Marschallstäbe ?

  • Hallo


    Ich habe vor kurzem ein Buch über Marschälle gelesen.


    Wo sind eigentlich die ganzen Marschallstäbe die verliehen worden nach dem Krieg geblieben (z.B. Göring ,Keitel) ???


    Vielleicht Beutegut ???


    Gruss Erich

    Freiheit ist das Recht anderen zu sagen was sie nicht hören wollen.
    George Orwell

  • Hallo Erich,


    Lt. Wikipedia:


    Werner von Blomberg (National Museum of American History - Washington D.C., USA)


    Maximilian Reichsfreiherr von Weichs (National Infantry Museum - Columbus (Georgia), USA)


    Günther von Kluge (Deutsches Panzermuseum - Munster)


    Erwin Rommel (Zentrales Museum der Streitkräfte, Moskau)[5]


    Hermann Göring Feldmarschallstab (National Infantry Museum - Columbus, Georgia, USA)


    Hermann Göring Reichsmarschallstab (West Point Museum- West Point (New York), USA)


    Viele Grüße
    Steffen

  • Hallo,


    Währe aber Interessant was aus den anderen geworden ist, denn ein großer Teil fehlt bei der Auflistung. Wer weiß schon welcher Ami solch einen Stab über den Kamin hängen hat und nicht mal weiß was es ist ;)
    Leeb, List, Kleist, Bock, Rundstedt, Witzleben, Reichenau, Küchler und Busch sind mir da noch bekannt.


    Folgende Personen haben zwar die Beförderung erhalten aber nie den Stab verliehen bekommen: Paulus, Schörner und Greim.


    gruß Björn

  • Hallo zusammen


    Also doch Beutegut !


    Aber wie Björn schon schrieb , wo sind die anderen Marschallstäbe geblieben ???


    Gruss Erich

    Freiheit ist das Recht anderen zu sagen was sie nicht hören wollen.
    George Orwell

  • Lt. Hans-Peter Stein Symbole und Zeremoniell in deutschen Streitkräften vom 18. bis zum 20. Jahrhundert (Hrsg. vom MGFA), Augsburg 1991, S. 120] ließ die NVA in den siebziger Jahren den Marschallstab des Feldmarschalls von Kleist "für einen fünfstelligen Betrag in Westdeutschland ersteigern".


    Wo der wohl abgeblieben ist? Weiß jemand, ob er evtl. im Heeresgeschichtlichen Museum in Dresden zu sehen ist?


    Quote

    Erwin Rommel (Zentrales Museum der Streitkräfte, Moskau)[5]


    Wie kommt denn Rommels Marschallstab nach Moskau?? 8o


    In der Wehrtechnischen Studiensammlung in Koblenz ist eine Feldmarschallsuniform ausgestellt, die von der (ungenannt bleibenden) Familie als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt wurde. Weiß jemand, wessen Uniform das ist? Ich vermute, es könnte die vonRommel sein.

  • Hallo,


    Anbei ein schönes Bild vom Wilhelm Keitel mit Marschallstab und noch eins von Keitel mit Hitler.*


    *"Generalfeldmarschall und Chef des Oberkommandos der Wehrmacht Wilhelm Keitel geb: 22.9.1882 in Helmscherode gest: hingerichtet am 16.10.1946 in Nürnberg UBz: Adolf Hitler gratuliert Wilhelm Keitel zu dessen 40-jährigem Militärdienstjubiläum am 9. März 1941"




    Viele Grüße
    Steffen

  • Hallo zusammen,


    der lieben Vollständigkeit halber muss noch gesagt werden, dass auch Dönitz' Vorgänger, Großadmiral Raeder, ein Großadmiralsstab übergeben wurde.
    Genauer waren es sogar derer jeweils zwei, der eigentliche Großadmiralsstab und ein etwas weniger aufwendig gearbeiteter Interimsstab "für den normalen Dienstbetrieb". Folglich müssten hinter jedem Namen zwei Stäbe und deren Aufenthaltsort (sofern bekannt) aufgeführt werden.


    Mit freundlichen Grüßen
    Schorsch


    edit: Tod den Rechtscheibfehlern!

    Edited once, last by Schorsch ().

  • Hallo zusammen,


    vielleicht sind die restlichen einfach noch im Familienbesitz??


    Gruß

    Gruß Bernd S.
    Nicht der Glanz des Erfolges, sondern die Lauterkeit des Strebens entscheidet über den Wert des Menschen.
    (GenO Erich Hoepner)

  • Hallo,


    Hier noch ein paar Bilder von Marschallstäben und deren Trägern.


