Der Ausbau der Voralpenstellung und das SS-Polizeiregiment „Schlanders“

  • Durch einen interessierten Mitleser aus Österreich, der sich auf den Artikel über das SS-Polizeiregiment „Bozen“ in der letzten Ausgabe des „Freiwilligen“ veranlasst fühlte, sich mit dem damaligen beim Verfasser in Verbindung zu setzen, wurde eine Frage angeschnitten, die sowohl den Ausbau der Voralpenstellung als auch das im Oktober 1944 aufgestellte SS-Polizei-Regiment „Schlanders“ betrifft. In der Folge möchte ich die bekannten Angaben zusammenfassen, in der Hoffnung, durch die Leserschaft noch ergänzende Hinweise zu erhalten. Es handelt sich im Großen also um den Bau der sogenannten „Voralpenstellung“ oder „Voralpenriegel“.


    Bereits im September 1943 hatte Generalfeldmarschall Rommel als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B in Norditalien eine Untersuchung veranlasst, inwiefern das Alpengebiet Italiens für einen Abwehrkampf gegen die zu diesem Zeitpunkt bereits im Süden Italiens gelandeten Alliierten geeignet war.
    Es stand dabei eine so genannte „Voralpenstellung“, eine etwa 400 km lange Linie von der Südostecke der Schweiz über das Nordende des Gardasees über die Trentiner und die Julischen Alpen bis hin nach Görz/ Gorizia, Tolmein/ Tolmein und Monfalcone entlang der österreichisch- ungarischen Stellungen zur Diskussion. (1)
    Da die militärische Führung der Ansicht war, dass eine solche Stellung einem Angriff der Alliierten stand halten würde, wurde ein Sonderstab unter der Leitung von Oberst Nobiling für die Erkundung des westlichen Teils dieser so genannten „Voralpenstellung“ eingesetzt, Oberst Seitz erhielt die Verantwortung für den Ostabschnitt. (2) Nachdem das Oberkommando der Wehrmacht aber damals entschied, den Gegner bereits im Süden der Halbinsel abzuwehren, und die Apenninenstellung als Riegel ausgebaut wurde, ruhten zunächst die Pläne für eine Alpenlinie. (3)


    Am 26.Juli 1944, als die Alliierten immer weiter Richtung Norden auf die „Gotenlinie“ vorrückte (4) und vor dem Hintergrund einer erwarteten Landung der Alliierten an der nördlichen Adria zwecks Umgehung der „Gotenlinie“(5), erteilte Hitler schließlich den Befehl zum Ausbau eines „rückwärtigen Stellungssystems“ in Norditalien als Erweiterung der sogenannten „Reichsschutzstellung“ und zwar der bereits erkundeten Voralpenfestung – auch als „Blaue Linie“ bezeichnet, zwischen Schweizer Grenze und Triest (6) – , der anschließenden Karststellung (Tschitschen-Boden) sowie einer Riegelstellung von Ala sowie von Belluno zum Golf von Venedig. Außerdem sollten möglichst viele weitere Riegelstellungen gebaut werden, um den Alliierten das Vordringen in das Becken von Udine zu erschweren. (7)


    Mit Befehl vom 28.Juli 1944 wurden den Obersten Kommissaren der Operationszonen Alpenvorland und Adriatisches Küstenland „ … auch außerhalb ihrer OZ (Operationszone, der Verfasser) für Zwecke des Stellungsbaus dieselben Befugnisse wie in den OZ übertragen. …“ Dazu mussten sie „ … in jegl. Hinsicht durch den Bev. (Bevollmächtigten) General der deutschen Wehrmacht in Italien und die diesem unterstellten Dienststellen …“ unterstützt werden. (8) In der Folge wurden auf Anregung der Obersten Kommissare weitere Modifikationen des Stellungsbauprogramms vorgenommen. (9)


    Als Gauleiter Franz Hofer – als Oberster Kommissar der Operationszone Alpenvorland (10) – am 8.August 1944 dem OB Südwest, Generalfeldmarschall Kesselring, vorschlug, den Etsch-Riegel und die Voralpenstellung kurzfristig fertig zu stellen, und dieser ablehnte, richtete sich Hofer mit dem Vorschlag an das Führerhauptquartier, die Voralpenstellung auf die Linie Stilfser Joch – Limone am Gardasee zurückzuverlegen, was Hitler am 3.September 1944 genehmigte. (11)
    Ab dem 25.August 1944, nach dem westalliierten Angriff auf die „Gotenlinie“, der zwar zum Stehen gebracht werden konnte, galt es für Gauleiter Hofer, den Bau der Voralpenriegel mit Nachdruck voranzutreiben.
    In der Operationszone Alpenvorland wurde das Gebiet in sechs Abschnitte eingeteilt (12), nach anderen Angaben in insgesamt sieben Bauabschnitte (13), wobei aber für einen siebten Abschnitt bisher keine Bestätigungen vorliegen. Sechs – oder eventuell sieben – Abteilungsleiter, alle Kreisleiter der NSDAP aus dem Gau Tirol-Vorarlberg, übernahmen die Organisation und Baukoordination. Diesen wurde neben einem Hauptverbindungsführer je ein Militärverwaltungsbeamter als Verbindungsführer zur Seite gestellt, um dieser zusätzlichen Aufgabe gerecht werden zu können.
    Zudem waren ein Militärverwaltungsbeamter mit Sitz in Arco für die Abwicklung der Lebensmittelersorgung und ein Militärverwaltungsbeamter mit Sitz in Verona für die Arbeitsmittelversorgung zuständig. (14)


