Über Verlauf der neuen H.K.L. s. Kartenanlage.


    Die Division hat sich mit Genehmigung des Korps dazu entschlossen, die bisherige H.K.L. am Panzergraben nicht wieder zu nehmen, um weitere Verluste zu sparen.


    Am Nachmittag verhält sich der Feind in der Einbruchstelle ruhig.
    Der Div.Kdr. reicht dem Korps eine Lagebeurteilung ein (s. Anlage).


    Bei 34,5 wird ein 100 Mann starker Angriff vor der eigenen Linie zusammengeschossen. Der Feind hat erhebliche blutige Ausfälle und verlor eine Menge Waffen.


    Während des ganzen Tages führt der Gegner besp. und mot. Fahrzeuge und Infanterie in kleinen Gruppen von Osten nach Mordwinowka.


    Rumänische Stukas und Schlachtflieger greifen mit gutem Erfolg diesen Verkehr und Ansammlungen in Mordwinowka an.


    20,30 Uhr befiehlt die Division mit Div.Bef. Nr. 112 die Kampfführung in der jetzigen H.K.L.


    21,00 Uhr wird am linken Flügel der Einbruchstelle ein Angriff von 200 Mann durch Infanteriefeuer abgewiesen.


    Während der Nacht rege feindl. Stoßtrupp-Tätigkeit in der Einbruch-stelle und vor Südabschnitt des Brückenkopfes.


    22,00 Uhr befiehlt das Gen.Kdo. mit Fernschreiben den Ausbau der neuen H.K.L. (Verlauf s. Karte).


    23,00 Uhr Das Gen.Kdo XXXXIV. A.K. befiehlt mit F.S. die weitere Kampfführung, die Zuführung der 73. I.D. und weiterer Kräfte (s. Anlage).


    Wetter:
    schön

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  • Hier die nächsten Tage (NARA T-315 R-2096):



    07.10.1943
    04,00 Uhr erfolgt ein feindl. Angriff von etwa 200 Mann aus Selenyj Lug nach Westen.


    05,00 Uhr trifft Sturmgesch.-Abt.249 mit 10 Geschützen in Danilo-Iwanowka ein. Kommandeur (der Sturmgeschütz-Abteilung) meldet sich beim Ia und wird über Lage und in seinen Auftrag eingewiesen.


    06,00 Uhr ist der Feindangriff aus Selenyj Lug heraus abgeschlagen.
    Am Vormittag keine weiteren Zwischenfälle.


    12,00 Uhr besucht der Div.Kdr. der 73. I.D. den Div.Kdr.


    Das Gren.Rgt.186 der 73. I.D. wird im Abschnitt der Division als Eingreifreserve bereitgestellt. Bis 15,00 Uhr weist der Div.Kdr. den Div.Kdr. der 73. I.D. über Lage, Kräftegliederung und Einsatzmöglichkeiten ein.


    Im Laufe des Tages schießt der Feind vermehrte einzelne scharfe Feuerüberfälle auf H.K.L.


    Im feindl. Hintergelände, wie auch durch Fliegeraufklärung festgestellt, reger Fahrzeugverkehr beobachtet.


    Rumänische Flieger greifen wiederum mit gutem Erfolg Selenyj Lug, Mordwinowka und das Schilfgelände westl. davon an und wiederholen diese Angriffe am Nachmittag noch dreimal.


    Seit Mittag zeigt der Gegner in Mordwinowka starke Flakabwehr.


    15,15 Uhr wird ein eigener Stuka abgeschossen.


    21,30 Uhr meldet die Division die eigenen und die Verluste der unter-stellten Einheiten an Gen.Kdo. (s. Anlage). Danach ist der der Division zugeführte Ersatz wieder restlos ausgefallen.


    18,30 u. 22,15 Uhr werden schwache Vorstöße des Gegners gegen den rechten Abschnitt des Gren.Rgt.686 abgewiesen. Gegen die ge-samte Brückenkopf-Front fühlt der Gegner mit mehreren Stoßtrupps ohne Erfolg gegen die H.K.L. vor.


    22,15 Uhr ergeht der Zusatzbefehl zu Div.Bef. Nr. 112 an die Truppenteile (s. Anlage).


    Die seit 2 Tagen im Raume Nadeshdina festgestellte Fernkampf-Bttr. schießt stündlich 2 Schuß auf Akimowka.


    Wetter:
    unverändert



    08.10.1943
    Am Vormittag verhält sich der Feind ruhig und schießt lediglich das übliche Gr.W.- und Art.Störungsfeuer wahllos in die Gegend.


    Eigene Flugzeuge bombardieren mit sehr gutem Erfolg die Dörfer Selenyj Lug und Mordwinowka und russische Infanterie im Panzergraben nördl. und südl. Selenyj Lug.


    Leider fiel durch zu spätes Ausklinken um 12,20 Uhr 1 Bombe in eine eigene Inf.Gruppe und verursachte bedauerlicherweise Ausfälle (s. Anlage).


    Während des ganzen Tages hielt der Fahrzeug-Verkehr (mot. und be-spannt) von Osten nach Gruschweka, von dort nach Norden und Sü-den und vor allem nach Mordwinowka in stärkerem Maße als an den Vortagen an.


    Auch infanteristisch verstärkt sich der Gegner und schiebt im Laufe des Tages einzeln und in kleinen Gruppen 320 Mann nach Mordwinowka nach.


    Eigene Artillerie schießt zusammengefasste Feuerüberfälle auf Mordwinowka und bekämpft wirkungsvoll Gr.W. und Geschütz-Stellungen.


    Wie an den Vortagen greifen auch heute eigene Schlachtflieger und Stukas laufend Feindbewegungen mit Bomben und Bordwaffen an und stoßen hierbei zum ersten Mal auf russ. Jagdabwehr.


    21,30 Uhr wird durch Fernschreiben vom Gen.Kdo. der Einsatz des Gren.Rgt der 73. I.D. im Abschnitt der 336. I.D. befohlen.


    Wetter:
    schön

    Edited once, last by guewe ().

  • Hier die nächsten Tage (NARA T-315 R-2096):



    09.10.1943
    In der Nacht zum 9.10. lebhafte, aber erfolglose gegnerische Späh- und Stoßtrupp-Tätigkeit an der gesamten Div.-Front, sowie beiderseitiges, zeitweilig heftiges Inf.-, Art.- und Gr.W.Störungsfeuer.


    Im Schutze der Dunkelheit hat sich Feind vor dem Südflügel des Brü-ckenkopfes, von 4,4 bis zum Fluß, verstärkt und sich 200 m vor der H.K.L. eingegraben. In Mordwinowka werden Kettengeräusche gehört, wahrscheinlich sind dort Panzer eingerollt.


    Die Division rechnet mit Wiederaufnahme der russischen Angriffe.


    05,00 Uhr meldet sich der Führer der Hornissen-Abt.93 bei der Division. Er wird in die Lage eingewiesen und fährt anschließend auf Erkundung.


    08,00 Uhr meldet sich der Führer des ukrainischen Bau-Btl.64 (Bau-Bataillons 64), das zum Stellungsbau im Abschnitt der Division einge-setzt werden soll und wird eingewiesen (Stärke des Bataillons: 14 : 118 : 376 und 678 Ukrainer). Wegen der Kampflage entfällt jedoch der Einsatz des Bataillons.


    10,20 Uhr beginnt schlagartig ein äußerst heftiges Art.- u. Gr.W.-Feuer auf H.K.L. und H.K.F., besonders auf die Abschnitte Gren.Rgt.687 links und Gren.Rgt.686.


    11,15 Uhr bricht der erwartete russ. Angriff los. Der Schwerpunkt liegt entlang des Weges Selenyj Lug Nord – Danilo-Iwanowka.
    Während alle Angriffe der neuaufgefüllten 130. S.D. bei 34,5 und 30,7 abgeschlagen werden, gelingt es dem Gegner, beim rum. Jg.Btl.20 und I./Gren.Rgt.686 um 12,10 Uhr durchzubrechen und in Danilo-Iwanowka einzudringen.