    1 - Werner von Blomberg, Reichsparteitag Nürnberg 1937
    2 - Hermann Göring & Erich Raeder, vor dem Berliner Zeughaus, 10.3.1940
    3 - Gerd von Rundstedt, 1940
    4 - v.links: Walther von Brauchitsch, Göring, Raeder, Hitler, an Hitlers Geburtstag 21.4.1941
    5 - Erich Raeder, hier vermutlich mit dem von Schorsch erwähnten "Sonntags-Ausgeh"-Stab :)


    Viele Grüße
    Steffen

  • Moin Forum,


    Großadmiral Dönitz besaß aufgrund seines Titels ja zwei Marschallsstäbe, einen für alle Tage, den anderen für besondere Anlässe.
    Der eitle Oberbefehlshaber der Marine trug seine Stäbe auch stets und ständig bei sich.


    Ein Stab liegt hier:
    http://www.internationales-maritimes-museum.de/


    und hier:
    U-Boot-Museum Cuxhaven


    Freundliche Grüße


    Jane

    Files

    • 1A1H0180.jpg

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    • 1A1H0184.jpg

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    Edited once, last by Caprinus ().

  • Hallo,


    1 - hinter Hitler von links: Blomberg mit Marschallstab, Göring, Raeder, Rundstedt , Geburtstagsparade für Hitler Berlin, 20.4.1936


    2 - "Staatsbegräbnis für den am 22.11.1940 bei Breslau abgestürzten Inspekteur der Jagdflieger, Oberst Werner Mölders, am 28.11.1940 in Berlin. UBz: nach der Trauerfeier im Reichsluftfahrt-Ministerium verlassen (von rechts) Generalfeldmarschall Erhard Milch, Hitlers Begleitarzt SS-Sturmbannführer Dr. Karl Brandt, Adolf Hitler, Hitlers Adjutant SS-Gruppenführer Julius Schaub und Reichsminister und Chef der Reichskanzlei SS-Obergruppenführer Martin Bormann den Ehrenhof des RLM. 1940"


    Erhard Milch ist also ein weiterer mit Marschallstab!


    3 - Rechts außen mit Stäben: Raeder, Milch
    4 - v.l. Günther von Kluge, Himmler, Dönitz, Keitel; Trauerfeier für Hans Hube, Berlin 26.4.1944
    5 - v.l. Raeder, Keitel, Milch, Fromm; Berlin 15.10.1940


    Viele Grüße
    Steffen



    PS: Hier noch eine Seite mit der Geschichte zu Dönitz Marschallstab und dessen Weg nach Gb.:
    http://www.ahoy.tk-jk.net/Letters/KarlDonitzBaton.html

  • Hallo zusammen,


    zu den Großadmiralsstäben von Raeder und Dönitz habe ich noch einige Infomationen bei J. Mallmann-Showell: "Kriegsmarine 1939-1945", Motorbuchverlag, 2000 gefunden. Auf den Seiten 266 bis 270 wird ausführlich über die Entstehung, den Gebrauch und den Verbleib berichtet. Im Folgenden eine kurze Zusammenfassung des Geschriebenen für die, die das Buch nicht im Regal haben.


    Die Stäbe haben einen Materialwert von jeweils 65.000 bis 164.000 DM und wurden den Großadmiralen als persönliches Geschenk überreicht.
    Raeder vergrub seinen Großadmiralsstab mit anderen Wertsachen in der Nähe seines Hauses in Potsdam-Babelsberg, als die Rote Armee sich Berlin näherte. Ein beteiligter Arbeiter verriet unter Druck das Versteck und der Stab verschwand in dunklen, russischen Kanälen, Verbleib unbekannt. Der Interimsstab in Gestalt eines Fernrohres wurde bei Raeders Gefangennahme beschlagnahmt, Verbleib ebenfalls unbekannt.
    Dönitz' Großadmiralsstab wurde kurz nach dem Krieg aus seinem unbewachtem Gepäck gestohlen, während der Großadmiral verhört wurde. Der Stab wurde später von Generalmajor J.B. Churcher, der an der Verhaftung beteiligt war, an das Regimentsmuseum der Shropshire Light Infantry in Shrewsbury/England übergeben, wo sich er sich nach Angaben des Autors heute noch befinden soll. Zum Interimsstab von Dönitz werden keine Aussagen gemacht.


    Ob in der Zeit, nachdem Mallmann-Showells Buch erschienen ist, der Dönitz'sche Stab nach Hamburg übergeben wurde, wie der zweite Link von Jane vermuten lässt, ist mir nichts bekannt. Es tauchte aber Anfang der 80-er Jahre bei einem Juwelier in Hamburg ein Vorab-Muster für die Herstellung des Großadmiralstabs von Dönitz auf, der u.U. jetzt in Hamburg ausgestellt sein könnte.