    Den Hauptverbindungsführern bei den Obersten Kommissaren in den beiden Operationszonen und dem sogenannten „Einsatzstab Brigitte“, der für die Arbeiten im Bereich von Po und Tessin gebildet worden war, stand der gesamte Apparat des Chefs der Militärverwaltung des Bevollmächtigten Generals der Deutschen Wehrmacht in Italien zur Verfügung (15), zu diesem Zeitpunkt – seit dem 26.Juli 1944 – war dies bereits der SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS Karl Wolff, in Personalunion auch Höchster SS- und Polizeiführer in Italien. (16)
    Zum Bau der Voralpenstellung wurden Hofer – wie auch Gauleiter Dr. Friedrich Rainer (17) in der Operationszone Adriatisches Küstenland – Spezialbautruppen zur Verfügung gestellt, die unter der technischen Leitung der „Organisation Todt OT“ standen. (18) Zugleich sollten sie „ … in jeder Hinsicht durch den Bev.General der Deutschen Wehrmacht in Italien und die diesem unterstellten Dienststellen …“ unterstützt werden. (19) Die rein militärischen Fragen des Stellungsbaus im gesamten norditalienischen Gebiet oblagen dem OB Südwest als Bauherrn, als militärischer Berater fungierte ein Vertreter des OB Südwest, zunächst der General der Infanterie Gustav-Adolf von Zangen. (20)
    Die Gesamtzahl der bei diesen Befestigungsbauvorhaben in Italien eingesetzten Arbeitskräfte betrug nach dem Stand vom 10.Dezember 1944 256 000 Mann, von denen 82 000 Mann beim Bau der Voralpenriegel unter Gauleiter Hofer im Einsatz waren. (21) Während also die Aufbringung der notwendigen Arbeitskräfte, der Bezahlung und Verpflegung sowie die Beschaffung des benötigten Baumaterials trotz der gewaltigen Größenordnung des gesamten Unternehmens keine größeren Schwierigkeiten bereitete, konnten dagegen nicht ausreichend Transportmittel aufgebracht werden. Beim Stellungsbau im Bereich Alpenvorland waren lediglich 53 Lkw und weitere 30 t Laderaum im Einsatz. Zeitweise fehlten in diesem Abschnitt bis zu 300 t Laderaum. (22)


    Hofer unterstrich die Wichtigkeit des Stellungsbaus in einem Memorandum an Martin Bormann vom 6.November 1944, welches durch diesen unverzüglich dem Führer vorgelegt werden sollte. (23) Aus unerfindlichen Gründen erfolgte diese „Führervorlage“ letztendlich erst im April 1945. (24)


    Im Januar 1945 konnten der Etsch- und der Optante-Riegel von der Wehrmacht in fertigem Zustand übernommen werden, und auch die sogenannte „Hoferstellung“ westlich des Gardasees war in einem verteidigungsfähigen Zustand versetzt worden. Allerdings hatte man bei der „Grenzstellung“ im Süden erst mit der Auspflockung begonnen und im winterlichen Hochgebirge war man von einem Bauvorhaben noch weit entfernt. (25)


    Erwähnte wurden bereits die sechs Bauabschnitte der Voralpenriegel im Bereich der Operationszone Alpenvorland, deren Abteilungs- bzw. Abschnittsleiter Kreisleiter aus dem Gau Tirol-Vorarlberg waren. Aus der eingangs erwähnten Zuschrift eines unserer Leser ergeben sich interessante ergänzende Angaben.


    K. R. schrieb: “… Im November 1944 kam ich als Einsatzhelfer nach Roncegno im Valsugana. Es gab sechs Sicherungsabschnitte.
    I. im Bereiche des Ortler
    II. im Bereiche des Gardasees
    III. in Rovereto
    IV. in Roncegno
    V. in Feltre und
    VI. in Belluno.

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Ich wurde dem Sicherungsabschnitt IV zugeteilt …“ (26) Nach anderen Angaben waren die Sicherungsabschnitte – leider ohne genauere Zeitangaben – wie folgt eingeteilt:
    I (?) Stab: Edolo- Tonala Pass
    Major Ebert (Major d.SchP. Ebert war Kdr. des III. Btl. des SS-Pol.Rgt „Alpenvorland“, dies bis mindestens April 1945)


    II (?) Stab: Riva, ungefähr östliches Judikarien
    Hauptmann Pelz (bisher keine weiteren Angaben möglich)


    III Trient-West Stab: Rovereto
    SS-Hauptsturmführer und Hauptmann der Gendarmerie Martin Sebald (war Kdr. des II. Bataillons des Trientiner Sicherungsverbandes – Corpo di Sicurezza Trentino (CST) – unter dem KdO Alpenvorland, Bozen, dies bis April 1945) (27)


    IV Trient-Ost Stab: Roncegno
    SS-Hauptsturmführer und Hauptmann d.SchP. Karl Julius Hegenbarth (10.1944) (im Original „Hauptmann Hegenbart“, Kdr. des III. Btl. des Trientiner Sicherungsverbandes CST bis mindestens April 1945) später Major der Schutzpolizei Dr. Rudolf Ecker (so im Original, evtl. Major „Egger“, Kdr. des I. Bataillons des Trientiner Sicherungsverbandes?)


    V Feltre- Belluno Stab: nicht genannt
    Oberstleutnant der Schutzpolizei Paul Kärnbach (war im April 1945 Kdr. des III. Btl. des SS-Pol.Rgt „Alpenvorland“ bzw. SS-Pol.Rgt 9)


    IX (?) Stab: Trient
    Hauptmann der Schutzpolizei Dr. Rudolf Ecker (10.1944)
    (28)
    Auffällig ist die Häufung von Offizieren der Ordnungspolizei, die auch als Kommandeure von Einheiten unter dem KdO Alpenvorland, Bozen, im Einsatz standen!


    Aus einer Stellenbesetzungsliste der Verwaltungsbeamten im Bereich des Höchsten SS- und Polizeiführers Italien (29) mit Stand vom 1.Februar 1945 gehen unter dem Kommandeur der Ordnungspolizei Bozen dann nur noch drei Sicherungsabschnitte – ohne Ortsangaben – hervor, sowie lediglich die Namen der Verwaltungsführer aus den Reihen der Ordnungspolizei:


    Sicherungsabschnitt II
    Oberleutnant d.Sch. d.R. Forster als Leitender Verwaltungsoffizier
    Leutnant d.Sch. Müller zusätzlich


    Sicherungsabschnitt III
    Leutnant d.Sch. d.R. Geillinger als Leitender Verwaltungsoffizier
    Polizeisekretär Frese und Polizeiangestellter Kutz zusätzlich


    Sicherungsabschnitt IV
    Leutnant d.Sch. Hechler als Leitender Verwaltungsoffizier
    Leutnant d.Sch. Esser zusätzlich.