    Nach heftigen Häuser- und Straßenkämpfen setzt er sich in Besitz des Dorfes. Der Nordflügel des Gren.Rgt.686 hält um 13,00 Uhr noch seine alte Stellung.


    In und westl. Danilo-Iwanowka stehen Sturmgeschütze und Sf. im Kampf mit nachdrängenden feindl. Panzern. 3 T-34 werden abgeschossen.


    Zur gleichen Zeit greift der Russe den Südteil des Brücken-Kopfes an und wird glatt abgeschlagen.


    13,10 Uhr greift Russe auf dem Nordflügel des Gren.Rgt.686 (Btl. Scholze) an und drückt es mit Panzern zurück (s. Karte).


    13,25 Uhr orientiert der Ia den Chef des Stabes XXXXIV. A.K. über die Lage.


    Die Division riegelt westl. Danilo-Iwanowka (s. Kartenanlage) ab. Das bereits um 10,30 Uhr alarmbereit gemacht Gren.Rgt.186 der 73. I.D. untersteht hierzu der Division.


    14,10 Uhr greift der Russe erneut den linken Flügel des Gren.Rgt.687, der nach Norden offen ist, aus Selenyj Lug heraus an und drängt ihn vor die Höhe 30,7 zurück. Zur Verlängerung des linken Flügels nach Westen und zur Abschirmung nach Norden setzt das Rgt. Teile des Felders.Btl.336 bis in Gegend Hühnerfarm ein (s. Karte). Von 20 bis zum Rgt.Gef.Stand durchgebrochenen Russen werden 17 gefangen genommen, 3 im Kampf erschossen.


    14,15 Uhr weilt der Kommandierende General des XXXXIV. A.K. auf dem Div.Gef.Stand und bespricht mit dem Div.Kdr. die Bereinigung der Lage.


    14,20 Uhr Div.Kdr. befiehlt im Einverständnis mit dem Gen.Kdo. an Gren.Rgt.186 in Heckenreihe 2 km westlich Guttertal abzuriegeln und an Gren.Rgt.687, den linken Flügel unbedingt zu halten.


    Gren.Rgt.686 mit etwa 50 Mann riegelt auf 38,0 und Rollbahngabel ab und wird hier 15,05 Uhr mit Panzern angegriffen und in die Baumreihe westlich der Rollbahn zurückgedrängt.
    Dort nimmt das Rgt. Verbindung mit den Teilen des Gren.Rgt.186 auf, die dort sichern. Hinter der Sicherungslinie 186 stehen 4 Hornissen der Pz.Jg.Abt.93.


    Am Nachmittag ab 15,00 Uhr führt der Gegner laufend Verstärkungen von Infanterie, Panzern, 200 Lkw und 150 besp. Fahrzeuge von Mordwinowka über die Brücke nach Selenyj Lug und in die Einbruchstelle.


    Diese Bewegungen werden von Art. und Schlachtflieger, letztere greifen seit Beginn des Angriffes laufend mit Stukas in die Kämpfe ein, bekämpft.


    Ab 16,00 Uhr setzt der Feind seine mit Panzerunterstützung geführten Angriffe nach Norden, Nordosten, sowie gegen den Nordflügel des II./Gren.Rgt.686 in Richtung 28,9 fort.


    Im Laufe dieser Kämpfe wurden 7 Panzer abgeschossen, 1 Panzer vom Gren.Rgt.687 erbeutet.


    Gegen Abend läßt die Kampftätigkeit etwas nach. Die russische, sowohl auch die eigene Art. schießt lebhafte starke Feuerüberfälle.


    20,30 Uhr werden 2 Feindspähtrupps vor mittlerem Abschnitt des Brückenkopfes abgewiesen.


    23,30 Uhr befiehlt Gen.Kdo XXXXIV. A.K. die Kampfführung für den morgigen Tag.


    Die Gefechtsstärken haben sich in erschreckendem Maße vermindert (s. Anlage).


    Wetter:
    schön



    10.10.1943
    01,30 Uhr wird an die Div.- und unterstellten Einheiten der Div.Bef. Nr. 113 zugestellt.


    In der Nacht werden mehrere feindl. Aufklärungsvorstöße vor dem mittleren Abschnitt des Brückenkopfes und in Gegend 30,7 im Abschnitt des Gren.Rgt.687 abgewiesen.


    Die feindl. Art.- u. Gr.W.Feuertätigkeit läßt etwas nach.


    In Mordwinowka scheinen, den Geräuschen nach, sich Panzer zu befinden.


    In den frühen Morgenstunden werden durch B-Stellen der Art. 18 mot. Geschütze, 40 Lkw und besp. Fahrzeuge, sowie Verstärkungsinfan-terie, aus Mordwinowka in die Einbruchstelle marschierend, beo-bachtet. Die eigene Artillerie bekämpft laufend diese Bewegungen.


    07,00 Uhr greift eine russische Kp. den linken Flügel des rechts einge-setzten III./ Gren.Rgt.186 an.


    08,45 Uhr rollen 20 Panzer aus Mordwinowka in Richtung Selenyj Lug.


    10,15 Uhr Der Ia orientiert den Chef des Stabes über die Lage. Die Div. erhält nochmals den Befehl, unter allen Umständen zu halten.


    10,30 Uhr greift der Russe, von Panzern unterstützt, von Süden nach Norden an (s. Anlage) und drückt die dort stehenden Teile des II./Gren.Rgt.686 bis zur 8 to-Brücke, zurück.


    Schwache Verbände des Russen dringen in den Südteil Melitopol ein und werden von Teilen der 111. I.D. gestellt und vernichtet.


    10,40 Uhr auf Grund der bedrohlichen Lage für den Brückenkopf werden die dort eingesetzten Teile der Division der 111. I.D. unterstellt.


    10,43 Uhr befiehlt die Division an Gren.Rgt.685 durch Funkspruch die Unterstellung unter 111. I.D.


    Bei der 8 to-Brücke entbrennen 10,45 Uhr heftige Kämpfe. Der Russe versucht, die Brücke zu überschreiten und nach Konstantinowka zu gelangen. Gren.Rgt.685 wirft alle zur Verfügung stehenden Teile an den Südwestrand des Ortes und baut bis Mittag westlich und südwestl. eine schwache Sicherungslinie auf, an der am Nachmittag alle russischen Vorstöße zusammenbrechen.


    Am Südflügel der Einbruchstelle herrscht Ruhe.


    Der Nachschub- und Verstärkungsverkehr des Russen aus Mordwi-nowka nach Westen in die Einbruchstelle hält weiterhin in unverminderter Stärke an.


    In den frühen Nachmittagsstunden wird der Gegenangriff der 73. I.D. wirksam. Bis 17,00 Uhr sind die Höhe 28,9 und die Sowchose nördl. Danilo-Iwanowka wieder in eigener Hand.


    Der Gegner beginnt, Kräfte aus der Einbruchstelle nach Osten abzuziehen, führt aber gleichzeitig aus dem Raume Girssowka Kräfte nach Norden heran, sodass es wahrscheinlich ist, dass er am 11.10. mit Gegenangriffen beginnen wird.


    16,45 Uhr scheitern nochmals zwei feindl. Vorstöße gegen 34,5.


    Die eigene Artillerie unterstützt, neben den zugewiesenen Feueraufträ-gen, laufend die Angriffe der 73. I.D. durch Niederhalten der am West-rand der Obstplantagen eingebauten russischen Artillerie.


    Die dem Gren.Rgt.687 unterstellte 3,7 cm Flak schießt einen russ. Panzerspähwagen ab.