    Mit freundlichen Grüßen
    Schorsch

  • Der Marschallstab von GFM Rommel lag zeitweise im Haus der Geschichte in Stuttgart, u.A. bei der Ausstellung "Mythos Rommel". Der Stab ist/war Leihgabe der Famile, genau wie seine Uniform und Orden.


    Das Stück in Moskau dürfte eine Doppelausführung (keine Kopie) sein.


    Gruß Alex

  • Quote

    Original von Henry Jones
    Das Stück in Moskau dürfte eine Doppelausführung (keine Kopie) sein.


    Hallo Alex,


    was bedeutet Doppelausführung?


    Ich dachte die M-Stäbe wäre absolute Einzelstücke.


    Viele Grüße
    Steffen

  • Hallo


    Jeder Generalfeldmarschall bekam zwei Stäbe.
    Einen Marschallstab der aufwendigs in Gold und Silber gearbeitet war und einen Interimsstab in einfacher Ausführung.
    Der Marschallstab diente bei besonderen Anlässen, der Interimsstab war für den allltagsgebrauch.
    Gegrüßt wurde durch hochheben des Stabes.


    Es wurden zum Generalfeldmarschall befördert:
    Blomberg am 20.4.36
    Am 19.7.40: Brauchitsch, Keitel, Rundstedt, Bock, Ritter v. Leeb, List, Kluge, Witzleben, Reichenau.
    Erwin Rommel am 22.6.42
    Küchler am 30.6.42
    Manstein am 1.7.42
    Paulus am 31.1.43 erhielt keinen Marschallstab da eingeschlossen
    Am 31.1.43: Kleist, Weichs, Busch.
    Model am 31.3.44
    Schörner am 5.4.45


    Gleich verhielt es sich bei der Marine (Großadmiralstab und Interimsstab)
    Raeder am 1.4.39
    Dönitz am 30.1.43


    Quelle: Die deutsche Wehrmacht, Uniformierung und Ausrüstung 1933-1945
    Band 1 Das Heer, Band 2 Die Kriegsmarine


    Grüße SanUO

    Edited once, last by SanUO ().

  • Hallo,


    Ich dachte lange, daß der Interimsstab ebenso aussieht, wie der Marschallstab, nur eben nicht so aufwendig verziert und aus minderen Werkstoffen.


    Doch mitnichten. 8o
    Während der Marschallstab ein Protzstück ist (gerade wenn man mal per Suchmaschine ein Farbbild sieht), ist der Interriemsstab eher eine bessere Reitgerte.


    Anbei mal Bilder von Kesselring (Bild 1) und Rommel (Bild 2) mit Interimsstab.


    Viele Grüße
    Steffen

  • Quote

    Original von Papa
    Erhard Milch ist also ein weiterer mit Marschallstab!


    GFM Milch wurde bei seiner Gefangennahme von dem britischen Brigadegeneral Derek Mills-Roberts so lange mit seinem Interimsstab auf den Kopf geschlagen, bis dieser entzwei brach. Der zerbrochene Stab wurde anschließend von dem Brigadegeneral gestohlen. Darüber gibt es einen geheimen Film, den Peter Ustinov (damals in der britischen Armee) lt. den Angaben in seinen Memoiren gesehen hat.


    1986 ließ die Tochter des britischen Brigadegenerals den gestohlenen Interimsstab von GFM Erhard Milch durch das Londoner Auktionshaus Philips versteigern:


    In 1986 the London auction house Philips offered for sale the stolen field marshal's baton of Luftwaffe field marshal Erhard Mîlch. In a letter to the newspapers David Irving provided the unedifying background of this relic. (The letter was not published).


    "August 20th, 1986


    Dear Sir,
    THE BATON THAT FELLED TOP NAZI


    SINCE Field Marshal Erhard Milch is dead may I as his authorized biographer (Weidenfeld & Nicolson, 1971) comment on your story (Aug.20) that upon seeing the "corpses of concentration camp prisoners massacred by the retreating Germans," Milch remarked: "After all they are only Poles and Jews."


    Milch was the founder of Lufthansa, and Hermann Goering's deputy. In 1944 he was invalided by a car crash. Having surrendered to Scots troops he was turned over to a British Commando unit near Neustadt. His diary of May 4, 1945 describes: "Robbed. Cowardly maltreatment by British brigadier-general of Commandos."