    Damit erschöpfen sich die Angaben zu diesen Abschnitten aus offizieller Darstellung! K. R. schrieb ergänzend zum Sicherungsabschnitt IV: „ … An der Spitze des Sicherungsabschnittes standen jeweils politische Leiter der NSDAP, so wie der Gauleiter von Tirol an der Spitze der Operationszone Alpenvorland war. Dessen Stabschef war Dr. Egon Denz, der Oberbürgermeister von Innsbruck …(30)
    Roncegno liegt am Hang und unterhalb im Valsugana die größere Stadt Borgo di Valsugana. Dort entkam ich im Jänner 1945 nur wenige Meter einem Angriff amerikanischer Lightnings … (31)


    In Roncegno war der Stab des Sicherungsabschnittes IV in einem sehr geräumigen Badehotel untergebracht, gleichzeitig auch ein Stab der O.T., eine höhere Sanitätseinrichtung des Oberbefehlshabers Süd-West und eine Einheit des SS-Polizeiregiments Schlanders; am ehesten eines der Bataillone. Ich habe hinsichtlich der näheren Angaben keine Erinnerung….
    Wir Einsatzhelfer wurden vom Regiment Schlanders mit Uniformen, nicht in feldgrau, sondern in grün, der Polizeiregimenter ausgestattet.
    Wir waren erstaunlicherweise auch in der Messe der Einheit mit deren Offizieren zu Tisch. Die Verpflegung war miserabel. Nach wenigen Tagen organisierte daher der Sicherungsabschnitt seine eigene Verpflegung, die wir dann im eigenen Bereich des Hotels im kleinen Kreis einnahmen. (32)


    … Wir waren mit italienischen Gewehren bewaffnet. Die italienische MP nur in besonderen Fällen. Sie war eine schlechte Waffe, so geschah es beispielsweise immer wieder, dass beim Abstellen auf den Boden sich ein Schuss löste. Angesichts meiner Tätigkeit im Stab war ich sehr viel auf Kurierdiensten in das Etschtal und nach Bozen mit der Waffe. Ich hatte aber nie Anlass, von der Waffe Gebrauch zu machen. (33)


    Der Chef des Sicherungsabschnittes, der Kreisleiter des damaligen Kreises Kitzbühel, namens Merath (34) der Stabschef aus Köln namens Körner (?) (35), ein Verwaltungsmajor der Wehrmacht und wir ungefähr vier Einsatzhelfer.
    Die Einheit des Polizeiregiments unterstand ganz offenbar taktisch dem Sicherungsabschnitt IV, weil bei geplanten Einsätzen gegen die Partisanen, deren Planung ich im Stab mit verfolgen konnte, von der Leitung des Sicherungsabschnittes ebenso wie die Führung selbst erfolgte. Einer dieser Einsätze etwa an der Wende Februar/ März 1945, im Bereich der Sieben Gemeinden, ging aber ins Leere. (36)


    Die wesentliche Aufgabe im Sicherungsabschnitt IV war im Zusammenhang mit O.T. Planung und Ausführung des vorgesehenen Südwalles. Diese im Bau befindlichen Festungsanlagen waren aber eher, zumindest teilweise, sogar südlich der Abgrenzung der Operationszone. (37) So wurde ich etwa rund vierzehn Tage zur Wende Jänner/ Februar 1945 zur Verwaltung eines Verpflegungslagers in Asiago, also den Sieben Gemeinden, abkommandiert. (38)


    Anfang April 1945 wurden wir Einsatzhelfer wegen des von der deutschen Aufklärung bekannten, für Mitte April vorgesehenen Generalaufstandes der Partisanen, in die Heimat nach Tirol zurückgeführt. …“ (39) Dieser sehr detaillierte Bericht ist bisher der einzige, der für einen der oben genannten Sicherungsabschnitte vorliegt. Doch in einem Punkt scheint der Berichterstatter zu irren. Im November 1944 lagen noch keine Teile des SS-Polizei-Regiments „Schlanders“ in Roncegno!


    Als K.S. als Einsatzhelfer in Roncegno eintraf, dürfte es sich um Teile des III. Bataillons des SS-Polizei-Regiments „Bozen“ gehandelt haben, die dort stationiert waren. (40) Erst im Dezember 1944 dürfte dieses Bataillon dann durch das II. Bataillon des neuaufgestellten SS-Polizei-Regiments „Schlanders“ abgelöst worden sein, welches gerade seine Ausbildung beendet haben dürfte.


    Der Chef der Ordnungspolizei hatte erst am 12.Oktober 1944, Kdo g I Org. (3) Nr. 650/44(g), seine Aufstellung befohlen:
    „ … 1.) Vom BdO Italien ist mit eigenen Kräften und volksdeutschen Südtirolern ein Regiment aufzustellen. Das Regiment führt die Bezeichnung

    SS-Polizei-Rgt. „Schlanders“
    ....“ (41)
    Regimentskommandeur wurde der Major d. SchP. Georg Hahn, die drei Bataillone übernahmen
    I/Schlanders - Maj. d. SchP. Fehmers in Edolo, dort auch der Regimentsnachrichtenzug
    II/Schlanders - Maj. d. SchP. Ahrens in Feltre
    III/Schlanders - Maj. d. SchP. Erwin Grimm in Belluno (42)
    Das Regiment setzte sich aus Südtirolern aus allen Landesteilen, auch aus den ladinischen Tälern, zusammen (43)