    Aus aufgefangenen russischen Funksprüchen entsteht die Annahme, dass der Feind vor dem Angriff der 73. I.D. zwar weicht, aber beabsichtigt, nach Heranführen frischer Kräfte aus Danilo-Iwanowka weiter nach Westen anzugreifen. Deshalb werden der Division zur Verstärkung der Abriegelungslinie mit Fernschreiben vom Gen.Kdo XXXXIV. A.K. um 22,00 Uhr die verstärkte rum.Rgt.Gruppe 9 und die Jg.Btl. 18 und 19 mit den Pak-Kp. 99 und 199 unterstellt.


    Bei Beginn der Dämmerung werden starke Feindangriffe gegen das II./Gren.Rgt.687 abgewiesen.


    Ein eigener Spähtrupp erbeutet bei Punkt 34,5 25 M.G.


    22,45 Uhr befiehlt das Korps mit Fernschreiben die Kampfführung für den 11.10. (s. Anlage).


    Ab 24,00 Uhr werden III./A.R.336 und 4./H.K.A.A.148 der 73. I.D. unterstellt. I./A.R.336 wird der 111. I.D. unterstellt, H.K.A.Abt.707 tritt unter den Befehl des Art.Stabes Lorenz.


    Für den morgigen Tag erwartet die Division zunehmenden Feinddruck gegen den linken Flügel Gren.Rgt.687 und gegen die Abriegelungs-Linie südl. Danilo-Iwanowka.


    Im Laufe der Nacht weist Gren.Rgt.685 einen Angriff einer Kp. der an Rollbahn nach Melitopol zum Einsatz gekommenen 221. S.D. ab.


    Vor Brückenkopf verstärkt sich Russe.


    Ein Spähtrupp des Gren.Rgt.685 brachte 3 Gefangene der 221. S.D. ein.


    Vor Abschnitt Gren.Rgt.687 wurde um 23,00 Uhr ein Angriff von 100 Mann bei 34,5 abgewehrt.


    Starke feindl. Aufklärungsvorstöße entlang der Rollbahn Danilo-Iwanowka nach Süden, die von einzelnen Panzern unterstützt werden, bleiben erfolglos.


    Wetter:
    starker Wind, starke Staubentwicklung, kühl

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  • Hier die nächsten Tage (NARA T-315 R-2096):



    11.10.1943
    Vor Abschnitt Gren.Rgt.685 und Gren.Rgt.687 lebhaftes Art.- und Gr.W.Feuer, im linken Div.-Abschnitt auch Salvengesch.-Feuerüberfälle.


    Die Ig 9 ist um 04,00 Uhr abwehrbereit.


    Am Vormittag werden mehrere feindl. Vorstöße von Westen gegen 30,7 abgewehrt.


    09,00 Uhr greifen 60 Mann aus Danilo-Iwanowka ergebnislos nach Süden an.


    11,00 Uhr drang ein rumänischer Spähtrupp gegen den Südrand Danilo-Iwanowka vor und brachte einen Gefangenen der 49. mech.Brigade ein.


    11,40 Uhr erfolgt ein heftiger russ. Fliegerangriff auf Akimowka, Dar-mstadt und die Rollbahn westl. und Hintergelände.


    11,40 Uhr wird der linke Flügel des I./Gren.Rgt.687 von 60-70 Mann angegriffen und vernichtend abgeschlagen.


    Eigene Art. bekämpfte Ansammlungen in Selenyj Lug und rückläufige Bewegungen aus der Einbruchstelle nach Osten und hielt durch zusammengefasste Feuerschläge erkannte Geschütz- u. Gr.W.Stellungen nieder.


    12,00 Uhr wird Div.Bef. Nr. 114 an die Div. und unterstellten Einheiten ausgefahren.
    Über Versammlung der 370. I.D. s. F.S.


    Am Nachmittag nur leichtes Art.-, Gr.W.- u. Pakfeuer auf H.K.L. und Abriegelungslinie.


    Im Raume der Division, westlich Akomowka, versammelt die 370. I.D. Der Kdr. der II./A.R.370 meldet sich bei der Div. und wird in die Lage eingewiesen.


    13,40 Uhr befiehlt das Gen.Kdo. das Herauslösen und die Inmarsch-Setzung der 1./F.A.A.R.3 nach Perekop. Der Befehl geht 15,10 Uhr ein.


    24,00 Uhr befiehlt das Gen.Kdo. mit Fernschreiben (s. Anlage) die Kampfführung und Kräftegliederung für den 12.10.43.


    Die Nacht zum 12.10. verläuft ohne besondere Vorkommnisse.


    Wetter:
    sehr windig und kühl



    12.10.1943
    In der Nacht auf dem Div.-Abschnitt nur leichtes Störungsfeuer.


    Die 1./F.A.A.R.3 ist am gestrigen Abend – 21,00 Uhr – nach Perekop abmarschiert.


    08,00 Uhr beginnt erneut der Angriff der 73. I.D. (s. Karte).


    09,15 Uhr der Kdr. des Art.Rgt.370 nimmt Verbindung mit der Division auf.


    Der Vormittag verläuft ohne besondere Vorkommnisse.


    Seit 13,00 Uhr ist ein Angriff gegen das der 73. I.D. unterstellte I./Gren.Rgt.686, gegen 38,0 und die Rollbahngabel nördl. Danilo-Iwanowka im Gange, der um 14,30 Uhr im zusammengefaßten Art.- und Inf.Feuer liegenbleibt.


    Ab 13,30 Uhr liegt starkes Art.- u. Gr.W.Feuer auf linkem Abschnitt des Gren.Rgt.687 u. auf Raum Danilo-Iwanowka Süd.


    14,40 Uhr greift der Feind den linken Flügel des I./Gren.Rgt.687 bei 30,7 und aus Danilo-Iwanowka entlang der Rollbahn mit 150 Mann nach Süden an.


    Um 16,45 Uhr sind beide Angriffe nach heftigem Kampf abgewiesen.


    16,30 Uhr meldet die Division dem Gen.Kdo XXXXIV. A.K. durch Fern-spruch die Gefechts- und Iststärken (s. Anlage).


    16,00 Uhr wird dem Gen.Kdo. mit Fernschreiben die Vorbereitung der Ablösung des Jg.Btl.18 durch 1 Btl. der 370. I.D. befohlen (s. Anlage-Fernschreiben v. 13,00 Uhr).


    Abend und Nacht zum 13.10. verlaufen bis auf geringes Störungsfeuer ruhig.


    Im Abschnitt der 73. Infanterie-Division hat der Feind mit überlegenen Kräften von 5 Div. und 60 Panzern aus dem Plantagengelände südl. Melitopol die Angriffsspitze der Div. zurückgeworfen, sodaß die Divisi-on zur Verteidigung übergeht (s. Anlage Fernschreiben von 23,15 Uhr).


    Wetter:
    stürmisch, kühl, trüb

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  • Hier die nächsten Tage (NARA T-315 R-2096):



    13.10.1943
    00,30 Uhr der Korpsbefehl (Gen.Kdo XXXXIV. A.K. Ia Nr. 2136/43 geh.) über Eintreffen, Einsatz und Unterstellung der Teile der 370. I.D. geht durch Fernschreiben bei der Div. ein.


    Während der Nacht anhaltendes Gr.W.- u. Art.Störungsfeuer auf H.K.L.


    In Danilo-Iwanowka lassen Kettengeräusche auf Anwesenheit feindl. Panzer schließen.


    Der Feind versucht mit stärkeren Spähtrupps im Raume 30,7 und bei Hf. südl. Danilo-Iwanowka aufzuklären.


    Seit 07,00 Uhr ist ein feindl. Angriff in Rgt.Stärke aus Danilo-Iwanowka nach Südwesten in Richtung 37,8 im Gange.


    08,10 Uhr meldet Gren.Rgt.687 diesen Angriff als abgewehrt.