    While an army camera filmed the scene and commandos trained tommy-guns on the invalid this vengeful general had strutted in, seized the field marshal's silver knobbed "interim baton" and whipped him until his skull fractured and the baton broke in two. (Peter Ustinov describes in his memoirs seeing the secret newsreel film.) The brigadier then resumed the onslaught with an empty champagne bottle, and stole the baton.


    Milch's diary the next day states:


    "Driven back to Sierhagen. . . Among other things plundered are golden marshal's baton, gold cigarette case, gold Glashütte watch, gold wristwatch, two silver wristwatches, clothes, etc. Women were robbed with pistol held at their breast. Driven back to Lüneburg."


    I identified the general as Brigadier Derek Mills-Roberts, DSO. His staff confirmed it to me but, ashamed at the whipping episode, tried to link Milch with the corpses of "concentration camp prisoners" found littering the shore. In fact these prisoners had been evacuated to three liners anchored in the bay, including the Cap Arcona; a single British aircraft had sunk them the day before despite their Red Cross flags, drowning 7,000 passengers; their mass grave is still marked by a memorial on the beach at Neustadt.


    Writing the Milch biography, in 1967 I put the whipping episode to Mills-Roberts. Although he had once admitted it to a mutual publisher friend [William Kimber] he now denied it and threatened to sue. Weidenfeld's refrained from identifying him on lawyers' advice.


    Evidently the late brigadier was both a liar and a thief, since he not only did beat his captive unconscious but stole the proof of it -- the broken silver knobbed baton -- in breach of the Hague Rules and the Geneva Convention, and concealed it at home.


    That his daughter is now offering this looted relic for cash, instead of returning it with apologies to the field marshal's family as happened with the marshal's gold baton shortly before his death can only bring further shame on the British army.
    Yours faithfully,


    David Irving


    ________________________________________________________________


    Field Marshal Erhard Milch's full diary entry of May 4, 1945 continues:


    "AFTER A FEW wisecracks delivered with sparkling eyes to his men [the British brigadier] turned to me and said: "All German generals are criminals, murderers, guilty of the atrocities of the concentration camps etc."


    I replied that I belonged to the air force, and that I had never had the least to do with concentration camps in my life. At this moment, he had meanwhile walked somewhat round to my side, he snatched my Interim Baton away from me and beat me many times around the head with it until I began bleeding profusely from behind my left ear and the mid-rear of my skull, and until the shaft snapped into pieces.


    I shouted: "General, I am an officer, a field marshal! Are you not ashamed, general. General, you are a fine hero. The hell you are!"


    During this time all the soldiers had their tommyguns cocked and pointed at me so that the slightest attempt to defend myself would have been suicide.


    The general then tore my cap off my head and threw it onto the ground and ordered, "Go fetch your cap." When I did that he ran after me, snatched a Champagne bottle off the table and tried to crash it down over my head.


    I raised myself, held up my left arm to ward off this blow and when the general struck, with hatred in his face, I pushed my left arm against his right, or the bottle, so that his arm was pushed back. Later, at Lüneburg Camp, when a British doctor examined me, severe contusions were found on my left forearm which remained black for many months afterwards.


    This brigadier-general wore a green cap and the "Commando" shoulder flash. Unfortunately I was not able to establish his name."


    http://www.fpp.co.uk/docs/ReadersLetters/EvStd200886.html

  • Hallo,


    MiWi .
    Danke für die interessanten Infos.


    @Alle


    Hier http://forum-der-wehrmacht.de/thread.php?threadid=1764 wurde schon mal über die Stäbe diskutiert.


    Dort wird auch gesagt, daß die Träger sich wohl auch noch einen dritten Stab privat anfertigen ließen.
    Ist damit die von Alex (henry jones) genannte Doppelausführung gemeint?


    Viele Grüße
    Steffen

  • Hallo,


    der Interimsstab von Hugo Sperrle befindet sich in einem privaten Museum in der Nähe von Boston, USA. ( http://www.museumofworldwarii.…Area03_GermanMilitary.htm )
    Daher auch das beigefügte erste Bild. Weiterhin haben sie dort eine "Museums"-Kopie des Marschall-Stabes von Dönitz.


    Auf Bild 2 links Sperrle mit seinem Marschallstab. Daneben Hitler, Göring, Kesselring.
    Auf Bild 3 sieht man Sperrle mit seinem Interimsstab in Frankreich 1942.


    Marschallstab und Interimsstab von Manfred von Richthofen müssten sich im Luftwaffen-Museum in Berlin befinden, zumindest wurden sie 1997 von seinem Sohn an dieses übergeben.
    Siehe hier: http://www.berlinonline.de/ber…7/lokales/0138/index.html


    Viele Grüße
    Steffen