    Die etwa dreimonatige Grundausbildung schloss mit einer Eidesleistung ab – für „Volk, Führer und Heimat“, wie es hieß. Es war dies ein feierlicher Akt, der in Bozen vor dem SS-Obergruppenführer Karl Wolff und in Schlanders und Brixen vor dem Obersten Kommissar Hofer geleistet werden musste. (44)


    Allgemein ist die Informationslage zum anschließenden Einsatz des Regiments „ … im Bereich Trient – Belluno – Vicenza, wobei die einzelnen Kompanien mitunter in Gruppen zu etwa zwölf Mann auf mehrere kleine Stützpunkte verteilt wurden …“ eher schlecht. „ … Die Aufgaben dieses Regiments bestanden hauptsächlich in Wach- und Sicherungstätigkeit, in Radpatrouillen mit einem Aktionsradius von etwa 30 Kilometer sowie in Partisaneneinsätzen im Gebiet um Primolano, Feltre und Primiero, wo es zu mehreren verlustreichen Einsätzen kam. …“ (45)


    Während das I. Bataillon – zumindest ist das für die 3.Kompanie bekannt – bereits am 22.Dezember 1944 nach Rovereto verlegte (46), war das III. Bataillon im Raum Feltre im Einsatz, wie ein Angehöriger der 12.Kompanie z. B. für den 17.Januar 1945 berichtet. (47) Das II. Bataillon soll nach bisher unbestätigten Angaben zu diesem Zeitpunkt bereits nach Roncegno verlegt haben. Leider liegen bisher dazu weder ergänzende Berichte noch Angaben aus offiziellen Dokumenten vor. (48)


    Aus einer Stellenbesetzungsliste der Verwaltungsbeamten im Bereich des Höchsten SS- und Polizeiführers Italien mit Stand vom 1.Februar 1945 gehen folgende Dienststellen und Standorte für das Regiment, welches zu diesem Zeitpunkt eine Stärke von 2192 Mann gehabt haben soll, hervor (49)
    Rgts.Stab u. Schlanders Oblt. d.Sch. d.R. Hahn Leit.Verw.Offz.
    Rgts.-Einheiten PS Harms
    I. Bataillon Schlanders Lt. d.Sch. Siegert Leit.Verw.Offz.
    Lt. d.Sch. Hucke
    II. Bataillon Feltre Lt. d.Sch. Molt Leit.Verw.Offz.
    P.Ang. Doubek
    P.Ang. Falkenburg
    III. Bataillon Belluno Lt. d.Sch. Anders Leit.Verw.Offz.
    PS Behrens


    Erst für den 9.April 1945 liegen wieder Angaben vor, nach denen der Stab des SS-Pol.Rgt. „Schlanders“ und sein II. Bataillon in Roncegno, Provinz TN, Operationszone Alpenvorland OZAV unter dem SS- und Polizeiführer Alpenvorland eingesetzt war. (50)
    Das I. Bataillon lag zu diesem Zeitpunkt in Rovereto, Provinz TN, das III. Bataillon in Feltre, Provinz Belluno, beide unterstanden in der Operationszone Alpenvorland OZAV dem SS- und Polizeiführer Alpenvorland (51)


    „ … Ab Mitte April 1945 erfolgte der geordnete Rückzug von Offizieren und Mannschaft in Richtung Cortina und durch das Pustertal. … Von Bozen aus wurde die Rückkehr auf eigene Faust fortgesetzt. Die Angehörigen des Pol.-Rgtes. „Schlanders“ wurden in den darauffolgenden Wochen von den Alliierten nach Bozen überstellt, über einen Zeitraum von bis zu drei Monaten in einem Internierungslager festgehalten und dann regulär entlassen. …“ (52)


    Sollten also noch Angaben und Hinweise zu den oben genannten Sicherungsabschnitten beim Bauvorhaben „Voralpenstellung“ („Blaue Linie“) als auch zum Einsatz des SS-Pol.Rgt. „Schlanders“ möglich sein, bittet der Verfasser um entsprechende Rückmeldung!
    Roland P....