    Gleichzeitig richtet sich ein starker Angriff gegen den Nord- und Ostrand der Obstplantage 2 km südwestl. Danilo-Iwanowka. Hier gelingt es dem Feind, um 08,45 infolge Versagens des rumänischen Jg.Btl.19 in die Obstplantage einzudringen.


    Die Division befiehlt, sofort die Einbruchstelle zu säubern und evtl. durchgesickerte Kräfte des Russen im Plantagengelände zu vernichten.


    Die in der Nordostecke stehenden 4. und 5. Bttrn. der II./A.R.336 ge-raten in arge Bedrängnis. Die Bedienungen müssen vor starkem Infanteriedruck weichen und sich 500 m hinter ihren Geschützen verteidigen.


    09,25 Uhr orientiert der Div.Kdr. das Gen.Kdo. über diese Lage. Der Gegenangriff der Div. ist für 13,00 Uhr befohlen.


    Das Korps befiehlt, dass alle in Zuführung begriffenen Teile der 370. I.D. der Division unterstellt und zur Abriegelung in der Linie 34,7 – Bahnübergang (s. Karte) eingesetzt werden.


    Die russischen Schlacht- und Bombenflieger greifen laufend in die Erdkämpfe ein und bombardieren H.K.L., Verkehr auf Rollbahnen und rückwärtige Ortschaften.


    Die 2. Kp. der Schn.Abt.370 wird in der Abriegelungslinie südl. Guttertal bis Bahnübergang mit 14 Geschützen eingesetzt. Hier stehen auch 2 Züge 3,7 und 1 Zug 2 cm Flak der le. Flak-Abt.77.


    Der um 13,15 Uhr angelaufene Gegenangriff des rum. Jg.Btl.18 und der Sich.Kp. der Div., unterstützt durch 4 Sf., führt um 15,25 Uhr zur Bereinigung der Einbruchstelle in der Obstplantage.
    4. u. 5. Bttr.Art.Rgt.336 geraten unbeschädigt wieder in eigene Hand.


    Die Sich.Kp. der Div. wird am Abend wieder herausgelöst.


    21,00 Uhr wird der Div.Bef. Nr. 115 ausgefahren (s. Anlage).


    22,10 Uhr übernimmt ein Btl. des Gren.Rgt.666 den rechten Abschnitt der Obstplantage (s. Kartenanlage).


    Der Div.Kdr. der 370. I.D., Generalleutnant Becker, dessen Div. die 336. I.D. in Kürze ablösen soll, besucht den Div.Kdr.


    Bei linkem Nachbarn der Div., der 73. I.D., sowie in Melitopol bei der 111. I.D. ist die Kampflage gespannt. Nordostw. 38,0 brechen am Abend 40-50 Russen bis zum Eisenbahnknie durch. Ein Offz.-Spähtrupp der Pz.Jg.Abt.336 stellt hier den Gegner fest, der sich einschanzt.


    Auf Johannsruh liegt zeitweilig heftiges Gr.W.Feuer.


    23,30 Uhr wird ein Feindangriff in Stärke von etwa 80 Mann im Raume 30,7 abgewiesen. Eingebrochene Teile werden um 24,00 Uhr durch einen Stoßtrupp des Gren.Rgt.687 vernichtet.


    Wetter:
    starker Wind, kühl, trüb



    14.10.1943
    01,30 Uhr Das Korps befiehlt mit Fernschreiben die Kampfführung für den 14.10. (s. Anlage).


    Die Nacht verlief sonst im Allgemeinen ruhig.


    Seit 08,00 Uhr liegt zunehmendes Störungsfeuer auf H.K.L.


    09,10 Uhr greift der Russe aus Taschenak heraus mit 2 Kp. an.
    Er wird abgewiesen, wiederholt aber seine Angriffe an dieser Stelle noch zweimal und bleibt wie beim ersten Mal im zusammengefaßten Art.Feuer liegen.


    10,35 Uhr wird eine russische Marschkolonne (Länge etwa 3 km) hart südl. des Weges Art.Br. – Danilo-Iwanowka erkannt.
    Eigene Artillerie schoß beobachtetes Feuer auf die Kolonne, die daraufhin total versprengt wurde.


    Nach heftiger Art.- u. Gr.W.Feuervorbereitung (seit 12,15 Uhr) greift der Russe erneut bei 30,7, bei H.F. südl. Danilo-Iwanowka und 37,8 in Stärke von jeweils 150-200 Mann an.


    Nach hartem Kampf gelingt es, die Angriffe abzuschlagen.


    Durch das feindl. Vorbereitungsfeuer hatte die eigene und rumänische Infanterie empfindliche Verluste.


    Der Div.Kdr. besucht das Gren.Rgt.666 und die rumänische Jäger-Gruppe 9 und prüft an Ort und Stelle die Abwehrbereitschaft.


    Am Nachmittag flackern kleine russische Angriffe gegen H..F. wieder auf und werden von der Infanterie abgewiesen.


    Das zunehmende feindl. Art.- und Gr.W.Feuer läßt auf reichliche Munitions-Zufuhr beim Gegner schließen.


    Seit 16,00 Uhr heftiges Art.- und Salvengeschützfeuer auf den Ab-schnitt des Pi.Btl.173 (73.I.D.) und auf Nordost-Ecke der Obst-plantage.


    Russische Panzer aus Danilo-Iwanowka rollen auf die Obstplantage zu, bleiben am Rand stehen und feuern auf H.F.


    Die Lage bei Pkt. 5,0 (Abschnitt Jäger-Bataillon 19) ist noch unklar.


    Bei den beiden linken Nachbar-Div. ist die Lage schwierig, der Russe erzielte kleinere Einbrüche bei 73. I.D. und drang mit starken Kräften in den Südteil Melitopol ein.


    Dagegen behauptet die Division am 14.10. trotz ihrer geringen Gefechtsstärken die befohlene H.K.L.


    Eigene Schlachtflieger unterstützten die schwerringende Infanterie wirksam mit Bomben und Bordwaffenfeuer auf feindl. Ansammlungen und Bereitstellungen.


    In der Dämmerung trat der Feind gegen 37,8 an und setzt sich in Besitz der Höhe.


    Die Division setzt sofort die 1./rum.Jg.Btl.18 zum Gegenstoß ein.


    Nach schwerem Kampf wird um 02,10 Uhr (15.10.) die Höhe zurückgewonnen.


    Eigene Artillerie unterstützt vorbildlich den Gegenangriff und schießt Störungsfeuer auf Danilo-Iwanowka und vermutete Bereitstellungsräume.


    Bis Mitternacht starkes Art.- und vor allem Gr.W.Feuer auf H.K.L., be-sonders nordostw. der Obstplantage, 1 km südl. Taschenak.


    23,00 Uhr Das Gen.Kdo XXXXIV. A.K. befiehlt die Kampfführung für den morgigen Tag (s. Anlage Fernschreiben v. 14.10.43).


    Wetter:
    keine Angabe

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  • Hier die nächsten Tage (NARA T-315 R-2096):



    15.10.1943
    In den Morgenstunden greift der Gegner nach heftiger Feuervorbereitung mehrfach im Abschnitt 34,5 an und wird jedes Mal, teilweise im Nahkampf, abgewiesen.


    Es werden 8 Gefangene des 463.Schtz.Rgt. der 118. S.D. eingebracht, die erst 3 Wochen Soldat sind.


    Das der Division unterstellte Bewährungs-Btl. rum. II./J.R.112 ist in Alexandrowka eingetroffen. Über Aufträge s. Anlage 336. I.D. Abt. Ia Nr. 1413/43 geh. v. 15.10.43.


    Im Laufe des Vormittages leichtes Gr.W.- u. Art.Feuer auf H.K.L.


    Von Selenyj Lug nach Danilo-Iwanowka nur schwacher Verkehr von einzelnen Fahrzeugen.


    09,30 Uhr wird ein von Osten nach Danilo-Iwanowka in Fliegermarschtiefe marschierendes Btl. von eigener Art. wirksam bekämpft.