    Anmerkungen und Quellen:
    1. Margareth Lun, NS-Herrschaft in Südtirol. Die Operationszone Alpenvorland 1943 – 1945, Studien-Verlag, Innsbruck, 2004, S. 387 – 388 oben, im Folgenden „Lun, Südtirol, S.“, Anm. 1712 Rauchensteiner, Der Krieg in Österreich, S. 288
    2. Lun, Südtirol, S.387 – 388, Anm. 1713 Stuhlpfarrer, Operationszonen, S. 111
    3. Lun, Südtirol, S. 387 – 388 oben
    4. Lun, Südtirol, S.388
    5. Michael Wedekind, Nationalsozialistische Besatzungs- und Annexionspolitik in Norditalien 1943 bis 1945, Oldenbourg Verlag 2003, S. 292, im Folgenden „Wedekind, Norditalien, S.“; während Lun, Südtirol, hauptsächlich Angaben zur Operationszone Alpenvorland enthält, werden bei Wedekind, Norditalien, beide Operationszonen beleuchtet, aber eher mit Schwerpunkt OZ Adriatisches Küstenland
    6. Wedekind, Norditalien, S.292
    7. Lun, Südtirol, S.388, Anm. 1714 Rauchensteiner, Krieg in Österreich, S. 288, s. a. Wedekind, Norditalien, S.292
    8. Lun, Südtirol, S. 388, Anm. 1715 RH 19 X/85, 13/617 f. Fernschreiben WFSt, Qu 2 (Süd/Südost) Nr. 0014/653/44 g.Kdos v. 12.12.1944 an HGr. C
    9. Wedekind, Norditalien, S.292, s. a. Anm. 509 auf S. 293
    10. zu Hofer s. a. Karl Höffkes, Hitlers politische Generale. Die Gauleiter des Dritten Reiches, Grabert-Verlag, 1997, S.148 – 151, seit 16.11.1942 Reichsverteidigungskommissar für den Gau Tirol-Vorarlberg, seit 10.9.1943 Reichsverteidigungskommissar für die Operationszone Alpenvorland (Bozen, Triest, Belluno) und ab 12.9.1943 zuständig für den Stellungsbau in Südtirol und im italienischen Gebiet bis Verona
    11. Lun, Südtirol, S. 388, Anm. 1716 Rauchensteiner, Krieg in Österreich, S. 289, s. a. Wedekind, Norditalien, S.293 Anm. 509, am 17.9.1944 wurde dem Ausbau des Abschnittes Stilfser Joch – Schweizer Grenze zugestimmt, s. a. KTB OKW Bd. IV/1 S. 593 ff
    12. Lun, Südtirol, S. 388
    13. Wedekind, Norditalien, S.293, ohne weitere Erklärungen, auf S. 450 nennt Wedekind dann auch nur sechs (!) Abschnitte, die er mit I – V und IX, aber jeweils selber mit Fragezeichen hinter der Nummerierung aufführt
    14. Lun, Südtirol, S. 388, Anm. 1717 BA K R 70/6, 2 Schreiben des Bev. Gen. der deutschen Wehrmacht in Italien/MV-Chef v. 16.12.1944 an den Bev. Gen. und den HÖSSPF Wolff, s. a. Wedekind, Norditalien, S.293, im Bereich des Obersten Kommissars Triest wurden zwei Arbeitsstäbe eingerichtet, die personell in enger Verbindung zur SS standen
    15. Lun, Südtirol, S. 388, Anm. 1718 BA K R 70/6, 2 Schreiben des Bev. Gen. der deutschen Wehrmacht in Italien/MV-Chef v. 16.12.1944 an den Bev. Gen. und den HÖSSPF Wolf
    16. Vorgänger war General der Infanterie Rudolf Toussaint; s. a. Keilig, Generale der Heeres, S. 347 unten, seit September 1943 bis „August 1944“, seit 26.7.1944 war dieser Wehrmachtsbevollmächtigter beim Reichsprotektor Böhmen und Mähren
    17. s. a. Höffkes, Gauleiter, S. 268 – 271
    18. Lun, Südtirol, S. 388, Anm. 1719 Klaus Mahnert, Mildernde Umstände, Bericht über einen Lebensabschnitt 1913 – 1945, Innsbruck, 1977, unveröffentlichtes Manuskript, S. 177 sowie BA K R 70/6 Befestigungsbauten in der Operationszone Alpenvorland und der Operationszone Adriatisches Küstenland, Dezember 1944, s. a. Wedekind, Norditalien, S. 293 Die OT hatte lediglich den Bauapparat zu stellen und die technische Aufsicht zu führen
    19. Lun, Südtirol, S. 388, Anm. 1720 RW 4/v. 714 D
    20. Lun, Südtirol, S. 388, Anm. 1721 Stuhlpfarrer, Operationszone, S. 114, s. a. Wedekind, Norditalien, S.293: Auch die eingesetzten Bautruppen des Heeres und der Luftwaffe waren hinsichtlich des reinen Arbeitseinsatzes ausschließlich an die Anordnungen Hofers und Rainers gebunden, zu von Zangen siehe Keilig, Generale des Heeres, S. 379, dieser war ab 25.8.1944 OB der 15.Armee an der Westfront, sein Nachfolger ist bisher nicht bekannt
    21. Lun, Südtirol, S. 389, Anm.1722 BA K R 70/6, 3
    22. Lun, Südtirol, S. 390, Anm. 1727 BA K R 70/6, 5
    23. Wortlaut siehe Lun, Südtirol, S. 390 unten – S.392 oben, Anm.1729 ff Rauchensteiner, Krieg in Österreich, S. 289 ff
    24. Lun, Südtirol, S. 392
    25. Lun, Südtirol, S. 393
    26. K. R. an den Verfasser v. 12.7.2010, Name bekannt, 4 Seiten, hier S. 1
    27. s. a. Wedekind, Norditalien, S. 336, demnach gehörten zum Aufgabenbereich des CST Polizei-, Bewachungs- und Sicherungsaufgaben (etwa beim Stellungsbau), er wurde auch – mit Teilen – zur Verstärkung deutscher Einheiten auch zu militärischen Einsätzen der Partisanenbekämpfung herangezogen
    28. Fragezeichen im Original, aus: Wedekind, Norditalien, S.450, Sicherungskommandanten im Alpenvorland
    29. BA R 19 370/221- 237, hier 223
    30. K.R. v. 12.7.2010, hier S. 2
    31. K.R. v. 12.7.2010, hier S. 3
    32. K.R. v. 12.7.2010, hier S. 2
    33. K.R. v. 12.7.2010, hier S. 3
    34. Alfred Merath, von Oktober 1940 bis Mai 1945 Kreisleiter in Kitzbühel, s.a. Juristische Zeitgeschichte, Institut für Juristische Zeitgeschichte Hagen, Jahrbuch Band 8 (2006/2007), Herausgegeben von Thomas Vormbau, Berliner Wissenschaftsverlag, 2007, Artikel Thomas Albrich, Gauleiter Franz Hofer und die „braune Elite“ des Gaus Tirol-Vorarlberg im Visier der Nachkriegsjustiz, S. 26 – 74, hier S. 45
    35. K.R. v. 12.7.2010, hier S. 2, mit Fragezeichen im Original
    36. K.R. v. 12.7.2010, hier S. 2
    37. K.R. v. 12.7.2010, hier S. 2
    38. K.R. v. 12.7.2010, hier S. 2 unten, S. 3 oben
    39. K.R. v. 12.7.2010, hier S. 3
    40. s. a. Wedekind, Norditalien, S.329, Anm. 612: III./ „Bozen“ „spätestens IX/44 Raum Bologna, dann teils Roncegno (TN), teils Valsugana (TN), teils Cadore (BL), seit XII/44 S. Stefano die Cadore – Pieve die Cadore (BL) …“
    41. BA Berlin R 19 326/120 – 123, Auszug in BA-MA N 756/40, s.a. Mehner, Waffen-SS und Ordnungspolizei, 1995, S. 325
    42. BA Berlin R 10 – 451/ 62 Übersicht über Kräfte der Ordnungspolizei und ihren Einsatz, Stand 20.Oktober 1944m NARA T-175/8/2509034 – 44, bereits in der Kräftegliederung der Ordnungspolizei zum 15.7.1944 war im Bereich des BdO Verona, General der Polizei von Kamptz, u. a. handschriftlich Major Hahn, Schlanders, Btle. Schlanders, als unleserliche handschriftliche Einträge am Rand genannt, s. a. BA Berlin R 10 – 451/ 28 Übersicht über Kräfte der Ordnungspolizei und ihren Einsatz, Stand 15.Juli 1944
    43. Lun, Südtirol, S. 161
    44. „Erlebte Geschichte“, Südtiroler Zeitzeugen erzählen, Heinz Degle, Athesia-Verlag, Bozen, 2009, Kapitel „Für Volk, Führer und Heimat – Die Südtiroler Polizeiregimenter“, S. 447 – 469, hier S.451
    45. Christoph von Hartungen u. a. Die Südtiroler Polizeiregimenter in „Der Schlern“, 55.Jhg. 1981, S. 512 – 513, hier S. 513, s. a. Lun, Südtirol, S. 161
    46. Franz Ungerer, 1985 Erzpfarrer von Schlanders, 25.2.1985, Auer, Anfang und Ende des Polizeiregimentes Schlanders in: Südtiroler Kamerad, Juli-Aug.1985, S.8, aus: K. Imhoff, Pi.Chronik Karstjäger, Pionier-Chronik der Waffen-SS, Selbstverlag, Korchenbroich
    47. Erlebte Geschichte, S.464 unten – S. 465 oben
    48. s. a. Wedekind, Norditalien, S. 329, Anm. 623, „ … SS-Polizei-Regiment „Schlanders“: Aufstellung VIII – IX/44, Sitz des Rgt.-Stabes: XII/44 Schlanders, dann: Roncegno, gegen Kriegsende Bozen…. I. Btl.: Pasubio, gegen Kriegsende Bozen, II. Btl. Roncegno, gegen Kriegsende Bozen, III. Btl. Feltre, gegen Kriegsende Bozen. …“
    49. R 19 370/221- 237, hier 225
    50. BA, NS 33/1003
    51. BA, NS 33/1003
    52. Hartungen, Polizeiregimenter, S. 513, damit enden auch die Angaben zu diesem Regiment

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hi
    In einer Gliederung fand ich folgende Stellenbesetzung für 1945. Leider keine Monatsangabe.


    I./Schlanders - Hauptmann d Sch.P. Boller
    II./Schlanders - Major d. Sch.P. Herbert Schwiebus
    III./Schlanders - Major d. Sch.P. Sterzig


    mfg Jan

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)

  • Hallo Jan,


    vielen Dank für den Hinweis :]
    ich habe ein Dokument von Ende April, Anfang Mai 1945, wo diese Herren leider teilweise unleserlich genannt werden, also vielen Dank für die „Klarschrift“!!! ;)


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo zusammen,


    hinsichtlich des Begriffes „Einsatzhelfer“ – den ich leider bisher im WWW nicht weiter eruieren konnte- schrieb mir der bereits erwähnte Zeitzeuge K.R.: „ … Die Frage über den Begriff des „Einsatzhelfers“ beantworte ich rasch vorweg. Es handelt sich hierbei um eine der wohl zahlreichen Gründungen gegen Ende des Krieges. Am ehesten ist es wohl mit den Flakhelfern vergleichbar. Allerdings finde ich in allen mir zugänglichen persönlichen Erinnerungen und sonstigen Literaturunterlagen den Begriff „Einsatzhelfer“ außerhalb des Bereiches der vier Sicherungsabschnitte nicht.
    Die erste Welle wurde etwa August 1944 eingezogen, die zweite, zu der auch ich gehörte, Jahrgang 1928, und die dritte im Februar 1945, die schon durchwegs aus Angehörigen des Jahrgangs 1929 bestand.
    Meine Ausbildung in der Kaserne in Kufstein und in einem Lager in St. Anton, beides in Tirol, war an K 98, P 38 und MG 41m nur ungefähr eine Woche. Wir sollten ja auch nicht für Kampfhandlungen, wozu wir auch nicht eingesetzt waren, ausgebildet werden, sondern nur für die erforderliche Selbstverteidigung…



    Kann es sich hierbei um einen Einsatz im Zusammenhang mit der Weisung Nr. 60 Hitlers für den „Ausbau der „Voralpen-Stellung“ vom 27.Juli 1944 handeln, wo es unter Ziffer 3 heißt:
    „ … Den Ausbau leiten verantwortlich:
    a) Der oberste Kommissar der Operationszone Alpenvorland in der Voralpenstellung von der Schweizer Grenze bis Piave-Tal südlich Longarone (einschließlich)
    b) Der oberste Kommissar der Operationszone adriatisches Küstenland in der Voralpenstellung vom Piave-Tal südlich Longarone (ausschließlich) bis Triest (ausschließlich) und in der Karststellung (Tschitschen-Bogen) bis zum Golf von Fiume.
    Die Arbeitskräfte und Mittel sind durch ein Volksaufgebot ähnlich wie in Ostpreußen aufzubringen.
    c) Der Ob Südwest in den beiden Riegelstellungen zwischen der Voralpenstellung und dem Golf von Venedig mit Hilfe des OT. ….“
    (Roland Kaltenegger, Operation Alpenfestung, Mythos und Wirklichkeit, Herbig Verlag, 2000, S. 57, s. a. S. 56 unten: Anmerkung 52; aus Hitlers Weisungen für die Kriegsführung 1939 – 1945, S. 267 ff)