    Zwei Feindangriffe von etwa je 60 Mann gegen 34,5 und I./Gren.Rgt.687 werden um 10,25 Uhr zum Stehen gebracht.


    15,00 Uhr greift der Russe nach zusammengefaßter starker Art.-, Gr.W.- und Salvengeschützfeuervorbereitung auf das gesamte Obstplantagengelände an. Das rum. Jg.Btl.18, diesem Feuer nicht gewachsen, weicht teilweise nach Westen bis zur Bahnlinie aus. Der Russe konnte daher 37,8 und H.F. (Ostrand Obstplantage) besetzen.


    16,25 Uhr orientiert der Div.Kdr. den Kommandierenden General über die Lage. Er bittet, auf Grund der geringen Gefechtsstärken der deut-schen Btl., um ein deutsches Btl.
    Der Kommandierende General kann dieser Bitte nicht nachkommen, da keine Reserven zur Ablösung der unzuverlässigen Rumänen vorhanden sind.


    Der Div.Kdr. befiehlt sofortigen Gegenangriff mit dem Ziel, die beherr-schende Höhe wieder zu nehmen.


    Der Kdr. des Gren.Rgt.666 setzt aufgefangene Teile und die Res.Kp. des rum.Jg.Btl.18 zum Gegenangriff ein.


    17,15 Uhr ist H. F. bereits wieder genommen.
    Die Kämpfe zur Wiedergewinnung von 37,8 dauern an.


    Wetter:
    trüb, am Nachmittag Regen. Wege noch befahrbar.



    16.10.1943
    01,00 Uhr geht Fernschreiben des Gen.Kdo XXXXIV. A.K. über Aufträge der Division für den 16.10.43 ein (s. Anlage).


    Dem deutschen und rumänischen Gegenangriff auf 37,8 gelang es, 02,00 Uhr die Höhe wieder in Besitz zu nehmen.


    Im Abschnitt Gren.Rgt.687 nur leichtes Art.- u. Gr.W.Störungsfeuer.


    Es laufen 3 Russen, Angehörige der 130. S.D. über.


    Seit 04,00 Uhr greift der Russe erneut 37,8 an. Es kommt zu harten Kämpfen, in deren Verlauf die Rumänen die Höhe wieder verlieren.


    Kdr. Gren.Rgt.666 baut mit II./rum. I.R.112 und Teile der der Jg.Btl.18 und 19 je 600 m südl. und westl. durch die Nordost-Ecke der Plantage hindurch eine Abrieglungslinie auf.


    09,00 Uhr findet eine Besprechung des Div.Kdr. mit Arko 134 bei der Div. statt. Es werden 2 Art.Gruppen (Gruppe Messinger (336. I.D.) und Gruppe Seidel (370. I.D.) unter Führung des Arko gebildet (Oberst Hilzinger)).


    12,00 Uhr der Chef orientiert, daß die Ablösung der Division durch die 370. I.D. vorgesehen ist.


    In den Mittagsstunden liegt massiertes Art.-, Gr.W.- und Salvengeschützfeuer auf der gesamten Obstplantage.


    15 russische Schlachtflieger greifen in laufenden Einsätzen die Plantage an. Es werden 460 Bomben geworfen.


    Auf Grund der Erfahrungen der letzten Tage bei den Kämpfen um 37,8 hält die Division die Linienführung der H.K.L. um die Nordostecke der Plantage herum über 37,8 z. Zt. für nicht günstig. Es liegt ständig heftiges konzentrisches Artl.- und Salvengeschützfeuer auf der Höhe. Die Dörfer Taschenak und Danilo-Iwanowka, sowie die Schluchten südl. Taschenak, bieten dem Gegner uneinsehbare Bereitstellungsräume.
    Die Division hält es daher für zweckmäßiger, die jetzige Abriegelungslinie 600 m südl. 37,8 und 600 m westl. 37,8 durch die Nordost-Ecke der Plantage hindurch, solange als H.K.L. zu wählen, bis Danilo-Iwanowka durch andere Kräfte gewonnen ist.


    Um 14,15 Uhr ein Fliegerangriff von 15 Maschinen auf den Westteil der Plantage.


    Seit 14,30 Uhr werden Bereitstellungen von 2 Btl. im Raume 37,8 und in Balka südl. Taschenak von eigener Art. bekämpft.
    Die Art. unterstützt den Angriff der 13.Pz.Div. und bekämpfte Lkw-, be-sp. Fz.- und Nachschubverkehr von Osten nach Danilo-Iwanowka.


    Während des Nachmittages starkes feindliches Art.-, Pak- und Gr.W.Feuer auf H.K.L., besonders auf die Obstplantage.


    Der Gegner führt einzeln und in kleinen Gruppen Verstärkungen aus Taschenak in die Schlucht südl. und westl. des Dorfes.


    Die Division rechnet mit Fortsetzung der russischen Angriffe unter Panzereinsatz – in Danilo-Iwanowka stehen 50 russ. Pz. bereit – auf den Nordostteil der Obstplantage in allgemeiner südwestl. Richtung, möglicherweise schon während der Nacht.


    Die Verluste während des Tages sind außerordentlich hoch.
    Deutsche Verluste:
    4 gefallen,
    6 verwundet
    1 vermißt


    Rumänische Verluste:
    7 gefallen,
    148 verwundet


    Die Rumänen büßen 23 le. M.G., 10 s. M.G., 1 m. Gr.W. und 9 le. Gr.W. ein.


    16,15 Uhr fährt Ia zur 370. I.D., um den Gang der Ablösung zu bespre-chen.


    22,00 Uhr das Gen.Kdo. befiehlt mit Fernschreiben die Herauslösung der Division und den Gang der Ablösung (s. Anlage).


    22,30 Uhr befiehlt das Gen.Kdo. die Kampfführung der Division und die geplanten Grenzen nach der Ablösung der Division durch Fernschreiben (s. Anlage Nr. 1425/43 geh.) und die Ablösung durch die 370. I.D. für den 18.10. – 08,00 Uhr – (s. auch F.S. v. 23,30 Uhr)


    23,00 Uhr meldet die Division Gefechtsstärken und Waffenlage an Gen.Kdo XXXXIV. A.K. (s. Anlage).


    Wetter:
    trüb, kühl, gegen Abend Regen

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  • Hier die nächsten Tage (NARA T-315 R-2096):



    17.10.1943
    In der Nacht zum 17.10. außer geringem Gr.W.- u. Art.Störungsfeuer Ruhe.


    In Danilo-Iwanowka starke Motoren- und Kettengeräusche und zahlreiche Lkw, die mit vollem Licht von Osten in das Dorf hineinfuhren.


    Die feindl. Fliegertätigkeit war sehr rege.


    Nach ruhig verlaufenem Vormittag setzt um 12,00 Uhr ein halbstündiges feindl. Art.- u. Gr.W.Feuer auf den Nordflügel des Gren.Rgt.687 und die Obstplantage ein. Darauffolgende Angriffe in jeweils Kp.-Stärke werden im zusammengefaßten Inf.- und Art.Feuer abgeschlagen. Lediglich in der Nordost-Ecke der Obstplantage entsteht bei dem nach Westen ausgewichenen rum. II./I.R.112 eine örtliche Krise.


    Die Bereinigung des hier entstandenen kleinen Einbruches wird von der Division sofort befohlen.


    Um 14,00 Uhr ist die Lage hier wieder hergestellt.


    Nach dem Scheitern dieser russ. Angriffe am Vormittag setzt in der Zeit von 14,15 bis 15,15 Uhr ein äußerst heftiges Art.- und Salvengeschützfeuer auf die Obstplantagen ein.


    14,00 Uhr ergeht der Div.Bef. Nr. 116 an die Truppenteile.


    15,00 Uhr befiehlt das Gen.Kdo. mit Fernschreiben den Zeitpunkt der Ablösung (s. Anlage).