    In den „Ausführungsbestimmungen zum Führer-Befehl über Ausbau eines rückwärtigen Stellungssystems in Norditalien“ wird unter 6. „Erfassung der zivilen Arbeitskräfte“ festgestellt: „Die Erfassung der zivilen Bevölkerung zum Arbeitseinsatz ist Aufgabe der obersten Kommissare, die sich außerhalb der Operationszonen hierzu auch der militärischen Dienststellen bedienen können. Diese treffen notwendigenfalls den Ausgleich, falls Arbeitskräfte mehrfach erfasst werden. …
    8. Betreuung und Versorgung der gesamten zivilen Arbeitskräfte einschließlich der eingesetzten O.T. fällt den obersten Kommissaren zu. In Sonderfällen, z. B. für abgesetzte Arbeitsgruppen, kann durch die obersten Kommissare Versorgung durch die Wehrmach bei Ob Südwest beantragt werden.
    9. Die Sicherung der Arbeitsstellen gegen Banden und etwa erforderliche Bewachung der Arbeitskräfte übernehmen die obersten Kommissare mit den ihnen hierfür zur Verfügung stehenden Kräften. Um für diese Aufgabe weitere Kräfte freizumachen, sind durch Ob Südwest alle in den Operationszonen Alpenvorland und adriatisches Küstenland liegenden Stäbe und Dienststellen aller Wehrmachtsteile, soweit sie nicht durch taktischen Einsatz gebunden sind, bis zu 40 Prozent ihrer Iststärke für ö r t l i c h e
    (Hervorhebung im Original) Sicherungs- und Bewachungsaufgaben zur Verfügung zu stellen.
    Die a k t i v e
    (Hervorhebung im Original) Bandenbekämpfung bleibt Aufgabe des höchsten SS- und Polizeiführers Italien in Verbindung mit den örtlichen militärischen Dienststellen. …“ (Roland Kaltenegger, Operation Alpenfestung, Mythos und Wirklichkeit, Herbig Verlag, 2000, S. 59 - 62, hier S.61 und 61, Anmerkung 58; aus Hitlers Weisungen für die Kriegsführung 1939 – 1945, S. 269 ff)



    Der Leiter der Partei-Kanzlei der NSDAP, Bormann, gab am 27.9.1944 aus dem Führerhauptquartier die Anordnung 278/44 „Betrifft: Instandhaltung und Sicherung der Stellungen“ an die Gauleiter- und damit auch an die beiden obersten Kommissare – nachrichtlich die Reichsleiter und Verbändeführer – heraus: „Auf Befehl des Führers beauftrage ich die für den Stellungsbau verantwortlichen Gauleiter:
    1.) mit der Instandsetzung und Bewachung der von ihnen errichteten und von unseren Truppen noch nicht besetzten Stellungen einschließlich des eingelagerten und eingebauten Materials,
    2.) mit der Aufstellung von Sicherungsbesatzungen, die bei Annäherung des Feindes die Stellungen bis zum Aufbau einer planmäßigen Abwehr durch die Truppe verteidigen.


    Die erforderlichen Maßnahmen sind im Benehmen mit den zuständigen stellvertretenden Generalkommandos durchzuführen; die Sicherungsbesatzungen sind im Rahmen des Deutschen Volkssturms aufzustellen. Gez. M. Bormann“. (Roland Kaltenegger, Operation Alpenfestung, Mythos und Wirklichkeit, Herbig Verlag, 2000, S. 120)


    Wenn jemand weiterhelfen könnte, bitte melden. … ;)


    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump


  • His full namen is Kurt Stering


    mfg


    Peter

  • Thanks Peter


    Jan

    Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten. (Johann Wolfgang Goethe)

  • Hallo zusammen,



    als Ergänzung


    Herzliche Grüße Roland



    Der Chef der Ordnungspolizei Berlin, den 12.Oktober 1944
    Kdo g I Org/Ia (3) Nr. 650/44 (g)

    Schnellbrief


    Betr.: Aufstellung des SS-Pol.Rgt. „Schlanders“


    An
    a) den Höchsten SS – und Polizeiführer in Italien,
    b) den Höchsten SS – und Polizeiführer – BdO – in Italien (mit 23 Nebenabdr. und KStN f. d. SS-Pol.Rgt. „Schlanders“ u. 1 Nebenabdr. f. d. Leit. Vet. Offz.)
    c) die Höheren SS- und Pol.-Führer – BdO – Prag (m. 1 Nebenabdr. f. d. Pol.Ausb.Batl. „Mähren“), Paris z. Zt. in Freiburg, Münster, Nürnberg, Hannover, Wiesbaden, Danzig, Erfurt, Breslau u. Dresden
    d) den Pol.-Präsidenten in Berlin (m. 1 Nebenabdr. f. d. Kdo. d.SchP.)
    e) die Pol.-Verwaltungen in Innsbruck, Düsseldorf, Nürnberg, Braunschweig, Frankfurt/M, Elbing, Wuppertal, Kassel u. Breslau
    f) die Pol.-Waffenschule I in Dresden-Hellerau
    g) die Pol.-Nachr.-Schule in Klattau
    h) das Hauptzeugamt der Ordn. Polizei in Berlin-Adlershof
    i) die Pol.-San.-Ausb.- und Ers. Abt. in Tabor/Prot.
    j) die Pol.-Vet.-Ers.- und Ausb. Abt. in Rathenow
    k) den Vet. Park der Ordn. Polizei in Meran
    l) das Pol.-Nachschublager in Meran (Inf.-Kaserne)
    m) das Rechnungsamt f. ausw. Einsätze in Grünheide über Erkner
    n) den Rechnungshof des Deutschen Reiches in Potsdam


    1) Vom BdO Italien ist mit eigenen Kräften und volksdeutschen Südtirolern ein Regiment aufzustellen. Das Regt. führt die Bezeichnung
    „SS-Polizei-Regiment „Schlanders“
    ...