    Am Nachmittag keine besonderen Ereignisse.


    Ab 16,00 Uhr löst III./Gren.Rgt.668 der 370. I.D. das II./rum. I.R.112 ab. Ablösung ist um 22,00 Uhr beendet.


    23,00 Uhr befiehlt das Gen.Kdo. die Verlegung des Div.Stabes und der herausgelösten Teile der Div. nach Dshankoi-Deutsch für den 18.10.


    Wetter:
    regnerisch, trüb



    18.10.1943
    Nach ruhig verlaufener Nacht übergibt um 08,00 Uhr der Div.Kdr. den Befehl über den bisherigen Div.-Abschnitt an den Kdr. der 370. I.D., Generalleutnant Becker.


    07,00 Uhr ist der Ia zu der am 17.10. abends befohlenen Besprechung zum XXXXIV. (Geb.) A.K. nach Simferopol gefahren und fliegt von dort weiter zur Heeresgruppe A.


    09,30 Uhr verlegt der Div.Stab nach Marienfeld. Div.Kdr. fährt zum Gen.Kdo., um sich abzumelden.


    Am Nachmittag befiehlt der Div.Kdr. an Pi.Btl.336, Nachr.Abt. und Pz.Jg.Abt.336, sowie an Teile der Versorgungstruppen die Verlegung in den Raum um Dshankoi.


    Regnerisches Wetter und aufgeweichte Straßen verhindern den Ab-marsch der herausgelösten Teile der Division nach Dshankoi. Der Div.Kdr. entschließt sich, den Marsch erst am 19.10. anzutreten.


    Am Abend wird der Tagesbefehl (s. Anlage) ausgefahren.


    Wetter:
    Regen, trüb, aufgeweichte Rollbahn



    19.10.1943
    07,00 Uhr fährt der Div.Stab von Marienfeld ab und trifft 14,00 Uhr in Dshankoi-Deutsch ein. Nach Orientierung durch General Weinknecht soll die Div. nach Eintreffen der Grenadier-Regimenter den Abschnitt der Krim-Landenge übernehmen (s. Karte).


    Anschließend verlegt der Div.Stab nach Bogemka, wo er eine Nacht verbleibt.


    Im Laufe des Nachmittages treffen Nachr.Abt.336 (in Bogemka), Pi.Btl.336 (im Raum von Pawlowka) und Masse der Pz.Jg.Abt.336 (in Marino) ein.


    Am Nachmittag befiehlt der Div.Kdr. durch Funkspruch die Inmarsch-Setzung des Gren.Rgt.686 und des Felders.Btl.336 in den Raum um Taganasch.


    15,00 Uhr verlegt der Div.Stab nach Pawlowka.


    Wetter:
    trüb, trocken

  • Hier die nächsten Tage (NARA T-315 R-2096):



    20.10.1943
    Div.Kdr. besichtigt die Woinka-Stellung, deren Ausbau eine der Haupt-aufgaben der Division sein wird. Sonst keine besonderen Ereignisse.


    Wetter:
    unverändert



    21.10.1943
    Div.Kdr. fährt 09,00 Uhr zum Gen.Kdo (Geb.) XXXXIV. A.K. in Simferopol zur Besprechung, wo sämtliche deutschen und rumänischen Div.Kdr. über die Lage, Angriffs- und Landemöglichkeiten des Russen auf der Krim, Einsatz der Div. und Ausbildungsplan orientiert werden.
    Am Nachmittag kommt der Ia von der Heeresgruppe A zurück.


    18,45 Uhr befiehlt das Gen.Kdo. mit Fernschreiben die Übernahme der Befehlsführung über den Bereich des Befh. Nord-Krim für den 22.10.43 12,00 Uhr.


    Wetter:
    unverändert



    22.10.1943
    Am Vormittag des 22.10. übernimmt die Division beim Stab Weinknecht in Dshankoi-Deutsch sämtliche Unterlagen und Befehle und die Befehlsführung über ihren neuen Abschnitt und meldet die Befehlsübernahme bis 13,00 Uhr an Gen.Kdo.


    Nachmittag und Nacht zum 23.10. verlaufen ohne besondere Vorkommnisse.


    Wetter:
    unverändert

  • Hier die nächsten Tage (NARA T-315 R-2097):



    23.10.1943
    Der Div.Kdr. bespricht in Dolinka mit Kdr. Pi.Btl. 336 und Führer des Erk--Stabes Woinka Major Wild Fragen betr. Ausbau der Woinka-Stellung.


    Div.Bef. zur Übernahme des Abschnittes Nord-Krim durch 336. I.D. und für Versammlungsräume der vom XXXXIV. A.K. kommenden Teile der Division.


    Verlauf des Tages ruhig.


    Wetter:
    diesig, kühl



    24.10.1943
    Während der Nacht im Raume der Division keine besonderen Ereignisse.


    Im Raum Melitopol ist dem Gegner nach Einsatz starker Pz.-Kräfte ein tiefer Einbruch gelungen.


    Auf Befehl des Generalkommandos hat die Division die Abwehr an den Engen der nördl. Zugängen zur Krim zu verstärken.


    Dazu wird befohlen und unverzüglich eingeleitet:


    1. Verstärkung der Landenge von Ssalkowo durch eine 8,8 cm Bttr. und zwei Pak 7,5 cm der Pz.Jg.Abt.336.


    2. Sperrung der Landenge nördl. Ischun durch 4 Sf. der Pz.Jg.Abt.336, eine Flak-Bttr. 8,8 cm und 2 Gruppen Inf.


    3. Bereitstellung des Gren.Rgt.686 (rund 100 Mann zur Sperrung der Land- und Eisenbahnbrücke südl. Tschongar, sowie als Eingreifgruppe nach Osten und Norden).
    Brücken sind durch Pi.Btl.336 zur Sprengung vorbereitet.


    4. Kommandeur F.A.A.R.3 wird zum Kampf-Kdt. von Dshankoi ernannt.


    5. Versorgungstruppen der Division halten sich zur Bekämpfung feindl. Luftlandetruppen bereit.


    Trotz der veränderten Lage laufen die Bauarbeiten in der Woinka-Stellung weiter. Erhöhte Gefechtsbereitschaft für die dort eingesetzten Kräfte wird befohlen.


    Zur Verstärkung der Kräfte bei Ischun befiehlt die Div. den Ausbau eines Sperr-Riegels durch Pi.Btl.336 und Pz.Jg.Abt.336 in Zusammenarbeit mit 1 Flakpanzerzug und einer 8,8 cm Bttr. an der Enge von Ischun.


    20,00 Uhr trifft fernschriftlich ein neuer Auftrag für das Gren.Rgt.686 ein. Danach verlegt das Rgt. am 25.10. nach Tennau und wird nach kurzfristiger Auffrischung (400 Uffz. und Mannschaften des III./F.A.Rgt615 werden zugeführt) am 26.10. abends im E-Transport als Armee-Reserve in den Raum Feodosija verlegt.


    Außer vereinzelter feindl. Luftaufklärung keine besonderen Ereignisse während des Tages.


    Wetter:
    klar, schön

  • Hier die nächsten Tage (NARA T-315 R-2097):



    25.10.1943
    Geringe feindl. Störfliegertätigkeit im Raume Dshankoi.


    Die am 24.10. befohlenen Maßnahmen sind abgeschlossen.


    Die mit den greifbaren Kräften aufgebauten Riegel sind besetzt und abwehrbereit.


    Der der Division als Kommandeur des Gren.Rgt.686 zugewiesene Oberstlt. Bracht wird als Verbindungs-Offz. zum Slow. I.R.20 kommandiert.


    Der als Nachkommando beim Generalkommando XXXXIV. A.K. zurückgebliebene Ib der Division meldet, dass die Masse der Art. der Division bei dem gestrigen Panzerdurchbruch überrollt wurde. Durch Gegenangriffe und neuherangeführte Kräfte konnte der tiefe Einbruch notdürftig abgeriegelt werden.


    Im weiteren Verlauf des Tages keine nennenswerten Ereignisse.


    Wetter:
    wie am Vortage



    26.10.1943
    Während der Nacht keine feindl. Fliegertätigkeit.


    Lage im Raum Melitopol verschärft sich weiterhin.
    Durch Korpsbefehl wird nochmals der Auftrag der Division:
    verantwortliche Verteidigung der Ssalkowo-Enge und der Tschongar-Halbinsel,
    herausgestellt. General Weber übernimmt Abschnitt Ischun.


    Dazu gliedert sich die Division unter Abzug von Kräften von der Enge bei Ischun gem. anl. Div.Befehl um.


    Sonst keine besonderen Ereignisse.


    Wetter:
    trüb, kühl



    27.10.1943
    Verlauf der Nacht ruhig.


    Vereinzelt versuchen feindliche Flieger in den Raum Dshankoi einzufliegen, werden jedoch durch Flak abgedrängt.


    Auf Grund der starken feindlichen Panzerdurchbrüche im Raum Melitopol werden entscheidende Maßnahmen der 17. Armee erwartet.


    Der IIa der Division wird zum Generalkommando zur mündlichen Einweisung befohlen.


    09,00 Uhr meldet Gren.Rgt.686 sein Eintreffen in Taganasch.


    11,00 Uhr hat Pi.Btl.336 und Pz.Jg.Abt.336 den Gefechtsstand in Popowka bezogen.


    Im Laufe des Vormittages überprüft der Div.Kdr. nochmals persönlich die Abwehrbereitschaft des im Schwerpunkt eingesetzten slow.I.R.20 und der dort eingesetzten 8,8 cm Flak-Bttr. 7/164.


    12,00 Uhr meldet sich der Führer des Straßenbau-Btl. 559. Das Btl. ist z. Zt. auf dem Marsch. Es erhält den Auftrag mit 3 Kp. im Abschnitt Woinka, mit 2 Kp. im Abschnitt Taganasch den Stellungsbau zu vervollständigen.


    14,00 Uhr verlegt die Div. den Gef.Stand nach Karadsha und trifft 16,30 Uhr dort ein.


    17,00 Uhr überbringt der IIa der Division von der Gruppe Konrad (Gen.Kdo XXXXIV. (Geb.) A.K.) die Nachricht, daß auf Grund der Lage bei der 6. Armee in Kürze mit einer Räumung der Krim zu rechnen ist.
    Dabei erhält die Division den Auftrag, die Engen bei Perekop und Ssalkowo nach Norden zu sichern, bezw. zu verteidigen. Schwerpunkt bei Ssalkowo, wo am 29. bis 30.10. mit Feindberührung zu rechnen ist.


    Auf Grund der schon im Verlaufe des Tages getroffenen Maßnahmen kann die Enge von Ssalkowo zunächst als ausreichend verteidigungsfähig gelten.


    Weitere Kräfte sind vom Korps bezw. Armee in Zuführung begriffen.


    Wetter:
    regnerisch, trüb

  • Hier die nächsten Tage (NARA T-315 R-2097):



    28.10.1943
    Während der Nacht außer geringer Fliegertätigkeit keine besonderen Vorkommnisse. Bombenabwürfe werden nicht gemeldet.


    08,00 Uhr trifft der Grundlegende Korpsbefehl zur Räumung der Krim ein.
    Die Division bleibt im Rahmen des bisherigen Auftrages eingesetzt. Lediglich werden Maßnahmen getroffen, um die zur Versorgung der Truppe nicht dringend benötigten Fahrzeuge in den Schattenraum der Armee Chersson – Nikolajew abzuschieben.


    10,00 Uhr meldet sich Kdr. Felders.Btl.125 bei der Division und erhält den Auftrag in Eilmärschen Taganasch zu erreichen. Die Div. beabsichtigt, das Btl. zum Küstenschutz nordwestlich Taganasch einzusetzen.


    Auf Befehl der Division übernimmt Major Niederländer, Kdr. Gren.Rgt.686, den Befehl über die auf der Halbinsel Tschongar einge-setzten Truppen. Sofortiger verstärkter Ausbau der H.K.L. ist von größter Wichtigkeit. Gef.Stand in Tschongar. Kdr. slow.I.R.20 übernimmt das III./slow.I.R.20 in seinem bisherigen Abschnitt und das in Zuführung begriffene Feld-Ers.Btl.125. Gef.Stand in Taganasch.


    Die Lage bei 6. Armee verschärft sich weiterhin. Gegner hat mit starken Panzer- und mot.-Kräften Durchbrüche erzielt und steht vor Iwanowka.


    Der Aufgabe der Division, Sperrung der Enge von Ssalkowo und Sicherung im Raume Ischun kommt erhöhte Bedeutung zu.


    18,00 Uhr übernimmt General Weber (Armeewaffenschule Eupatoria) den linken Abschnitt der Division. Trennungslinie 80.


    18,15 Uhr Gemäß Fernschreiben der Gruppe Konrad (Gen.Kdo XXXXIV. (Geb.) A.K.) beginnt das Unternehmen „Lya II“ am 29.10. abends.


    Wetter:
    sehr kalt, starker Wind



    29.10.1943
    Verlauf der Nacht ohne besondere Vorkommnisse.


    Vereinzelte Einflüge feindl. Nachtaufklärer in den Raum Dshankoi.


    Nach einer Orientierung der Gruppe Konrad (Gen.Kdo XXXXIV. (Geb.) A.K.) wird Genitschesk und Ssalkowo im Rahmen der Absetzbe-wegung der 6. Armee geräumt.
    Mit Feindberührung ist in den frühen Morgenstunden des 30.10. zu rechnen.


    Marine-Art.Abt.614 (Korv.Kpt. Werner) sowie Ld.Schtz.Btl.876 werden von der 6. Armee der Division zugeführt.


    Während des Vormittages feindl. Luftaufklärung über den Landengen.


    11,00 Uhr überprüft der Herr Kommandierende General und der Div.Kdr. die Abwehrbereitschaft und den Stellungsausbau an der Enge Genitschesk und Ssalkowo. Durch Einsichtnahme des Lagunengeländes und der Küste aus dem Fieseler Storch kommt der Kommandierende General zu dem Entschluss, die H.K.L. auf der Landzunge Arabat auf der Höhenlinie 2 km südl. Hf. Bereshnogo zu führen und dort beschleunigt auszubauen.


    14,30 Uhr erfolgt der Befehl der Gruppe Konrad, daß unverzüglich eine Kann.Bttr. und ein schweres Geschütz der M.A.A.614 auf der Arabat-Landzunge in Stellung zu bringen ist. Ebenso ist ein Btl. des Gren.Rgt.686 dorthin zu verlegen.


    Der von der Division befohlene Bau von Fähren ist mit Einbruch der Dunkelheit durch das Pi.Btl.336 und Teile Sturmboot-Kdo. 911 abge-schlossen, sodass das I./Gren.Rgt.686 während der Nacht übergesetzt werden kann.


    Die Geschütze der M.A.A.614 passieren die Eisenbahnbrücke südl. Genitschesk noch vor der um 17,00 Uhr befohlenen Sprengung.


    Am 29.10. abends ist die Division mit allen Teilen abwehrbereit und steht in Erwartung des voraussichtlich morgen aufschließenden Feindes.


    In den wenigen Tagen der Besetzung der H.K.L. durch eigene Verbände war es möglich unter Ausnutzung vorhandener russ. Stellungen und Hindernisse ein stützpunktartiges Stellungssystem auszubauen, an dessen Vervollständigung laufend weiter gearbeitet wird.


    Gemäß F.S. der Gruppe Konrad wird Räumung der Krim auf höheren Befehl verschoben. Die Div. verteidigt die Engen von Arabat und Ssalkowo gegen jeden Feindangriff.