    6) Personelle Bestimmungen
    a) Er werden bestimmt
    Major d.SchP. Hahn, Georg PV Innsbruck,
    als Regimentskommandeur

    Major d.SchP. Fehmers, PV Berlin,
    als Kommandeur des I. Batls.,


    b) Zum BdO Italien werden zur Verwendung beim SS-Pol.Rgt „Schlanders“ abgeordnet
    Als Batls.-Kdre.
    Major d.SchP. Ahrens PV Düsseldorf
    Hptm. d.SchP. Grimm, Erwin PV Nürnberg,


    als Komp.-Führer für schw. Kp.
    Lt. d.SchP. Fritzsche, Helmut PV Braunschweig
    Lt. d.SchP. Naujoks, Hermann PV Frankfurt/M.
    - beide unter Aufhebung der Abordung zur PWS I –

    Lt. d.SchP. Becker, Walter PV Elbing
    - unter Aufhebung der Abordnung zur 4. (MG)- Komp. „Pol.Ausb.Batl. „Mähren“ in
    Mährisch Ostrau


    als Nachr.-Offz., zugl. Führer des ‚Nachr.-Zuges_
    Lt. d.SchP. Magerböck, Rudolf PV Wuppertal
    - unter Aufhebung der Abordnung zur Pol.-Nachr,-Schule Klattau –


    Oberarzt d.Pol. d.Res. Dr. Kress PV Kassel
    ...
    Die Offiziere und Unterführer sind als Einzelreisende über Pol.-Einsatzleitstelle Innsbruck nach Schlanders in Marsch zu setzen.
    Spätester Eintrefftag: 20.10.1944


    d) Die außerdem noch für die Besetzung der mit reichsdeutschem Personal zu besetzenden Stellen erforderlichen Offiziere, Verw.-Beamten, Unterführer und Männer sind aus dem BdO-Bereich Italien zu entnehmen
    e) Die Anzahl der eingestellten Südtiroler ist mit zu melden


    7) Rechtsstellung und Versorgung
    ...
    17) Die nach den Stärkenachweisungen vorgesehenen Kfz einschl. Kraftfahrer sind aus der gem. Fs Nr. 536 – Kdo In K (1b) 202 E Nr. 616/44 und 4.10.44 dem SS-Pol.Rgt. Schlanders zugeteilten K-Staffel z.b.V. Paris zu entnehmen
    Als Kraftfahroffizier beim SS-Pol.Rgt. Schlanders wird Hptm. d.SchP. Dammes, PV Breslau, bisher Führer der K-Staffel z.b.V. Paris, bestimmt.
    Die K-Staffel z.b.V. Paris ist aufzulösen. Die Abwicklung ist beschleunigt nach den Bestimmungen der PDV 33, Abschn. XXX, durchzuführen
    ...
    Im Auftrage gez. Kröger
    (T175 R8 2 509 038 - 44)

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump

  • Hallo Rolandus,


    als Ergänzung und Richtigstellung ;) .




    Pol.Offz._Rgt.Schlanders.jpg
    Gruppenfoto mit Offizieren des SS-Polizei-Regiment Schlanders


    b.jpg
    Rückseitige Beschriftung (handschriftl.) des Fotos:
    "Ltn. Molt
    Ltn. Weiß
    Ltn. Hoppe
    Obltn. Walsthöny
    Hptm. Dammes
    Obltn. Suhr"


    Zwei Offiziere kann man demnach anhand deiner obigen Arbeit beim SS-Pol.Rgt. Schlanders nachweisen.
    Demnach also nicht Pol.Rgt. 18, Griechenland, wie vorher von mir angenommen und auch in deinen Aufzeichnungen zum Pol.Rgt. 18 (Sammlung Rudzki) vermerkt.
    Zu den anderen genannten Polizei-Offizieren hab ich auf die Schnelle noch nichts finden können. Ich behalte es aber im Auge.


    Liebe Grüße
    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

    Edited 2 times, last by Policeman ().

  • Hallo


    Zufallsfund von heute & eine interessante Geschichte zum Foto. Herzlichen Dank nochmal an dieser Stelle an Gerard/mil-archive für die tollen Unterlagen. :thumbsup:8)


    Es handelte sich um Leutnant d.SchP. im Verwaltungsdienst Gottlieb MOLT (PV Innsbruck) und Leutnant d.SchP. WEIß (PV Köln). Beide waren laut Meldung des SS-Polizei-Regiment Schlanders vom 10.05.1945, also nach Eintritt der Waffenruhe, flüchtig. Sie hatten sie zusammen mit Hauptmann d.SchP. Kurt BEILER (PV Frankfurt/Main) und Zugwachtmeister d.SchP. Karl FENDEL, allesamt Angehörige des II. Bataillon, mit einem Dienst-Pkw und Verpflegung für 12 Tage für 100 Mann und der gesamten Kasse von der Truppe entfernt. Das Ende der Geschichte ist leider ungewiss.


    Grüße

    Daniel

    "Weil die Menschen schwach sind. Weil Neid und Feigheit ihr Fluch sind. Weil sie von der Wahrheit träumen, um dann doch wieder zu lügen. So leben sie im ewigen Zwiespalt. Warum müssen die Menschen immer wieder zweifeln?" Judas Ischariot auf die Frage, warum Jesus von Nazareth von ihm verraten wurde.

  • Hallo,


    hier noch ein Fundstück zum Polizeiregiment Schlanders:


    Hauptmann d.Gend. Bruno Wagner (*30.07.1894)


    06.1939 Gendarmerie Karlsbad

    11.1942 beim KdGend Tschernigow

    01.1944 beim KdGend Mittelitalien

    11.1944 9/Polizeiregiment Schlanders

    00.1946 CIC Fallingbostel


    Wagner, Bruno.jpg


    Gruß Frank

  • Hallo Frank,


    vielen Dank für diese Angaben :thumbup:


    stell das auch mal hier

    Gendarmerie Kdo

    ein, ist auch da eine gute Ergänzung!



    Herzliche Grüße Roland

    Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel - man weiss nie, was man bekommt. Forrest Gump