    Dazu werden ihr neu zugeführt und unterstellt:
    Lw.Jg.Rgt.10, Stab Mar.Btl.320,
    M.K.A.A.614


    Wetter:
    windig, klar, kalt

  • Hier die nächsten Tage (NARA T-315 R-2097):



    30.10.1943
    Während der Nacht wurden feindl. Störflugzeuge, welche Dshankoi anflogen, von eigener Flak abgedrängt. Keine Bombenabwürfe.


    04,30 Uhr Ein mit Räumungsmaterial beladener Zug stieß mit einem aus Dshankoi auslaufenden Leerzug zusammen. 8 Personen wurden verletzt. Erheblicher Sachschaden. Strecke wird in 10 bis 12 Stunden wieder frei sein.


    05,00 Uhr Die mit Div.Bef. Nr. 121 befohlenen Maßnahmen zur Verstärkung der Kräfte im Abschnitt Arabat und Tschongar sind an-gelaufen.
    Das I./Gren.Rgt.686 erreichte die Übersetzstelle Wassiljewka, jedoch wurde das Übersetzen des I./Gren.Rgt.686 mit Sturmbooten durch die geringe Tiefe, sowie durch dichten Nebel sehr erschwert.


    07,30 Uhr meldet Füs.Btl.336 sein Eintreffen in Tschongar.


    Nach einer Orientierung des Generalkommandos XXXXIV. (Geb.) A.K. (Gruppe Konrad) ist Feind mit stärkeren Panzerkräften aus dem Raume Nowo Askanija in Richtung Landenge Perekop vorgestoßen. Es gilt mit allen verfügbaren Kräften die Enge zu sperren. Dazu wird Pi.Btl.17 sofort im Lkw-Transport Richtung Perekop verladen. Meldung bei General Weber.
    Ebenfalls wird das der Division unterstellte Felders.Btl.81 sofort dorthin in Marsch gesetzt, sowie der im Anmarsch begriffene F.A.Rgt.Stab.615.


    13,00 Uhr erreicht Felders.Btl.125 seinen Einsatzraum und besetzt den befohlenen Küstenabschnitt stützpunktartig unter Herauslösung der dort sichernden Sich.Kp.336.


    14,45 Uhr Nach Beobachtungen des Jg.Rgt.10 hat Feind Genitschesk besetzt. Ein Btl. und Pak wurden festgestellt.


    15,00 Uhr ist das Übersetzen des I./Gren.Rgt.686 beendet. Es wird zu-nächst im Raume um Genitscheskij als Eingreifreserve versammelt.


    Pi.Btl.336 baut auf Befehl der Division Fähren, um schwere Waffen (Flak- und Pak) übersetzen zu können. Die Versuche, Sf. überzusetzen, erwiesen sich auf Grund der geringen Wassertiefe als undurchführbar.


    16,00 Uhr greift der Gegner in Stärke von etwa 2 Kompanien aus Genitschesk heraus das Jäger-Regiment 10 an.


    Es gelang dem Gegner die Brückenstelle auf Grund unzureichender Sprengung zu überschreiten und das Lagunengelände ostw. Beresnogo zu gewinnen. Vor den dortigen Gefechtsvorposten blieb der Angriff liegen.


    Während seines Vorgehens zeigte der Gegner keinerlei Art. oder sonstige schwere Waffen.


    17,00 Uhr zog Landesschützen-Btl. 876, der Division unterstellt, befehlsgemäß durch die eigenen Linien bei Ssalkowo durch und wird zur weiteren Verwendung versammelt.


    Letzte Feindberührung bei Siedlung Nr. 5 mit 3 Panzerspähwagen.


    17,30 Uhr meldet sich Kdr. der II./Art.Rgt.42 auf dem Div.Gef.Stand. Entgegen dem bisherigen Befehl wird Stab 5. und 6. Bttr. in den Raum Perekop abgezweigt, 4./Art.Rgt.42 wird dem Art.Rgt.336 unterstellt.


    Wetter:
    trüb, kühl



    31.10.1943
    Dem in den gestrigen Abendstunden aus Genitschesk angreifenden Feind gelang es die Gefechtsvorposten des Luftw.Jäger-Rgt.10 aus Bereshnogo herauszudrücken, welche sich auf die H.K.L. absetzen.


    Die mit Einbruch der Dunkelheit angesetzte Aufklärung ergab, daß sich der Feind unter Zurücklassung von zahlreichen Toten wieder abgesetzt hat. Eigene Gefechtsvorposten besetzten wieder die alte Linie.


    Während der Nacht wurde die Kampfgruppe Schauer durch I./Gren. Rgt.686 abgelöst.


    Im Abschnitt Ssalkowo besetzt der Russe noch am Abend um 21,30 Uhr mit mot. Infanterie Jassnaja Poljana (2 km nordostw. Ssalkowo).


    01,00 Uhr haben die am Bahnhof Ssalkowo stehenden Gefechtsvorposten Feindberührung und setzen sich um 03,00 Uhr auf verstärkten Feinddruck hin ab.


    07,00 Uhr wird beim Div.Stab der Stab des Oberstlt. Bracht (Kampf-Kdt. von Tschongar) zusammengestellt.


    Im Abschnitt Ssalkowo versucht der Russe, scheinbar in völliger Un-kenntnis der Lage die dortigen Panzersperren an der Enge mit einer mot. Kolonne von etwa 14-16 Lkw und angehängter Pak zu durchfahren.


    Durch schlagartig einsetzendes Abwehrfeuer aller Waffen wurde die Kolonne zersprengt, der größte Teil der Kraftfahrzeuge vernichtet.


    11,00 Uhr Der Div.Kdr. fährt zum Abschnitt Arabat vor und bestimmt nach eingehender Geländeerkundung die jetzige Vorposten-Linie als H.K.L. Diese ist durch sofortige Zuführung von Kräften zu verstärken und auszubauen.


    12,00 Uhr versucht der Gegner an der Enge südl. Ssalkowo in Stärke von etwa 2 Kompanien längs des Bahndammes anzugreifen. Er blieb jedoch 500-600 m vor der H.K.L. im Feuer der Artillerie liegen.


    12,00 Uhr übernahm Oberstlt. Bracht, Kampfkommandant der Halbinsel Tschongar, den Befehl über die ihm unterstellten Truppen.


    Im Verlauf des Tages gelang es dem Pi.Btl.336 eine halbe leichte Flak-Batterie auf die Arabat-Landenge überzusetzen.


    Zur Verstärkung der Panzerabwehr und zum Schutz der Sturmboot-Landestelle ostw. Wassiljewka ist schwere Flak-Batterie 1./164 in Stel-lung gegangen.


    Während des ganzen Tages waren in beiden Abschnitten keine zusammenhängenden Angriffe des Gegners zu erkennen. Das feindliche Art.- und Granatw.Feuer verteilte sich auf das ganze Gelände. Feuerschwerpunkte waren nicht zu erkennen. Im Verlaufe der Kämpfe im rechten Abschnitt wurde ein Gefangener des Schützen-Regiments 993 eingebracht.


    20,00 Uhr Auf Befehl der Gruppe Konrad (Gen.Kdo XXXXIV. (Geb.) A.K.) trifft die Division Maßnahmen, um 2 Sf. auf die Landenge von Arabat zu bringen.
    Da die Sf. für Fähren zu schwer sind, müssen sie im Landmarsch über das Südende der Arabat-Landenge den Einsatzraum bei Genitschesk erreichen.


    Wetter:
    wie am Vortage



    Bis zum nächsten Mal
    Gruß
    Günter

  • Hallo zusammen,


    hier wieder ein paar Seiten aus der Anlage zum Kriegstagebuch für den Oktober (aus der NARA T-315 R-2097):

  • hier wieder ein paar Seiten aus der Anlage zum Kriegstagebuch für den Oktober (aus der NARA T-315 R-2097):